Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 31.10.2020 - So warm wird es nicht bleiben

Hochdruckdominanz, Dauernebel oder doch die frühwinterlichen Varianten?
Hochdruckdominanz, Dauernebel oder doch die frühwinterlichen Varianten?

Ein Sturmtief nimmt Kurs auf Skandinavien und beeinflusst das Wetter über Deutschland. Darüber hinaus sind unterschiedliche Wetterentwicklungen möglich, darunter auch recht frische mit frühwinterlichen Wettererscheinungen. Doch wie hoch ist deren Eintreffwahrscheinlichkeit?

Stürmische Winde werden in den kommenden Tagen über Norddeutschland die eine oder andere Frisur durcheinander wirbeln können und über den Küstenregionen sind zum 2. November schwere Sturmböen nicht auszuschließen (Windprognose). Der Wind führt außergewöhnlich warme Luftmassen nach Deutschland.

Die wärmsten Tageswerte sind mit +14 bis +18 Grad und örtlich bis +22 Grad am 2. November möglich. Zum 3. November folgt ein Temperatursturz, was die Werte mit +7 bis +13 Grad auf ein für Anfang November normales Niveau zurechtstutzt. Bei meist starker Bewölkung sind sonnige Momente zunächst rar, bevor im Wochenverlauf die Sonnenscheindauer - nach Nebelauflösung - zunehmen kann. Der Wind lässt ab Mittwoch nach und in den Nächten ist bei längerem Aufklaren leichter Frost möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November.

Ab der Wochenmitte normalisieren sich die Werte mit einem Temperatursturz wieder
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ab der Wochenmitte normalisieren sich die Werte mit einem Temperatursturz wieder
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Der November wird nochmals richtig warm

Man erkennt es schon auf der obenstehenden Wetterkarte. Das Azorenhoch wölbt sich nach Norden auf und ermöglich an seinem östlichen Gradienten zur Wochenmitte die Zufuhr kühlerer Luftmassen. Schaut man weiter nach Westen, so erkennt man über dem östlichen Kanada das Ausströmen arktischer Kaltluftmassen in Richtung Neufundland. Infolge daraus bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik auf einem sehr hohen Niveau.

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Hoch Mitteleuropa

Beide Vorhersage-Modelle sind sich in ihrer Wetterprognose einig. Die hohe Tiefdruckaktivität drückt das Azorenhoch nach Osten. Bis zum 5. November positioniert sich das Hoch mit seinem Kern über Deutschland und beeinflusst auch das Wetter über Österreich und der Schweiz.

Warm und teils zäher Nebel

Die Folge ist eine gradientenschwache Wetterlage, die nach beiden Vorhersage-Modellen bis zum 9. November über Deutschland zu einem Mix aus zähen Nebelfeldern und Sonnenschein sorgen kann. Mit Dauernebel wird es kaum wärmer als +6 bis +11 Grad. Kommt hingegen die Sonne zum Vorschein, so sind Werte von +12 bis +16 Grad und unter bestimmten Voraussetzungen bis +18 Grad möglich. Somit steht jetzt schon fest, dass die erste November-Dekade mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit deutlich zu warm ausfallen wird.

Beide Vorhersage-Modelle sind sich in ihren Wetterprognosen einig - nach dem 5. November dominiert hoher Luftdruck das Wettergeschehen über Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Beide Vorhersage-Modelle sind sich in ihren Wetterprognosen einig - nach dem 5. November dominiert hoher Luftdruck das Wettergeschehen über Deutschland
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Wie macht das Wetter weiter?

Das Interessante an der Wetterentwicklung ist nicht das Hoch. Das hat zunächst einmal langweiliges Wetter über Deutschland zur Folge. Viel interessanter ist die anhaltend hohe Tiefdruckaktivität, was die Wetterentwicklung zur zweiten November-Dekade ordentlich durcheinander wirbeln kann. Im Grunde sind drei Wetterentwicklungen denkbar und zu diskutieren.

Novemberhoch

Das Hoch festigt seine Position und nimmt omegaähnliche Strukturen an. Liegt das Hoch über Mitteleuropa, so blockiert das Hoch sämtliche Einflüsse. Bei schwachen Luftbewegungen kühlt die Luft langsam aus und die Ausbildung zäher Nebelfelder nimmt zu.

Positioniert sich das Hoch weiter nach Norden, so gelangen Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Einflussbereich einer Ostströmung. Der Wind wird ruppig und die Neigung zu Hochnebel nimmt zu. Zudem können die Luftmassen schneller abkühlen, was neben Dauernebel auch zu Dauerfrost führen kann.

Das Novemberhoch mit Nebel und Hochnebel, doch entscheidet die Position zwischen milden und warmen, oder kühlen bis kalten Temperaturwerten
Wetterprognose nach dem Kontrollläufen: Das Novemberhoch mit Nebel und Hochnebel, doch entscheidet die Position zwischen milden und warmen (li.), oder kühlen bis kalten (re.) Temperaturwerten
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Die gestörte Zirkulation

Die gestörte Zirkulation tritt entweder mit einem Blockadehoch über dem Atlantik, oder über Skandinavien in Erscheinung. Die Grundströmung dreht in diesem Prozess auf Süd-Nord; Nord-Süd (meridional), oder auf östliche Richtungen. Wird die Luft aus südlichen Richtungen zugeführt, so wird es über Deutschland, Österreich und der Schweiz richtig warm, die beiden anderen Varianten sorgen für frühwinterliche Wetterentwicklungen.

Interessant sind die Abwandlungen in Form von Trogwetterlagen über Deutschland, die - in der zweiten und letzten November-Dekade - mehr für nasskalte Wetterverhältnisse sorgen können. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer ist bis auf tiefere Lagen herab möglich, die Ausbildung einer Schneedecke aber erst ab 500 bis 800 Meter.

Anders sieht es in der Abwandlung des Skandinavienhochs aus, wenn es am südlichen Rand einen sog. Kaltlufttropfen ausbilden kann. In dieser Kombination kann es dann schon zu winterlichen Wettereignissen bis auf tiefere Lagen herab kommen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die letzte - tiefwinterliche - letzte November-Dekade aus dem Jahr 2010?

Die gestörte Zirkulation hier mit ihren zwei extremeren Varianten (Kaltlufttropfen li; Trog Mitteleuropa re.)
Wetterprognose nach dem Kontrollläufen: Die gestörte Zirkulation hier mit ihren zwei extremeren Varianten (Kaltlufttropfen li; Trog Mitteleuropa re.)"
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Das mäandrierende System

Dies folgt - vor allem im Winter - gerne einer hohen Wetteraktivität nach. Das Hoch positioniert mehr über dem mitteleuropäischen Raum und die Tiefdrucksysteme wabern drumherum. Wirklich viel an Wetterdynamik aber ist nicht mehr vorhanden und so zeigt sich ein verschlungenes - mäandriertes - Zirkulationsmuster.

In den ausgeprägtesten Varianten kann das bis hin zu einem Polarwirbelsplit führen. Ob warm oder kalt hängt auch bei dieser Großwetterlage von der Position der Systeme ab.

Das mäandrierende System - stark verschlungen sind die unterschiedlichsten Wetterlagen möglich. Der Polarwirbel präsentiert sich in keinem guten Zustand!
Wetterprognose nach Kontrollläufen: Das mäandrierende System - stark verschlungen sind die unterschiedlichsten Wetterlagen möglich. Der Polarwirbel präsentiert sich in keinem guten Zustand!
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Auf den Punkt gebracht: Eine ungewohnt hohe Vielfalt

Es hat einen Grund, warum wir heute einmal diese Vielzahl an möglichen Wetterentwicklungen aufzeigen, da sie allesamt relevant sind. Zwar nicht in ihren ausgeprägtesten Variationen, aber dieser enorme Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada ist eben eine Hausnummer, was die Großwetterlage in den kommenden 10 bis 14 Tagen ordentlich durcheinanderwirbeln wird.

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Warm oder kalt?

Die erste November-Dekade wird zu warm starten können. Zwar ist vom 3. bis 5. November eine kühlere Wetterphase auszumachen, doch nachfolgend zeigt sich ein bis zum 11. November anhaltend zu hohes Temperaturniveau. Betrachtet man ausschließlich die Kontrollläufe, so sinkt das Spektrum im Verlauf der zweiten Dekade in den normalen Bereich ab. Eine Normalisierung der Tageswerte auf rund +7 Grad ist die wahrscheinlichste Temperaturentwicklung.

Deutlich zu kalte Varianten sind vertreten, die auch für Dauerfrost sorgen können, doch diese sind in der Minderheit. Im Vergleich zu den letzten Tagen aber mehrt sich die Anzahl der deutlich zu kalten Entwicklungen.

Interessant aber ist nach wie vor der Mittelwert aller Kontrollläufe, der in den letzten Tagen eine hohe Konsistenz aufweist. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden von einem Ausläufer des Kontinentalhochs dominiert, das durchaus Anzeichen einer nördlichen Verlagerung aufweist. Anders formuliert ist eine Hochdruckdominanz bis zum Monatsmitte anzunehmen.

Gradientenschwach und hochdruckdominiert
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Gradientenschwach und hochdruckdominiert
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
6. November +5 bis
+13 Grad
+8 Grad bis
+11 Grad
10. November +5 bis
+15 Grad
+8 bis
+10 Grad
15. November -2 bis
+12 Grad
+5 bis
+7 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Das Kippmuster

Deutlicher lassen sich die Unsicherheiten anhand der Druckanomalien erklären. Das Tiefdruckzentrum bewegt sich bis zum 9. November in den Bereich des europäischen Nordmeers und der Karasee. Am südlichen Gradienten liegt der Hochdruckgürtel. Der Impuls, der von einem der Wettersysteme ausgehen wird, ist Entscheidend. Welcher das sein wird, steht für den Moment nicht fest, da der Zustrom kalter Luftmassen über dem östlichen Kanada nicht unterbunden werden kann. Gut möglich, dass das Muster in der zweiten, Dekade erneut auf Südwest kippen kann.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen vorerst in einer gradientenschwachen Wetterzone
Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen vorerst in einer gradientenschwachen Wetterzone © climatereanalyzer.org

Ein weiteres Indiz für eine Hochdruckdominanz zeigt sich in der Niederschlagsprognose, die nach dem 3. November auf eine äußerst schwachen berechnet wird. Mit anderen Worten ist im November nicht mit dem Durchbruch einer zonal ausgerichteten Großwetterlage (Westwetter) zu rechnen. Im Gegenteil - die Neigung zum gestörten Zirkulationsmuster ist höher ausgeprägt und damit die Chancen für eine nasskalte Temperaturentwicklung - das aber sollte im November nicht überraschen.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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