Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2020/2021 aktuelle Wetterprognose vom 23.10.2020 - Fällt der Hochwinter aus?

November-typisches Wetter?
November-typisches Wetter?

Auf dem Atlantik entstehen gewaltige Tiefdrucksysteme, was in der Entwicklung der Großwetterlage für allerhand Turbulenzen sorgen wird. Das Langfristmodell korrigiert zudem seine Winterprognose.

Regnerisch zeigt sich heute die Südhälfte. Örtlich können die Niederschläge länger andauernd und ergiebiger ausfallen. Auch kurze Gewitter sind möglich (Regenradar | Gewitterradar). Über das Wochenende beruhigt sich das Wetter wieder und der goldener Oktober wird östlich der Linie vom Saarland und Hamburg erstrahlen können.

Zum Wochenauftakt wird es dann wieder wechselhafter und vor allem über dem Süden und Osten ist mit zeitweiligen Niederschlägen zu rechnen. Der Wind kommt meist schwach aus südlichen Richtungen und die Temperaturen erreichen Werte zwischen +12 bis +16 Grad und können mit Sonnenschein darüber und mit Regen darunter liegen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Oktober.

Leicht unbeständiges und warmes Herbst-Wetter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Leicht unbeständiges und warmes Herbst-Wetter
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Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells: Ein mächtiges Hoch tut sich auf

Seit ein paar Tagen weisen wir auf den Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada und dessen mögliche Konsequenzen für das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz hin. Heute berechnet die Wetterprognose des europäischen Wettermodells, was passiert, wenn die atlantische Frontalzone nicht vorwärts kommt.

Im Ansatz die Zonalisierung

Auf der oben gezeigten Wetterkarte lässt sich das Resultat des Vorstoß arktischer Kaltluftmassen über dem östlichen Kanada in Form eines kräftigen Tiefdrucksystems über Island bestaunen. Es wäre nun für das Tief ein leichtes in Richtung Skandinavien vorzustoßen und den Sack für die Zonalisierung sozusagen zu zumachen.

Vorstoß arktischer Kaltluftmassen

Die Struktur innerhalb des Polarwirbels aber lässt unentwegt arktische Kaltluftmassen über dem östlichen Kanada nach Süden in Richtung Neufundland strömen. Das bindet das nach der Wetterprognose des europäischen Prognosemodell das Tiefdruckzentrum über Island und kommt einfach nicht weiter in Richtung Skandinavien voran.

Und so intensiviert sich die atlantische Frontalzone über Island immer weiter und erreicht zum 2. November einen Kerndruck von 955 hPa. Diese Ortstreue hat Folgen. Das Azorenhoch weicht Ende Oktober nach Osten aus und positioniert sich Anfang November über Mitteleuropa. Infolge darau baut sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz Anfang November ein kräftiges Hochdrucksystem auf, dass sich von oben herab schnell mit Wärme auffüllt.

Mit was für einem Wetter wäre zu rechnen? Zunächst ändert sich bis zum 28. Oktober wenig an den leicht unbeständigen Wetter bei für die Jahreszeit leicht zu warmen Temperaturen. Anfang November trocknet es ab und nach zäher Nebelauflösung kommt häufiger die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen erreichen - je nach Sonnenscheindauer - +12 bis +14 Grad und örtlich wären bis +16 Grad möglich. Der goldene Oktober im November.

Hochdruckdominanz über Mitteleuropa
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Hochdruckdominanz über Mitteleuropa
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Optionen blieben bestehen

Nach der Wettervorhersage des amerikanischen Prognosemodell strömen die Kaltluftmassen über dem östlichen Kanada bis zum 8. November auf den Atlantik und so entsteht ein Tief nach dem anderen. Doch im Gegensatz zu den Europäern verlagert sich die atlantische Frontalzone etwas weiter nach Osten. Nicht viel, aber ausreichend um für eine andere Wetterentwicklung zu sorgen.

Das bocken der Tiefdruckgebiete

Kräftige - wirklich kräftige - Tiefdrucksysteme entstehen da vom 28. Oktober bis zum 8. November auf dem Atlantik. Über Osteuropa positioniert sich ein Hoch und geht zeitweilig eine Verbindung mit dem Kontinentalhoch ein. Die atlantische Frontalzone versucht nun mit purer Gewalt gegen das Hochdruckbollwerk anzukommen und phasenweise gelingt das auch.

Wechselhaft mit überraschendem Ausgang

Die daraus resultierende Großwetterlage ist westlich bis südwestlich orientiert und führt neben - gemäßigt - warmen Luftmassen auch immer wieder die Ausläufer der atlantische Frontalzone über Deutschland hinweg und so ist ein unbeständiger, teils windiger und mit Tageswerten von +12 bis +16 Grad ein warmer Start für den November zu erwarten.

Polarwirbelsplit

Ein Polarwirbelsplit wurde in den letzten Tagen schon einmal für die erste November-Dekade simuliert und wird in der heutigen Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells erneut berechnet.

Der Grund ist das sich über dem östlichen Kanada finalisierende Ausströmen kalter Luftmassen arktischen Ursprungs, was bis zum 7. November einen gewaltigen Tiefdruckwirbel zwischen Neufundland, Grönland und Island zur Folge hat. Auf der anderen Seite aber stellt sich der Konterpart in Form eines Hochdruckkeils ein, der bis weit in den Polarwirbel hineinreichen kann. Zum aktuellen Stand schiebt sich der Keil von der Barentssee aus in den Polarwirbel hinein und geht eine Verbindung mit dem Hoch über Alaska ein. Was folgt ist eine Dipolstruktur des Polarwirbels, was Ende Oktober und im November - in der noch schwachen Phase des Polarwirbels - nicht außergewöhnliches darstellt, aber über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu durchaus außergewöhnlichen Wetterentwicklungen führen kann.

Der November 2020 deutlich zu warm

Außergewöhnlich bedeutet in diesem Fall, dass für die Freunde des Winterwetters das Hoch an der falschen Stelle in den Polarwirbel vorstößt. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen im überwiegend warmen Bereich der Vorderseitenanströmung der atlantische Frontalzone. Sollte sich daran nichts mehr verändern, so wäre die erste November-Hälfte als deutlich zu warm zu bewerten und frühwinterliche Wettererscheinungen wären nicht zu erwarten.

Der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada hat erhebliche Konsequenzen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada hat erhebliche Konsequenzen
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Auf den Punkt gebracht: Winterwetter?

Wir wurden die letzten Tage immer wieder einmal gefragt, wann denn der erste Schnee kommen wird. Schneefall ist im November per se nichts ungewöhnliches, doch tritt ein frühwinterliches Intermezzo eher in der letzten November-Dekade auf und bleibt in Zeiten des Klimawandels zunehmend aus. Wir sind dieser Frage hier einmal nachgegangen: Wann fällt in Deutschland der erste Schnee?.

Aktuell aber deutet nichts auf einen frühen Wintereinbruch hin. Dafür ist die atlantische Frontalzone einfach zu aktiv. Das dem so sein kann, zeigen die Kontrollläufe, die für die erste November-Dekade einen gemäßigten, ja fast schon normalen Temperaturtrend ausgeben. Die Wettervorhersage der Wettermodelle gehören im Vergleich zu den Kontrollläufen zu den warmen Ausreisern. Sind somit zwar möglich und auch plausibel, zum aktuellen Stand aber weniger wahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist und bleibt das leicht unbeständige Wetter mit einem leicht zu warmen Temperaturtrend.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
29. Oktober +7 bis
+15 Grad
+8 Grad bis
+12 Grad
2. November +4 bis
+16 Grad
+10 bis
+12 Grad
7. November +4 bis
+16 Grad
+8 bis
+10 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Auf die Frontalzone kommt es an

Je weiter die atlantische Frontalzone nach Osten vorankommt, desto mehr Regen ist über Deutschland zu erwarten. Zum aktuellen Stand sind die Niederschlagsprognosen gemäßigt und bestätigen eine bis zum 2. November unbeständige Wetterlage. Im Flächenmittel sind Regensummen von 5 bis 15 l/m² und örtlich bis 20 l/m² möglich.

Immer wieder Regen möglich
Die Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und des amerikanischen (re.) Wettermodells bis zum 2. November: Immer wieder Regen möglich © windy.com

Langfristprognose: Wettertrend Herbst und Winter 2020/2021

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Oktober 2020

Der Oktober hat mit den zuletzt deutlich zu warmen Temperaturen seinen Überschuss auf +0,98 Grad ausbauen können. Daran sollte sich in den letzten Oktober-Tagen kaum mehr etwas verändern. In der Niederschlagssumme hat der Oktober sein Soll zu 85,5 Prozent erfüllen und mit dem unbeständigen Wettercharakter der kommenden Tage sollte das vieljährige Soll - in der Fläche - erfüllt werden können.

November 2020

Für den November 2020 berechnet das Langfristmodell in seiner aktuellen Wettervorhersage eine Differenz gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von +0,5 bis +1,5 Grad. Nach Norden wird sogar ein Überschuss von bis +2 Grad berechnet. Die Niederschlagsprognose hat für den November eine Korrektur erfahren und fällt im Trend über Süddeutschland deutlich und über Norddeutschland etwas zu trocken aus.

Dezember 2020

Der Dezember wird vom Langfristmodell immer wärmer simuliert. Nach der aktuellen Wetterprognose soll der erste Wintermonat mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm ausfallen. In der Niederschlagsprognose wird der Dezember normal und über Süddeutschland - im Trend - leicht zu trocken bewertet.

Januar 2021

Der Januar 2021 hat ebenfalls eine Korrektur erfahren und soll im Vergleich von 1961-1990 um +2 bis +4 Grad deutlich zu warm ausfallen können. Im Vergleich zum Referenzwert von 1991-2020 soll der zweite Wintermonat um +1 bis +3,0 Grad deutlich zu warm ausfallen können. Eine hochwinterliche Wetterphase wird vom Langfrist überhaupt nicht berücksichtigt, geschweige denn in Erwägung gezogen. In der Niederschlagsprognose zeichnet sich ein tendenziell leicht nasser Januar-Monat ab. Hinweis: Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Klimawandel wird weg gerechnet - Kalter oder normaler Winter möglich).

Februar 2021

Keine Veränderungen zeigen sich im Langfristtrend für den Februar. Die Abweichung wird mit +1 bis +3 Grad deutlich zu warm berechnet. Im Vergleich zu 1991-2020 liegt die Abweichung mit +0,0 bis +2,0 Grad im leicht bis deutlich zu warmen Bereich. In der Niederschlagsprognose soll der Februar normal und im Trend leicht zu trocken ausfallen.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +1,5 Grad (+1,0 Grad) Zu trocken
Oktober 2020 +1,0 bis +1,5 Grad (+0,6 bis +1,3 Grad) Trend: zu nass
November 2020 +0,5 bis +2 Grad (-0,3 bis +1,3 Grad) Trend: leicht zu trocken
Dezember 2020 +1,0 bis +3,0 Grad (-0,0 bis +2,0 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2021 +2,0 bis +4,0 Grad (+1,0 bis +3,0 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,1 bis +2,9 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021  vom 23.10.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021 vom 23.10.2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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