Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2020/2021 aktuelle Wetterprognose vom 21.10.2020 - Ein Tief nach dem anderen- der Durchbruch der atlantischen Frontalzone?

Der Durchbruch der atlantischen Frontalzone?
Der Durchbruch der atlantischen Frontalzone?

Arktische Kaltluftmassen werden über dem östlichen Kanada nach Süden in Richtung Neufundland geführt. Was sich weit weg anhört, hat zum November Auswirkungen auf das Wetter über Deutschland.

Außergewöhnlich warme Luftmassen werden aktuell aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland geführt. Pendeln sich die Werte verbreitet auf +15 bis +20 Grad ein, so sind entlang der Alpen - mit Föhnunterstützung - zwischen +20 bis +25 Grad möglich. Das ist für Oktober ungewöhnlich, der aktuell im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um +0,63 Grad zu warm ist.

Etwas vom goldenen Oktober wird man am Wochenende zu Gesicht bekommen. Der Wettercharakter selbst aber ist unbeständig, zu warm und überwiegend ruhig zu bewerten. Die Ausnahme zeigt sich heute über Norddeutschland. Im Tagesverlauf frischt der Wind kräftig auf und kann zum Abend über den Küstenregionen zu schweren Sturmböen führen (Windprognose). Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Oktober 2020.

Unbeständig und warm
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Unbeständig und warm
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Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells: Ein sich zentralisierendes System

Der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada hat auf die Tiefdruckdynamik über dem Atlantik enorme Auswirkungen. Bis zum 28. Oktober positioniert sich ein Orkantief über Island und erreicht in seinem Kern einen Luftdruck von bis 935 hPa. Das ist ungewöhnlich.

Das Blockadesystem

Aktio gleich Reaktio. Die heftige Aktion auf dem Atlantik lässt das Kontinentalhoch reagieren und positioniert sich seinerseits zum 29. Oktober zwischen dem westlichen Russland, der Barentssee und dehnt sich nach Skandinavien aus. Gleichzeitig wird das Azorenhoch am südlichen Tiefdruckgradienten in Richtung Mitteleuropa gedrückt. In Summe haben die Hochdruckgebiete eine auf das Tiefdruckgebiet blockierende Wirkung.

Ungewöhnlich warmes November-Wetter

Dem Tief bleiben kaum Möglichkeiten auszuweichen und so bleibt es nach der Wetterprognose des europäischen Prognosemodell an Ort und Stelle, was zwischen Island und England zu einem sehr windigen und nassen Wettercharakter führen wird. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz aber verbinden sich die zwei Hochdrucksysteme zu einer Hochdruckbrücke und lassen das Tief Anfang November regelrecht auflaufen.

Infolge daraus werden aus südwestlichen Richtungen sehr warme Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland geführt. Wie warm? Simuliert werden am 1. November Werte von +10 bis +15 Grad. Das ist für die Jahreszeit etwa um 3 bis 6 Grad zu warm. Bis es aber soweit ist, entsendet das Tief bei Island in den letzten Oktober-Tagen immer wieder Ausläufer nach Mitteleuropa. Mit einem unbeständigen Wettercharakter ist zu rechnen.

Die heftige Tiefdruckentwicklung auf dem Atlantik hat Folgen für das Wetter über Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die heftige Tiefdruckentwicklung auf dem Atlantik hat Folgen für das Wetter über Deutschland
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Die atlantische Tiefdruckrinne

Die Wetterprognose des amerikanischen Prognosemodells berechnet den Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada ebenfalls. Entsprechend heftig fällt die Tiefdruckentwicklung auf dem Atlantik aus und bis zum 29. Oktober zentralisiert sich die atlantische Frontalzone bei Island. Gleichzeitig aber hört der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada nicht auf - mit weitreichenden Folgen für das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Frontalzone und Tiefdruckrinne

Da die kalten Luftmassen unentwegt über dem östlichen Kanada auf den Atlantik geführt werden, können über Neufundland unentwegt Tiefdruckgebiete entstehen, die sich im November auf den Weg in Richtung Mitteleuropa machen. Im Gegensatz zu den Europäern simuliert das amerikanische Wettermodell eine weiter südlich verlagerte Tiefdruckrinne, sodass es dem Azorenhoch nicht gelingt, einen Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa zu entsenden. Stattdessen verläuft dieser - über der Mittelmeerregion - weit südlich.

Die Westwetterlage: Steter Tropfen höhlt den Stein

Anfangs hält das Kontinentalhoch noch ordentlich dagegen und lässt die atlantische Frontalzone auflaufen, doch mit Hilfe des Azorenhochs stabilisiert sich die Zonalisierung und die Frontalzone erreicht zum 2. November Skandinavien.

Sturm, Wind und Regen - der Herbst läuft auf Hochtouren

Kurz bevor die Frontalzone Skandinavien erreicht werden mit +10 bis +15 Grad warme Luftmassen nach Deutschland geführt. Nachfolgend wird es deutlich kühler und windiger. Die Tageswerte sinken auf +6 bis +11 Grad ab. Zeitweilig sind stürmische Winde zu erwarten und mit dem Durchbruch der Frontalzone steigt das Potential unwetterartiger Wetterereignisse an.

Bricht die atlantische Frontalzone Anfang November durch und sorgt für eine teils turbulent verlaufende Westwetterlage?
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Bricht die atlantische Frontalzone Anfang November durch und sorgt für eine teils turbulent verlaufende Westwetterlage?
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Auf den Punkt gebracht: Extrem

Ob die atlantische Frontalzone durchbricht oder nicht, spielt derzeit eine noch weniger gewichtige Rolle. Es zeigt aber, dass sich das zugrunde liegende Muster so langsam verändert. Wichtig für die Freunde des Winterwetters wird sein, ob sich die gestörte Zirkulation im November wird behaupten können. Denn setzt sich die Zonalisierung durch, so wird diese erst einmal eine Weile Bestand haben.

Die Kontrollläufe zeigen eine Auffälligkeit in Form eines Auf und Ab des Temperaturspektrums. Anders formuliert deutet das auf eine Zonalisierung mit Vorder- und Rückseitenwetter hin. Liegt das Temperaturniveau im Oktober noch im deutlich warmen Bereich, so sinkt das Niveau in der ersten November-Dekade auf ein für die Jahreszeit typischen Bereich ab. Die deutlich zu warmen Simulationen des europäischen Wettermodells werden in den Kontrollläufen nicht gestützt.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
27. Oktober +6 bis
+15 Grad
+8 Grad bis
+12 Grad
31. Oktober +6 bis
+17 Grad
+10 bis
+12 Grad
5. November +4 bis
+17 Grad
+7 bis
+9 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Das kommt darauf an

Sollte sich die atlantische Frontalzone nicht durchsetzen können, so sind in den kommenden 10 Tagen über dem Westen und Süden immer wieder Niederschläge zu erwarten, die nach Norden und Osten nachlassen. Bis zum 1. November werden in der Fläche Regensummen von 5 bis 15 l/m² simuliert, die über dem Westen bis 25 l/m² erreichen können. Über dem Osten kann es regional auch komplett trocken bleiben. Setzt sich die Tiefdruckaktivität aber durch, ist mehr Niederschlag möglich.

Kein beständiger Wettercharakter
Die Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und des amerikanischen (re.) Wettermodells bis zum 1. November: Kein beständiger Wettercharakter © windy.com

Langfristprognose: Wettertrend Herbst und Winter 2020/2021

Die erhöhte Wetteraktivität auf dem Atlantik lässt für den Winter nichts Gutes erahnen und folgt im weitesten Sinne dem Muster, was wir schon einmal vorgestellt haben. Mehr dazu: Warum die Winter so warm geworden und woran warme Winter frühzeitig zu erkennen sind. Wirkt sich das aktuell schon auf den Langfristtrend für den Winter aus?

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Oktober 2020

Der Oktober hat im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961-1990 noch immer ein Temperaturüberschuss von +0,63 Grad vorzuweisen. Mit den besonders warmen Luftmassen wird sich der Temperaturüberschuss noch etwas weiter ausbauen können. Es ist ein zu warmer Oktober zu erwarten, der am Ende ein Überschuss von +1,0 bis +1,3 Grad haben kann. In der Niederschlagsentwicklung kann der Oktober im Vergleich zum vieljährigen Sollwert unauffällig ausfallen.

November 2020

Der November 2020 wird mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad seit Wochen zu warm simuliert. Über Norddeutschland wäre nach dem Wettertrend des Langfristmodells eine Abweichung von bis +2,0 Grad nicht auszuschließen. Die Niederschlagsprognose ist für den November ausgeglichen und über dem Süden als deutlich zu trocken zu bewerten.

Dezember 2020

Der Dezember war ursprünglich als leicht zu warmer Wintermonat bewertet worden. Dieser Wettertrend wurde zwischenzeitlich einkassiert. Nach der aktuellen Wetterprognose soll der erste Wintermonat mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm ausfallen. In der Niederschlagsprognose wird der Dezember normal und im Trend leicht zu trocken simuliert.

Januar 2021

Der Januar 2021 wird im Vergleich zum Mittelwert von 1961-1990 um +1 bis +3 Grad seit Wochen schon deutlich zu warm berechnet. Im Vergleich zum Referenzwert von 1991-2020 soll der zweite Wintermonat um +0 bis +2,0 Grad leicht bis deutlich zu warm ausfallen können. Der Hochwinter wird so seine Probleme bekommen. In der Niederschlagsaktivität zeichnet sich ein tendenziell leicht nasser Januar-Monat ab. Hinweis: Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Klimawandel wird weg gerechnet - Kalter oder normaler Winter möglich).

Februar 2021

Ebenfalls unverändert bleibt der Langfristtrend für den Februar. Die Abweichung wird mit +1 bis +3 Grad deutlich zu warm berechnet. Im Vergleich zu 1991-2020 liegt die Abweichung mit +0,0 bis +2,0 Grad im leicht bis deutlich zu warmen Bereich. In der Niederschlagsprognose soll der Februar normal und im Trend leicht zu trocken ausfallen.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +1,5 Grad (+1,0 Grad) Zu trocken
Oktober 2020 +1,0 bis +1,5 Grad (+0,6 bis +1,3 Grad) Trend: zu nass
November 2020 +0,5 bis +2 Grad (-0,3 bis +1,3 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Dezember 2020 +1,0 bis +3,0 Grad (-0,0 bis +2,0 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,0 bis +2,0 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,1 bis +2,9 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021  vom 21.10.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021 vom 21.10.2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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