Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2020/2021 aktuelle Wetterprognose vom 15.10.2020 - Kommt die Westwetterlage mit voller Wucht?

Bricht die atlantische Frontalzone bis nach Mitteleuropa durch?
Bricht die atlantische Frontalzone bis nach Mitteleuropa durch?

Schlägt die atlantische Frontalzone in der letzten Oktober-Dekade mit voller Wucht durch und beendet die gestörte Zirkulation? Eine spannende und von Dynamik geprägte Wetterentwicklung steht bevor.

Deutschland liegt in den kommenden Tagen in einer gradientenschwachen Wetterzone. In den Nächten breiten sich Nebelfelder aus, die sich im Schwerpunkt über den Fluss- und Seeniederungen am Vormittag nur langsam auflösen.

Am Tage kommt es zu einem Mix aus Sonne und Wolken. Schauer sind nur ganz vereinzelt welche zu erwarten, meist reicht es über Sprüh- oder Nieselregen nicht hinaus und verbreitet bleibt es trocken. Klart es in den Nächten über einen längeren Zeitraum auf, ist mit Frost zu rechnen. Tagsüber erreichen die Werte +9 bis +14 Grad und können zum Beginn der Woche auf +12 bis +16 Grad und über dem Süden örtlich auf bis +20 Grad ansteigen. Zugleich nimmt am Dienstag die Neigung zu nennenswertem Niederschlag aus westlichen Richtungen zu. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Oktober 2020.

Mit Hilfe einer Südwestströmung werden warme Luftmassen nach Deutschland geführt
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Mit Hilfe einer Südwestströmung werden warme Luftmassen nach Deutschland geführt
© www.meteociel.fr

Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells: Die gestörte Zirkulation löst sich auf

Die oben dargestellte Wetterkarte zeigt sehr schön die gestörte Zirkulation. Und nach der aktuellen Wetterprognose des europäischen Wettermodells befindet sich die gestörte Zirkulation zugleich auf ihrem vorläufigen Höhepunkt.

Anzeige

Kaltluftmassen rauschen über dem östlichen Kanada auf den Atlantik

Auch das ist auf der oben dargestellten Wetterkarte gut zu erkennen. Das Hoch auf dem Atlantik erstreckt sich bis zum 19. Oktober zwischen Neufundland, Grönland bis in den Polarwirbel hinein. Bis zum 22. Oktober aber verlagert sich das Hoch weiter nach Westen und leitet zwischen dem östlichen Kanada und Grönland einen Vorstoß arktischer Kaltluftmassen in Richtung Atlantik ein.

Explosionsartige Tiefdruckentwicklung

Die kalten Luftmassen treffen auf den warmen und feuchten Atlantik und lassen zum 22./23. Oktober die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik sprunghaft ansteigen. Und so entsteht bis zum 24. Oktober auf dem Atlantik eine gut strukturierte Tiefdruckrinne, die mit ihrer Frontalzone Skandinavien erreichen kann.

Das Kippen auf Südwest

Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen mit Beginn der letzten Oktober-Dekade zunehmend in den Einflussbereich der Tiefdruckgebiete. Zu rechnen ist mit mehr Niederschlag, mehr Wind und gemäßigt warmen Temperaturwerten. Die Wetterentwicklung sieht zunächst nach einer Zonalisierung aus, doch kippt die Tiefdruckachse zwischen dem 24. und 25. Oktober nach der Wettervorhersage des europäischen Prognosemodells auf dem Atlantik in Richtung der Azoren ab und lässt auf seiner Vordersite ein Hochdruckkeil von der Mitteleerregion aus nach Norden aufstreben. Der Niederschlag lässt nach und die Temperaturen können zum 25. Oktober Werte von +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad erreichen. Ob die gestörte Zirkulation damit beendet oder nur kurzzeitig unterbrochen wird, bleibt abzuwarten. Der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada aber spricht eine klare Sprache.

Wird die gestörte Zirkulation beendet oder nur kurzzeitig unterbrochen?
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Wird die gestörte Zirkulation beendet oder nur kurzzeitig unterbrochen?
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Frontalzone mit voller Wucht

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist zunächst der Prognose der Europäer sehr ähnlich. Kalte Luftmassen strömen auf den Atlantik und lassen die Tiefdruckaktivität explosionsartig ansteigen.

Ein Auf und Ab der Temperaturen

Im Zeitraum vom 20. bis 22. Oktober verlagert sich ein Tief von England nach Skandinavien und führt auf seiner Vorderseite sehr warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz und so kann bis zum 21. Oktober die +20 Grad-Marke erreicht werden. Nachfolgend führt bis zum 23. Oktober das Tief kühlere Luftmassen nach Mitteleuropa, was die Tageswerte bei einem herbstlich anmutenden Wettercharakter in Richtung der +10 Grad-Marke zurückgehen lässt. Auch sind Starkwindereignisse in diesem Zeitraum nicht auszuschließen.

Bis zum 24. Oktober kippt die Tiefdruckachse auf dem Atlantik nach Süden ab und leitet über Mitteleuropa eine warme Südwestströmung ein, was die Werte bis zum 27. Oktober auf +14 bis +18 Grad und unter bestimmten Voraussetzungen auf bis +22 Grad ansteigen lassen kann.

Doch die Tiefdruckdynamik bleibt kräftig strukturiert und die Hochdrucksysteme haben dem nur wenig entgegenzusetzen. Und so greift die atlantische Frontalzone zum 28. Oktober mit einem weiteren Sturmtief auf Mitteleuropa über. Das Potential unwetterartiger Wetterereignisse steigt an. Es wird ungemütlicher und auch wieder etwas kühler. Bis zum 30. Oktober berechnet die Wettervorhersage des amerikanischen Prognosemodells einen Rückgang der Werte auf +7 bis +12 Grad.

Kräftige Tiefdrucksysteme ziehen in Richtung Mitteleuropa und lassen das Potential unwetterartiger Wetterereignisse ansteigen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Kräftige Tiefdrucksysteme ziehen in Richtung Mitteleuropa und lassen das Potential unwetterartiger Wetterereignisse ansteigen
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Kommt die Westwetterlage mit voller Wucht?

Seit ein paar Tagen schon stützen die Vorhersage-Modelle in ihren Wetterprognosen - zumindest im Ansatz - die Zonalisierung der Großwetterlage. Heute wird nun nochmals - mit Nachdruck - das Ende der gestörten Zirkulation simuliert.

Doch wie wahrscheinlich ist die Zonalisierung? Entscheidend ist der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada. Je weiter westlich dieser vonstattengeht, desto wahrscheinlicher wird eine über Deutschland, Österreich und der Schweiz dominierende Südwestwetterlage. Geht der Kaltluftvorstoß östlicher nieder (Kanada, Grönland, Island), so ist eine mit voller Wucht auftretenden Westwetterlage zu rechnen.

Anzeige

Die gestörte Zirkulation befindet sich - zum aktuellen Stand - auf dem Rückzug und hat eigentlich nur noch mit einem aufkeilenden Hochdrucksystem von der Mittelmeerregion aus in Richtung Skandinavien eine Chance.

Die West- bis Südwestwetterlage

Das ist nach der Wetterprognose aller Kontrollläufe die wahrscheinlichste Wetterentwicklung bis Ende Oktober. Auf der nachfolgenden Wetterkarte sieht man sehr gut das sich über Island zentralisierende Tiefdruckgebiet, ein passives Azorenhoch und den Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada. Das sind ideale Voraussetzungen für die West- bis Südwestwetterlage und je nach Entwicklung wären warme, oder auch kühle Werte möglich, wahrscheinlicher ist jedoch ein Auf und Ab der Temperaturen (Vorder- und Rückseitenwetter).

Die Rahmenbedingungen sind für eine West- bis Südwestwetterlage nahezu optimal
Wetterprognose nach dem Mittelwert der Kontrollläufe: Die Rahmenbedingungen sind für eine West- bis Südwestwetterlage nahezu optimal
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
21. Oktober +6 bis
+22 Grad
+10 Grad bis
+12 Grad
25. Oktober +5 bis
+20 Grad
+10 bis
+12 Grad
30. Oktober +5 bis
+18 Grad
+9 bis
+11 Grad
Diagramm Temperaturen Oktober 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Mäßig

Die Niederschlagsprognose sieht weiterhin inhomogen aus und lässt es im Schwerpunkt über Süddeutschland und den Mittelgebirgen häufiger regnen. Ein durchweg trockener Wettercharakter ist bis zum 25. Oktober nicht zu erwarten. Aber mit durchschnittlichen Regensummen von 10 bis 20 l/m² und örtlich bis 30 l/m² sind jetzt auch nicht großartige Niederschlagsmengen zu erwarten.

Ein trockener Wettercharakter ist nicht zu erwarten
Die Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und des amerikanischen (re.) Wettermodells bis zum 25. Oktober: Ein trockener Wettercharakter ist nicht zu erwarten © windy.com

Anzeige

 

Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,76 +2,28 +1,53 554 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

Unterstützen Sie uns!

Ihnen gefallen unsere Wettervorhersagen? Dann unterstützen Sie uns mit einem freiwilligen Geldbetrag in einer von Ihnen gewünschten Höhe.

Betrag auswählen
Weitere Informationen

Mach mit!

Wetter ist Ihre Leidenschaft und Sie schreiben gerne? Für unsere Rubrik der Wettermeldungen aus aller Welt suchen wir Verstärkung. Falls Sie Lust haben, ein Teil des Teams von Wetterprognose-wettervorhersage.de zu werden, melden Sie sich einfach und unverbindlich über das Kontaktformular.

Kontakt zu uns

Stadtwetter (beta)