Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetterprognose Herbst und Winter 2020/2021 vom 30.9.2020 - Langfristprognose: Der Dezember mit winterlichen Abschnitten?

Der Oktober mehr von der herbstlichen Seite geprägt?
Der Oktober mehr von der herbstlichen Seite geprägt?

Ein Trog nistet sich in den kommenden Tagen über Europa ein und bestimmt weitgehend den Wettercharakter im Verlauf der ersten Oktober-Dekade. Doch wie geht es weiter - kommt der goldene Oktober oder kippt das Ganze in Richtung Vollherbst?

Tiefer Luftdruck positioniert sich in den kommenden Stunden zwischen England und Frankreich. Deutschland gelangt in diesem Prozess auf die warme Vorderseitenanströmung der Luftmassen, was die Temperaturen zum 3. Oktober über den östlichen Regionen auf +17 bis +23 Grad und örtlich auf bis +25 Grad ansteigen lassen kann.

Das Tiefdruckgebiet dehnt sich aber bis zum 5. Oktober in Richtung Deutschland aus und beeinflusst zunehmend das Wetter mit einem leicht unbeständigen Wettercharakter und zunehmender Bewölkung. Mit einem kräftigen Wind - der über den Küstenregionen am 4. Oktober auch stürmisch auffrischen kann - werden frischere Luftmassen zugeführt, was die Tageswerte auf +15 bis +20 Grad zurückgehen lassen kann. Mit Sonnenschein können über dem Osten bis +23 Grad ansteigen und bei Regen mit bis +12 Grad kühler ausfallen. In Summe aber wird der Oktober im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert zu warm starten können. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Oktober 2020.

Deutschland liegt zwischen den Fronten
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Deutschland liegt zwischen den Fronten
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Nichts Halbes, nichts Ganzes

Das Tiefdruckgebiet über dem westlichen Europa verstärkt nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells sein Bestreben sich nach Osten auszudehnen und das Wetter über Deutschland zu beeinflussen. Doch ein Hoch zwischen dem westlichen Russland und Skandinavien hält dagegen und blockiert das Tiefdruckgebiet.

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Patt-Situation

Und so liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz im Zeitraum vom 4. bis 9. Oktober zwischen den Fronten. Die Temperaturen pendeln sich die meiste Zeit über auf +12 bis +17 Grad ein und hin und wieder ist mit etwas Niederschlag zu rechnen, der über dem Westen häufiger als über dem Osten in Erscheinung treten kann.

Der Trog löst sich auf

Bis zum 9. Oktober geht dem Tief so langsam die Puste aus und es verliert an Dynamik. Das Hoch aber bleibt in seiner Struktur kräftig und so entsteht über Deutschland eine gradientenschwache Großwetterlage, die zu einem Wechselspiel aus Sonne, Wolken und gelegentlichen Schauern führen kann. Ob sich der Trog aber wird erneuern können (Erhaltungsneigung) wird maßgeblich davon abhängen, was das Azorenhoch auf dem Atlantik macht.

Das Tief verliert zum Ende der ersten Oktober Dekade an Dynamik
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Tief verliert zum Ende der ersten Oktober Dekade an Dynamik
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Die anhaltend gestörte Zirkulation

Die Wettervorhersage des amerikanischen Vorhersage-Modells ist und bleibt bis zum 9. Oktober im Vergleich zum europäischen Prognosemodell nahezu identisch, was die kommende Wetterentwicklung sehr wahrscheinlich macht.

Blockadehoch auf dem Atlantik

Anstatt die atlantische Frontalzone mit ihrer Tiefdruckrinne zum Start in die zweite Oktober-Dekade in Schwung kommt, wölbt sich das Azorenhoch nach Norden auf und blockiert die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik. Mit einer zonalen Wetterlage ist vorerst nicht zu rechnen (Westwetterlage). Stattdessen versucht sich der Trog über Mitteleuropa zu behaupten und tropft erneut nach Süden ab.

Warmluft aus südwestlichen Richtungen

Bis zum 10. Oktober positioniert sich das Tief über England - weicht aber aufgrund des hohen Luftdrucks über Osteuropa - nach Südwesten in Richtung Spanien aus. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen im Zeitraum vom 10. bis 12. Oktober in einer gemäßigt warmen Südwestanströmung der Luftmassen, was die Tageswerte auf +12 bis +16 Grad und mancherorts auf bis +18 Grad ansteigen lassen kann.

Der Versuch des goldenen Oktobers

Der Ansatz zum Trog aber scheitert, da sich das Azorenhoch über das Tief - auf einer sehr nördlichen Zugbahn - nach Osten verlagert und sich zum 13. Oktober über Mitteleuropa positioniert. Infolge daraus entsteht ein weiterhin anhaltendes Wechselspiel aus Sonne, Wolken und gelegentlichen Schauern bei Temperaturen von +12 bis +16 Grad, die mit Regen darunter und mit Sonnenschein darüber liegen können.

Der Ansatz zum goldenen Oktober?
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Ansatz zum goldenen Oktober?
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Normales Herbstwetter

Die Vorhersage-Modelle berechnen ihn, die Kontrollläufe bestätigen ihn - den weitgehend normalen Wettercharakter im Herbst. Das Temperaturspektrum ist bis zum 3. Oktober außergewöhnlich warm, sinkt nachfolgend aber im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert auf ein normales Niveau ab, das mancherorts auch leicht zu kühl ausfallen kann.

Großartige Sprünge in die deutlich zu warme oder zu kalte Richtung sind nicht auszumachen, was für die Patt-Situation spricht.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
6. Oktober +8 bis
+19 Grad
+11 Grad bis
+15 Grad
10. Oktober +8 bis
+18 Grad
+12 bis
+14 Grad
15. Oktober +8 bis
+19 Grad
+12 bis
+14 Grad
Diagramm Temperaturen Oktober 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Überwiegend über dem Westen

Allen voran berechnet das europäischen Wettermodell in seiner Vorhersage bis zum 10. Oktober die höchsten Regensummen, die über Westdeutschland zwischen 15 bis 30 l/m² und örtlich bis 40 l/m² und über dem Osten zwischen 0 bis 15 l/m² liegen können. Pessimistischer ist die Regenprognose der Amerikaner. Im Flächenmittel werden zwischen 2 bis 8 l/m² berechnet. Der Norden bekommt mit bis zu 40 l/m² noch den meisten Niederschlag ab. Warum die Differenzen so erheblich sind? Es liegt an der Tiefdruckposition, das nach der Wetterprognose der Europäer einen für den Regen über Deutschland günstiger Position einnimmt.

Weiterhin unterschiedliche Interpretationen der Niederschlagsprognose
Die Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und des amerikanischen (re.) Wettermodells bis zum 10. Oktober: Weiterhin unterschiedliche Interpretationen der Niederschlagsprognose © windy.com

Langfristprognose: Wettertrend Herbst und Winter 2020/2021

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September 2020

Einen ausführlichen Rückblick auf das Wetter im September erfolgt im Laufe des Nachmittags.

Oktober 2020

Die Langfristprognose für den Oktober bleibt mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961-1990) auf einem deutlich zu warmen Niveau. Die Niederschlagsprognose aber wurde in den deutlich zu nassen Bereich angehoben. Insbesondere der Alpenraum, sowie Frankreich, Norditalien, Nordspanien und England sollen erheblich zu nass ausfallen - der Trog lässt grüßen.

November 2020

Der November soll mit einer Differenz zum vieljährigen Durchschnittswert von +1 bis +2 Grad mäßig warm ausfallen. Die Niederschlagsprognose fällt tendenziell leicht zu nass und über Südeuropa deutlich zu trocken aus.

Dezember 2020

Was die Winterfreunde hoffen lässt - Der Dezember hat mit einer Differenz von +0,0 bis +1,5 Grad eine weitere Korrektur erfahren. Anders formuliert könnte der Dezember nach dieser Prognose durchaus mit winterlichen Phasen auftrumpfen. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert eher unauffällig zu bewerten.

Januar 2021

Der Januar wird im Vergleich zum Mittelwert von 1961-1990 erneut um +1 bis +3 Grad deutlich zu warm simuliert. Im Vergleich zum Referenzwert von 1991-2020 soll der zweite Wintermonat um +0 bis +2 Grad leicht bis deutlich zu warm ausfallen können. Der Hochwinter ist nach dieser Prognose weniger Wahrscheinlich. In der Niederschlagsaktivität zeichnet sich ein tendenziell zu nasser Januar-Monat ab. Hinweis: Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Klimawandel wird weg gerechnet - Kalter oder normaler Winter möglich).

Februar 2021

Eine kleine Anpassung hat auch der Februar mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad erfahren und soll im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert nun deutlich zu warm ausfallen. Im Vergleich zu 1991-2020 liegt die Abweichung mit +0,0 bis +20 Grad im leicht bis deutlich zu warmen Bereich. In der Niederschlagsprognose soll der Februar normal und im Trend leicht zu nass ausfallen.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +1,5 Grad (+1,0 Grad) Trend: zu trocken
Oktober 2020 +1,0 bis +2,0 Grad (+0,6 bis +1,7 Grad) Trend: deutlich zu nass
November 2020 +1 bis +2 Grad (+0,2 bis +1,3 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Dezember 2020 +0,0 bis +1,5 Grad (-1,0 bis +0,5 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,0 bis +2,0 Grad) Trend: normal bis zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,1 bis +2,9 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021  vom 30.9.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021 vom 30.9.2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,76 +2,28 +1,53 554 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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