Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetterprognose Herbst und Winter 2020/2021 vom 29.9.2020 - Der Oktober kann überraschen

Dominiert kühles oder warmes Herbstwetter den Oktober?
Dominiert kühles oder warmes Herbstwetter den Oktober?

Hop oder Top? Die kommende Großwetterlage ist mit einer kräftigen Trogstruktur bemerkenswert. Doch ein Hoch über dem westlichen Russland und Skandinavien hält kräftig dagegen und so beginnt Anfang Oktober ein Kräftemessen der beiden Wettersysteme. Deutschland liegt weiterhin zwischen den Fronten.

Zzwischen England und Frankreich tropft in den kommenden Tagen ein Tiefdruckgebiet nach Süden ab und führt auf seiner Vorderseite sehr warme Luftmassen nach Deutschland. Die Tageswerte pendeln sich zwischen +16 bis +21 Grad ein und können zum 3. Oktober über den östlichen Landesteilen örtlich bis +24 Grad erreichen. Außergewöhnliche Wetterlage, außergewöhnliche Temperaturen.

Da dieser Warmluftschub aber einem Tiefdrucksysteme geschuldet ist, ziehen über Deutschland immer wieder Wolkenfelder vorüber, die über dem Westen dichter als über dem Osten sein können. Anders formuliert erhöht sich die Sonnenscheindauer mit jedem Kilometer nach Osten. Regen wird auch dabei sein, doch liegt dessen Schwerpunkt über dem äußersten Westen. Zudem wird mit 5 bis 10 l/m² bis zum 3. Oktober nicht viel zu erwarten sein. Weiter nach Osten beginnt der Oktober weitgehend trocken. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Oktober.

Ein Tief tropft zwischen England und Frankreich nach Süden ab und führt auf seiner Vorderseite zunächst warme Luftmassen nach Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein Tief tropft zwischen England und Frankreich nach Süden ab und führt auf seiner Vorderseite zunächst warme Luftmassen nach Deutschland
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Trogvorderseitenwetter

Trogvorderseitenwetter - was für ein Wort, aber das bringt es auf den Punkt, was die Wetterprognose des europäischen Wettermodells heute berechnet.

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Trogstruktur

Das Tief dreht sich zwischen England und Frankreich immer weiter ein und wird vom Kontinentalhoch daran gehindert weiter nach Osten voranzukommen. Und so dreht sich das Tief noch weiter ein und schwenkt zwischen dem 3. und 4. Oktober kurzzeitig über Deutschland nach Osten aus und zieht sich bis zum 9. Oktober wieder zurück nach England.

Warmluftzufuhr

Wie sehr es auf die exakte Position des Troges, bzw. des Tiefdrucksystems ankommen wird, haben wir in den letzten Tagen häufiger erwähnt. Gestern noch die kühle, heute nun die wärmere Variante. Bedingt durch die Lage des Tiefdruckgebietes gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz in die warme bis gemäßigt warme Vorderseitenanströmung.

Besonders erwähnenswert ist der 3. Oktober, bei der das Tief versucht nach Osten zu schwenken. Über der Westhälfte werden Tageswerte von +5 bis +15 Grad und über dem Osten von bis zu +25 Grad berechnet. Nachfolgend pendelt sich das Temperaturspektrum auf +13 bis +17 Grad ein und könnte bis zum 8. Oktober Werte von +15 bis +20 Grad und vereinzelt bis +23 Grad erreichen.

Regen? Über dem Westen!

Auch in der Niederschlagsprognose spielt die Position des Tiefdrucksystems eine entscheidende Rolle. Etwa westlich der Linie von Hamburg und Stuttgart werden Niederschlagssummen von 15 bis 30 l/m² und örtlich bis 40 l/m² simuliert, während weiter nach Osten mit 5 bis 15 l/m² deutlich weniger Regensummen zusammenkommen.

Das Tief kommt nicht sonderlich weit nach Osten voran
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Tief kommt nicht sonderlich weit nach Osten voran
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Zwischen den Fronten

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist im Vergleich zu den Europäern nahezu identisch. Nur wenige hundert Kilometer werden entscheidend sein, ob die erste Oktober-Dekade zu warm, normal oder ein Tick zu kühl ausfallen wird.

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Das Hoch blockiert

Die Hauptakteure sind das Tief zwischen England und Frankreich, sowie das Kontinentalhoch, das Anstalten macht, sich in Richtung Skandinavien zu verlagern. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zwischen den Fronten. Das Hoch aber ist in seiner Struktur so kräftig, dass es dazu in der Lage ist, dass Tief an Ort und Stelle verweilen zu lassen. Anders ausgedrückt wird es über Teile von England, Frankreich und im Stau der Südalpen ordentlich nass werden können.

Das Hoch aber blockiert das Tief in der Form, dass Mitteleuropa überwiegend in der gemäßigt warmen Südwestanströmung der Luftmassen liegt. Das Temperaturspektrum pendelt sich im Verlauf der ersten Oktober-Dekade auf +14 bis +18 Grad ein und mit etwas Sonnenschein kann die +20 Grad-Marke im Schwerpunkt über den östlichen Landesteilen erreicht oder auch überschritten werden, während es mit starker Bewölkung und Regen über dem Westen mit +10 bis +15 Grad auch kühlere Phasen geben kann.

Regen? Wenig!

Das Hoch wird kräftiger berechnet und entsprechend größer ist sein Einfluss auf das Wetter über Deutschland. Das spiegelt sich in der Niederschlagsprognose wieder. Über dem Westen kann es mit 5 bis 15 l/m² phasenweise nass werden, doch weiter nach Osten sind kaum mehr als 0 bis 10 l/m² möglich. Der Oktober kann nach dieser Prognose - trotz der Nähe zum Tief - zu trocken starten.

Das Tief wird blockiert und Deutschland liegt zumeist im Einflussbereich der Vorderseitenanströmung
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Das Tief wird blockiert und Deutschland liegt zumeist im Einflussbereich der Vorderseitenanströmung
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Auf den Punkt gebracht: Der Umfaller!?

Auch wenn der Wettertrend der Vorhersage-Modelle heute nicht mehr die normalen bis leicht zu kühlen Varianten von gestern stützt, so ist die Großwetterlage noch immer die gleiche geblieben. Insofern kann man nicht von einem Umfaller sprechen. Vielmehr ist es ebenso wie angekündigt - auf die Position kommt es an - und die wird heute ein Tick weiter westlich simuliert.

Die Kontrollläufe stützen zwar einen Warmstart in den Oktober, bei dem der Mittelwert im Vergleich zum vieljährigen Durchschnittswert (1961-1990) um 1 bis 3 Grad zu warm ausfallen kann, doch im Zeitraum vom 3./4. bis 14. Oktober normalisiert sich das Temperaturspektrum und liegt mancherorts auch im leicht zu kühlen Bereich. Das unterstreicht nochmals, wie sehr es auf die Position ankommen wird. Die Wettervorhersage der Prognose-Modell ist keinesfalls in Stein gemeißelt und wird sich in den kommenden Stunden noch mehrfach verändern können.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
5. Oktober +8 bis
+22 Grad
+14 Grad bis
+17 Grad
9. Oktober +8 bis
+21 Grad
+12 bis
+15 Grad
14. Oktober +8 bis
+21 Grad
+12 bis
+14 Grad
Diagramm Temperaturen Oktober 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Über dem Westen

Die Herausforderung der Positionsbestimmung des Tiefdrucksystems beeinflusst auch die Niederschlagsprognose, die wir weiter oben im Detail besprochen haben. Die Kontrollläufe stützen einen über dem Norden und Osten vom 1. bis 14. Oktober weitgehend trockenen Wettertrend, der über dem Westen mäßig und über dem Süden leicht zu nass ausfallen kann. Wie knapp das zugeht zeigt die Gegenüberstellung der Vorhersage-Modelle bis zum 9. Oktober.

Über dem Osten tendenziell wenig Regen
Die Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und des amerikanischen (re.) Wettermodells bis zum 9. Oktober: Über dem Osten tendenziell wenig Regen © windy.com

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,76 +2,28 +1,53 554 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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