Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetterprognose Herbst und Winter 2020/2021 vom 25.9.2020 - Welche Chancen hat der goldene Herbst?

Kühle Herbsttage oder goldener Oktober?
Kühle Herbsttage oder goldener Oktober?

Der Herbst macht sich mancherorts mit unwetterartigen Starkniederschlägen und stürmischen Windböen bemerkbar. Hält der Herbst nun nachhaltig Einzug, oder kommt der goldene Oktober?

Tief Mitteleuropa - so lässt sich die aktuelle Großwetterlage beschreiben. Mit seinem Kern dreht sich ein Tiefdrucksystem über Deutschland ein und sorgt bis zum Dienstag kommender Woche immer wieder für Regen, der örtlich länger andauernd und ergiebiger ausfallen kann. Wo und wie viel zu erwarten ist, hängt stark von der Eigendynamik des Tiefdrucksystems ab. Zum aktuellen Stand ist der Niederschlagsschwerpunkt östlich der Linie vom Bodensee und Berlin zu erwarten.

Der Wind wird auch eine Rolle spielen. Immer wieder pfeift dieser einem mit kräftigen Böen um die Ohren, die über exponierten Lagen und den Küstenregionen von Nord- und Ostsee stürmisch daher kommen können (Windprognose). Der Wind führt über Süddeutschland mit +7 bis +13 Grad kühle Luftmassen heran, die direkt am Alpenrand die Werte am Samstag kaum auf mehr als +5 Grad anstiegen lassen. Die Schneefallgrenze sinkt kurzzeitig bis auf die mittleren Lagen ab (Schneeprognose). Insgesamt ist der Wettercharakter der kommenden Tage als turbulent herbstlich zu bewerten und mancherorts kann es zu unwetterartigen Wetterereignissen kommen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter September 2020.

Wind, Sturm, Regen und Schnee: Der Herbst schlägt zu
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Wind, Sturm, Regen und Schnee: Der Herbst schlägt zu
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Herbstlich normal

Die Frage ist - was ist schon herbstlich normal? Wind, Regen und Sturm, oder der goldene Oktober? Das was der Wettertrend der Europäer aber heute berechnet, kann sowohl als auch interpretiert werden.

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Südliche Unterwanderung - Reichlich Regen?

Nach der aktuellen Wetterprognose dehnt sich bis zum 1. Oktober das Kontinentalhoch weiter nach Westen in Richtung Skandinavien und dehnt sich bis zum 2. Oktober bis über das europäische Nordmeer aus.

Im Bereich zwischen Grönland, Island und England aber bleibt die atlantische Frontalzone aktiv und drückt immer wieder Tiefdruckausläufer in Richtung Mitteleuropa. Das Hoch über dem Norden wird sozusagen unterwandert. Mit einer entsprechenden Vorderseitenanströmung werden vom 28. September bis 1. Oktober verhältnismäßig warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt, was die Tageswerte auf +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad anstiegen lassen kann.

Zwischen dem 2. und 3. Oktober greifen die Tiefdruckausläufer auf Deutschland über, was die Tageswerte mit einer erhöhten Niederschlagserwartung auf +12 bis +16 Grad und mancherorts auf +8 Grad absinken lassen kann. In der Bewertung ist die Wetterprognose der Europäer als durchwachsen bei Jahreszeit-typisch normalen Temperaturen zu werten - Herbstlich normal also.

Tiefdruckgebiete ziehen immer wieder nach Deutschland und halten einen herbstlichen Wettercharakter aufrecht
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Tiefdruckgebiete ziehen immer wieder nach Deutschland und halten einen herbstlichen Wettercharakter aufrecht
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Spätsommer kommt nach Deutschland

Ein spätsommerlich anmutender Wettertrend zeichnete sich in den letzten Prognosen für den Oktober der Amerikaner zunehmend ab. Heute nun die Bestätigung, doch die Entscheidung fällt äußerst knapp aus.

Kampf der Systeme

Auch nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells dehnt sich das Kontinentalhoch nach Westen aus - doch im Unterschied zu den Europäern verlagert sich das Hoch nicht nach Norden, sondern verharrt zum 2. Oktober mit seinem Kern zwischen Skandinavien, dem westlichen Russland und der Barentssee. Das wiederum lässt die atlantische Frontalzone voll auf das Hoch auflaufen.

Ungewöhnlich warmes Herbstwetter

Infolge daraus entsteht über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine südliche Grundströmung, was die Tageswerte zwischen dem 1. und 5. Oktober auf +18 bis +24 Grad anstiegen lassen kann. Spätsommerliche Temperaturwerte wären möglich und Niederschläge sind in diesem Zeitraum kaum zu erwarten.

Etwas herbstlicher

Nach und nach aber rückt die atlantische Frontalzone weiter nach Osten vor und führt Tiefdruckausläufer über Mitteuropa hinweg, was den Wettercharakter vom 5. bis 9. Oktober über Deutschland leicht unbeständig gestalten kann. Großartige Regenmengen sind aber nicht zu erwarten. Die Temperaturen pendeln sich auf +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad ein.

Das Hoch spielt in Sachen goldener Oktober eine gewichtige Rolle
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Das Hoch spielt in Sachen goldener Oktober eine gewichtige Rolle
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Auf den Punkt gebracht: Die Großwetterlage bleibt vorerst gestört

Dem Hoch zwischen Skandinavien und dem westlichen Russland kommt eine gewichtige Rolle für die weitere Wetterentwicklung zu. Weicht es nach Norden aus, kann es unterwandert werden und der Herbst setzt sich über Deutschland durch. Hält es dagegen und lässt die atlantische Frontalzone auflaufen, so ist mit einem spätsommerlichen Wettercharakter zu rechnen, der im Oktober auch gerne als Altweibersommer benannt wird. So oder so aber ist bis auf weiters nicht mit einer Zonalisierung der Großwetterlage zu rechnen.

Die Kontrollläufe sind eher verhalten und der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells gehört zu den wärmeren Varianten. Dennoch bildet der Hauptlauf gut den Trend der Kontrollläufe ab, der im Zeitraum vom 1. bis 5. Oktober ein für die Jahreszeit zu warmes Temperaturspektrum simuliert. Im nachfolgenden Zeitraum wird vom 6. bis 10. Oktober ein nur leicht zu warmes Temperaturniveau berechnet.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
1. Oktober +13 bis
+24 Grad
+16 Grad bis
+18 Grad
5. Oktober +8 bis
+23 Grad
+15 bis
+17 Grad
10. Oktober +8 bis
+22 Grad
+13 bis
+15 Grad
Diagramm Temperaturen Oktober 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Auf die Zugbahn kommt es an

Ordentliche Niederschlagssummen sind nach dem europäischen Wettermodell bis einschließlich dem 5. Oktober zu erwarten, wie sehr es aber auf die Zugbahn und die Entwicklung des Hochdrucksystems ankommt, zeigt die Regenprognose des amerikanischen Prognosemodells, was nur gemäßigte Regensummen in Aussicht stellt.

Die Unterscheidung liegt zwischen viel und mäßig - trocken werden die kommenden Tage nicht werden
Die Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und des amerikanischen (re.)Wettermodells bis zum 5. Oktober: Die Unterscheidung liegt zwischen viel und mäßig - trocken werden die kommenden Tage nicht werden © windy.com

Langfristprognose: Wettertrend Herbst und Winter 2020/2021

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September 2020

Der September ist - im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert - aktuell um +2,55 Grad zu warm. Die kühleren Werte werden nun für einen Abbau des Temperaturüberschusses sorgen. Kumuliert man die Werte der kommenden Tage, so könnte der September am Ende um +1,7 bis +2,2 Grad zu warm ausfallen. In Sachen Niederschlag wird es spannend, wie viel am Wochenende an Regen niedergehen wird. Zum aktuellen Stand hat der September sein Soll erst zu 25 Prozent erfüllen können und ist deutlich zu trocken.

Oktober 2020

Der Oktober wird mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961-1990) zu warm simuliert. Die Niederschlagsprognose ist über dem Norden leicht zu nass und direkt an den Alpen etwas zu trocken.

November 2020

Der November wird mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad im Vergleich zum vieljährigen Referenzwert deutlich zu warm berechnet. Die Niederschlagsprognose fällt tendenziell leicht zu nass aus.

Dezember 2020

Die Abweichung liegt im Dezember zwischen +0,5 bis +2 Grad im leicht bis deutlich zu warmen Bereich. Im Niederschlagstrend wird der Dezember etwas zu nass simuliert. In Sachen Schnee könnte man daraus gute Bedingungen ab den mittleren Lagen ableiten.

Januar 2021

Der Januar wird im Vergleich zum Mittelwert von 1961-1990 um +1 bis +3 Grad deutlich zu warm simuliert. Im Vergleich zum Referenzwert von 1991-2020 soll der zweite Wintermonat um +0 bis +2 Grad leicht bis deutlich zu warm ausfallen können. Hinweis: Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Klimawandel wird weg gerechnet - Kalter oder normaler Winter möglich).

Februar 2021

Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961-1990 soll der Februar mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm ausfallen können. Im Vergleich zu 1991-2020 liegt die Abweichung mit +0,0 bis +2,0 Grad ebenfalls im leicht bis deutlich zu warmen Bereich. In Sachen Niederschlag soll der Februar deutlich zu trocken ausfallen.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +1,5 bis +2,3 Grad (+1,0 bis +1,7 Grad) Trend: normal bis etwas zu trocken
Oktober 2020 +1,0 bis +2,0 Grad (+0,6 bis +1,7 Grad) Trend: normal bis etwas zu trocken
November 2020 +1 bis +3 Grad (+0,2 bis +2,3 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Dezember 2020 +0,5 bis +2 Grad (-0,5 bis +1,0 Grad) Trend: zu nass
Januar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,0 bis +2,0 Grad) Trend: zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,1 bis +1,9 Grad) Trend: zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021  vom 25.9.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021 vom 25.9.2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,76 +2,28 +1,53 554 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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