Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetterprognose Herbst und Winter 2020/2021 vom 21.9.2020 - Ein Trog, ein Trögchen und der goldene Oktober

Sturm, Wind Regen und kühle Temperaturen - Der Herbst macht auf sich aufmerksam - doch für wie lange?
Sturm, Wind Regen und kühle Temperaturen - Der Herbst macht auf sich aufmerksam - doch für wie lange?

Wind, Sturm, ein Temperatursturz und Regen - der Herbst macht sich zum Wochenende bemerkbar. Doch hinsichtlich der Nachhaltigkeit gibt es einige Fragezeichen zu setzen und bringt einen Warmstart in den Oktober ins Spiel.

Spätsommerlich warm zeigt sich der Temperaturcharakter noch bis zur Wochenmitte und örtlich können nochmals sommerlich warme +28 Grad erreicht werden. Doch von Süden mehren sich die Wolkenfelder und kündigen einen Wetterwechsel an, der zum Donnerstag und Freitag zu einem markanten Temperatursturz führen wird. Die Tageswerte gehen am Freitag und Samstag auf +9 bis +16 Grad zurück und können mancherorts noch die +15 Grad Marke überschreiten.

Die Niederschlagstätigkeit nimmt ab Mittwoch zu und verstärkt sich zum Donnerstagabend, sodass örtlich der Linie vom Schwarzwald und Usedom mit länger andauerndem und ergiebigem Regen gerechnet werden kann. Weiter nach Westen ist es eher die Schauerform, die für etwas Nass von oben sorgt. Der Wetterwechsel geht mit viel Wind einher, was über exponierten Lagen und entlang der Küstenregionen zu stürmischen Windböen führen kann (Windprognose). Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter September 2020.

Ein Schwall kühler Herbstluft flutet Deutschland, Österreich und die Schweiz
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein Schwall kühler Herbstluft flutet Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Herbst stolpert

Der Herbst wagt sich nach der Wetterprognose des europäischen Prognosemodells zum Wochenende nach Mitteleuropa vor und sorgt für Regen, Wind und herbstliche Temperaturwerte. Doch es geht auch ein Stück weit um die Nachhaltigkeit - handelt es sich um ein herbstliches Geplänkel mit nachfolgend goldenem Oktober, oder handelt es sich um einem Vollherbst, der den Oktober nachhaltig beeinflussen wird?

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Die Gegenspieler

Die aktuell noch dominierende Hochdruckzone löst sich im Wochenverlauf auf und teilt sich in zwei Hochdruckcluster auf. Das eine Hoch liegt auf dem Atlantik, das zweite über dem westlichen Russland. In die dazwischen entstehende Lücke stößt zum Wochenende die atlantische Frontalzone vor und sorgt im Verbund mit den Hochdruckgebieten für einen trogähnlichen Ansatz mit allem was dazugehört.

Das Kontinentalhoch dehnt sich aus

Was bereits in der gestrigen Wetterprognose für den Oktober 2020 schon angedeutet wurde, zeigt sich heute in der Wettervorhersage der Europäer bestätigt. Das Kontinentalhoch verlagert zum 28. September seine Position weiter nach Westen in Richtung Skandinavien und zugleich strebt ein Ausläufer des Azorenhochs über Mitteleuropa nach Norden auf.

Der Trogansatz bleibt ein Ansatz

Bedingt durch den neuerlichen Hochdruckaufbau gelingt es dem Tief nicht, sich über Mitteleuropa zu behaupten und noch bevor der Trog richtig in Fahrt kommt, wird er auch schon wieder gebremst, was dazu führt, dass sich die Kontrahenten zum 1. Oktober gegenüberstehen und Deutschland, Österreich und der Schweiz zwischen den Fronten in einer gemäßigt warmen und unbeständigen Südanströmung der Luftmassen befinden.

Die Tageswerte schwanken am 1. Oktober zwischen +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad, was für die Jahreszeit etwas zu warm ist.

Trog oder nicht Trog - das ist hier die Frage
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Trog oder nicht Trog - das ist hier die Frage
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Goldener Oktober möglich

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells gehörte gestern zu den mit Abstand am kältesten Varianten. Eine Korrektur war zu erwarten und die gab es auch heute.

Tiefdruckdominanz

Zum kommenden Wochenende rauscht das Tief nach Deutschland rein und sorgt neben Regen für reichlich Wind und kühle Temperaturen. Kurzum - das Wochenende wird richtig herbstlich.

Das Kontinentalhoch rückt auf

Doch bereits zum 28. September verlagert sich das Kontinentalhoch in Richtung Skandinavien und beeinträchtig die sich im Aufbau befindliche Trogstruktur. Das geht sogar soweit, dass die Trogstruktur zum 29. September gar nicht mehr vorhanden ist. Vielmehr gleicht sich die Vorhersage der Amerikaner der der Europäer an und lässt es Anfang Oktober auf eine Pattsituation hinauslaufen.

Und Deutschland mittendrin

Im Zeitraum vom 1. bis 2. Oktober liegt das Tiefdruckzentrum zwischen Island und England und wird durch das imposante Hochdrucksystem blockiert. Im Zeitraum vom 3. bis 5. Oktober tropft das Tief - in Ermangelung an Alternativen - nach Süden ab und führt auf seiner Vorderseite sehr warme Luftmassen nach Norden.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen im gesamten Zeitraum zwischen den Fronten, was zu einer gemäßigt hohen Niederschlagstätigkeit führen kann, die über dem Westen stärker als über den östlichen Landesteilen ausgeprägt ist. Mit Hilfe der warmen Luftanströmung aus südlichen Richtungen erreichen die Temperaturen Anfang Oktober +18 bis +24 Grad und sind für die Jahreszeit definitiv zu warm.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zwischen den Fronten, was zu einem Warmstart des Oktobers führten kann
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zwischen den Fronten, was zu einem Warmstart des Oktobers führten kann
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Auf den Punkt gebracht: Keine Westwetterlage

Das ist das Resümee - eine Westwetterlage hat aus dieser Konstellation heraus ernst einmal keine Chancen sich durchzusetzen. Vielmehr handelt es sich um ein gestörtes Zirkulationsmuster mit meridionalem Strömungsansatz. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist dabei noch nicht klar, auf welcher Seite des Troges sie liegen werden. Die Tendenz geht in Richtung warmer Vorderseitenströmung, doch das kann sich noch ändern.

Die Kontrollläufe jedenfalls berechnen eher ein Trögchen als einen richtig nachhaltigen Trog. Das Temperaturniveau sackt zum 25. September auf ein für Deutschland zu kaltes Niveau ab und steigt zum 28. September in den normalen Bereich an. Anfang Oktober zeichnet sich mehrheitlich ein zu warmes Temperaturniveau ab.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
27. September +7 bis
+17 Grad
+10 Grad bis
+14 Grad
1. Oktober +11 bis
+23 Grad
+16 bis
+18 Grad
6. Oktober +12 bis
+22 Grad
+14 bis
+16 Grad
Diagramm Temperaturen Oktober 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Wenig, etwas und viel

In der Niederschlagsprognose gilt es in vielerlei Hinsicht zu differenzieren. Zum einen wo der Trog niedergeht und zum anderen wie lange er anhält. Dementsprechend unterschiedlich fällt die Niederschlagsprognose aus. Tendenziell ist über dem Nordwesten bis zum 1. Oktober nur mit spärlichen Niederschlagssignalen zu rechnen, die nach Osten und Südosten - bedingt durch den Niederschlag am Donnerstag und Freitag - ansteigen.

Nachfolgend aber geht die Niederschlagstätigkeit - auch im Trend der Kontrollläufe - wieder zurück und pendelt sich Anfang Oktober in den nur leicht erhöhten Bereich ein - vielfach kann es trocken bleiben.

Der Hauptniederschlag ist am Wochenende zu erwarten, doch tendenziell wird der Nordwesten weniger an Regen abbekommen (Links die Niederschlagsprognose der Europäer und rechts die der Amerikaner)
Der Hauptniederschlag ist am Wochenende zu erwarten, doch tendenziell wird der Nordwesten weniger an Regen abbekommen (Links die Niederschlagsprognose der Europäer und rechts die der Amerikaner) © windy.com

Langfristprognose: Wettertrend Herbst und Winter 2020/2021

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September 2020

Der September ist - im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert - aktuell um +2,54 Grad zu warm. Bis zur Wochenmitte wird sich an diesem Temperaturüberschuss auch nichts ändern, bevor die kühlen Temperaturen vom Wochenende einen dämpfenden Effekt haben werden. Nimmt man an, dass die letzten September-Tage um 2 bis 4 Grad zu kühl ausfallen, so wäre der September am Ende um +1,8 bis +2,2 Grad zu warm. In Sachen Niederschlag ist der September aktuell viel zu trocken und hat sein Sollwert erst zu 21 Prozent erreicht und wird am Ende zu trocken ausfallen.

Oktober 2020

Der Oktober hat im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961-1990) in den letzten Tagen eine Korrektur erfahren und soll mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm ausfallen können. Der Niederschlagstrend ist über Norddeutschland als leicht positiv und über dem Süden etwas zu trocken zu bewerten.

November 2020

Der letzte Herbstmonat - der November - wird mit einer Differenz von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm berechnet. In der Niederschlagsprognose zeigen sich für den November kaum Auffälligkeiten gegenüber dem vieljährigen Sollwert und ist im Trend als leicht zu nass zu bewerten.

Dezember 2020

Der erste Wintermonat startet nach dem Wettertrend des Langfristmodells mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad und über dem Nordosten und Osten von Deutschland mit bis zu +3 Grad zu warm. Mit einem zu nassen Niederschlagstrend lässt das den Rückschluss auf eine zonal verlaufende (nasskalte) und windige Westwetterlage zu.

Januar 2021

Achtung! Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Klimawandel wird weg gerechnet - Kalter oder normaler Winter möglich). Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 soll der Januar 2021 mit einer Differenz von +1 bis +3 zu warm ausfallen. Gegenüber dem neuen Referenzwert (1991-2020) liegt die Abweichung mit +0 bis +2 Grad im normalen bis zu warmen Bereich. Die Niederschlagsprognose fällt auch im zweiten Wintermonat deutlich zu nass aus (Westwetterlage).

Februar 2021

Für den Februar gab es eine Korrektur. Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961-1990 liegt die Abweichung mit +1 bis +3 Grad aber noch immer im deutlich zu warmen Bereich. Im Vergleich zu 1991-2020 liegt die Abweichung mit +0,0 bis +2,0 Grad ist ein ebenfalls zu warmer Februar zu erwarten. In Sachen Niederschlag wird der letzte Wintermonat etwas zu nass bewertet.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +1,5 bis +2,3 Grad (+1,0 bis +1,7 Grad) Trend: normal bis etwas zu trocken
Oktober 2020 +1,0 bis +2,0 Grad (+0,6 bis +1,7 Grad) Trend: normal bis etwas zu trocken
November 2020 +1 bis +3 Grad (+0,2 bis +2,3 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Dezember 2020 +1 bis +3 Grad (+0,0 bis +1,5 Grad) Trend: zu nass
Januar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,0 bis +2,0 Grad) Trend: zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,1 bis +1,9 Grad) Trend: zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021  vom 21.9.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021 vom 21.9.2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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