Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetterprognose Herbst und Winter 2020/2021 vom 12.9.2020 - Ein rekordwarmer September?

Der September wird außergewöhnlich warm - rekordwarm?
Der September wird außergewöhnlich warm - rekordwarm?

Der September wird in den kommenden Tagen außergewöhnlich warm und lässt den Temperaturüberschuss weiter ansteigen. Befindet sich der September damit auf Rekordkurs?

Ein kräftiger Tiefdruckwirbel dreht sich aktuell über Skandinavien und zieht an seinen südlichen Gradienten hohen Luftdruck über Mitteleuropa, der über das Wochenende immer kräftiger wird. Das Tief über Skandinavien kann nicht nach Süden abtropfen - wie es das sonst gerne machen würde - und so kippt die gesamte Tiefdruckrinne der atlantische Frontalzone auf dem Atlantik nach Südwesten ab. Im Verbund mit dem Hoch ergibt sich daraus eine äußerst ungewöhnliche Zufuhr extrem warmer Luftmassen.

Das Resultat daraus sind Tageswerte wie man sie eigentlich nur aus dem Hochsommer kennt. Verbreitet sind +24 bis +28 Grad und örtlich bis +32 Grad möglich. Unter ganz bestimmten Voraussetzungen wären am Dienstag und Mittwoch bis +34 Grad nicht auszuschließen. Der höchste September-Wert der seit Beginn der Wetteraufzeichnungen aus dem Jahre 1881 registriert wurde, lag bei +36,5 Grad und wurde am 19.09.1947 über dem Bühlertal (Baden-Württemberg) gemessen. Diese Wert wird wohl nicht erreicht werden können. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter September 2020.

Für September extrem warme Temperaturwerte
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Für September extrem warme Temperaturwerte
© www.meteociel.fr

Um wie viel sind die Werte zu warm?

Im vieljährigen Vergleich liegen die Tageswerte im September im Schnitt bei rund +18,5 Grad und sind in der ersten September-Dekade deutlich wärmer, als in der zweiten oder dritten. Nun kann man sich vorstellen, warum Werte jenseits der hochsommerlichen +30 Grad-Marke so außergewöhnlich sind. Liegen diese doch um 11 Grad und mehr über dem vieljährigen Mittelwert der Tagestemperaturen - und das Mitte September.

Niederschlagsprognose: Viel ist nicht zu erwarten

Der Hitzestress für die Vegetation gewinnt noch einmal an Fahrt und wird wohl für eine schnellere Laubverfärbung und einem früheren Laubabwurf sorgen können. Mit dafür verantwortlich wird die über weite Teile von Deutschland anhaltende Trockenheit sein und auch für die kommenden 10 Tage werden bis zum 22. September keine großartigen Niederschlagssummen simuliert. Verbreitet bleibt es trocken, doch können sich im Schwerpunkt über Süddeutschland lokale Schauer ausbilden und für etwas Regen sorgen können. Nennenswert aber ist dieser nicht wirklich, eher so etwas wie der Tropfen auf den heißen Stein.

Der Herbst bleibt vorerst heiß und trocken
Die Niederschlagsprognose des europäischen Wettermodells bis zum 22. September: Der Herbst bleibt zu trocken © windy.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Ansatz zum Wetterwechsel

Ähnlich kurios wie gestern ist die Wetterprognose des europäischen Wettermodells auch heute wieder.

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Die Hitze endet

Das Hitze-Hoch kann sich bis zum 16. September über Mitteleuropa behaupten und wird zum 17./18. September relativ zügig nach Osten verdrängt, bzw. durch ein neuerliches Hochdrucksystem ergänzt/ersetzt, welches sich zwischen Island, England und Skandinavien positioniert. Im Zuge des Wechsels gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz kurzzeitig in eine nördliche Strömungskomponente, was die Tageswerte bis zum 18. September auf +15 bis +20 Grad und über dem Süden örtlich bis +24 Grad zurückgehen lässt.

Das nächste Hoch sorgt für den Spätsommer

Das Hoch zwischen Island, England und Skandinavien verlagert sich vom 19. bis 22. September weiter in Richtung Ostsee und hält eine Verbindung zum Azorenhoch aufrecht. Mitteleuropa liegt somit weiterhin in einer Hochdruckzone, bei der die Niederschlagswahrscheinlich sehr gering ist. Das Hoch aber kann sich nicht mehr so rasch mit warmen Luftmassen auffüllen, es sorgt aber - je nach Sonnenscheindauer - für spätsommerlich warme +18 bis +24 Grad, die über dem Süden mit bis +26 Grad etwas wärmer und über den Küsten mit bis +16 Grad etwas kühler ausfallen können. In jedem Fall aber sind die Tageswerte für die Jahreszeit zu warm.

Die Hochdruckzone bleibt über Mitteleuropa vorerst bestehen
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Hochdruckzone bleibt über Mitteleuropa vorerst bestehen
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Trockenheit bis Ende September?

In den letzten Tagen simulierte die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells immer wieder eine südliche Unterwanderung des Hochdruckgebietes durch die Tiefdrucksysteme, was insbesondere über Süddeutschland zu nennenswerten Niederschlägen hätte führen können. Zum aktuellen Stand aber ist diese Variante vorerst vom Tisch.

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Ansteigende Schauer- und Gewitterneigung

Zwar versucht das Tief zum 19./20. September seinen Einfluss in Richtung Mitteleuropa zu vergrößern, doch scheitert der Versuch bereits im Ansatz. Was dabei herauskommt ist eine gradientenschwache Wetterlage, die etwa südlich der Linie von Köln und Dresden die Neigung zu Schauern und Gewittern ansteigen lassen kann. Die Temperaturen aber bleiben mit +18 bis +24 Grad und örtlich bis +26 Grad für die Jahreszeit zu warm. Die kühleren Werte sind über dem Norden und die wärmeren über dem Süden zu erwarten.

Dauerhochdruck

Nach dem 21. September aber berechnet die Wetterprognose des amerikanischen Prognosemodells eine vollständige Regenerierung des Hochdrucksystems und erneut können außergewöhnlich warme Luftmassen nach Deutschland geführt werden. Wie warm? Simuliert werden bspw. für den 25. September Tageswerte zwischen +24 bis +28 Grad.

Trockenheit und Dürre

Hält sich die Trockenheit für längere Zeit, so geht diese in eine Dürre über. Besonders betroffen davon ist in diesem Jahr ein breiter Streifen entlang der Linie vom Saarland bis Sachsen. Hier kann man von einer Dürre 3.0 sprechen. Die Niederschlagsprognose des amerikanischen Wettermodells simuliert bis zum 28. September ganz über dem Westen Regensummen von 5 bis 15 l/m² und über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern 15 bis 30 l/m². Über weite Teile von Deutschland aber liegt die berechnete Regensumme zwischen 0 bis 5 l/m².

Das Hoch hat den Herbst 2020 fest im Griff und sorgt für weiterhin außergewöhnlich warme Temperaturen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Das Hoch hat den Herbst 2020 fest im Griff und sorgt für weiterhin außergewöhnlich warme Temperaturen
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Rekordwarmer September?

Das hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Hoch in der letzten September-Dekade verhalten wird.

Der wärmste September seit Beginn der Wetteraufzeichnungen stammte aus dem Jahre 2006 mit einer durchschnittlichen Temperatur von +16,9 Grad und einer Abweichung von +3,6 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961-1990. Aktuell hat der September 2020 eine Durchschnittstemperatur von +15,25 Grad und eine Abweichung von rund +2 Grad. Kumuliert man die Werte der zweiten September-Dekade auf, so sollte am 20. September ein Temperaturüberschuss zwischen 3,5 bis 4,5 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert zustande kommen können. Um nun für einen neuen Rekord sorgen zu können, müsste die letzte September-Dekade etwa um 3 bis 4 Grad zu warm ausfallen.

Amerikanisches Wettermodell zu warm

Möglich wäre der Rekord, wenn man nur die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berücksichtigt. Im Vergleich zu den Kontrollläufen aber sind die Simulationen des Hauptlaufes deutlich zu warm. Mit Veränderungen ist somit zu rechnen. Der Mittelwert der Kontrollläufe dämpft das Temperaturniveau ab dem 18. September spürbar ab, bleibt aber bis zum 25. September auf einem für die Jahreszeit etwas zu warmen Niveau. Anders formuliert ist zum aktuellen Stand ein neuer Rekordseptember weniger wahrscheinlich, aber wohl einer, der sich unter den Top 5 befinden wird.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
18. September +16 bis
+25 Grad
+18 Grad bis
+22 Grad
22. September +13 bis
+26 Grad
+17 bis
+19 Grad
27. September +10 bis
+25 Grad
+15 bis
+17 Grad
Diagramm Temperaturen September 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2020 von zu kalt, normal, zu warm

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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