Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 4.9.2020 - Hochdruckdominanz

Die Wetterentwicklung ist dem Sommer näher als dem Herbst
Die Wetterentwicklung ist dem Sommer näher als dem Herbst

Die Großwetterlage schwankt zwischen einer Omegastruktur, einem Hochdruckbollwerk über dem westlichen Russland und einem Trogvorstoß eines Skandinavientief. Welche Konsequenzen hat das auf die Wetterentwicklung über Deutschland?

Tiefer Luftdruck verlagert sich aktuell von Island/England in Richtung Skandinavien und führt auf seiner Vorderseite warme Luftmassen nach Deutschland, was mit bis +28 Grad besonders der Süden zu spüren bekommt. Bis zum Sonntag positioniert sich das Tief über Skandinavien und ein Keil des Azorenhochs rückt nach. In diesem Prozess gelangen bei einer leicht erhöhten Schauerneigung etwas kühlere Luftmassen nach Deutschland, was die Werte auf +16 bis +21 Grad absinken lässt.

Zum Beginn der neuen Woche wiederholt sich das Spiel und so können mit einer warmen Vorderseitenanströmung spätsommerlich warme Luftmassen nach Deutschland geführt werden. Bei zunehmender Hochdruckdominanz mehrt sich die Anzahl der Sonnenstunden, während die Niederschlagsneigung nachlässt. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter September.

Spätsommerlich bis sommerlich warm
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Spätsommerlich bis sommerlich warm
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: fast sommerlich

Die atlantische Frontalzone setzt nach dem Wettertrend des europäischen Wettermodells im Zeitraum vom 7. bis 14. September zwischen Neufundland, Island und Skandinavien immer wieder Akzente, doch das Resultat daraus ist ein anders, als man zunächst glauben mag.

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Hochdruckdominanz

Sorgt die atlantische Frontalzone für eine hohe Wetterdynamik, so ist es die Hochdruckdominanz über dem Süden und Osten vorn Europa, was die Dynamik heraus nimmt Im Kombination der beiden Wettersysteme liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz die meiste Zeit über in einer Vorderseitenanströmung der Luftmassen.

Außergewöhnlich warm

Das Temperaturspektrum pendelt sich im Zeitraum vom 8. bis 14. September auf +21 bis +26 Grad ein und phasenweise können bis +30 Grad erreicht werden. Diese Werte wären im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um 6 bis 10 Grad zu warm und ist mehr dem Sommer als dem Herbst zuzuschreiben.

Wenig Niederschlag

Zwar gelingt es der atlantische Frontalzone über dem Norden für ein paar Regenspritzer zu sorgen, doch viel ist nicht zu erwarten. Das Hoch dominiert bis zur Monatsmitte weite Teile von Deutschland.

Die Großwetterlage ist dem Sommer ähnlicher als dem Herbst
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Großwetterlage ist dem Sommer ähnlicher als dem Herbst
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Auf das Hoch kommt es an

Immer wieder von neuem simuliert die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells den Aufbau von hohem Luftdruck zwischen der Barentssee, dem östlichen Europa und dem westlichen Russland. Das entscheidende Kriterium für die Wetterentwicklung über Deutschland, Österreich und der Schweiz ist, wie weit sich das Hoch nach Westen positionieren und der atlantische Frontalzone Paroli bieten kann.

Viele Fragezeichen

Seit Tagen wird eine Konstellation der beiden Wettersysteme berechnet, die im Zeitraum der zweiten September-Dekade einen großen Entwicklungsspielraum zulässt. Die atlantische Frontalzone versucht mit allen Mitteln in Richtung Mitteleuropa vorzudringen und sich dort auch zu behaupten, doch das Hoch blockiert mehr oder minder erfolgreich ab. Wenige hundert Kilometer werden zwischen einer spätsommerlichen oder frühherbstlichen Wetterentwicklung entscheidend sein.

Wie knapp das alles und wie detailreich die Großwetterlage ist, wird anhand der folgenden Wetterkarte schnell ersichtlich.

Die atlantischen Tiefdrucksysteme versuchen die Hochdruckdominanz zu verhindern, bzw. zu stören
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die atlantischen Tiefdrucksysteme versuchen die Hochdruckdominanz zu verhindern, bzw. zu stören
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Auf den Punkt gebracht: Hochdruckklops

Was aber aus den beiden Wetterprognose der Vorhersage-Modelle ersichtlich wird, ist die sich aufbauende und aufbäumende Hochdruckdominanz, die sehr typisch für die zweite September-Dekade ist. Nicht selten gelingt es dem Hoch sich über Mitteleuropa zu positionieren und für den klassischen Altweibersommer - teils bis in den Oktober hinein - zu sorgen. Die Chancen, dass das in 2020 wieder der Fall sein kann, stehen nicht schlecht.

Hochdruckentwicklung Mitteleuropa

Die Kontrollläufe jedenfalls stützen eine Hochdruckentwicklung über Mitteleuropa mehrheitlich. Schaut man sich den Mittelwert aller Kontrollläufe genauer an, so erkennt man bis zum 18. September den Aufbau einer Omegastruktur. Ob diese so kommen mag, bleibt abzuwarten - es ist lediglich ein Ansatz. Daneben gibt es noch genügend andere Variationen, die auch zu einem frühherbstlichen Wettercharakter führen können.

Hochdruckdominanz über Mitteleuropa mit Ansatz zu einer Omegawetterlage
Wetterprognose nach dem Mittelwert der Kontrollläufe: Hochdruckdominanz über Mitteleuropa mit Ansatz zu einer Omegawetterlage
© www.meteociel.fr

September zu warm

vergleicht man den Temperaturtrend der Kontrollläufen mit dem vieljährigen Mittelwert (1961-1990), so liegen die berechneten Werte im Zeitraum vom 8. bis 20. September über dem Süden, Osten und Westen um +2 bis +4 Grad und örtlich bis +6 Grad im deutlich zu warmen Bereich. Über Norddeutschland liegt die Abweichung mit +1 bis +3 Grad etwas niedriger. Man braucht also nicht viel Phantasie, um einen deutlich zu warmen Wetterverlauf im ersten Herbst-Monat zu erkennen.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
10. September +13 bis
+24 Grad
+18 Grad bis
+20 Grad
14. September +13 bis
+26 Grad
+17 bis
+19 Grad
19. September +14 bis
+25 Grad
+18 bis
+20 Grad
Diagramm Temperaturen September 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Süd-Nord-Gefälle

Die atlantische Frontalzone bewegt sich zumeist zwischen Island England und Skandinavien und beeinflusst in diesem Prozess Norddeutschland häufiger, während über dem Süden der hohe Luftdruck das Wettergeschehen dominiert. Ersichtlich wird diese Großwetterlage auch in der Niederschlagsprognose bis zum 14. September. Etwa südlich der Linie von Köln und Dresden ist - mit Ausnahme des Alpenrandes - so gut wie kein Niederschlag zu erwarten. Weiter nach Norden können hingegen Niederschlagssummen von 5 bis 15 l/m² und örtlich bis 20 l/m² zusammen kommen, die größtenteils aus den Niederschlägen der kommenden Nacht hervorgehen.

Verbreitet ist trockenes September-Wetter zu erwarten
Die Niederschlagsprognose des europäischen Wettermodells bis zum 14. September: Verbreitet ist trockenes September-Wetter zu erwarten © windy.com

Langfristprognose: Wettertrend Herbst und Winter 2020/2021

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September 2020

Das Langfristmodell reagiert (noch) nicht auf die aktuelle Entwicklung. Nach der aktuellen Wetterprognose soll der September 2020 um +0,5 bis +1,5 Grad zu warm ausfallen können. In Sachen Niederschlag verhält sich der September gegenüber dem vieljährigen Sollwert unauffällig und ist im Trend nur leicht zu trocken.

Oktober 2020

Der Oktober 2020 hat im Vergleich zu den letzten Wochen eine kleine Korrektur erfahren. Die Abweichung wurde um +0,5 Grad auf +0,5 bis +1,5 Grad nach unten korrigiert. Die Niederschlagsprognose ist im Trend leicht zu trocken.

November 2020

Unverändert wird der letzte Herbstmonat - der November - mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad leicht bis deutlich zu warm berechnet. In Sachen Niederschlag lässt sich ein leicht zu trockener Trend ableiten.

Dezember 2020

Der erste Wintermonat startet nach dem Wettertrend des Langfristmodells mit einer Differenz von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm. Mit einem zu nassen Niederschlagstrend lässt das den Rückschluss auf eine zonal verlaufende (nasskalte) Westwetterlage zu.

Januar 2021

Achtung! Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Winter 2020/21 wird normal bis zu kalt ausfallen). Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 soll der Januar 2021 mit einer Differenz von +2 bis +3 zu warm ausfallen. Gegenüber dem neuen Referenzwert (1991-2020) liegt die Abweichung mit +1 bis +2 Grad ebenfalls im zu warmen Bereich. Die Niederschlagsprognose fällt auch im zweiten Wintermonat deutlich zu nass aus (Westwetterlage).

Februar 2021

Ganz ähnlich wie der Dezember und Januar soll auch der Februar 2021 ausfallen. Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961-1990 liegt die Abweichung um +1 bis +2 Grad im deutlich zu warmen Bereich. Im Vergleich zu 1991-2020 liegt die Abweichung mit +0,0 bis +2,0 Grad noch immer im teils deutlich zu warmen Bereich. In Sachen Niederschlag wird der letzte Wintermonat zu nass bewertet.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +0,5 bis +1,5 Grad (+0,0 bis +1,0 Grad) Trend: normal bis etwas zu trocken
Oktober 2020 +0,5 bis +1,5 Grad (+0,1 bis +1,2 Grad) Trend: normal bis etwas zu trocken
November 2020 +1 bis +2 Grad (+0,2 bis +1,3 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Dezember 2020 +1 bis +3 Grad (+0,0 bis +2,5 Grad) Trend: zu nass
Januar 2021 +2,0 bis +3,0 Grad (+1,0 bis +2,0 Grad) Trend: zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (-0,1 bis +1,9 Grad) Trend: zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021  vom 4.9.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021 vom 4.9.2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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