Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 3.9.2020 - Die gestörte Zirkulation wird wahrscheinlicher

Ein verbreitet spätsommerlicher Wettercharakter
Ein verbreitet spätsommerlicher Wettercharakter

Eine spannende Wetterentwicklung steht bevor, die im Verlauf der zweiten September-Dekade zu extremen Wetterentwicklungen führen kann.

Spätsommerlich warm kann es mit Werten von verbreitet +18 bis +24 Grad in den kommenden Tagen über Deutschland werden. Über Süddeutschland können am Freitag örtlich bis +28 Grad erreicht werden, bevor es zum Wochenende etwas abkühlt.

Die Niederschlagsneigung ist allgemein als gering einzustufen, doch zieht von Freitag auf Samstag ein kleines - aber intensives - Niederschlagsfeld über den Norden hinweg, was für ordentliche Niederschlagssummen sorgen kann. Bis zum Vormittag aber ist das Niederschlagsfeld bereits nach Nordosten abgezogen und bei wechselnder Bewölkung kommt es immer wieder zu Schauern - auf die Fläche betrachtet ist nicht mit viel Regen zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter September 2020.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in einer gradientenschwachen Wetterzone
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in einer gradientenschwachen Wetterzone
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Erst spätsommerlich, dann frühherbstlich

Bis zum 10. September berechnet die Wetterprognose des europäischen Wettermodells eine gradientenschwache Hochdruckzone über Deutschland. Bei Tageswerten von +17 bis +23 Grad kommt es zu einem Wechselspiel aus Sonne, Wolken und gelegentlichen Schauern. Überwiegend aber ein spätsommerlicher Wettercharakter.

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Die Großwetterlage kippt

Bis zum 10. September aber verändert die Großwetterlage sich strukturell. Ein Tiefdruckzentrum positioniert sich über Skandinavien, während das Azorenhoch sich über dem Atlantik verstärkt und das Kontinentalhoch sich in Richtung Barents- und Karasee verlagert.

Die Hochdruckzone kommt über Mitteleuropa in arge Bedrängnis. Gleichzeitig aber bleibt dem Tief über Skandinavien gar nichts anderes übrig, als nach Süden abzutropfen. Und so meridionalisiert (Nord-Süd, Süd-Nord) sich das Strömungsmuster zum 12. September und Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in eine frühherbstliche Nordströmung, bei der zugleich die Niederschlagsneigung ansteigen kann.

Das Tiefdruckzentrum tropft über Mitteleuropa nach Süden ab - dem spätsommerlichen folgt im Verlauf der zweiten September-Dekade ein frühherbstlicher Wettercharakter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Tiefdruckzentrum tropft über Mitteleuropa nach Süden ab - dem spätsommerlichen folgt im Verlauf der zweiten September-Dekade ein frühherbstlicher Wettercharakter
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Kippt die Tiefdruckachse, gibt es kein Halten mehr

Bereits gestern hatte das amerikanische Wettermodell in seiner Wettervorhersage eine außergewöhnliche Wetterlage simuliert, bei der nur wenige hundert Kilometer Verschiebung nach West oder Ost für einen sommerlichen oder frühherbstlichen Wettercharakter hätte sorgen können. Heute nun eine ähnliche Variante, jedoch mit einer deutlichen Verschiebung der Fronten.

Gradientenschwache Wetterlage

Gleich zum Beginn der kommenden Woche dehnt sich ein Keil des Azorenhochs in Richtung Mitteleuropa aus und baut zum 8. September eine Hochdruckzone zum Kontinentalhoch auf. Gleichzeitig wirbelt zwischen Grönland und Island ein kräftiges Tiefdrucksystem umher und dehnt sich seinerseits bis zum 10. September in Richtung Skandinavien aus.

Zwar passiert in diesem Umstellungsprozess eine ganze Menge, doch verbleiben Deutschland, Österreich und die Schweiz in einer gradientenschwachen Umfeld. Anders formuliert passiert bei Temperaturen von +17 bis +23 Grad und örtlich bis +25 Grad nicht sonderlich viel.

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Und plötzlich kippt die Tiefdruckachse

Am 10. September liegt das Azorenhoch auf dem Atlantik und der Tiefdruckkern über Skandinavien. Eigentlich eine klare Sache und spricht in der Regel für eine langsame Zonalisierung - zumindest auf den ersten Blick. Doch da ist noch das Kontinentalhoch, was die atlantische Frontalzone vollständig blockiert. Die Tiefdrucksysteme rennen regelrecht gegen eine Wand, stauen sich auf und nun passiert etwas, was für den Herbst eher ungewöhnlich ist.

Die Tiefdrucksysteme tropfen bei Island nach Süden ab und beginnen ab dem 11. September das Azorenhoch nach Mitteleuropa zu schieben. Ein enorm spannender Vorgang, da hier richtig viel Energie vorhanden ist und umgewandelt wird.

Ungewöhnlich warm

Das neue Tiefdruckzentrum verlagert sich zum 13. und 14. September zwischen Frankreich, England und Skandinavien, während Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die - sehr - warme Vorderseitenanströmung gelangen. So können die Temperaturen am 14. September (!!!) auf +22 bis +27 Grad und örtlich bis +30 Grad ansteigen. Extrem ja, aber unter diesen Voraussetzungen möglich.

Hitze im Herbst?

Abwarten. Zum einen muss sich tatsächlich diese Wetterlage erst einstellen und zweitens muss Deutschland sich in der warmen Vorderseitenanströmung befinden. Geht der Trog etwas östlicher nieder, so kann das auch noch in einem frühherbstlichen Wettercharakter enden. Es zeigt aber sehr gut die Möglichkeiten der kommenden Großwetterlage auf.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zunächst in einer gradientenschwachen Wetterzone und es sieht nach einer Zonalisierung aus. Doch das Hoch über dem Kontinent blockiert die atlantische Frontalzone, was auf dem Atlantik zu einem Abtropfprozess und über Deutschland zu außergewöhnlich warmen Temperaturwerten führt
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zunächst in einer gradientenschwachen Wetterzone und es sieht nach einer Zonalisierung aus. Doch das Hoch über dem Kontinent blockiert die atlantische Frontalzone, was auf dem Atlantik zu einem Abtropfprozess und über Deutschland zu außergewöhnlich warmen Temperaturwerten führt
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Auf den Punkt gebracht: Normal ist anders

Einen normalen Zustand gibt es quasi nicht. Normal bedeutet ein Durchschnittswert aus allem, doch das Wetter ist selten durchschnittlich. So auch in diesem Fall. Da ist einiges los in der Wetterküche und entscheidend ist und bleibt, was das Hoch zum Wochenende machen wird. Stabilisiert es sich über Mitteleuropa, so stellt sich ein spätsommerlicher bis sommerlicher Wettercharakter ein. Verlagert es sich nach Osten, so sind Wetterentwicklungen zwischen Frühherbst und Sommer möglich. Bleibt das Hoch auf dem Atlantik, so neigt sich das Konstrukt eher dem Herbst zu (Trog Mitteleuropa).

Welche Wetterentwicklung ist wahrscheinlicher?

Das ist und bleibt die warme Südwestwetterlage, die zwischendurch auch mal für etwas Niederschlag und kühlere Temperaturen gut sein kann. Geht es nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe, so zeigen sich bis zum 17. September kaum Schwächen. Kurzum spielen sich die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle eher im extremen Bereich ab und mit Veränderungen ist in den kommenden Stunden zu rechnen. Doch abseits der Extreme spiegelt der Mittelwert eine für die Jahreszeit zu warme Wetterentwicklung wieder.

Wie warm? Der Durchschnittswert der Kontrollläufe liegt im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert im Zeitraum vom 8. bis 18. September über dem Süden und Osten um +2 bis +4 Grad und über dem Norden und Westen um +1 bis +3 Grad zu warmen Bereich.

Hochdruckzone Mitteleuropa mit südwestlicher Anströmung der Luftmassen
Wetterprognose nach dem Mittelwert der Kontrollläufe: Hochdruckzone Mitteleuropa mit südwestlicher Anströmung der Luftmassen
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
9. September +15 bis
+24 Grad
+18 Grad bis
+20 Grad
13. September +11 bis
+28 Grad
+18 bis
+20 Grad
18. September +11 bis
+27 Grad
+19 bis
+21 Grad
Diagramm Temperaturen September 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Verbreitet trocken

Der Niederschlagstrend von gestern bestätigt sich heute, was einen halbwegs stabilen Wettercharakter bis zum 13. September wahrscheinlich macht. Verbreitet bleibt es trocken, doch können über Norddeutschland und über den Gebieten südlich der Donau nennenswerte Niederschläge erwartet werden. Meist in Form von Schauern und über dem Norden in der Nacht von Freitag auf Samstag.

Der Hauptniederschlag über dem Norden ist in der Nacht von Freitag auf Samstag zu erwarten, während es über dem Süden gelegentliche Schauer sind. Verbreitet aber bleibt es trocken
Die Niederschlagsprognose des europäischen Wettermodells bis zum 13. September: Der Hauptniederschlag über dem Norden ist in der Nacht von Freitag auf Samstag zu erwarten, während es über dem Süden gelegentliche Schauer sind. Verbreitet aber bleibt es trocken © windy.com

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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