Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetterprognose Herbst und Winter 2020/2021 vom 31.8.2020 - Die erste September-Hälfte deutlich zu warm?

Welche Richtung schlägt das Wetter im Herbst ein?
Welche Richtung schlägt das Wetter im Herbst ein?

Das Wetter beruhigt sich. Die Niederschläge lassen nach und die Temperaturen steigen verbreitet in den spätsommerlichen und über dem Süden in den sommerlichen Bereich an. Entscheidend aber für den Wetterverlauf im September könnte der Zeitraum vom 6. bis 8. September werden.

Hoher Luftdruck baut sich in den kommenden Tagen über Skandinavien auf und blockiert die atlantische Frontalzone bei Island. Infolge daraus nimmt über Deutschland die Niederschlagswahrscheinlichkeit ab und die Anzahl der Sonnenstunden zu.

Mit einer südlich ausgerichteten Grundströmung werden zudem warme Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Tageswerte von +16 bis +21 Grad am Montag bis zum Wochenende auf +22 bis +26 Grad und über dem Süden örtlich auf bis +28 Grad ansteigen lassen kann. Während über dem Süden verbreitet die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel scheinen kann, ziehen über der Nordhälfte Wolkenfelder vorüber, die für den einen oder anderen Schauer sorgen können. Entsprechend gedämpfter sind dort mit Werten von +17 bis +23 Grad die Temperaturen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter September.

Ein Hoch sorgt über Süddeutschland für sommerlich warme Temperaturwerte
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein Hoch sorgt über Süddeutschland für sommerlich warme Temperaturwerte
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Spätsommerlich

Die Diskrepanzen der letzten Tage werden allmählich herausgenommen. Die atlantische Frontalzone versucht sich zwar durchzusetzen, doch immer wieder schiebt sich ein Hochdruckgebiet dazwischen, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer gradientenschwachen aber nicht ganz trockenen Großwetterlage führt.

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Kurz sommerlich

Mit dem Versuch der atlantische Frontalzone sich über Skandinavien zu positionieren werden warme Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Tageswerte bis zum 6. September - insbesondere über Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern auf +24 bis +28 Grad ansteigen lassen kann.

Wetterwechsel

Im Zeitraum vom 6. bis 8. September schwächt sich die Tiefdruckaktivität über Skandinavien ab und ein kräftiger Keil des Azorenhochs schiebt sich in Richtung Mitteleuropa. Am östlichen Hochdruckgradienten gelangen kühlere Luftmassen nach Deutschland, was die Temperaturen vom 7. bis 9. September auf +15 bis +20 Grad absinken lassen kann. Grundsätzlich aber verbleibt Deutschland in einer gradientenschwachen Wetterumgebung, doch werden mit der nördlichen Grundströmung feuchtere Luftmassen nach Deutschland geführt, was hauptsächlich südlich der Linie von Köln und Dresden zu wiederholten Niederschlägen führen kann.

Eine überwiegende Hochdruckdominanz
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Eine überwiegende Hochdruckdominanz
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Ein Hoch dominiert das Wetter über weite Strecken

Die Großwetterlage zeigt sich zum 5. September mit einem Tief, das in Richtung Skandinavien vordringt und einer Hochdruckzone, die sich von den Azoren bis über das westliche Russland spannt.

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Gradientenschwach und spätsommerlich warm

Beide Wettersysteme halten sich zunächst in Schach und so verbleiben im Zeitraum vom 5. bis 8. September Deutschland, Österreich und die Schweiz in einem gradientenschwachen Wetterumfeld. Bei wechselnder Bewölkung ist hin und wieder mit einem Schauer zu rechnen, doch großartige Niederschläge oder gar Landregen sind in der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells nicht auszumachen. Die Temperaturen erreichen über dem Norden +17 bis +22 Grad und etwa südlich der Linie von Köln und Berlin sind spätsommerliche +20 bis +25 Grad möglich und mit einer längeren Sonnenscheindauer sind bis +28 Grad nicht auszuschließen.

Sommerwetter

Im Zeitraum vom 9. bis 11. September versucht die atlantische Frontalzone erneut über Skandinavien Fuß zu fassen, doch der Hochdruckzone gelingt es dagegen zu halten. Im Verbund der beiden Wettersysteme werden ungewöhnlich warme Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Temperaturen - auch über Norddeutschland - auf +24 bis +28 Grad ansteigen lassen kann. Die Niederschlagsneigung ist in diesem Zeitraum als gering einzustufen.

Atlantische Frontalzone, die Dritte

Vom 12. bis 14. September versucht sich die atlantische Frontalzone erneut über Skandinavien durchzusetzen, wird aber durch ein Hoch über Osteuropa blockiert. Infolge dessen tropft das Tiefdruckkonstrukt von Island aus nach England und Frankreich ab. Details bleiben abzuwarten und zwischen einer frühherbstlichen und sommerlichen Wetterentwicklung liegen nur wenige hundert Kilometer.

Warum? Nach der aktuellen Wettervorhersage tropft das Tief westlich von Mitteleuropa ab und pumpt auf seiner Vorderseite sehr warme Luftmassen nach Norden. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden aber in der Grenzzone berechnet. Liegt der Trog nun etwas weiter westlicher, so wird es über Deutschland bis zur September-Mitte sommerlich warm werden können. Liegt der Trog aber etwas östlicher, so bekommt der Frühherbst seine Chance.

Weite Teile der ersten September-Dekade werden von hohem Luftdruck dominiert (li.), erst mit Beginn der zweiten Dekade zeigen sich strukturelle Veränderungen, die auch zu einem frühherbstlichen Wettercharakter (re.) führen können
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Weite Teile der ersten September-Dekade werden von hohem Luftdruck dominiert (li.), erst mit Beginn der zweiten Dekade zeigen sich strukturelle Veränderungen, die auch zu einem frühherbstlichen Wettercharakter (re.) führen können
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Auf den Punkt gebracht: Für die Jahreszeit zu warm

Der Wettertrend für die erste September-Dekade hat sich heute nicht verändert. Ein Temperaturspektrum von +20 bis +28 Grad ist für die Jahreszeit um +5 bis +8 Grad zu warm. Beide Vorhersage-Modelle berechnen eine über dem Süden sommerliche Temperaturentwicklung bis zum 7. September, was von den Kontrollläufen gestützt wird. Weiter nach Norden macht sich der maritime Einfluss bemerkbar, was die Temperaturspanne vom 5. bis 7. September auf ein Jahreszeit-typisches Niveau absinken lässt.

Große Unsicherheiten

Was aber nach wie vor bleibt, ist ein breites Entwicklungsspektrum nach dem 7. September, was sich über dem Norden weitaus größer als über dem Süden darstellt. Ganz in trockenen Tüchern ist die Großwetterlage nicht, auch wenn der Wettertrend eine klare Richtung vorgibt.

Über ganz Deutschland zeichnet sich nach den Kontrollläufen ein vom 8. bis 13. September für die Jahreszeit zu warmer Temperaturtrend ab, der über dem Süden und Osten im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um +3 bis +5 Grad und über dem Norden und Westen um +1 bis +3 Grad zu warm ausfallen kann.

Die Wahrscheinlichkeit einer Südwestwetterlage

Zwischen den extremeren Berechnungen zeigt sich im Mittelwert eine vom 5. bis 13. September durchgängige Südwestanströmung, was gleichzusetzen ist mit gemäßigt warmen bis warmen Temperaturwerten bei einem zeitgleich leicht unbeständigen Wettercharakter. Deutlicher wird das im Mittelwert aller Kontrollläufe dargestellt.

Die warme und unbeständige Südwestwetterlage ist eine weiterhin wahrscheinliche Entwicklung
Wetterprognose nach dem Mittelwert der Kontrollläufe: Die warme und unbeständige Südwestwetterlage ist eine weiterhin wahrscheinliche Entwicklung
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
6. September +15 bis
+27 Grad
+18 Grad bis
+22 Grad
10. September +14 bis
+28 Grad
+18 bis
+20 Grad
15. September +16 bis
+28 Grad
+19 bis
+21 Grad
Diagramm Temperaturen September 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Keine trockene Großwetterlage

Niederschläge sind bis zum 10. September immer wieder zu erwarten. Eine längere trockene Periode zeichnet sich nicht ab, wenngleich die Niederschlagssummen unterschiedlich verteilt sind. Entlang der Mittelgebirge und im Schwerpunkt über Baden-Württemberg und Bayern sind Regensummen von 15 bis 30 l/m² möglich. Dazwischen und weiter nach Norden hält sich die Niederschlagsausbeute mit 0 bis 10 l/m² in Grenzen.

Unbeständiges September-Wetter
Die Niederschlagsprognose des europäischen Wettermodells bis zum 10. September: Unbeständiges September-Wetter © windy.com

Wieso die Südwestwetterlage?

Wir hatten gestern erklärt, warum die Vorhersage-Modelle derzeit so unbeständig in ihrer Vorhersagequalität sind. Zu erklären war dies mit drei Hochdruckclustern und zwei Lücken, in welche die Tiefdrucksysteme hätten vordringen können. Schaut man sich die heutigen Druckanomalien an, so wurde eine Lücke (vorläufig) geschlossen, was den Wettertrend in den kommenden Stunden und Tage weiter stabilisieren könnte. In Summe zeichnet sich eine höhere Relevanz für die Südwestwetterlage ab. Schaun mer mal.

Drei Hochdruckcluster, ein Tiefdruckzentrum und zwei Lücken in der gestrigen Berechnung (li.). Heute nun wurde eine Lücke weitgehend geschlossen (re.)
Drei Hochdruckcluster, ein Tiefdruckzentrum und zwei Lücken in der gestrigen Berechnung (li.). Heute nun wurde eine Lücke weitgehend geschlossen (re.) © climatereanalyzer.org

Hinweis in eigener Sache: heute Nachmittag werden detaillierte Rückblicke auf das Wetter im August 2020 und dem Sommer 2020 veröffentlicht.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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