Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetterprognose Herbst und Winter 2020/2021 vom 28.8.2020 - Der Frühherbst hat nur wenig Aussichten auf Erfolg

Mehr Spätsommer als Frühherbst
Mehr Spätsommer als Frühherbst

Am Wochenende wird es über manchen Regionen frisch und nass, was mancherorts Wettercharakter frühherbstlich anmuten lässt. Doch so bleibt es nicht, denn mit Beginn des meteorologischen Herbstes kommt es zu einem neuerlichen Wetterumschwung.

Tiefer Luftdruck schwenkt zum Wochenende über Deutschland hinweg und kann etwa südlich der Linie vom Schwarzwald und Berlin mit 15 bis 30 l/m² für ordentliche Niederschlagssummen sorgen. Etwas mehr können es mit bis 50 l/m² über den Regionen südlich der Donau sein. Verhalten zeigt sich hingegen mit 0 bis 10 l/m² die Niederschlagssituation zwischen den Bundesländern vom Saarland bis nach Mecklenburg-Vorpommern, während die Niederschlagsneigung mit 5 bis 15 l/m² und mit bis 30 l/m² nach Nordwesten wieder zunehmen kann.

Nach dem teils turbulenten Wochenende beruhigt sich das Wetter am Montag und für den Start in den August setzt sich allmählich hoher Luftdruck über Deutschland durch. Die Niederschläge klingen ab und die Sonnenscheindauer nimmt zu. Die Temperaturen bewegen sich zumeist mit +18 bis +23 Grad in einem schwül-warmen Bereich, sinken aber mit den Dauerregen über dem Südosten auf bis +12 Grad ab. Anfang September steigen die Werte wieder an und erreichen bis zum 3. September spätsommerlich warme +18 bis +24 Grad. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter September 2020.

Mit Beginn des meteorologischen Herbstes setzt sich über Deutschland hoher Luftdruck durch
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Mit Beginn des meteorologischen Herbstes setzt sich über Deutschland hoher Luftdruck durch
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Sommerlich warmes Herbstwetter

Das Hochdruckgebiet dehnt sich vom 2. bis 3. September über Skandinavien aus und lässt die atlantische Frontalzone bis zum 5. September auflaufen. Daraus resultiert eine äußert warme Südwestwetterlage, was die Tageswerte bis zum 5. September auf +24 bis +28 Grad und örtlich bis +30 Grad in den sommerlichen Bereich anstiegen lässt.

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Aufbau eines Hochdrucksystems

Das Skandinavienhoch aber kann sich nicht behaupten, wird aber bis zum 7. September von einem Keil des Azorenhochs abgelöst. Das sorgt über dem Norden mit Werten von +18 bis +24 Grad für die Zufuhr frischerer Luftmassen, während über dem Süden und Osten weiterhin sommerliche +24 bis +28 Grad erreicht werden können.

Wenig Niederschlag

Mit Hilfe der Hochdruckdominanz ist vom 3. bis 7. September nicht mit allzu viel an Niederschlag zu rechnen. Zwar ziehen immer wieder Wolkenfelder mit ein paar Schauern vorüber, doch nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells ist mit einem weitgehend trockenen Wettercharakter zu rechnen.

Der Sommer heizt dem Herbst nochmals richtig ein
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Sommer heizt dem Herbst nochmals richtig ein
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Von allem etwas

Seit ein paar Tagen berechnet die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells eine Entwicklung der Großwetterlage, die in der ersten September-Dekade äußerst abwechslungsreich ist. Anfang September baut sich über Skandinavien ein Hochdrucksystem auf, doch fehlt es an Rückhalt und zum 5. September weit nach Russland zurück.

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Die atlantische Frontalzone versucht es weiter

So ergibt sich für die atlantische Frontalzone im Zeitraum vom 5. bis 8. September ein erhöhter Spielraum, sich über Mitteleuropa auszudehnen. Nach der aktuellen Wettervorhersage aber scheitert dieses Vorhaben und so setzt sich in diesem Zeitraum eine über dem Süden und Osten spätsommerlich warme Südwestwetterlage durch, die sich nach Norden und Westen etwas abkühlen kann. Wie warm kann es werden? Simuliert werden über dem Süden und Osten Tageswerte von +20 bis +25 Grad und über dem Norden und Westen werden +17 bis +23 Grad berechnet. Kurzzeitig könnten über dem Süden zum 5./6. September auch bis +28 Grad erreicht werden. Damit wird die Wärme-Spitze des europäischen Prognosemodells gestützt.

Das nächste Hoch

Vom 8. bis 12. September simuliert das amerikanische Wettermodell einen weiteren Versuch zum Aufbau eines Hochdrucksystems über Skandinavien, was in diesem Zeitraum für die Jahreszeit typisch wäre - zumindest nach der Statistik. Das Hoch blockiert die atlantische Frontalzone und lässt diese regelrecht auflaufen. Ob das westlich oder direkt über Mitteleuropa geschieht, bleibt noch abzuwarten. Entsprechend variiert das Temperaturspektrum von +24 bis +28 Grad und +16 bis +21 Grad.

Warmes und durchwachsenes Herbst-Wetter
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Warmes und durchwachsenes Herbst-Wetter
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Unsicherheiten bleiben bestehen, der Wettertrend aber ist eindeutig

Zuletzt offerierten die Vorhersage-Modelle immer wieder deutlich zu warme und teils frühherbstliche Wetterentwicklungen, die allesamt mehr oder minder glaubhaft waren. Als eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung galt die gemäßigt warme bis warme Südwestwetterlage.

Und genau diese südwestliche Grundströmung wird heute sowohl von den Vorhersage-Modellen, als auch von den Kontrollläufen mehrheitlich gestützt, was die Wahrscheinlichkeit eines spätsommerlich warmen Verlaufs der ersten September-Dekade erhöht. Die Kontrollläufe berechnen von 4. bis 6. September einen Wärmesprung, was die Tageswerte näher an die +25 Grad, als an die +20 Grad-Marke bringen kann. Nachfolgend sinkt bis zum 13. September das Temperaturniveau sehr langsam ab und bleibt über dem Süden und Osten mit einer Differenz von +2 bis +4 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert (1961-1990) zu warm. Aber auch über dem Norden und Westen zeichnet sich mit einer Differenz von +1 bis +3 Grad ein zu warmer Temperaturtrend ab. Anders formuliert ist die Wahrscheinlichkeit bereits jetzt schon sehr hoch, dass die erste September-Hälfte zu warm ausfallen kann.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
3. September +14 bis
+25 Grad
+18 Grad bis
+20 Grad
7. September +16 bis
+30 Grad
+19 bis
+21 Grad
12. September +12 bis
+27 Grad
+18 bis
+20 Grad
Diagramm Temperaturen September 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Die Niederschlagsprognose: Mancherorts wird kein Tropfen Regen niedergehen

Heftige und unwetterartige Niederschläge sind in den kommenden 72 Stunden über den Alpenregionen und über Norditalien zu erwarten. Verbreitet können über diesen Regionen zwischen 80 bis 120 l/m² und örtlich bis 160 l/m² an Regen niedergehen. Aber auch über Süddeutschland und Teilen von Ostdeutschland sind ordentliche Regensummen zu erwarten.

Anders die Situation weiter nördlich, wo die Niederschläge bis zum 7. September nur spärlich zu erwarten sind. Es gibt auch Landstriche, wo überhaupt kein Niederschlag berechnet wird. Anders formuliert - fällt bei Ihnen bis zum Sonntag kaum Niederschlag, so ist im nachfolgenden Zeitraum bis zum 12. September mit nur sehr wenig Niederschlag zu rechnen, denn die Niederschlagsprognose der Kontrollläufe berechnet für den September eine nur leicht erhöhte Niederschlagsneigung. Verbreitet ist mit einem trockenen Wettercharakter zu rechnen.

Heftige Niederschläge über den Alpen, die sich noch über die Gebiete südlich der Donau ausdehnen können
Die Niederschlagsprognose des europäischen Wettermodells bis zum 6. September: Heftige Niederschläge über den Alpen, die sich noch über die Gebiete südlich der Donau ausdehnen können © windy.com

Langfristprognose: Wettertrend Herbst und Winter 2020/2021

September 2020

Der September wird mit einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961-1990) zu warm simuliert. In der Niederschlagsprognose hat es eine leichte Korrektur gegeben. Aus ursprünglich normal/leicht zu trocken wurde normal/leicht zu nass.

Oktober 2020

Der Oktober 2020 wird mit einer Differenz von +1,0 bis +2,0 Grad weiterhin deutlich zu warm simuliert. In der Niederschlagsprognose zeigen sich keine großartigen Abweichungen gegenüber dem vieljährigen Sollwert und ist im Trend als leicht zu nass einzustufen.

November 2020

Unverändert bleibt der Wettertrend für den November. Mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad wird er deutlich zu warm simuliert. Eine Korrektur gab es hingegen in der Niederschlagsprognose. Aus deutlich zu nass wurde leicht zu nass.

Dezember 2020

Die Korrektur für das Wetter im Dezember 2020 fällt hingegen deutlicher aus. Aus einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad wurde zwischenzeitlich eine Differenz von +1 bis +3 Grad. Der Dezember soll also im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert deutlich zu warm ausfallen. Die Niederschlagsprognose wurde ebenfalls deutlich angehoben, sodass der erste Wintermonat deutlich zu nass ausfallen kann. In Summe deutet das auf eine Westwetterlage hin.

Januar 2021

Achtung! Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Winter 2020/21 wird normal bis zu kalt ausfallen). Zum aktuellen Stand soll der Januar 2021 mit einer Differenz von +2 bis +3 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961-1990) sehr deutlich zu warm und zu nass ausfallen können. Im Vergleich zum Mittelwert von 1991-2020 soll der Januar 2021 mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad noch immer deutlich zu warm ausfallen können.

Februar 2021

Aber auch der letzte Wintermonat steht in Sachen Wärme in nichts nach. Der Februar 2021 soll im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961-1990 um +1 bis +3 Grad deutlich zu warm ausfallen. Im Vergleich zu 1991-2020 liegt die Abweichung mit +0,0 bis +2,0 Grad noch immer im teils deutlich zu warmen Bereich. In Sachen Niederschlag wird der Februar durchschnittlich und im Trend etwas zu nass bewertet.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +0,5 bis +1,5 Grad (+0,0 bis 1,0 Grad) Trend: normal bis etwas zu nass
Oktober 2020 +1,0 bis +2,0 Grad (+0,6 bis +1,7 Grad) Trend: normal bis etwas zu nass
November 2020 +1 bis +2 Grad (+0,2 bis +1,3 Grad) Trend: leicht zu nass
Dezember 2020 +1 bis +3 Grad (+0,0 bis +2,5 Grad) Trend: zu nass
Januar 2021 +2,0 bis +3,0 Grad (+1,0 bis +2,0 Grad) Trend: zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (-0,1 bis +1,9 Grad) Trend: normal bis etwas zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021  vom 28.08.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021 vom 28.08.2020

Die berühmt berüchtigte Westwetterlage im Winter 2020/2021?

Das Langfristmodell berechnet einen deutlich zu warmen Winter 2020/2021, was in Zeiten des Klimawandels nicht weiteres verwunderlich ist. Das aber eine Westwetterlage das Wettergeschehen weitgehend wird beeinflussen können, darauf deutet die erhöhte Niederschlagsaktivität hin. Ob das so kommen mag, bleibt abzuwarten - der Wettertrend für den Winter ist nur eine Momentaufnahme und kann sich noch mehrmals ändern. Zudem stehen die Chancen auf winterliche Episoden in Kombination von einem QBO-Ost, einem möglichen Major-Warming und der schwächelnden Sonne nicht schlecht.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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