Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2020/2021 Wettertrend vom 24.8.2020 - Frühherbst, Sommer oder Spätsommer?

Der Spätsommer im September?
Der Spätsommer im September?

Tiefdrucksysteme setzt sich in Richtung Mitteleuropa durch und sorgen über Mitteleuropa für ein Auf und Ab der Temperaturen. Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert aber zeichnet sich im September ein klarer Wettertrend ab.

Spürbar haben sich die Temperaturwerte in den letzten Tagen abgekühlt, bleiben aber weitgehend auf einem sommerlichen bis spätsommerlich warmen Niveau. Daran ändert sich auch in den kommenden Tagen nichts. Sommerlich warm wird es am Dienstag und Mittwoch insbesondere über dem Süden und Osten und noch einmal zum Freitag. Selbst das Erreichen der +30 Grad-Marke ist nicht auszuschließen, was Ende August schon eine Hausnummer ist.

Verantwortlich für die Warmluftschübe sind Tiefdruckgebiete, die auf ihrer Vorderseite die warmen Luftmassen nach Mitteleuropa transportieren können. Das geschieht mal mit mehr und mal mit weniger Dynamik. Stürmisch kann es bspw. zur Wochenmitte zugehen, wenn ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet Deutschland erreicht und über Norddeutschland für schwere Sturmböen sorgen kann. Unwetterpotential ist vorhanden, doch bleiben Details noch abzuwarten. Die nächste - turbulente Wetterlage - erreicht zum Freitag Deutschland. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August 2020.

Die Tiefdruckaktivität nimmt über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu und sorgt für einen abwechslungsreichen und teils turbulenten Wettertrend
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Tiefdruckaktivität nimmt über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu und sorgt für einen abwechslungsreichen und teils turbulenten Wettertrend
© www.meteociel.fr

Sommer, Spätsommer und der Frühherbst

Eigentlich wurde der erste Wetterumschwung der Vorhersage-Modelle für den 15. August berechnet und wurde auf den 22. August verschoben. Der richtig harte Schnitt ist aber noch immer nicht vollzogen und sommerliche Temperaturen spielen noch immer eine Rolle. So verwundert es auch nicht, dass der August - zum aktuellen Stand - im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert eine Abweichung von +4,75 Grad aufweist. Der August ist damit weiterhin auf Rekordjagd, denn der bisher wärmste August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen stammt aus dem Jahre 2003 mit einer Differenz von +4,1 Grad.

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(Hoch)Sommerwetter bis in den September hinein?

Die Tiefdruckaktivität auf den Atlantik ist gut strukturiert, wird jedoch von einem aufkeilenden Hochdruckgebiet auf den Atlantik in ihrer Struktur und Nachhaltigkeit gestört. Die Tiefdruckgebiete hängen sozusagen über Europa fest und können vom 29. August bis 1. September über Deutschland, Österreich und der Schweiz für so etwas wie frühherbstliche Gefühle sorgen. Mit einer hohen Niederschlagsaktivität liegen die Tageswerte meist im Bereich von +14 bis +18 Grad.

Doch das Zurückrudern der Vorhersage-Modelle beginnt und lässt sich seit ein paar Tagen in den Rahmenbedingungen immer wieder beobachten. Der Hintergrund ist das Aufwölben des Azorenhochs auf dem Atlantik. Je weiter westlich das geschieht, desto westlicher geht auch der Trog über Mitteleuropa nieder, bzw. an Mitteleuropa vorbei und anstatt in der kühlen Anströmung befinden sich Deutschland, Österreich und der Schweiz plötzlich in der warmen Anströmung. Das hätte zudem Konsequenzen für den Start in den September. Wie warm würde es werden können? Simuliert werden in diesem - speziellen Fall - Tageswerte zwischen +24 bis +28 Grad und örtlich bis +32 Grad. Diese Wetterentwicklung ist zwar weniger wahrscheinlich, sollte in den kommenden Stunden und Tagen aber genauer betrachtet und bewertet werden.

Geht der Trog zu weit westlich nieder, gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine warme Südanströmung der Luftmassen
Wetterprognose nach Kontrolllauf: Geht der Trog zu weit westlich nieder, gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine warme Südanströmung der Luftmassen
© www.meteociel.fr

Spätsommer

Der Spätsommer ist mit einem Temperaturspektrum von +18 bis +25 Grad etwas schwammig definiert. Er definiert aber die Übergangszeit vom Sommer in den Herbst, der weite Teile von Mitte August bis in den Oktober hinein dominieren kann, aber anschließend zügig auf dem Rückzug ist und dem Herbst das Spielfeld überlässt. Anders formuliert wäre eine spätsommerliche Wetterlage jetzt absolut typisch. Schaut man sich den aktuellen Mittelwert aller Kontrollläufe einmal an, so ist nach einer - kurzen - frühherbstlichen Wetterphase ab dem 2. September mit einer spätsommerlichen Wetterentwicklung zu rechnen.

Die Grundströmung würde aus südwestlichen Richtungen erfolgen und das Temperaturspektrum in Richtung der +18 bis +24 Grad ansteigen lassen. Mancherorts - insbesondere über Süddeutschland - wäre auch das Überschreiten der +25 Grad-Marke nicht auszuschließen. Da es sich aber um eine Südwestwetterlage handelt, wäre mit einem überwiegend leicht unbeständigen Wettercharakter zu rechnen.

Die spätsommerliche Südwestwetterlage
Wetterprognose nach dem Mittelwert der Kontrollläufe: Die spätsommerliche Südwestwetterlage
© www.meteociel.fr

Der Frühherbst

Diese Wetterlage berechnen momentan beide Vorhersage-Modelle mehr oder weniger einheitlich. Man muss aber auch gleich dazu erwähnen, dass diese Wetterprognosen in den jeweiligen Kontrollläufen zu den kältesten Varianten zählen. Anders formuliert: möglich ja, wahrscheinlich eher nicht.

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Wetterbestimmend ist bei einer frühherbstlichen Wetterentwicklung die gestörte Zirkulation. Entweder in Form eines Hochdrucksystems über Skandinavien (was von Tiefdruckgebieten unterwandert werden kann), oder aber in der bereits oben beschrieben Trogwetterlage. Interessant ist heute, dass die Vorhersage-Modelle beide Varianten berücksichtigen, wobei das Hoch über Skandinavien eine spannende Wetterentwicklung ist und im September noch für die eine oder andere Überraschung gut sein kann. In der aktuellen Wetterprognose aber wird das Hoch von Tiefdruckgebieten unterwandert und fördert somit den frühherbstlichen Wettercharakter.

Wie kühl kann es werden? Bei einem unbeständigen Wettercharakter wäre mit Tageswerten von +14 bis +18 Grad zu rechnen und das bis weit in die erste September-Dekade hinein.

Der frühherbstliche Wettercharakter in Form eines unterwanderten Hochs über Skandinavien, oder einer Trogwetterlage
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und dem amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: Der frühherbstliche Wettercharakter in Form eines unterwanderten Hochs über Skandinavien, oder einer Trogwetterlage
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Ein durchschnittlicher bis zu warmer Temperaturtrend

Phasenweise wird es in den kommenden Tagen mal wärmer und mal kühler werden können. Das ist das klassischen Vorderseiten- und Rückseitenströmung zu verdanken. Ein richtiges Durchgreifen einer frühherbstlichen Witterung aber ist nicht zu erkennen und schon gar nicht für den September auszumachen.

Eher das Gegenteil ist der Fall. Zeigt sich vom 25. bis 29. August ein weitgehend normaler und im Süden und Osten zu warmer Temperaturcharakter, so sinken die Werte vom 29. August bis 1. September kurzzeitig auf den normalen bis etwas zu kühlen Bereich ab, steigen aber zum 2. September bereits wieder in den - teils deutlich - zu warmen Bereich an. Um wie viel zu warm? Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert wären das über dem Süden und Osten um 2 bis 5 Grad zu warm und über dem Norden und Westen um 1 bis 4 Grad zu warm.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
30. August +12 bis
+22 Grad
+14 Grad bis
+18 Grad
3. September +15 bis
+25 Grad
+19 bis
+21 Grad
8. September +11 bis
+29 Grad
+20 bis
+22 Grad
Diagramm Temperaturen September 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Nicht flächendeckend

Die Niederschlagsprognose zeigt sich bis zum 3. September recht verhalten. Verbreitet sind Regensummen von 5 bis 15 l/m² zu erwarten. Nennenswert fallen die Regenmengen über Norddeutschland und den Regionen südlich der Donau aus. Dort können zwischen 20 bis 30 l/m² und örtlich bis 45 l/m² an Regen niedergehen. Direkt im Stau der Alpen können es bis zu 60 l/m² sein. In der Flächensumme aber pendelt sich die durchschnittliche Niederschlagsmenge auf rund 15 l/m² ein.

Trocken wird es in den kommenden Tagen nicht bleiben, doch verteilen sich die Niederschlagssummen recht unterschiedlich
Die Niederschlagsprognose des europäischen Wettermodells bis zum 1. September: Trocken wird es in den kommenden Tagen nicht bleiben, doch verteilen sich die Niederschlagssummen recht unterschiedlich © windy.com

Die Kontrollläufe stützen eine um den 30. August herum deutlich erhöhte Niederschlagsspitze, die zuvor und danach schwächer ausgeprägt ist, was wiederum für einen überwiegend spätsommerlichen bis sommerlichen Wettercharakter spricht.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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