Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2020/2021 - Ein Normalisierungstrend ist unverkennbar

Steht ein normaler Herbst bevor?
Steht ein normaler Herbst bevor?

Das Wetterjahr war bislang spektakulär und machte wieder eines sehr deutlich - man befindet sich im Klimawandel und trockene und heiße Phasen nehmen im zunehmenden Umfang zu. Was für Auswirkungen hat das auf die Wetterentwicklung im Herbst und Winter 2020/2021? In einer zweiteiligen Reihe blicken wir auf den Herbst und den Winter.

Aktuell bringt der Sommer die Menschen in Deutschland zum Schwitzen und wird zum Wochenende mit hochsommerlich heißen Temperaturen nochmals eine Schippe drauflegen können.

Mit einer erhöhten Neigung zu Schauern und örtlichen Gewittern sind im Verlauf der Woche Werte von +24 bis +28 Grad zu erwarten. Bis zum Ende der Woche können die Temperaturen auf +27 bis +33 Grad und örtlich bis +36 Grad ansteigen, bevor ein Tiefdruckausläufer von Freitag auf Samstag Deutschland überquert und mit einem erhöhten Unwetterpotential für eine neuerliche Abkühlung sorgt. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August 2020.

Tiefdrucksysteme nähern sich und beenden den hochsommerlich warmen bis heißen Wettercharakter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Tiefdrucksysteme nähern sich und beenden den hochsommerlich warmen bis heißen Wettercharakter
© www.meteociel.fr

Wie wird das Wetter im Herbst 2020?

Es ist nicht mehr lange hin und mit dem 31. August endet der meteorologische Sommer und mit dem 1. September beginnt der Herbst. Schaut man sich die obenstehende Wetterkarte an, so erkennt man die Verlagerung des Hochdrucksystems nach Osten, während die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik zunehmend kräftiger werden. Das entscheidende Detail für den Herbstbeginn ist, dass sich das Tief östlich vom Hoch in einem Auflösungsprozess befindet. Somit fehlt dem Hoch die Stütze und es kann nach Osten wegkippen.

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Spätsommer und Frühherbst

Allein schon der nun sicht- und spürbar sinkende Sonnenstand macht die Nächte länger und die Tage kürzer. Dieser Umstand sorgt dafür, dass sich die Tageswerte von den Extremen verabschieden und mehr in Richtung Frühherbst tendieren. Schaut man sich die Wetterprognose der Vorhersage-Modelle an, so wird ein Ende der hochsommerlichen Hitze zum kommenden Wochenende bestätigt. Nachfolgend greifen vermehrt atlantische Tiefdrucksysteme auf Mitteleuropa über und sorgen über Deutschland, Österreich und der Schweiz für einen unbeständigeren und auch kühleren Wettercharakter, wobei kühl relativ ist, denn die Tageswerte können sich mit +18 bis +24 Grad in einem für die Jahreszeit normalen Bereich bewegen.

Das Hoch verlagert sich nach Osten und gewährt der atlantischen Frontalzone einen größeren Spielraum
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Das Hoch verlagert sich nach Osten und gewährt der atlantischen Frontalzone einen größeren Spielraum
© www.meteociel.fr

Südwest- bis Nordwestwetterlage

Für den Start in meteorologischen Herbst wird es von großer Bedeutung sein, wie sich die Tiefdruckachse der atlantischen Frontalzone wird aufbauen können. Zum aktuellen Stand der Wetterprognosen befindet sich das Entwicklungszentrum der Tiefdrucksysteme im Bereich zwischen dem östlichen Kanada und Grönland, was die Tiefdruckrinne mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zwischen Island und Skandinavien verlaufen lässt. Das spricht im Zeitraum vom 24. August bis 2. September für eine überwiegend südwestlich dominierte Großwetterlage über Deutschland. Ziehen die Tiefdruckgebiete über Skandinavien hinweg, so ist über Deutschland, Österreich und der Schweiz kurzzeitig kühleres Rückseitenwetter zu erwarten.

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Unbeständig normal

Mit der zunehmenden Tiefdruckaktivität ist mit einem abwechslungsreichen Ende des Sommers und einem unbeständigen Start in den Herbst zu rechnen. Schaut man sich die Niederschlagsprognosen bis zum 27. August an, so ist immer wieder mit Schauern zu rechnen, die zu Regensummen zwischen 10 bis 20 l/m² und über den orographischen Staulagen bis zu 40 l/m² führen können.

Die Niederschlagsprognose der Kontrollläufe berechnen eine bis in den September hinein leicht erhöhte Niederschlagsneigung. Ein Betonhoch oder spätsommerliches Hochdrucksystem ist vorerst einmal nicht in Sicht. Vielmehr wird es so sein, dass sich in kurzen Abständen Tiefdruckgebiete und Zwischenhochs ablösen werden.

Tiefdruckausläufer werden bis in den September hinein für einen unbeständigen Wettercharakter sorgen können
Die Niederschlagsprognose des europäischen Wettermodells bis zum 26. August: Tiefdruckausläufer werden bis in den September hinein für einen unbeständigen Wettercharakter sorgen können © windy.com

Die Temperaturprognose

Die fällt nach den Kontrollläufen vom 23. August bis 2. September unauffällig auf und ist über dem Süden und Osten mit einer Abweichung zum vieljährigen Mittelwert als zu warm und über dem Norden und Westen mit einer Differenz von -1 bis +1 Grad als weitgehend normal zu bewerten. Anders formuliert bewegt sich das Temperaturspektrum größtenteils mit Werten von +17 bis +23 Grad im normalen und damit Jahreszeit-typischen Bereich.

Kühlere und wärmere Temperaturphasen werden sich bei einem unbeständigen Wettercharakter in schöner Regelmäßigkeit abwechseln können
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Erneut wird eine trogähnliche Struktur über Mitteleuropa berechnet, was über Deutschland zu einer deutlich erhöhten Niederschlagsleistung und gemäßigten Temperaturwerten führen kann
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
23. August +16 bis
+22 Grad
+19 Grad bis
+21 Grad
27. August +12 bis
+29 Grad
+19 bis
+21 Grad
1. September +13 bis
+29 Grad
+19 bis
+22 Grad
Diagramm Temperaturen August 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Die Herbstprognose der Langfristmodelle

Grundsätzlich sind Langfristprognosen mit einem hohen Maß an Skepsis zu bewerten und gewähren ausschließlichen einen Blick auf eine zu nasse oder zu trockene, oder zu warme oder kühle Wetterentwicklung. Details und Rückschlüsse auf einzelne Regionen lassen sich daraus nicht ableiten.

Der Herbst nach dem CFSv2-Modell

Der Normalisierungstrend zieht sich nach dem Wettertrend des CFSv2 Modell bis in den November hinein durch. Sowohl der September, wie auch der Oktober und November weisen gegenüber dem vieljährigen Mittelwert eine Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad im leicht zu warmen Bereich aus.

Im Niederschlagstrend zeichnet sich ebenfalls eine normale Entwicklung ab. Es sind keine extremen Trockenperioden auszumachen.

Die Herbst-Prognose der NASA

Ein ähnlicher Verlauf des Herbstwetters zeichnet sich nach der Wetterprognose der NASA ab. Der September und November sollen mit einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert zu warm ausfallen können, während der Oktober mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal bis nur leicht zu warm ausfallen soll.

Die Niederschlagsprognose wird für den September und Oktober leicht zu nass simuliert und verhält sich im November unauffällig gegenüber dem vieljährigen Sollwert.

Der Herbst nach dem europäischen Wettermodell

Die Wettervorhersage der europäischen Prognose-Modells simuliert den Herbst von September bis November mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad zu warm. Großartige Unterscheidungen der Herbstmonate sind nicht festzustellen - der September könnte tendenziell die höchste Abweichung vorweisen.

Fällt der September in der Niederschlagsprognose noch zu trocken aus, so ist im Oktober mit einer erhöhten Niederschlagsaktivität zu rechnen, die zum November eher unauffällig in Erscheinung tritt.

Auf den Punkt gebracht: Eine Normalisierungsphase steht bevor

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, doch die aktuellen Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle, der Kontrollläufe und auch der Langfristprognosen lassen den Rückschluss auf eine Normalisierung des Wetters im Verlauf der kommenden Tage zu, die sich auch durch den Herbst ziehen kann. Ob es so kommt, werden die kommenden Wochen zeigen.

Morgen folgt der zweite Teil mit einem Ausblick auf den Winter - und so viel sei schon jetzt verraten: Der Winter 2020/21 hat eine hohe Wahrscheinlichkeit normal bis zu kalt auszufallen und der Klimawandel spielt dabei eine nur untergeordnete Rolle.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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