Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020 aktuelle Wetterprognose vom 08. Februar 2020 - Ein Hoch entscheidet über den weiteren Wetterverlauf

Stürmische bis orkanartige Winde ziehen in den kommenden Tagen über Deutschland hinweg und führen kühlere Luftmassen nach Deutschland, was die Schneefallgrenze absinken lässt. Darüber hinaus entscheidet eine Hochdruckposition, ob das Wetter sich beruhigt, oder so turbulent weitergeht.

Ab den mittleren Lagen kann der Schnee auch liegen bleiben
Ab den mittleren Lagen kann der Schnee auch liegen bleiben

Der Wind wird ab Sonntag zunächst über dem Norden stark böig und nachfolgend stürmisch auffrischen. Im Tagesverlauf verlagert sich das Hauptwindfeld weiter nach Süden und erreicht zum Abend Bayern und Baden-Württemberg. In diesem Verlagerungsprozess intensivieren sich die Winde weiter und können auch über tieferen Lagen zu schweren Sturmböen führen. Über exponierten Lagen ist bis einschließlich Dienstagnachmittag mit orkanartigen Winden zu rechnen. Entsprechend hoch ist das Unwetter- und Schadpotential einzustufen.

Die Winde können über tieferen Lagen Geschwindigkeiten von 70 bis 110 km/h und über den exponierten Lagen und den Küstenregionen zwischen 90 und 130 km/h und unter bestimmten Voraussetzungen bis 170 km/h erreichen. Es empfiehlt sich bis zum Dienstag die entsprechenden Wetterwarnungen und die Windprognose zu beachten.

Orkanartige Winde sind zu erwarten
Windprognose des europäischen Prognose-Modells: Orkanartige Winde sind zu erwarten
© www.windy.com

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Nicht mehr ganz so warm

Die Schwankungen gehen weiter, was so auch zu erwarten ist/war. Zu dynamisch ist die aktuelle Wetterentwicklung, als dass die Details nach dem 15. Februar benannt werden können. Die wahrscheinliche Wetterentwicklung aber bleibt wenig winterlich.

Der Störimpuls

Die stürmische Wetterphase endet zum 13./14. Februar. Der Grund ist ein Hochdrucksystem auf dem Atlantik, das einen Keil in Richtung Island aufbauen kann. Der Hochdruckkeil kann sich aber nicht gegen die enorme Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik behaupten und wird weiter nach Osten gedrückt und positioniert sich zum 16. Februar im Bereich von der Barentssee und der Mittelmeerregion.

Der Störimpuls aber ist kräftig genug, um das Zirkulationsmuster entlang der Polarfront in Schwingung zu versetzen. Lagen Deutschland, Österreich und die Schweiz gestern noch auf der warmen (wirklich warmen) Seite des Hochs, so ist es heute das Hoch, was aus nördlichen Richtungen kühlere (nicht kalte) Luftmassen nach Mitteleuropa führt. Wie kühl? Die Werte pendeln sich mit +3 bis +7 Grad im nasskalten Bereich ein. Zum Vergleich: gestern wurden noch Werte von +10 bis +15 Grad und örtlich wären auch bis +18 Grad nicht auszuschließen gewesen!

Schaut man sich die nachfolgende Wetterkarte aber genauer an, so ist die warme Temperaturentwicklung noch nicht vom Tisch. Einzig die Position des Hochdrucksystems wird darüber entscheiden können.

Zwischen warm und kühl - wenig winterlich
Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells: Zwischen warm und kühl - wenig winterlich
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Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Eine weiterhin turbulente Wetterentwicklung

Das Hoch kann sich zum 14. Februar nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells auf dem Atlantik nicht nach Norden aufstellen. Zu kräftig und strukturiert ist die atlantische Frontalzone, die sich mit einem Zentraltief über Skandinavien positioniert. Das hat Konsequenzen.

Viel Wind und mäßig mild

Mit dem Tiefdruckzentrum über Skandinavien liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz am südlichen Gradienten, was in raschen Abständen - teils kräftige - Tiefdruckausläufer über Mitteleuropa hinwegziehen lässt. Neben einer hohen Niederschlagsneigung wäre phasenweise auch wieder mit Starkwindereignissen zu rechnen. Eine winterliche Wetterlage hätte nach der Wettervorhersage Amerikaner nicht im Ansatz eine Chance.

Viel Wind, viel Regen und wenig Winter
Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Viel Wind, viel Regen und wenig Winter
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Auf den Punkt gebracht: Für die Jahreszeit zu mild

Die Kontrollläufe bestätigen den Wettertrend der letzten Tage. Der Zeitraum vom 11. bis 14. Februar fällt aus Sicht der Temperaturen für die Jahreszeit typisch aus. Nachfolgend aber steigen die Temperaturen auf ein Niveau an, was im Schnitt um 2 bis 5 Grad zu warm ist. In Werten ausgedrückt bewegen sich die Temperaturen im Bereich von +6 bis +10 Grad.

Versucht man die winterlichen Ansätze zu erkennen, so gibt es keine. Keiner der Kontrollläufe zeigt eine Variante, die vom 10. bis 23. Februar zu Dauerfrost führen kann. Dafür bleibt die Niederschlagsprognose über dem Norden auf einem mäßig und über dem Süden auf einem leicht erhöhten Niveau.

Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
14. Februar +0 bis
+8 Grad
+2 bis
+5 Grad
18. Februar +4 bis
+15 Grad
+8 bis
+9 Grad
23. Februar +0 bis
+12 Grad
+6 bis
+8 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Was dem Winter als Möglichkeiten bleiben und was sich im Tagesverlauf alles getan hat, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 19:50 Uhr

Zum Thema Sturm gibt es nicht viel Neues zu berichten. Der kommt und wird seinen Höhepunkt in der Nacht auf Montag bis Montagnachmittag haben. In der Nacht auf Dienstag folgt ein zweites Sturmfeld nach. Beide Sturmfelder haben ein erhöhtes Potential für unwetterartige Starkwindereignisse mit einem erhöhten Schadpotential. Weitere Informationen hierzu in der Windprognose.

Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer

Auch darin stimmen die Wetterprognosen überein. Ab Dienstag wird es spürbar kühler und die Schneefallgrenze sinkt bis auf die mittleren Lagen ab. Vor allem aber in den Nächten kann auch über tieferen Lagen mit der Ausbildung einer Schneedecke gerechnet werden.

Eine milde Temperaturtendenz

Im Zeitraum nach dem 15. Februar berechnen beide Vorhersage-Modell einen milden Wettertrend, der die Temperaturen an, bzw. über die +10 Grad Marke ansteigen lassen kann. Was bleibt ist eine mäßig hohe Niederschlagserwartung und ein weiterhin hohes Potential von Starkwindereignissen. Der Grund hierfür liegt in einem ausgeprägten Tiefdrucksystem über Skandinavien, was nicht von der Stelle weichen möchte.

Eine weiterhin hohe Tiefdruckaktivität zu erwarten
Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Eine weiterhin hohe Tiefdruckaktivität zu erwarten
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Und der Winter?

Nach den gängigsten Vorhersage-Modellen und auch nach den Kontrollläufen hat der Winter bis zum 17. Februar so gut wie keine Chance sich über Deutschland bis auf das Flachland herab durchzusetzen.

Und der Polarwirbel?

Das ist das Interessante von heute Abend und hat wurde in den letzten Berechnungen immer wieder einmal gezeigt. Das Hoch keilt zum 19. Februar über England in Richtung Skandinavien auf und blockiert die atlantische Frontalzone vollständig. Dieser Störimpuls hat für Deutschland, Österreich und die Schweiz zwei mögliche Konsequenzen.

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Entweder das Hoch lässt sich nach Osten ab drängen und sorgt im Verbund mit der den Tiefdrucksystemen für eine sehr warme Südwestströmung. Die zweite Variante wäre eine Art Skandinavienhoch, was eine weitere Verbindung mit dem Kontinentalhoch eingeht. Je nach dessen Ausgestaltung wäre auch so etwas wie winterliche Temperaturen möglich - Dauerfrost also. Ob es dann aber auch zu Schneefall kommen kann, steht auf einem anderen Blatt. Das gelingt nur mit sog. Kaltlufttropfen, meist jedoch herrscht ein zu Nebel- und Hochnebel neigender und trockener Wettercharakter vor - Umgangssprachlich auch als Kahlfrost bezeichnet.

Das amerikanische Wettermodell hat heute Abend eine solche Berechnung im Programm. Dabei erfährt der Polarwirbel aber keinen Splitt, es kommt lediglich zu einem Displacement. Die Wetterlage nach der unten gezeigten Wetterkarte hätte über Deutschland Tageswerte von -2 bis +4 Grad zur Folge. Es ist halt schon Spätwinter.

Eine fast schon winterliche Temperaturentwicklung
Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Eine fast schon winterliche Temperaturentwicklung
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Und - hat der Winter nun eine Chance?

Das kommt darauf an, wie man Winter definiert. Man ist in den letzten Jahren ja bescheiden geworden und schon eine Schneeflocke wird in den Medien als Horrorwinter bewertet. Ja, die Niederschläge der kommenden Tage werden in Lagen oberhalb etwa 600 bis 800 Meter für reichlich Neuschnee sorgen können. Das ist Winter! Über tieferen Lagen ist das aber nasskalt und nur in den Nächten kann es zu einer weißen Überraschung kommen. Winterliches Geplänkel wäre also der passendere Ausdruck.

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Vom 15. bis 18. Februar zeichnet sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Milderung ab, die - je nach Tiefdruckposition - noch eine hohe Variabilität aufweist. Erst vom 18. bis 23. Februar zeigen sich ernsthafte Unternehmungen, um das Strömungsmuster nachhaltig zu verändern. Das kann aber neben winterlichen auch zu frühlingshaft milden Temperaturverhältnissen führen.

Anders formuliert bleibt nach dem 18. Februar die Entwicklung der Wetterlage nach allen Seiten offen, wie es der Mittelwert aller Kontrollläufe gut und anschaulich darstellt. Der Kältepol, bzw. die Aktivität des Polarwirbelzentrums ist verschoben und die kalte Luft strömt über Grönland und Island nach Süden aus (li). Daraus - kann - muss aber nicht, eine winterliche Wetterlage entstehen (re.). Soweit der Stand!

Der Winter kann, muss aber nicht eintreten
Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Der Winter kann, muss aber nicht eintreten
© www.meteociel.fr

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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