Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020 aktuelle Wetterprognose vom 15.01.2020 - Der Winter war bislang viel zu warm, ändert sich das?

Der Januar auf Rekordkurs? Trotz der aktuell sehr hohen Temperaturen hat der Januar - und der Winter - noch Luft nach oben und zum kommenden Wochenende geht das Temperaturniveau allgemein zurück. Wie aber steht es um den Winter in der letzten Januar-Dekade - bleibt er zu warm und zu trocken?

Mild - außergewöhnlich mild - ist das Temperaturniveau heute. Örtlich können bis zu +15 Grad erwartet werden. Doch so mild wird es nicht bleiben. Aus nördlichen Richtungen gelangen am Wochenende kühlere Luftmassen nach Deutschland, was die Tageswerte über dem Süden auf +0 bis +5 Grad und über dem Norden auf +4 bis +8 Grad zurückgehen lassen kann.

Die Schneefallgrenze sinkt über Baden-Württemberg und Bayern bis auf die mittleren Lagen ab, wobei auch über den tieferen Lagen der eine oder andere Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer nicht ganz ausgeschlossen werden kann. In den Nächten ist wieder mit Frost zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Januar 2020.

Der eine oder andere Schneeschauer ist möglich
Der eine oder andere Schneeschauer ist möglich

Es wird kühler

Der Keil eines Hochdrucksystems auf dem Atlantik verlagert sich zum Wochenende in Richtung Mitteleuropa und führt entlang seines östlichen Gradienten kühlere Luftmassen nach Deutschland. Die Niederschlagsneigung lässt nach und der Himmel klart auf, was zum Start in die neue Woche zu Tiefstwerten -4 bis 0 Grad führen kann (milder bleibt es mit bis +2 Grad über den Küstenregionen).

Am östlichen Gradienten eines Hochdrucksystems gelangen kühlere Luftmassen nach Deutschland
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Am östlichen Gradienten eines Hochdrucksystems gelangen kühlere Luftmassen nach Deutschland
© www.meteociel.fr

Halbzeitbilanz des meteorologischen Winters 2019/2020

Der Januar 2020 ist zum aktuellen Stand um etwa +4,2 Grad zu warm. Das wärmste Bundesland ist mit einer Differenz von +5,3 Grad Mecklenburg-Vorpommern, die kältesten sind mit +3,3 Grad Baden-Württemberg und Bayern.

Im Schnitt war die erste Winter-Hälfte um rund +3,4 Grad zu warm. In Sachen Niederschlag hängt der Januar 2020 noch hinterher und hat erst zu 32 Prozent sein Niederschlagssoll erfüllen können. Besonders trocken zeigen sich Baden-Württemberg und Bayern, wo das Niederschlagssoll erst zu 10, bzw. zu 14 Prozent erfüllt werden konnte.

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Zusammenfassend: Der Dezember 2019 war um +2,9 Grad zu warm, der Januar bis dato um +4,2 Grad zu warm. Der Dezember war etwas und der Januar zu trocken. In Summe ergibt sich dadurch eine deutlich zu warme und zu trockene erste Winterhälfte.

Rekordwetter?

Wir wurden in den letzten Tagen vermehrt gefragt, wie denn die Rekordwerte im Januar sind. Diese kann man auf der Übersichtsseite zum Wetter Januar nachlesen. Der wärmste Januar hatte eine Abweichung von +4,76 Grad (2007) und die höchste Temperatur betrug +20,7 Grad. Vom Rekord ist das Wetter also noch etwas entfernt.

Für den Winter gilt der wärmste mit einer Abweichung von +4,1 Grad aus dem Jahr 2007 und einer höchsten Tagestemperatur von +24 Grad. Da ist also noch etwas Luft vorhanden.

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: wenig winterlich

Diesen Wettertrend stützt das europäische Wettermodell seit einigen Tagen. Das Hoch auf dem Atlantik flacht ab und rückt weiter auf den Atlantik raus.

Nasskaltes und abwechslungsreiches Wetter

Durch die neue Hochdruckposition konzentriert sich die Tiefdruckaktivität ab dem 24. Januar über Skandinavien und im Verbund der beiden Wettersysteme wird eine nasskalt anmutende Nordwestströmung eingeleitet. Bei Tageswerten von +2 bis +6 Grad sind weder die Freunde des Winterwetters noch diejenigen die sich warmes Wetter wünschen zufrieden zu stellen. Entsprechend hoch wird das Frustpotential sein.

Nasskalt und windig
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Nasskalt und windig
© www.meteociel.fr

Über Kanada tritt eine Veränderung ein

Vergrößert man den Kartenausschnitt der Europäer, so erkennt man das Aktivitätszentrum des Polarwirbels im Bereich der Barents- und Karasee. Gleichzeitig erhöht sich auf der anderen Seite - über Kanada - der Luftdruck.

Anders formuliert ist das als ein neuerlicher Ansatz für einen Ausweg aus der milden Temperaturserie zu bewerten. Was letztlich aus diesem Ansatz wird, werden die kommenden Stunden zeigen, doch die Europäer hatten in den letzten Tagen immer wieder einmal eine solche Wetterentwicklung berechnet.

Ein winterlicher Ansatz - mehr nicht
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Ein winterlicher Ansatz - mehr nicht
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: So wird das nichts mit dem Flachlandwinter

Das Hoch über Kanada wird auch vom amerikanischen Wettermodell zum 25. Januar berechnet. Doch die Hochdruckachse verläuft anders, was die Wetterlage über Mitteleuropa nachhaltig verändern kann.

Nordwestwetterlage mit optionalem Winter ab den mittleren Lagen

Auch das ist ein Wettertrend, der sich in den letzten Tagen zunehmend festigt. Somit ist klar, dass das viel zu hohe Temperaturniveau der ersten 15 Januar-Tage in der letzten Januar-Dekade keinen Bestand mehr haben wird.

Das Hoch erstreckt sich in einer Achse, die das Kaltluftzentrum des Polarwirbels anzapft und in Richtung Grönland, bzw. dem östlichen Kanada führt. Daraus entsteht zum 25. Januar eine erneut hohe Tiefdruckaktivität zwischen Island und Neufundland, doch im Vergleich zu den letzten Tagen liegt das Hoch auf dem Atlantik deutlich passiver über dem Süden, was die Tiefdruckaktivität und damit die Niederschlagsleistung über Mitteleuropa ansteigen lässt. Zudem steigt nach dieser Wetterprognose ab dem 25. Januar das Potential von Starkwindereignissen an.

Wenig winterlich

Vom 26. bis 30. Januar aber bleiben die Berechnungen wenig winterlich. Schaut man sich den unten stehenden Kartenabschnitt an, so wird nach den Amerikanern das Aktivitätszentrum des Polarwirbels wieder in Richtung Kanada gezogen. Zwar ergeben sich in diesem Prozess durchaus höhere Wellenbewegungen entlang der Polarfront, was die Temperaturen kurzzeitig mal in Richtung der Null-Grad-Marke absinken lassen kann, doch eine winterliche Wetterlage bis auf das Flachland herab sieht anders aus.

Keine nachhaltig winterliche Wetterlage
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Keine nachhaltig winterliche Wetterlage
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Es wird kühler

Immerhin berechnen die Kontrollläufe vom 19. bis 24. Januar Tageshöchstwerte von +5 Grad über dem Westen und Norden und um die +2 Grad über dem Süden und Osten. Das ist im Vergleich zu heute ein Temperatursturz von bis zu 13 Grad. Man kann die Werte auch als Jahreszeit-typisch bewerten.

Für die Jahreszeit zu mild

Doch diese etwas kühlere Temperaturperiode soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Zeitraum vom 24. Januar im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von den Kontrollläufen mit Tageswerten von +4 bis +8 Grad zu mild berechnet wird. Richtig - knackig - winterliche Wetterlagen werden nur im Ansatz angedeutet. Anders formuliert wird auch die letzte Januar-Dekade mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu mild ausfallen können.

Ansteigende Niederschlagstendenz

Bis zum 24. Januar sind keine großartigen Niederschlagsmengen zu erwarten. Erst im Zeitraum darüber hinaus zeichnet sich eine über dem Norden mäßige und über dem Süden leicht erhöhte Niederschlagsentwicklung ab. Auch hieraus lässt sich am Ende des Januars ein insgesamt zu trockener Wintermonat ausmachen.

Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
22. Januar -4 bis
+7 Grad
+1 bis +2 Grad über dem Süden und Osten
+4 Grad über dem Westen und Norden
26. Januar +0 bis
+9 Grad
+4 bis
+6 Grad
30. Januar +0 bis
+11 Grad
+4 bis
+6 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2020 vom 15.01.2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Das Wetter bleibt wie es ist - für die Jahreszeit zu mild. Zwar wird es ab dem kommenden Wochenende signifikant kühler, doch bleibt das Temperaturniveau in der letzten Januar-Dekade auf einem für die Jahreszeit etwas zu milden Bereich. Ein paar winterliche Ansätze aber gibt es - allen voran bei den Europäern - zu erkennen. Was daraus im Tagesverlauf geworden ist, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Winterprognose an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 19:58 Uhr

Die Wetterprognose der Vorhersage-Modelle hatten im Tagesverlauf keine sonderlich winterlichen Varianten im Programm und so hat sich am eigentlichen Wettertrend für die letzte Januar-Dekade wenig verändert und bleibt bis auf weiteres nasskalt.

Der winterliche Ansatz

Interessant aber ist die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Abend, die im Ansatz exakt das berechnet, was die Europäer schon heute Morgen simuliert hatten. Diese Variante hat es durchaus in sich und könnte bereits zum 23. Januar für eine tiefgreifende Veränderung beim Wetter führen.

Die Theorie

Die lässt sich am besten mit den Druckanomalien erklären und wurde hier schon seit ein paar Tagen immer wieder einmal angesprochen. Die Hochdruckverbindung zwischen Sibirien und Kanada gilt derzeit als gestört und je länger dieser Prozess andauert, desto wahrscheinlicher ist auch eine nachhaltige Veränderung des Wetters über Mitteleuropa.

Druckanomalie bis 25. Januar 2020
Druckanomalie bis 25. Januar 2020 - Das Wetter wird sich im Verlauf der letzten Januar-Dekade verändern können © climatereanalyzer.org

Über kurz oder lang strebt das Hoch nach Norden

Was man auf den Druckanomalien sieht, ist die Konzentration von tiefem Luftdruck im Bereich zwischen der Barents- und Karasee. Zeitgleich wird die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik schwächer und das Hoch über Kanada stärker. Im Grunde sind das alles Parameter, die dafür sprechen, dass sich das Hoch an einer der drei Stellen der roten Pfeile nach Norden aufwölben kann. Je nachdem wo das geschieht, ist mehr oder minder der Winter über Mitteleuropa möglich.

Es handelt sich hierbei um einen theoretischen Ansatz, die Vorhersage-Modelle ziehen da ebenso wenig mit, wie es die Kontrollläufe tun, doch sind die Ansätze - wie bspw. bei den Amerikanern von heute Abend zu sehen, die exakt in diese Richtung gehen.

Der Winter in Lauerstellung
Berechnung Wetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Winter in Lauerstellung
© www.meteociel.fr

Mehr als nur Theorie?

Schaut man sich den Mittelwert aller Kontrollläufe von heute Abend an, so wird dieses Szenario mehrheitlich ab dem 23. Januar simuliert. Anders formuliert ist da etwas im Busch, was es in den kommenden Tagen genauer zu beobachten gilt. Um den Wintersack aber zuzumachen, müsste das Hoch auf dem Atlantik nach Norden aufstreben und nach den gängigsten Varianten tut es eben das nicht und so bleibt der Wettertrend für die letzte Januar-Dekade zunächst etwas zu mild zu bewerten.

Erst wenn das Hoch nach Norden aufkeilt, bekommt der Winter seine Chance
Der Mittelwert aller Kontrollläufe: Erst wenn das Hoch nach Norden aufkeilt, bekommt der Winter seine Chance
© www.meteociel.fr

Kontrollläufe wieder etwas kühler

Apropos Kontrollläufe, die sind heute Abend etwas kühler geworden und berechnen in ca. 1.400 Meter Höhe Temperaturen von -3 bis +1 Grad. Das ist zu warm für den Flachlandwinter und zu mild für den Winter über mittleren Lagen, es geht aber im Kern um die erneute Zunahme von Varianten, die den Bereich unterhalb der -5 Grad Marke abbilden, was letztlich winterliche Bedingungen bis auf die tieferen mittleren Lagen zur Folge hätte (200 bis 500 Meter).

Die Erkenntnis: Nasskalt

Nasskalt bleibt der Trend, denn auch nach den Kontrollläufen liegen bis Ende Januar die Mittelwerte über dem Süden zwischen +1 bis +5 Grad und über dem Norden zwischen +4 bis +8 Grad. Im Grundrauschen aber bleibt der Winter optional. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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