Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020 aktuelle Wetterprognose vom 02.01.2020 - Ab der zweiten Januar-Dekade erhöht sich der Entwicklungsspielraum

Über dem östlichen Kanada kommt es in den kommenden 72 Stunden zu einem bemerkenswerten Kaltluftvorstoß, der das Wetter über Deutschland in den ersten Januar-Dekade maßgeblich beeinflussen wird.

Eine strukturelle Veränderung steht beim Wetter in den kommenden Tagen bevor. Die Bewölkung verdichtet sich und nachfolgend setzt zum 3. Januar häufiger Niederschlag ein. Gleichzeitig dreht der zunehmend böige Wind auf nordwestliche Richtungen und führt kühlere Luftmassen nach Deutschland. Die Temperaturen gehen etwas zurück und pendeln sich in einem nasskalten Bereich ein.

Die Wetteraktivität nimmt zu
Die Wetteraktivität nimmt zu

Auf dem Atlantik geht es rund

Winterliche Wetterverhältnisse sind bis zum 7. Januar nicht zu erwarten. Zwar kann sich mit eingeflossener Kaltluft der eine oder andere Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab verirren, doch bleiben die Tageswerte verbreitet im positiven Bereich. Mit Neuschnee ist hingegen über den höheren mittleren Lagen der östlichen Mittelgebirge und dem Bayerischen Wald und dem Alpenvorland zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Januar 2020.

Der Grund der für die Jahreszeit zu warme Temperaturentwicklung lässt sich auf dem Atlantik, bzw. dem östlichen Kanada finden. Aktuell geht es dort noch gemäßigt zu, doch in den kommenden 72 Stunden gelangen sehr kalte Luftmassen über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland und rücken dort auf den warmen Atlantik vor. Die Temperaturdifferenz zwischen den Luftmassen beträgt bis zu 30 Grad auf engstem Raum. Da wird es also rund gehen, was sich in Form eines kräftigen Tiefdruckwirbels bis zum 7. Januar zwischen Grönland und Island bestätigt.

Auf dem Atlantik entstehen kräftige Tiefdruckgebiete
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Auf dem Atlantik entstehen kräftige Tiefdruckgebiete
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten

Die atlantische Wetteraktivität wird in der Wetterprognose des europäischen Wettermodells vom 7. bis 12. Januar als hoch eingestuft und gut strukturiert simuliert.

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Abwechslungsreich

Dabei wechseln sich Hoch- und Tiefdruckgebiete mit ihrem Einfluss auf Deutschland in raschen Abständen ab. In den Phasen dazwischen kann es auch mal windiger werden und zum 8., 10. und 11. Januar ist auch ein erhöhtes Potential von Starkwindereignissen auszumachen.

Nichts winterliches

Die atlantische Tiefdruckaktivität führt milde Luftmassen mit sich, die zwischendurch auch einmal in den nasskalten Bereich absinken kann, aber mit Tageswerten von +4 bis +8 Grad ist vorerst nicht mit winterlichen Wetterverhältnissen zu rechnen.

Zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten bleibt der Wettercharakter im Januar wenig winterlich
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten bleibt der Wettercharakter im Januar wenig winterlich
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Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Eine für die Jahreszeit zu warme Wetterentwicklung

Die Wetterprognose der Europäer stützt die Ansammlung von enormen Kaltluftmassen im Bereich zwischen dem östlichen Kanada und Grönland. Doch im Unterschied zu den Europäern konzentriert sich die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik.

Größerer Einfluss eines Hochdrucksystems

Die erhöhte Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik lässt dem Azorenhoch mehr Spielraum für die Entwicklung eines Hochdruckkeils in Richtung Mitteleuropa. Die Tiefdruckgebiete laufen auf das Hoch auf und sorgen für eine südwestlich orientierte Grundströmung.

Außergewöhnlich mild

Mit Hilfe der Südwestströmung gelangen sehr warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz, was die Tageswerte bis zum 13. Januar auf +5 bis +10 Grad und mit einer längeren Sonnenscheindauer auf bis +12 Grad ansteigen lassen kann.

Eine für die Jahreszeit außergewöhnlich milde Wetterlage
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Eine für die Jahreszeit außergewöhnlich milde Wetterlage
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Auf den Punkt gebracht: Vorsicht mit der zu milden Wetterentwicklung

Zwar berechnen beide Vorhersage-Modelle eine bis zum 13. Januar wenig winterliche Wetterentwicklung, doch schaut man sich die Kontrollläufe an, so ergeben sich Ungereimtheiten, die sich in Form eines breiter werdenden Entwicklungsspektrums zeigen.

Wettervorhersage der Kontrollläufe: Vieles ist möglich

Interessant ist im Vergleich zu den vorherigen Tagen, dass der Polarwirbel mit dem massigen Kaltluftzentrum über dem östlichen Kanada provoziert und polarisiert. Dafür fehlt die Energie an anderer Stelle und wie so oft - wenn man etwas mit aller Gewalt will - geht der Schuss nach hinten los. Wie das aussehen kann, zeigt sich in einer zunehmenden Anzahl von Kontrolllvarianten.

Instabiler Polarwirbel

Das kann in extremen Varianten soweit gehen, dass der Polarwirbel nicht nur instabiler wird, sondern auch ein Splitverhalten aufweist. Im nachfolgenden Beispiel wäre über Deutschland, Österreich und der Schweiz jedoch mit einer sehr warmen Südströmung zu rechnen, es visualisiert aber gut, was aus so einer Konzentration von Kaltluftmassen für Entwicklungen hervorgehen können. Anders ausgedrückt. Eine für die Jahreszeit zu milde Wetterentwicklung ist bis zum 12. Januar weitgehend gesetzt, darüber hinaus ergibt sich ein Spielraum für weitere Wetterentwicklungen.

Gesichert ist die Wetterentwicklung in der zweiten Januar-Dekade noch nicht
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Gesichert ist die Wetterentwicklung in der zweiten Januar-Dekade noch nicht
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Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
9. Januar +6 bis
+11 Grad
+6 bis
+7 Grad
13. Januar -3 bis
+8 Grad
+3 bis
+4 Grad
17. Januar -9 bis
+9 Grad
-1 bis +1 Grad über dem Süden und Osten
+1 bis +3 Grad über dem Norden und Westen
Diagramm Temperaturen Januar 2020 vom 02.01.2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Das Kaltluftkonzentrat über Kanada wird das Wetter über Mitteleuropa beeinflussen. Ob das in Form einer windigen bis stürmischen West-, oder gemäßigten und milden Südwestwetterlage der Fall sein wird, bleibt im Detail noch abzuwarten. Tatsache aber ist, dass die Temperaturen im Verlauf der ersten Januar-Dekade im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert zu warm bleiben. Erst mit dem Beginn der zweiten Januar-Dekade erhöht sich der Spielraum weiterer Wetterentwicklungen. Was sich im Tagesverlauf verändert hat und was passieren muss, damit der Winter seine Chance bekommt, erläutern wir in einer Aktualisierung der Wetterprognose heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 20:00 Uhr

Sowohl heute Nachmittag, wie auch heute Abend bestätigten die Vorhersage-Modelle die für die Jahreszeit zu warme Wetterentwicklung bis weit in die zweite Januar-Dekade hinein. Der Grund hierfür ist ein kräftiger - und unbändiger - Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland.

Mildes uns teils unbeständiges Wetter
Berechnung Wetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: Mildes uns teils unbeständiges Wetter
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Wo bleibt der Winter?

Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten. Erst wenn der Kaltluftzustrom endet - oder sich entlang der Polarfront ein Störimpuls etabliert - ist mit einer Veränderung zu rechnen. Ob das dann in Richtung Winter geht, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass ein kräftiger Kaltluftvorstoß auf dem Atlantik häufiger eine Südwestwetterlage über Mitteleuropa etabliert.

Das Dilemma für den Winter

Deutlicher lässt sich das in den Druckanomalien zeigen. Wie in den letzten Tagen beschrieben, fehlt der Hochdruckimpuls auf dem Atlantik. Gleichzeitig aber dehnt sich innerhalb des Polarwirbels ein Hochdrucksystem aus und da diese sich im und Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn drehen, wird die Kaltluftzufuhr über dem östlichen Kanada noch verschärft. Das Ganze beschreibt man auch als ausgeprägte Erhaltungsneigung. Damit sich das verändert, müssen andere Einflüsse her.

Druckanomalie bis 12. Januar 2020
Druckanomalie bis 12. Januar 2020 - Da ist nichts winterliches zu erkennen © climatereanalyzer.org

Die Randfaktoren

Sog. Frühindikatoren für Veränderungen ist u.a. die Stratosphärenhöhe, doch da zeigt sich mit einem mäßig starken Minor-Warming - was sich nicht bis zu einem Major-Warming weiterentwickeln kann - kein Impuls zu einer durchgreifenden Veränderung. Eher das Gegenteil ist der Fall. Die Windgeschwindigkeiten werden bis Mitte Januar in Stratosphärenhöhe auf +280 km/h berechnet. Ein kräftig strukturierter Polarwirbel in den unteren Luftschichten ist zu erwarten, bzw. ist eine plausible Entwicklung.

AO- und NAO-Index positiv

Auch an diesen beiden Indikatoren hat sich heute nichts verändert. Diese bleiben bis zur Monatsmitte weitgehend im positiven Bereich und sinken zur letzten Dekade langsam auf den neutralen Bereich ab. Anders formuliert stützt das beim Wetter eine hohe West- bis Südwestaktivität.

Kontrollläufe: Auswege werden geboten

Um den 8. Januar herum lässt sich nach den Kontrollläufen die nächste Schlüsselszene beim Wetter ausmachen und zeigt sich in den Kontrollläufen in deutlich zu warmen, aber auch zu kalten Berechnungen, was auch heute Morgen und heute Nachmittag so simuliert wurde. Weiterhin interessant ist, dass der Polarwirbel im Verlauf der zweiten Januar-Dekade von einigen Kontrollläufen schwächer berechnet wird. Das geht soweit, dass auch ein Polarwirbelsplit mit berücksichtigt wird.

Der Spielraum für den Winter bleibt in der zweiten Januar-Dekade erhalten
Berechnung Wetterlage nach Kontrolllauf: In der zweiten Januar-Dekade bleibt der Spielraum für den Winter
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Die Erkenntnis: Wenig Winter

Der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada kommt und wird das Wetter ab dem 6. Januar über Deutschland vermehrt bestimmen können. Das wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erst einmal mit einer milden bis warmen Grundströmung und einer ansteigenden Niederschlagsneigung vonstatten gehen. Daran wird sich wohl bis zum Beginn der zweiten Januar-Dekade wenig verändern. Ob der Winter dann zu seiner Hochwinterphase durchschlägt, bleibt abzuwarten. Möglichkeiten sind vorhanden, auch wenn die Vorhersage-Modelle eine für die Jahreszeit weiterhin zu milde Temperaturentwicklung aufzeigen. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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