Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 27.12.2019 - Komplettausfall des Winters? Ein Blick auf die Langfristprognosen

Was ist mit dem Winter los - droht ein Totalausfall? Die Entscheidung darüber könnte schon frühzeitig fallen.

Ein Hochdruckkeil strebt von Portugal über Spanien und Frankreich in Richtung Deutschland auf und sorgt in den kommenden Tagen für einen ruhigen und zu Nebel neigenden Wettercharakter. Die Niederschlagneigung ist bis einschließlich Silvester als schwach zu bewerten. Mehr dazu in der Wetterprognose zum Wetter Silvester 2019.

Eine wenig winterliche und zu Nebel neigende Großwetterlage
Eine wenig winterliche und zu Nebel neigende Großwetterlage

Kein winterlicher Start in das Jahr 2020

Zwar versucht die atlantische Frontalzone Anfang Januar mehr Einfluss auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu gewinnen, doch scheitert dieses Vorhaben zunächst noch bis zum 2. Januar. Erst nachfolgend gelingt es den Tiefdruckgebieten das Hoch in die Defensive zu zwingen. Bis zum 5. Januar nimmt die Tiefdruckaktivität zu und mit Niederschlägen ist zu rechnen, doch sind die Tageswerte mit +4 bis +8 Grad von winterlichen Verhältnissen weit entfernt. Daran hat sich im Tagesverlauf wenig verändert.

Keine winterlichen Aussichten bis zum 5. Januar
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Keine winterlichen Aussichten bis zum 5. Januar
© www.meteociel.fr

Wann kommt der Winter?

Der Dezember 2019 wird wohl als der drittwärmste Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Wettergeschichte eingehen können. Unter anderem führte diese langanhaltende Zufuhr milder Luftmassen dazu, dass der Winter bislang keine Chance - noch nicht einmal Ansatzweise - hatte, sich über Deutschland zu zeigen. Insofern ist die Frage nach Wann kommt der Winter? berechtigt.

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Nicht optimale, aber auch nicht die schlechtesten Voraussetzungen

Die Wetterprognose der Amerikaner stimmt mit der des europäischen Wettermodells weitgehend darin überein, als dass sich das Zentrum des Polarwirbels im Verlauf der ersten Januar-Dekade in Richtung der Barentssee verlagert, wie das Ansatzweise aus der oben gezeigten Wetterkarte zu entnehmen ist.

So lange aber die nachfolgende Tiefdruckrinne intakt ist, ändert sich auch nichts an der milden Wetterlage. Dass es auch anders gehen kann, zeigte das amerikanischen Wettermodell im Tagesverlauf. Das Hoch liegt westlich von Europa, während sich der Polarwirbel mit einem Aktivitätszentrum mehr in Richtung der Barentssee und Karasee verlagert. Damit bleibt dem Azorenhoch mehr Spielraum, sich nach Norden aufzuwölben.

Dieser Prozess wird über Mitteleuropa ab dem 6. Januar zunächst zu einer nasskalten Nordwestwetterlage führen, bevor zum Start in die zweite Januar-Dekade sich - zumindest in der Theorie - mehr Optionen für den Winter ergeben können. Die Wellenbewegung entlang der Polarfront ist jedenfalls deutlich erhöht, was für die Stabilität des Polarwirbels nicht zuträglich ist.

Die Wellenbewegung entlang der Polarfront nimmt im Verlauf der ersten Januar-Dekade zu
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Die Wellenbewegung entlang der Polarfront nimmt im Verlauf der ersten Januar-Dekade zu
© www.meteociel.fr

Die Stabilität des Polarwirbels

Ein Indikator für den Zustand des Polarwirbels ist der sog. AO-Index. Aktuell ist dieser negativ, steigt aber bis zum 1. Januar in den deutlich positiven Bereich an, während zeitgleich der NAO-Index ebenfalls in die positive Richtung tendiert. Eine westliche Grundströmung ist für die ersten Januar-Tage - anhand dieser zwei Randfaktoren - eine wahrscheinliche Wetterentwicklung. Doch so schnell der AO-Index ansteigt, so schnell sinkt er zum 5. Januar auch wieder ab. Im Grunde bestätigt sich ab diesem Zeitraum ein größer werdender Spielraum - sowohl für warme, als auch kältere Wetterentwicklungen. Ob der Winter dabei sein wird, bleibt abzuwarten.

Die Tiefdruckaktivität verlagert sich in Richtung der Karasee

Das ist das eigentlich Interessante, dass der Wettertrend der letzten Tage hinsichtlich der Verlagerung des Polarwirbelzentrums heute erneut bestätigt wurde und sich zwischenzeitlich auch in den Druckanomalien zeigt. Je weiter das Tiefdruckzentrum nach Osten vorrückt, desto schwerer wird die Aufrechterhaltung der atlantischen Tiefdruckrinne. Zudem ist das Hoch über Mittel- und Westeuropa gut ausgebildet. Da fehlt also nicht mehr viel.

Und doch ist es für den Winter Chance und Risiko zugleich. Erst wenn sich das Hoch in Richtung Island aufwölbt, kippt die Tiefdruckachse über Skandinavien und der Zustrom kalter Luftmassen gelingt (dicke rote Pfeile). Gelingt das in den kommenden Tagen nicht, so bleibt der Winter bis in die zweite Januar-Dekade hinein mild.

Druckanomalie bis 6. Januar 2020
Druckanomalie bis 6. Januar 2020 - Nur wenn sich das Hoch über dem Atlantik nach Norden aufwölbt, bekommt der Winter seine Chance © climatereanalyzer.org

Keine winterlichen Aussichten

Die Chancen für den Winter sind vage, was die Kontrollläufe bestätigen. Nimmt man den Mittelwert aller Kontrollläufe, so sind die winterlichen Ambitionen bis zum Beginn der zweiten Januar-Dekade auf null zu reduzieren. Das Tiefdruckzentrum liegt bis zum 12. Januar zwischen Island und Skandinavien, während das Azorenhoch flach zwischen Frankreich und Deutschland liegt. Mildes Westwindwetter unter einem zunehmenden Hochdruckeinfluss wäre die Folge hieraus.

Wo soll der Winter denn herkommen?
Mittelwert der Kontrollläufe: Wo soll der Winter denn herkommen?
© www.meteociel.fr

Für die Jahreszeit zu warm zeigt sich dementsprechend der Temperaturtrend der Kontrollläufe.

Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
3. Januar +1 bis
+8 Grad
+4 bis
+6 Grad
7. Januar -2 bis
+11 Grad
+5 bis
+7 Grad
11. Januar -3 bis
+10 Grad
+2 bis
+4 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2019 vom 27.12.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Winterprognose der Langfristmodelle

Aufgrund der doch deutlich zu milden Temperaturentwicklung der Vorhersage-Modelle, wie reagieren die Langfristmodelle darauf?

Wetterprognose des CFSv2 Modells: Verheerend für den Winter

Die Abweichung für den Januar 2020 wird im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert mit +1 bis +3 Grad deutlich zu warm berechnet. Noch eins oben drauf gesetzt wird mit einer Abweichung von +2 bis +4 Grad für den Februar 2020. Beide Wintermonate also deutlich zu warm und in der Niederschlagsprognose leicht zu nass.

Wettertrend der NASA: Ein zu warmer Winter

Gemäßigter, aber letzten Endes ebenfalls zu warm fällt die Winterprognose der NASA aus, welche den Januar und Februar 2020 jeweils mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad deutlich zu warm berechnet. Die Niederschlagsprognose fällt für beide Wintermonate normal bis leicht zu trocken aus.

Langfristprognose des europäischen Wettermodells: Keine Chance für den Flachlandwinter

Der Wintertrend ist ähnlich der der NASA und ist mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert als deutlich zu warm zu bewerten. Die Niederschlagsprognose fällt leicht positiv aus.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (CFSv2)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Dezember 2019 2,8 bis +3,3 Grad Trend: etwas zu trocken
Januar 2020 +1 bis +3 Grad Trend: etwas zu nass
Februar 2020 +2 bis +4 Grad Trend: etwas zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2019/2020  vom 27.12.2019
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2019/2020

Auf den Punkt gebracht: Ein zu warmer Winter 2019/2020

Allein der Dezember wird mit einer Abweichung um die +3 Grad herum schon ordentlich vorlegen, was im Januar und Februar schwerlich wett zumachen ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Winter 2019/20 zu warm ausfallen wird, ist bereits wenige Tage nach dem kalendarischen Start des Winters schon sehr hoch. Bekräftigt wird das noch von den Langfristmodellen und auch die Vorhersage-Modelle zeigen im Verlauf der ersten Januar-Dekade nicht unbedingt einen Ausweg für den Winter. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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