Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 25.12.2019 - Rückt die atlantische Frontalzone näher an Mitteleuropa heran?

Alles deutet auf eine Westwetterlage Anfang Januar hin, doch was muss passieren, damit die Wetterlage noch auf Winter kippen kann?

Für die restlichen Dezember-Tage bleibt der Wettercharakter ruhig. Niederschläge sind am Freitag noch über dem Westen und Süden zu erwarten, sonst bleibt es trocken. Die Abwechslung besteht zwischen Wolken, Nebel- und Hochnebelfeldern, sowie Sonnenschein. Am 31. Dezember frischt der Wind etwas auf, ist aber in der Silvesternacht wenig relevant. Mehr dazu in der Wetterprognose zum Wetter Silvester 2019.

Rollt die nächste Westwetterlage auf Deutschland zu?
Rollt die nächste Westwetterlage auf Deutschland zu?

Nur zögerlich milder

Bleibt der Nebel den ganzen Tag über präsent, so können die Werte kaum über die +0 Grad Marke hinaus ansteigen, kommt hingegen die Sonne zum Vorschein, sind bis +8 Grad möglich. Der Grund für den ruhigen Wettercharakter aber liegt in einem Hochdruckgebiet, welches sich in den kommenden Stunden über Deutschland verlagert und dort bis zum Jahreswechsel verbleibt.

Ruhiges Wetter bis Silvester
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Ruhiges Wetter bis Silvester
© www.meteociel.fr

Alles West oder was?

Wir möchten heute Abend kurz darauf eingehen, wie wahrscheinlich die kommende Zonalisierung ist, bzw. was da auf dem Atlantik momentan los ist. Die Herausforderung für den Winter wird in den kommenden Tagen darin liegen, den Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada zu stoppen und den aktiven Teils des Polarwirbels zu verlagern.

Schaut man sich die aktuelle Wetterkarte des amerikanischen Wettermodells an, so erkennt man das Dilemma des Winters. Der aktive Teil des Polarwirbel befindet sich über Kanada, Grönland und Island und produziert in diesen Regionen ein Tief nach dem anderen. Das Azorenhoch würde gerne nach Norden aufstreben, doch auf dem Atlantik ist kein Platz, also geschieht dieser Prozess - sehr zu Verdruss aller Freunde des Winterwetters - über Mitteleuropa. Dadurch werden mit der jeweiligen Tiefdruckvorderseite sehr milde Luftmassen nach Deutschland geführt.

Nun ist es aber so, dass zu jeder Vorderseite auch eine Rückseite gehört, mit der wiederum kühlere Luftmassen zugeführt werden. Anders formuliert ist nach der Wetterprognose der Amerikaner in der ersten Januar-Dekade mit einer hohen Wetteraktivität bei einem Auf und Ab der Temperaturen zu rechnen. Mit einer nachhaltigen Einwinterung bis auf tiefere Lagen herab ist nicht zu rechnen.

Abwechslungsreiches und dynamisches Januar-Wetter. Der - nachhaltige - Winter hat vorerst keine Chance
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Eine hohe Wetteraktivität. Der - nachhaltige - Winter hat vorerst keine Chance
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Man kann es auch übertreiben

Das Tiefdruckzentrum, bzw. Polarzentrum über Kanada ist imposant und würde dem Winter auf eine lange Zeit hin seine Saison vermiesen. Doch es gibt auch Auswege hieraus, die ins Gegenteil umschlagen können.

Zwischen nasskalt Nordwest und Blockadehoch Atlantik

Das ist der Spielraum, der sich im Moment für den Winter ergibt. Die erste Variante ist die nasskalte Entwicklung. Das Hoch verlagert sich auf dem Atlantik, wird aber in seinem Aufstreben nach Norden gehindert. Dennoch reicht die Hochdruckposition aus, um die atlantischen Tiefdruckgebiete von Nordwest nach Südost über Mitteleuropa abtropfen zu lassen.

Winterliche Optionen ab den mittleren Lagen

Bei einer regen Niederschlagsneigung sinken die Werte in tieferen Lagen auf +1 bis +6 Grad ab, doch ab Höhenlagen zwischen 500 bis 700 Meter sinken die Werte in den Dauerfrostbereich ab und die Niederschläge gehen in Schnee über. Damit das aber klappt, müsste sich das Tiefdruckzentrum mehr in Richtung der Barentssee verlagern. Ansatzweise hatte das europäische Wettermodell diese Variante heute berücksichtigt, sodass diese Entwicklung ab dem 3. Januar nicht ganz von der Hand zu weisen ist und sich exemplarisch heute Abend in den Kontrollläufen zeigt.

Die nasskalte Variante mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen
Wetterprognose nach Kontrolllauf: Die nasskalte Variante mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen
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Das aufstrebende Azorenhoch

Ein Trog über Mitteleuropa wäre die Konsequenz eines Blockadehochs auf dem Atlantik. Da der Hochdruckkeil des Azorenhochs nach Mitteleuropa fehlt, fehlt auch die Stütze der atlantische Frontalzone und tropft nach Süden ab. Gleichzeitig verstärkt das wiederum das Hoch auf dem Atlantik und es etabliert sich eine meridional verlaufende Grundströmung (Nord-Süd, Süd-Nord), bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz ausnahmsweise mal auf der kalten Seite des Troges liegen kann.

Damit das funktionieren kann, muss sich der aktive Teil des Polarwirbels in Richtung Mitteleuropa bewegen, was für den Winter Chance und Risiko zugleich ist. Denn bleibt die nachfolgende Tiefdruckrinne intakt, ist mit einer milden und Windigen Westwetterlage zu rechnen.

Da muss viel passieren, damit der Winter in dieser Form Einzug halten kann
Wetterprognose nach Kontrolllauf: Da muss viel passieren, damit der Winter in dieser Form Einzug halten kann
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Erhöhte Niederschlagsneigung bei milden Temperaturen

Die Kontrollläufe zeigen lediglich Auswege, wie diese ewig andauernde Warmluftkompetenz abgelöst werden kann. Realistischer ist - zum aktuellen Stand - aber ein Fortbestand der milden Temperaturen in Form einer westlichen Grundströmung bis zum 10. Januar.

Deutlich er wird das in den Kontrollläufen, welche bis zum 5. Januar einen deutlich zu milden und vom 5. bis 9. Januar einen nasskalten Wettertrend in Aussicht stellt. Der Winter ist lediglich Optional und sticht nicht wirklich hervor,

Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
1. Januar +1 bis
+6 Grad
+3 bis
+5 Grad
5. Januar +0 bis
+10 Grad
+4 bis
+6 Grad
9. Januar -1 bis
+9 Grad
+2 bis
+5 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2019 vom 25.12.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Nein, der Winter hat es weiterhin Schwer - zu dominierend ist die Westwetterlage. Zwar zeigen sich hin und wieder Auswege aus dem Dilemma für den Winter, doch die sind allesamt nur zaghaft und noch nicht wirklich ernst zu nehmen.

Kräftiges Minor-Warming in Stratosphärenhöhe  - mehr nicht
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell in Stratosphärenhöhe: Kräftiges Minor-Warming in Stratosphärenhöhe - mehr nicht
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So auch der Blick auf den Polarwirbel in Stratosphärenhöhe, der zum 8. Januar Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis +252 km/h (normal: 130 km/h) erreichen kann. Interessant werden würde es erst, wenn ein Major-Warming die West-Ost Richtung mit einer negativen Windgeschwindigkeit auf Ost-West kippen kann. Davon ist das aber alles weit entfernt, wenngleich ab Januar ein kräftiges Minor-Warming in Stratosphärenhöhe berechnet wird. Es reicht aber nicht für ein Major-Warming und nur das ist Ausschlaggebend. Soweit der Stand!

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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