Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 23.10.2019 - Frühwinterliche Wetterverhältnisse bleiben Anfang November ein Thema

Kaltstart in den November - frühwinterliche bis nasskalte Wetterverhältnisse werden zunehmend wahrscheinlicher als zu warme Varianten. Entscheidend, ob sich auch winterliche Verhältnisse durchsetzen können, ist die Position eines Hochdrucksystems auf dem Atlantik.

Der Oktober ist im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert aktuell um +2,64 Grad zu warm. In der Niederschlagsbetrachtung hat der zweite Herbst-Monat sein Soll mit 141 Prozent schon übererfüllen können.

In den kommenden Tagen steht ein markanter Temperaturwechsel bevor. Aus deutlich zu warmen +15 bis +20 Grad werden gemäßigt kühle +7 bis +12 Grad. Mit Niederschlag kann es sogar noch etwas kühler bleiben und in den Nächten sind ab dem Wochenende bei Aufklaren Nachtfröste möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2019.

Ein Kaltstart in den November ist möglich
Ein Kaltstart in den November ist möglich

Temperatursturz

Ein Tiefdruckgebiet zieht am Wochenende von England über Skandinavien und nachfolgend weiter in Richtung der Barentssee. Ein weiteres Tiefdruckgebiet liegt über den Azoren, doch schiebt sich zwischen den beiden Frontensystemen ein Hochdruckgebiet dazwischen und positioniert sich zum Sonntag zwischen Grönland, Island und England. Im Verbund mit dem Tief über der Barentssee gelangen aus nördlichen Richtungen kühle Luftmassen nach Deutschland, was unter bestimmten Voraussetzungen Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab ermöglicht.

Der Herbst wird spürbar Kühler
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Der Herbst wird spürbar Kühler © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Nasskalter November

Das Hoch befindet sich in der oben gezeigten Wetterkarte an einer interessanten Position. Hochdrucksysteme drehen sich im Uhrzeigersinn und im Verbund mit dem Tief zwischen der Kara- und Barentssee - was sich gegen den Uhrzeigersinn dreht - werden kalte Luftmassen nach Süden geführt. Bleibt das Hoch westlich von Europa, so bleibt der Zustrom kalter Luftmassen erhalten.

Wetterwechsel - der November wird deutlich herbstlicher

Spannend ist das Verhältnis zwischen dem Tief über den Azoren und dem Hoch über Island (negativer NAO-Index). Das Tief schickt sich nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells an, dass Hoch am südlichen Gradienten zu unterwandern und zum 1. November in das Tief über der Barentssee überzugehen. Sollte das gelingen, so wird es über Deutschland, Österreich und der Schweiz vom 29. bis 31. Oktober kurzzeitig wärmer und die Niederschlagsneigung nimmt deutlich zu.

Kühl und unbeständig

Das Hoch aber bleibt zum 1. November im Bereich von Grönland und Island bestehen und dehnt seine Achse noch etwas nach Süden aus. Das blockiert zum einen die atlantischen Tiefdruckgebiete, stellt aber über Mitteleuropa den Tiefdruckgebieten nahezu unbegrenzten Spielraum zur Verfügung und die toben sich ordentlich aus.

Mit länger andauernden und ergiebigen Niederschlägen ist zum Beginn des letzten Herbstmonats zu rechnen. Der Wind gewinnt an Kraft und kann mit stürmischen Windböen den herbstlichen Wettercharakter komplettieren. Die Temperaturen gehen allgemein zurück und erreichen zum 2. November nasskalte +4 bis +8 Grad.

Trog Mitteleuropa - nasskaltes Herbst-Wetter
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Trog Mitteleuropa - nasskaltes Herbst-Wetter © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Winterliche Wetterverhältnisse möglich

Das amerikanische Vorhersage-Modell schwankte in seinen Wetterprognosen der letzten Tage mehr oder minder kräftig hin und her. Heute aber wird die Vorhersage der Europäer gestützt, was eine Kaltluftdusche Anfang November wahrscheinlicher macht.

Das Hoch bleibt auf dem Atlantik

Der Hochdruckkeil bildet sich zum Wochenende über Europa bis nach Grönland reichend auf dem Atlantik aus und festig dort seine Position bis zum 1. November. Der Knackpunkt aber liegt auch nach dieser Wetterprognose im Tiefdrucksystem über den Azoren, welches zum 31. Oktober in Richtung Skandinavien drängt. Kurzzeitig gelingt es dem Tief den Hochdruckblock zu schwächen und ein Tiefdruckableger schafft es, sich in Richtung Mitteleuropa durchzusetzen. Doch kurze Zeit später mach das Hoch wieder zu und blockiert die atlantische Frontalzone - nachhaltig.

Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer

Die Tiefdruckaktivität verstärkt sich zum 1. November über der Barentssee, Skandinavien und Europa und im Verbund mit dem Hoch auf dem Atlantik werden kalte Luftmassen arktischen Ursprungs über Skandinavien nach Mitteleuropa geführt.

Ein Teil der Tiefdrucksysteme tropft bis zum 3. November über die Mittelmeerregion ab und verstärkt die Zufuhr kalter Luftmassen, was die Tageswerte bis zum 4. November auf winterliche -2 bis +4 Grad absinken lassen kann. Ab den mittleren Lagen, sowie entlang der Alpen wären mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer winterliche Wetterverhältnisse zu erwarten. Etwa nördlich der Linie von Köln und Berlin zeigt sich ein eher nasskalter Temperaturcharakter.

Der Kaltluftzustrom wird über Deutschland mit Hilfe eines Mittelmeertiefs verstärkt
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Der Kaltluftzustrom wird über Deutschland mit Hilfe eines Mittelmeertiefs verstärkt © www.meteociel.fr

Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten für frühwinterliche Wetterverhältnisse?

Seit einigen Tagen zeigt die Wetterprognose der Kontrollläufen einen Abschwung der Temperaturen auf ein Jahreszeit-typisches Niveau, mit dem Trend etwas zu kühl auszufallen. Das hat sich heute bestätigt, wenngleich der Temperaturtrend über dem Norden noch ein Stück weit kälter geworden ist. Über dem Süden sind die Kontrollläufe noch zaghafter und die Berechnung des amerikanischen Wettermodells ist ein kalter Ausreißer.

Möchte man das Resümee daraus ziehen, so ist ein Kaltluftvorstoß Ende Oktober und Anfang November sehr wahrscheinlich geworden. Zeitgleich steigt die Niederschlagsneigung deutlich an, was für die oben besprochene Trogaktivität über Mitteleuropa spricht. Von nasskalten bis frühwinterlichen Wetterverhältnissen ist alles möglich. Zu warme Varianten bleiben in der Minderheit - aber eben nicht unmöglich.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
30. Oktober +3 bis
+16 Grad
+6 bis
+8 Grad
2. November +0 bis
+18 Grad
+7 bis
+8 Grad
8. November -1 bis
+13 Grad
+7 bis
+9 Grad
Diagramm Temperaturen November 2019 vom 23.10.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf die Position wird es ankommen

Schaut man sich den Mittelwert der Kontrollläufe an, so zeigt sich ein gemäßigtes Bild. Das Hoch liegt draußen auf dem Atlantik und ein Tiefdruckwirbel nistet sich über Island ein. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das eine westliche bis nordwestliche Grundströmung zur Folge. Anders formuliert hat eine nasskalte - durchaus Jahreszeit-typische Wetterentwicklung die besten Voraussetzungen.

Ein herbstlicher Wettercharakter
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Ein herbstlicher Wettercharakter © www.meteociel.fr

Polarwirbelsplit?

Ist jeweils in Ansätzen der Wetterprognosen vom europäischen und amerikanischen Wettermodell für Anfang November zu erkennen - mehr aber auch nicht. Nichtsdestotrotz bleibt das in den kommenden Tagen ein Thema und kann für weitere Verwerfungen sorgen.

Ein Polarwirbelsplit bleibt optional
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein Polarwirbelsplit bleibt optional © www.meteociel.fr

Wetterprognose Herbst und Winter 2019/20 nach dem Langfristmodell

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  • Der Oktober ist fast vorüber und hinsichtlich des Temperaturüberschusses wird sich nicht mehr allzu viel Verändern, sodass er am Ende im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert zu warm und deutlich zu nass ausfallen wird.
  • Der November 2019 wird mit einer Differenz von -0,5 bis +1 Grad etwas kühler wie in den Wochen zuvor berechnet. Tendenziell nimmt die Niederschlagstätigkeit ab und der November könnte zu trocken ausfallen.
  • Der Dezember 2019 wird mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad deutlich wärmer berechnet. Dabei ist die Niederschlagsprognose ähnlich hoch wie im Oktober und damit deutlich zu nass.
  • Der Januar 2020 zeigt mit einer Differenz von +1 bis +3 Grad eine deutlich zu warme Temperaturentwicklung. Der Niederschlagsbilanz fällt gegenüber dem vieljährigen Sollwert positiv aus.
  • Ein ähnliches Bild zeigt sich für den Februar 2020. Die Abweichung zum langjährigen Mittelwert wird mit +1 bis +3 Grad deutlich zu warm simuliert. Die Niederschlagsprognose ist ebenfalls erhöht.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (CFSv2)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2019 +0,8 Grad Leicht zu nass
Oktober 2019 +1,5 bis +2,5 Grad Trend: deutlich zu nass
November 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu trocken
Dezember 2019 +1 bis +2 Grad Trend: normal bis etwas zu nass
Januar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst Winter 2019/2020  vom 23.10.2019
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst und Winter 2019/2020

Auf den Punkt gebracht

Genießen Sie die letzten goldenen Oktober-Tage. Denn zum November hin verändert sich der Wettercharakter und wird deutlich unbeständiger und spürbar kühler. Je nach Ausgestaltung der Großwetterlage wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab möglich und in extremeren Varianten zeigen sich ab den mittleren Lagen auch winterliche Wetterverhältnisse.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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