Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 21.10.2019 - Der Herbst wird allmählich nasskalt

  • M. Hoffmann

Polarwirbelsplit und kaltes November-Wetter? Ist möglich, doch wahrscheinlicher sind andere Wetterentwicklungen, die aber von einer deutlich zu warmen Temperaturentwicklung Abstand nehmen.

Regen ist heute über dem Südwesten und morgen etwas über dem Norden zu erwarten, bevor im weiteren Verlauf der Woche der Wettercharakter weiter abtrocknet. Bei wechselnder Bewölkung kommt häufiger die Sonne zum Vorschein, sobald sich der früh morgendliche Nebel aufgelöst hat.

Die Temperaturen erreichen +14 bis +18 Grad und können mit einer längeren Sonnenscheindauer örtlich bis +20 Grad Marke überschreiben. Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert sind die Temperaturen etwa um 5 bis 10 Grad zu warm. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2019.

Nasskaltes November-Wetter
Nasskaltes November-Wetter

Außergewöhnlich warm

Das Tief vom Wochenende verliert nun seinen Einfluss auf das Wettergeschehen über Deutschland und hoher Luftdruck bringt sich ins Spiel. Zwischen Island und England aber positioniert sich bereits das nächste Tiefdruckgebiet und weitet bis zur Wochenmitte seine Achse bis weit über die Azoren aus. Im Verbund mit dem Hoch gelangen in der Höhe sehr warme Luftmassen nach Deutschland. Zur Wochenmitte können in rund 1.500 Meter Höhe bis +15 Grad erreicht werden.

Eine Südwestwetterlage sorgt für warmes und weitgehend trockenes Herbstwetter
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Eine Südwestwetterlage sorgt für warmes und weitgehend trockenes Herbstwetter © www.meteociel.fr

Wie wird das Wetter im November 2019?

In den letzten Tagen zeigte sich in der Wetterprognose der Wettermodelle unterschiedliche Varianten, welche aber eine Gemeinsamkeit hatten. Einen schwachen Polarwirbel mit der Möglichkeit eines Polarwirbelsplits. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz hätte das Anfang November einen entweder kalten oder sehr warmen Start bedeutet. Zwischenzeitlich ist ein klareres Ablaufmuster zu erkennen.

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Die Zonalisierung bringt sich Anfang November ins Spiel

Eine der daraus resultierenden Varianten ist heute in der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells zu sehen. Zunächst einmal wird es mit einer entsprechenden Vorderseitenanströmung bis zum 27. Oktober ordentlich warm. Die atlantischen Tiefdrucksysteme laufen auf das Hoch auf und ab dem 26. Oktober gesellen sich auch wieder - leichte - Niederschläge dazu.

Kurzzeitig kühler

Zum 28. Oktober hat die atlantische Frontalzone Skandinavien erreicht. Doch ein Hochdruckkeil des Mittelmeerhochs strebt in Richtung Island und Grönland und unterbindet bereits im Ansatz eine Tiefdruckrinne auf dem Atlantik.

Aber auch dem Hoch gelingt es nicht, sich auf dem Atlantik zu stabilisieren und kippt relativ rasch nach Osten weg. Im Verbund mit dem Tief über Skandinavien und der Barentssee und dem Hochdruckkeil werden kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt. Doch mit der Ostwärtsverlagerung des Hochdruckkeils wird der Kaltluftzustrom über das östliche Europa nach Süden abgelenkt. Dennoch gehen die Temperaturen bei einem weitgehend trockenen Wettercharakter bis Ende Oktober auf +7 bis +14 Grad zurück.

Beginnende Zonalisierung?

Pünktlich zum 1. November flacht sich der Hochdruckkeil weiter nach Süden ab und die atlantischen Tiefdrucksysteme organisieren sich zu einer von Neufundland über England bis nach Skandinavien und der Barentssee reichenden Tiefdruckrinne. Sollte sich diese Wetterprognose durchsetzen können, so wäre mit einer unbeständigen und windigen Wetterlage Anfang November zu rechnen. Die Temperaturen sind - je nach Tiefdruckposition - mal mäßig mild und mal entsprechen sie dem Jahreszeit-typischen Niveau.

Im Ansatz ist die Zonalisierung zu erkennen
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Im Ansatz ist die Zonalisierung zu erkennen © www.meteociel.fr

Der Frühwinter

Kippt der Hochdruckkeil nicht nach Osten weg, sondern festigt sich über dem Atlantik in blockierender Position, so entsteht ein meridional verlaufendes Strömungsmuster, was die Kaltluftmassen aus nördlichen Richtungen nach Deutschland führen kann.

Bei nasskalten Werten von +1 bis +8 Grad wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer möglich - daran hat sich auch heute nichts verändert.

Nasskaltes Novemberwetter
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Nasskaltes Novemberwetter © www.meteociel.fr

Polarwirbelsplit und die gestörte Zirkulation

Beide Varianten sind voneinander in der Entstehung unabhängig voneinander, können aber Anfang November auch zusammen in Erscheinung treten. Zwar wurden die Varianten - welche einen Polarwirbelsplit stützen - in den letzten Stunden weniger, doch bleibt diese Option erhalten.

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Bei der gestörten Zirkulation festigt sich das Hoch im Bereich über Skandinavien und leitet aus östlichen Richtungen gemäßigt kühle Luftmassen nach Deutschland.

Mit einem Polarwirbelsplit wären sowohl sehr warme, als auch kalte Varianten über Deutschland möglich. Entscheidend ist, wo der Trog niedergeht.

Die gestörte Zirkulation und/oder der Polarwirbelsplit bleiben optional in der Wettervorhersage erhalten
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Die gestörte Zirkulation und/oder der Polarwirbelsplit bleiben in der Wettervorhersage optional erhalten © www.meteociel.fr

Warmes oder kaltes Wetter? Runter gezogene Tiefdruckrinne!

In der Frage ob warm oder kalt schlägt der Pendel bis Anfang November wohl in die leicht zu warme Richtung. Deutlicher zeigt sich das in der Betrachtung der Druckanomalien bis zum 1. November.

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Warm aus Südwest

Die Hochdruckaktivität über Grönland drückt die Tiefdruckaktivität weit nach Süden in Richtung der Azoren, während sich zwischen der Barent- und der Karasee steuernde Tiefdrucksysteme ausbilden können. Weiter nach Süden dominiert hoher Luftdruck und so ist es nicht weiteres verwunderlich, dass sich - vorerst - mit den auflaufenden Tiefdrucksystemen eine gemäßigt warme bis deutlich zu warme Südwestwetterlage einstellen kann.

Im weiteren Verlauf wird sich in der ersten November-Dekade zeigen müssen, wo sich das Tiefdruckzentrum positionieren wird. Schaut man sich den Polarwirbel an, so ist dort ebenfalls von entscheidender Bedeutung, wie sich die Hochdruckachse ausbilden wird. Viele Möglichkeiten sind in der Wetterentwicklung bis November noch offen, doch wahrscheinlicher zeigt sich eine zunehmend nasskalte Variante, welche im Übrigen auch von der aktuellen Wettervorhersage des europäischen Wettermodells gestützt wird.

Druckanomalie bis 21. Oktober
Druckanomalie bis 1. November - Der Polarwirbel mit Stabilitätsproblemen © climatereanalyzer.org

Kontrollläufe : Anfang November deutlich kälter

Das Temperaturniveau ist bis Ende Oktober auf einem hohen Niveau, sinkt aber im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert auf ein normales Niveau ab. Anfang November zeigt sich eine Mehrheit für normale bis leicht zu kühle Varianten. Das passt ganz gut mit der oben aufgestellten These zusammen.

Hoher Luftdruck dominiert das Wettergeschehen

Kaum Zweifel gibt es mit der Hochdruckdominanz bis Ende Oktober. Die Niederschlagssignale sind in den Wettervorhersagen der Kontrollläufe kaum vorhanden und allenfalls mit schwachen Signalen belegt, bevor Anfang November die Niederschlagsneigung in den mäßig erhöhten Bereich ansteigen kann.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
27. Oktober +12 bis
+18 Grad
+14 bis
+16 Grad
1. November +0 bis
+15 Grad
+7 bis
+9 Grad
4. November -2 bis
+13 Grad
+7 bis
+9 Grad
Diagramm Temperaturen November 2019 vom 21.10.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Deutlich zu kalte, wie auch zu warme Varianten sind für den November gleichermaßen möglich. Eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit haben hingegen die gemäßigten - normalen - Varianten. Das sich die gestörte Zirkulation noch bis in den November hinein halten kann und die Zonalisierung damit die schlechteren Karten hat - zeigt sich in einem negativen NAO- und AO-Index. Anders formuliert ist im Verlauf der kommenden Woche der Zeitpunkt günstig, sich so langsam um die Winterbereifung zu kümmern.

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Das Wetter-Jahr 2019 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2019 +0,6 +1,1 +0,2 80 l/m² - zu nass
Februar 2019 +3,9 +3,5 +2,9 30 l/m² - zu trocken
März 2019 +6,6 +3,1 +2,3 75 l/m² - zu nass
April 2019 +9,6 +2,2 +1,3 30 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2018 +5,3 +1,3 +0,9 20 l/m² - zu trocken
Dezember 2018 +3,8 +3,0 +2,6 105 l/m² - zu nass
Gesamtjahr 2019 +11,44 +2,03 +1,3 615 l/m²

Wetterfakten Winter

Statistische Wetter­werte für den Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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