Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 17.10.2019 - Eine turbulente Wetterentwicklung steht bevor

  • M. Hoffmann

Der erste Polarwirbelsplit der Saison? Spannende und außergewöhnliche Wetterentwicklungen berechnet die Vorhersage-Modell derzeit für Anfang November.

Zeitweilige Niederschläge sind in den kommenden Tagen zu erwarten. Über dem Süden und Teile vom Westen können die Regenfälle auch länger andauernd und ergiebiger ausfallen. Erst zum Start in die neue Woche lässt die Niederschlagstätigkeit nach und so können bis zum Dienstag etwa westlich der Linie von Berlin und Stuttgart 10 bis 20 l/m² zusammen kommen. Über dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, sowie Teile von Bayern und Baden-Württemberg können 20 bis 40 l/m² und im Stau des Schwarzwaldes bis zu 80 l/m² an Regen niedergehen.

Die Temperaturen liegen meist im Bereich von +14 bis +18 Grad und können sich mit einer längeren Sonnenscheindauer auf bis +20 Grad erwärmen - mit Regen sind hingegen kaum mehr als +10 Grad zu erwarten. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2019.

Turbulente Wetterentwicklungen kündigen sich an
Turbulente Wetterentwicklungen kündigen sich an

Ein Tiefdruckgebiet tropft ab

Deutschland, Österreich und die Schweiz befinden sich in den kommenden Tagen in einem gradientenschwachen Einflussbereich eines Tiefdruckgebietes, welches von England über Frankreich nach Süden in Richtung der westlichen Mittelmeerregion abtropft. Deutschland wird in diesem Prozess von den Niederschlagsgebieten gestreift, doch können die tatsächlichen Niederschlagsmengen mit der Zugbahn des Tiefdruckgebietes noch variieren.

Das Tief tropft von England über die westliche Mittelmeerregion ab
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Tief tropft von England über die westliche Mittelmeerregion ab © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Gewaltige Frontensysteme

Bereits in der gestrigen Wetterprognose für den November 2019 wurde klar, dass die Wetterentwicklung in der letzten Oktober-Dekade in starke Schwingungen versetzt wird und unterschiedliche Großwetterlagen hervorbringen kann. Mit höherer Wahrscheinlichkeit sind zu kühle Varianten möglich, doch das europäische Wettermodell zeigt, dass es auch anders gehen kann.

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Enorme Tiefdruckaktivität

Ein Hoch bei Grönland setzt immer wieder einen Störimpuls - meist in Form eines Hochdruckkeils nach Süden. Das Versetzt die Polarfront in Schwingungen und je nachdem, wie die Fronten zueinander stehen ist ein mehr oder minder stark meridional ausgeprägtes Zirkulationsmuster zu erwarten.

Warm wird´s

Das europäische Vorhersage-Modell simuliert zum 23. Oktober hohen Luftdruck zwischen Neufundland und Grönland - also genau über der eigentlichen Geburtsstätte von mitteleuropäischen Tiefdrucksystemen. Damit ist der erste Störimpuls gesetzt. Die Tiefdruckaktivität verlagert sich zwischen dem europäischen Nordmeer, England und reicht bis über die Azoren hinunter. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen inmitten einer warmen Südwest, bis Südanströmung, was die Tageswerte vom 22. bis 25. Oktober auf +17 bis +23 Grad und örtlich bis +25 Grad ansteigen lassen kann. Bei Regen wären mit +15 bis +20 Grad kühlere Werte möglich.

Eine sehr interessante Wetterentwicklung

Bis zum 25. Oktober festigt sich das Hoch über Grönland und beeinflusst zunehmend die weitere Wetterentwicklung - eigentlich untypisch - macht das Grönlandhoch doch seltener sein Einfluss auf das Wetter geltend. Nichtsdestotrotz entstehen die Tiefdruckgebiete nun weiter südlich und bis zum 26. Oktober resultiert daraus eine faszinierende Tiefdruckaktivität zwischen den Azoren, England und Skandinavien. Deutschland verbleibt vorerst noch im Einflussbereich eines Hochdruckkeils über der Mittelmeerregion.

Warum faszinierend? Enorme Energien werden freigesetzt und die Hochdruckaktivität über Grönland bleibt erhalten. Spielt man die Wetterprognose des europäischen Wettermodells einfach weiter, so wird sich das Tiefdruckzentrum über kurz oder lang über Skandinavien positionieren und im Zusammenspiel mit dem Hoch können kalte Luftmassen nach Süden geführt werden - das aber spielt dann erst im November eine Rolle und ist für den Moment hypothetischer Natur.

Eine nicht alltägliche Wetterentwicklung
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Eine nicht alltägliche Wetterentwicklung © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Frühzeitlicher Polarwirbelsplit

Die kommende Wetterentwicklung hat viel Potential für Überraschungen. Das amerikanische Vorhersage-Modell berechnete in den letzten Tagen Varianten, die zu frühwinterlichen Wetterereignissen geführt hätten. Verbreitet aber wäre vom 26. Oktober bis 1. November mit nasskalten Wetterverhältnissen zu rechnen gewesen. Die Ursache dafür war die gestörte Zirkulation. Die wird heute zwar erneut berechnet, jedoch mit einer chaotisch verlaufenden Wetterentwicklung.

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Warmes Oktoberwetter

Ein Hochdruckkeil baut sich vom 23. bis 26. Oktober über Mittel- und Osteuropa auf, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem trockenen Wettercharakter führt. Die Temperaturen können auf +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad ansteigen.

Gravierende Veränderung des Zirkulationsmusters

Bis zum 26. Oktober positioniert sich ein Tiefdruckzentrum zwischen Island und England, während über Grönland das Hoch an Einfluss gewinnt. Vom 26. bis 28. Oktober möchte das Tief bei England nun gerne weiter nach Osten vorankommen, wird aber von einem nach Norden aufstrebenden Hochdruckkeil - von der Mittelmeerregion bis nach Grönland reichend - gehindert. Auch diese Hochdruckkombination ist sehr ungewöhnlich - doch es geht noch kurioser.

Zeitgleich positioniert sich über der Barentssee und Karasee ein kräftiger Tiefdruckwirbel. Dem Hochdruckkeil bleibt nun gar nichts anderes übrig, als weiter nach Norden aufzustreben und direkt in den Polarwirbel hinein zu wirken. Das Tief über der Barentssee tropft derweil über dem westlichen Russland nach Süden ab. Schaut man sich den Polarwirbel an, so reicht der Hochdruckkeil von der Mittelmeerregion über Skandinavien und dem Polarkreis bis über das östliche Sibirien und die Ausläufer erreichen noch Japan. Also einmal quer durch den Polarwirbel und damit berechnet das amerikanische Wettermodell den ersten Polarwirbelsplit der Saison - außergewöhnlich - aber eben auch noch nicht in Stein gemeißelt.

Gemäßigtes Wetter über Deutschland

So faszinierend die Wetterprognose anzuschauen ist, für Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich kaum etwas. Die Grundströmung bleibt südlich ausgerichtet und so gelangen mäßig warme Luftmassen nach Mitteleuropa. Hin und wieder ist mit Niederschlag zu rechnen.

Die Wetterprognose gilt aber auch nur für den Augenblick, denn Erfahrungsgemäß sind bei einer solch labilen Struktur in den kommenden Tagen noch etliche Veränderungen zu erwarten.

Der erste Polarwirbelsplit der Saison?
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Der erste Polarwirbelsplit der Saison? © www.meteociel.fr

Äußerst spannende Wetterentwicklungen

Dass es auf die Entwicklung des Grönlandhochs und dessen Einflussnahme auf das Wettergeschehen ankommen wird, haben wir bereits in den letzten Tagen ausführlicher beschrieben. Deutlicher wird das heute in der Betrachtung der Druckanomalien bis zum 27. Oktober. Ein stringentes Umverteilen der Kaltluftmassen von Sibirien über das nördliche Kanada wird es so schnell nicht geben. Stattdessen sind meridional verlaufende Strömungsmuster sehr wahrscheinlich. Und sollte sich diese Grundströmungen bis in den November halten können, so wäre das auch für den Winter von entscheidender Bedeutung.

Druckanomalie bis 27. Oktober
Druckanomalie bis 27. Oktober - Alles möglich © climatereanalyzer.org

Wettertrend der Kontrollläufe: Gemäßigtes Herbst-Wetter

Unbeeindruckt von der teils chaotischen Entwicklung der Großwetterlage zeigen sich die Kontrollläufen. Zu warme und zu kalte Varianten halten sich die Waage und heraus kommt ein für die Jahreszeit leicht zu warmer Temperaturtrend, der sich bis in den November hinein halten kann.

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Gemäßigte Niederschlagsprognose

Vom 18. bis 22. Oktober wird eine gemäßigt hohe Niederschlagsprognose simuliert, die über dem Südwesten auch kräftiger ausfallen kann. Anschließend sinkt die Niederschlagsneigung in den leicht bis mäßig erhöhten Bereich ab. Typisches Herbst-Wetter könnte man auch dazu sagen.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
23. Oktober +10 bis
+20 Grad
+13 bis
+17 Grad
27. Oktober +2 bis
+17 Grad
+11 bis
+13 Grad
1. November +1 bis
+16 Grad
+9 bis
+11 Grad
Diagramm Temperaturen November 2019 vom 17.10.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

In Sachen Großwetterlage tut sich einiges. Nahezu gesichert gilt ein unbeständiger und verhältnismäßig warmer Wettercharakter bis zum 23. Oktober. Anschließend können die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle schnell zur Makulatur werden. Mit einem gestörten Zirkulationsmuster bis hin zu einem Polarwirbelsplit sind in den kommenden Prognosen zahlreiche Überraschungen möglich - sowohl sehr warme, als auch winterliche - abwarten ist angesagt!

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Das Wetter-Jahr 2019 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2019 +0,6 +1,1 +0,2 80 l/m² - zu nass
Februar 2019 +3,9 +3,5 +2,9 30 l/m² - zu trocken
März 2019 +6,6 +3,1 +2,3 75 l/m² - zu nass
April 2019 +9,6 +2,2 +1,3 30 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2018 +5,3 +1,3 +0,9 20 l/m² - zu trocken
Dezember 2018 +3,8 +3,0 +2,6 105 l/m² - zu nass
Gesamtjahr 2019 +11,44 +2,03 +1,3 615 l/m²

Wetterfakten Winter

Statistische Wetter­werte für den Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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