Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 15.10.2019 - Goldener Oktober oder doch die ersten winterlichen Grüße?

Nach einer turbulenten Wetterphase beruhigt sich das Wetter wieder, doch in der letzte Oktober-Dekade kündigt sich eine spannende Wetterentwicklung ab. Ob sich daraus eine Verlängerung des goldenen Oktobers - oder die ersten winterlichen Grüße hervorgehen - bleibt abzuwarten.

Immer wieder kommt es im Verlauf der Woche zu Niederschlägen, die heute und in der Nacht, sowie am Samstag auch mal kräftiger ausfallen und mit Gewittern (Gewitterradar) einhergehen können. Sonst handelt es sich meist um Niederschläge der leichten Art. Simuliert werden etwa westlich der Linie vom Hamburg und Stuttgart bis einschließlich Sonntag Niederschlagssummen von 20 bis 40 l/m² und östlich davon sind 5 bis 20 l/m² möglich. Die Ausnahme bildet der Nordosten, wo heute Nacht und Morgen 20 bis 60 l/m² zusammen kommen können.

Die Temperaturen gehen im Verlauf der Woche etwas zurück und pendeln sich auf +14 bis +18 Grad ein und können über den Regionen mit Regen mit +10 bis +15 Grad kühler ausfallen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2019.

Goldener Oktober oder doch die ersten winterlichen Grüße?
Goldener Oktober oder doch die ersten winterlichen Grüße?

Ein Tiefdruckgebiet über England

Verantwortlich für den leicht bis mäßig unbeständigen Wettercharakter ist ein Tiefdrucksystem über England, das im Verlauf der Woche nicht sonderlich weit nach Osten vorankommt und quasi an Ort und Stelle verweilt. Und so liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz zwar im Einflussbereich des Tiefdrucksystems, doch mit Hilfe der südwestlichen Grundströmung bleiben die mäßig warmen Temperaturen erhalten.

Das Tief bei England kommt nicht von der Stelle
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Tief bei England kommt nicht von der Stelle © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der goldene Oktober bekommt nochmals seine Chance

Der Grund, warum das Tief nicht weiter nach Osten vorankommt, ist ein Hoch zwischen dem westlichen Russland und dem östlichen Europa. Und so tropft das Tief vom 20. bis 22. Oktober über Frankreich und Spanien über die Mittelmeerregion ab. Gleichzeitig wölbt sich auf dem Atlantik das Azorenhoch nach Norden auf und blockiert weitere Tiefdrucksysteme. Was folgt ist eine komplexe Großwetterlage mit vielen Optionen.

Hoch Mitteleuropa, Skandinavien

Doch eine Variante zeigt sich in den letzten Tagen immer wieder und hat damit eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit als andere Varianten. Die Hochdruckachse des Azorenhochs kippt zum 23. Oktober nach Osten ab und geht eine Verbindung mit dem Hoch über dem östlichen Europa ein. Zwar versuchen die atlantischen Tiefdruckgebiete dieses Vorhaben zu unterbinden, doch will das nicht so recht gelingen. Das Hochdrucksystem ist zu kräftig und leitet die Tiefdruckaktivität über das Europäische Nordmeer nach Norden ab.

Trockenes und warmes Herbst-Wetter

Bis zum 24. Oktober berechnet die Wetterprognose des europäischen Wettermodells die Ausbildung eines Hochdruckzentrums über Mitteleuropa. Lösen sich die frühmorgendlichen Nebelfelder auf, kommt die Sonne zum Vorschein und mit Niederschlägen ist nicht zu rechnen. Die Temperaturen steigen von +14 bis +18 Grad wieder verbreitet über die +20 Grad Marke an und der goldene Oktober geht noch einmal in die Verlängerung.

Die gestörte Zirkulation hält an
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Die gestörte Zirkulation hält an © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Frühwinterliche Wettergrüße

Bis zum Beginn der letzten Oktober-Dekade stimmt die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells mit der der Europäer überein - darüber hinaus aber berechnen die Amerikaner eine Variante, welche vor ein paar Tagen schon einmal zu sehen war und unterscheidet sich deutlich von den Europäern.

Mischwetter

Das Tief bei England tropft zum 20. Oktober nach Süden über die Mittelmeerregion ab und das Azorenhoch geht - über Mitteleuropa - eine Verbindung mit dem Hoch über dem östlichen Europa ein und bei wechselnder Bewölkung ist hin und wieder mit etwas Niederschlag über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu rechnen. Die Temperaturen bleiben bis zum 24. Oktober mit +14 bis +18 Grad in einem für die Jahreszeit leicht zu warmen Bereich.

Gravierende Veränderung des Zirkulationsmusters

Eingangs haben wir erwähnt, dass es mit dem Hoch verschiedene Lösungsvarianten für die weitere Wetterentwicklung gibt. Eine andere Variante, zeigt die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells. Anstatt das Hoch ein Zentrum über Mitteleuropa ausbildet, verlagert es seinen Schwerpunkt raus auf den Atlantik und positioniert sich zum 26. Oktober zwischen Island, England und den Azoren.

Die bis dahin ungebremst hohe Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland, Island und dem Europäischen Nordmeer bekommt nun die Chance über Skandinavien nach Süden abzutropfen. Sollte dies gelingen, so wären in den letzten Oktober-Tagen frühwinterliche Wettererscheinungen möglich.

Nasskalte bis winterliche Wetterverhältnisse

Aber die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells geht noch einen Schritt weiter. Durch das abtropfen der Tiefdrucksysteme nach Süden, keilt das Hoch auf dem Atlantik steil nach Norden auf und blockiert die nachfolgenden Tiefdruckgebiete. Was entsteht ist ein stark meridional verlaufendes Strömungsmuster.

Über Deutschland, Österreich und der Schweiz hätte diese Wetterentwicklung bis zum 29. Oktober Tageswerte von +2 bis +8 Grad zur Folge. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer wären möglich und in den Nächten wäre mit Frost zu rechnen. Kippt die Tiefdruckachse noch etwas weiter nach Osten weg, so könnten sogar noch kältere Luftmassen nach Deutschland gelangen.

Frühwinterliche Wettergrüße
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Frühwinterliche Wettergrüße © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Amerikanisches Wettermodell ist ein kalter Ausreißer

Wie in der Wetterprognose von vor ein paar Tagen, bildet auch heute das amerikanische Wettermodell die mit Abstand kälteste Variante ab. Doch dies als Spinnerei abzutun, wäre zu weit gegriffen. Es handelt sich um eine plausible Wetterentwicklung, die - für den Moment - weniger wahrscheinlich erscheint.

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Die Mehrheit der Kontrollläufe favorisiert vom 16. bis 29. Oktober eine über dem Süden, Osten und Westen leicht zu warme Temperaturentwicklung. Erst zum Wechsel in den November zeigt sich eine Normalisierung der Temperaturwerte. Anders die Situation über dem Norden, dort entspricht die Temperaturentwicklung weitgehend den Jahreszeit-typischen Werten und sinken nach dem 27. Oktober in den leicht zu kühlen Bereich ab.

Schwache Niederschlagssignale

Dass ein Hochdrucksystem das letzte Oktober-Drittel dominieren könnte, bestätigt auch die Wetterprognose der Kontrollläufe. Vom 16. bis 21. Oktober ist die Niederschlagsaktivität über Deutschland als leicht bis mäßig hoch zu bewerten. Darüber hinaus sinkt die Niederschlagsprognose in den leicht erhöhten Bereich ab und vom 22. bis 27. Oktober zeichnet sich mit höherer Wahrscheinlichkeit eine trockene Wetterphase ab. Anders formuliert wird eine Hochdruckentwicklung über Mitteleuropa vom 20. bis 27. Oktober von den Kontrollläufen gestützt.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
21. Oktober +7 bis
+15 Grad
+10 bis
+13 Grad
25. Oktober +8 bis
+17 Grad
+11 bis
+13 Grad
30. Oktober +0 bis
+18 Grad
+8 bis
+10 Grad
Diagramm Temperaturen Oktober 2019 vom 15.10.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Bis zum 20. Oktober passiert nicht allzu viel. Deutschland liegt zwischen den Fronten und die meiste Zeit über in einer gemäßigt warmen Vorderseitenanströmung des Tiefdrucksystems über England. Im weiteren Verlauf der letzten Oktober-Dekade wird die Wetterprognose komplexer und hängt stark davon ab, wie sich ein Hochdrucksystem wird verhalten und letztlich positionieren können. Von einer Verlängerung des goldenen Oktobers bis hin zu den ersten - frühwinterlichen - Grüßen ist alles möglich. Wahrscheinlicher aber ist eine leicht erhöhte Niederschlagsneigung bei einem leicht zu warmen Temperaturcharakter.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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