Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 12.10.2019 - Turbulente Wetterentwicklung in der letzten Oktober-Dekade?

Das Herbstwetter verläuft ruhig und zeigt sich über dem Süden weitgehend von seiner goldenen Seite. Doch das für die Jahreszeit deutlich zu hohe Temperaturniveau kann nicht gehalten werden und in der letzten Oktober-Dekade zeichnet sich die eine oder andere Überraschung ab.

Verbreitet hat sich über Deutschland der Altweibersommer nochmals durchsetzen können. Lediglich über dem Norden bleibt es stark bewölkt und hin und wieder ist mit Niederschlägen zu rechnen. Zum Start in die neue Woche bleibt es zunächst noch sonnig, doch im Wochenverlauf erreichen die ersten Tiefdruckausläufer und sorgen für etwas Abwechslung.

Die Temperaturen erreichen mit Sonnenschein +20 bis +25 Grad und über dem Süden sind örtlich sommerlich warme +27 Grad möglich. Etwas kühler bleibt es mit +12 bis +17 Grad über dem Norden. Bis zum Mittwoch gehen die Werte mit +18 bis +24 Grad nur etwas zurück und bleiben für die Jahreszeit viel zu warm. Erst nach der Wochenmitte zeigt sich mit +14 bis +18 Grad eine leichte Abkühlung. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2019.

Turbulente Wetterentwicklungen in der letzten Oktober-Dekade?
Turbulente Wetterentwicklungen in der letzten Oktober-Dekade?

Patt-Situation

Das überwiegend ruhige und warme Herbst-Wetter ist zwei Wettersystemen zu verdanken. Zwischen Island und England positioniert sich die Tiefdrucksysteme und über dem östlichen Europ blockiert ein Hochdruckgebiet ein weiteres Vorankommen der Tiefdruckgebiete. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in einem schwachgradientigen Wetterumfeld, bei dem nicht allzu viel passieren wird.

Warmes und leicht unbeständiges Herbst-Wetter
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Warmes und leicht unbeständiges Herbst-Wetter © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein gewaltiges Hoch über dem Osten

Die Tiefdrucksysteme organisieren sich auf dem Atlantik und streben nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells im Verlauf der zweiten Oktober-Dekade in Richtung Osten, doch dieses Vorhaben wird nicht gelingen.

Das Hoch weicht nicht von der Stelle

Der Grund für die Blockade ist ein sich zwischen Skandinavien und dem westlichen Russland aufbauendes Hochdrucksystem, welches bis zum 20. Oktober einen Kerndruck von bis zu 1045 hPa erreichen kann. Die Tiefdruckgebiete versuchen zwar mit allen Mitteln weiter nach Osten vorzudringen, doch reiben diese sich in diesem Prozess auf.

Wechselwetter

Über Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das einen Wettercharakter zur Folge, der von einem Wechselspiel aus Sonne, Wolken und gelegentlichem Niederschlag geprägt ist. Bis zum 19. Oktober bleibt es für die Jahreszeit etwas zu warm, bevor es im weiteren Verlauf etwas abkühlen kann.

Schaut man sich die Entwicklung der Großwetterlage bis zum 22. Oktober an, so gelingt es dem Hoch noch eine Hochdruckverbindung zum Azorenhoch aufzubauen. Viel an Struktur ist nicht zu erkennen und eine meridionale Wetterentwicklung hat in der letzten Oktober-Dekade gute Voraussetzungen das weitere Wettergeschehen zu beeinflussen. Anders formuliert ist nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells bis zum 22. Oktober mit einer für die Jahreszeit-typischen Wetterentwicklung zu rechnen.

Hoch gegen Tief
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Hoch gegen Tief © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Chaotische Struktur

Gleich vorweg - die schneebringende Nordwetterlage von gestern hat das amerikanische Wettermodell - wie vermutet - nicht bestätigt. Aber die heutige Wetterprognose steht an Kuriosität in nichts nach.

Ruhiges Herbst-Wetter

Bis zum 19. Oktober passiert nicht viel. Ein Hoch über dem westlichen Russland hält die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik in Schach und Deutschland, die Schweiz und Österreich liegen inmitten einer gradientenschwachen und südlichen Anströmung der Luftmassen. Gemäßigt warmes und leicht unbeständiges Herbst-Wetter ist zu erwarten.

Tiefgreifende Veränderungen

Ab dem 20. Oktober formieren sich die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik bei Island und blasen sozusagen zum Generalangriff. Doch das Hoch lässt sich das nicht gefallen und rüstet sich seinerseits mit einem Hochdruckkeil zu den Azoren zum Gegenangriff. Bis zu diesem Datum stimmt die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells mit der der Europäer weitgehend überein, was die Eintreffwahrscheinlichkeit erhöht.

Vom 20. bis 25. Oktober aber gewinnt das Hoch an Dynamik und positioniert sein neues Hochdruckzentrum direkt über Mitteleuropa. Das wirkt für die hohe Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik wie ein Faustschlag ins Gesicht und es entsteht ein stark meridional verlaufendes Strömungsmuster.

Winter über dem Osten, Spätsommer über dem Westen

Und wie das eben bei meridionalen Verlaufsströmungen so ist, werden auf der einen Seite sehr warme Luftmassen nach Norden (Spanien, Frankreich, England, Island) und auf der anderen Seite kalte Luftmassen nach Süden (Schweden, Finnland, Russland) geführt. Auf der einen Seite winterliches Wetter mit Schneefall und auf der anderen Seite spätsommerlich warm. Deutschland, Österreich und die Schweiz aber befinden sich inmitten des Hochdruckzentrums.

Bei der Temperaturprognose wird es von entscheidender Bedeutung sein, ob Deutschland am östlichen, oder westlichen Hochdruckgradienten liegt. Nach der aktuellen Wettervorhersage ist es die östliche Seite, was die Tageswerte zunächst in einen Bereich von +14 bis +18 Grad einpendeln und später auf +8 bis +14 Grad zurückgehen lässt.

Sonniges und trockenes Herbst-Wetter

Trotz der turbulenten und chaotischen Großwetterlage liegt Deutschland im Einflussbereich des Hochdrucksystems, was bis zum 26. Oktober zu einem ruhigen, weitgehend sonnigen und gemäßigt warmen Wettercharakter führen kann. Zwischendurch sind Niederschläge möglich, doch sind diese kaum der Rede wert.

Eine interessante Entwicklung der Großwetterlage - das gestörte Zirkulationsmuster setzt sich fort
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Eine interessante Entwicklung der Großwetterlage - das gestörte Zirkulationsmuster setzt sich fort © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Aus zu warm wird normal

Auch heute wird der Wettertrend der letzten Tage von den Kontrollläufen bestätigt. Die außergewöhnliche Wärme vom Wochenende hält sich noch bis zum 16. Oktober. Anschließend neigt sich das Niveau der Temperaturen dem Jahreszeit-typischen Bereich entgegen und ist im Trend über dem Süden etwas zu warm und über dem Norden leicht zu kühl zu bewerten.

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Keine stabilen Wetterverhältnisse

Ob das simulierte Hoch des amerikanischen Wettermodells so kommen mag, kann zum derzeitigen Stand bezweifelt werden. Dagegen spricht die gemäßigte Niederschlagsentwicklung. Vielmehr ist ein Mischwetter, bei dem neben Sonnenschein auch Wolken mit etwas Niederschlag vorüberziehen können.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
18. Oktober +10 bis
+16 Grad
+13 bis
+15 Grad
22. Oktober +7 bis
+15 Grad
+11 bis
+13 Grad
27. Oktober +0 bis
+15 Grad
+8 bis
+11 Grad
Diagramm Temperaturen Oktober 2019 vom 12.10.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Kaltlufteinbruch Ende Oktober?

Interessant bleibt die Entwicklung der Kontrollläufe, wenn man die zu kalten Varianten betrachtet. Warum wir heute näher darauf eingehen? Weil das bei einer meridionalen Großwetterlage eine sehr plausible Entwicklung - und damit von Relevanz ist. Weicht das Hoch nach Westen aus und positioniert sich über Island, entsteht daraus ein negativer NAO-Index. Gleichzeitig strömen die Tiefdrucksysteme von Skandinavien aus nach Süden und führen winterliche Kaltluftmassen mit sich. Anders formuliert führt die Wetterentwicklung in der letzten Oktober-Dekade ein hohes Maß an Überraschungen in sich.

Ein vollständig gestörtes Zirkulationsmuster mit winterlichen Optionen ist nicht auszuschließen
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Ein vollständig gestörtes Zirkulationsmuster mit winterlichen Optionen ist nicht auszuschließen © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht

Der Herbst verläuft bis zum 19. Oktober in weitgehend ruhigen Bahnen. Das hohe Temperaturniveau vom Wochenende kann nicht gehalten werden und sinkt im Wochenverlauf auf Jahreszeit-typische Verhältnisse ab. Bei wechselnder Bewölkung sind zudem hin und wieder Niederschläge möglich, viel ist jedoch nicht zu erwarten. Zur letzten Oktober-Dekade wird die Wetterentwicklung interessanter. Ein Hoch und ein Tief kämpfen um die Vorherrschaft und daraus können sich äußerst interessante Wetterentwicklungen herausbilden. Auch ein frühzeitiger Wintergruß ist - zum aktuellen Stand - denkbar.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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