Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 06.10.2019 - Statistik: Warmer Herbst, kalter Winter?

  • M. Hoffmann

Welche Auswirkungen hat ein normaler, zu kühler oder zu warmer Herbst auf den Winter - gibt es signifikante Rückschlüsse aus der Statistik und wie verhält sich das zu einem zu warmen Frühling und Sommer?

Der Oktober ist aktuell um etwa +1 Grad zu warm, doch die kühlen Werte der kommenden Tage werden den leichten Temperaturüberschuss noch abbauen können. Der September war ebenfalls nur leicht zu warm und fast normal. Was aber allgemein auffällt - die Hitze und die Dürre aus dem Sommer ist vorerst vom Tisch - auch wenn sich bislang noch keine nachhaltige Westwetterlage eingestellt hat, doch die Veränderungen sind spürbar. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Oktober 2019.

Letzte Woche haben wir einmal die letzten 57 Jahre untersucht, um herauszufinden, welchen Einfluss ein zu warmer Frühling und Sommer auf den Winter haben kann. Das Ergebnis war mehr oder weniger eindeutig - es gibt eine signifikante Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Temperaturverlauf im Winter.

Das ist nichts neues, doch wie verhält es sich, wenn der Herbst im Anschluss zu warm, oder gar zu kalt ausfiel - hält sich die Wahrscheinlichkeit von einem zu warmen Winter noch immer aufrecht?

Warmer Herbst, kalter Winter?
Warmer Herbst, kalter Winter?

Der Herbst 2019

Der September war mit einer Abweichung von +0,8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert nur etwas zu warm. Der Oktober 2018 ist drauf und dran ebenfalls in die normale Richtung vorzustoßen, wenngleich sich in der zweiten Oktober-Dekade eine deutlich wärmere Temperaturentwicklung abzeichnet.

Die Gemeinsamkeiten der beiden Herbstmonate ist aber die zunehmende Niederschlagsneigung. Der September war etwas zu nass und der Oktober hat bereits zu rund 32 Prozent sein Soll erfüllen können. Auffällig zudem das meridionale Strömungsmuster. Hält sich das noch über den Winter hindurch, so steigen die Chancen für einen kalten bis normalen Winter an. Kippt das Zirkulationsmuster aber zum Dezember auf West, dann vollzieht sich für die Freunde des Winterwetters möglicherweise das gleiche Trauerspiel wie in der vergangenen Wintersaison.

Wie also waren die Winter in der Vergangenheit, wenn der September, Oktober und November zu warm waren? Diese Konstellation kam in den letzten 57 Jahren insgesamt 9 Mal vor

September, Oktober und November zu warm
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember, Oktober und November zu warm 3 % 13 % 9 (16 %)

Heraus kommt ein wenig repräsentatives Ergebnis, da die es bislang nicht allzu oft vorkam, dass alle drei Herbstmonate zu warm waren. War das aber der Fall, so zeigte sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein milden Winter. Aber wer sagt denn, dass der Oktober und November tatsächlich zu warm ausfallen werden. Was also ist, wenn die beiden Herbstmonate zu kalt ausfallen?

September und Oktober zu kalt, November zu kalt
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember zu warm, Oktober und No­vember zu kalt 3 % 7 % 6 (11 %)

Auch diese Konstellation kam nicht allzu häufig vor, als dass man daraus eine signifikante Ableitung herführen könnte.

Herbst zu warm, Herbst zu kalt - Auswirkungen auf den Winter?

Nimmt man die Herbstmonate zusammen, so sieht das Ergebnis etwas klarer aus.

Herbst zu warm, zu kalt - Auswirkungen auf das Winterwetter
Herbst Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Herbst zu warm 21 % 36 % 32 (57 %)
Herbst zu kalt 12 % 25 % 21 (37 %)

Interessant. War der Herbst insgesamt zu warm, so ergab sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für zu kalte Winter. War der Herbst aber zu kalt, folgten häufiger wärmere Winter nach. Das stützt die oben genannte These - zumindest im Ansatz.

Welche Auffälligkeiten gibt es aber hinsichtlich eines Herbstmonats und dem darauf folgenden Winter?

Betrachtet man nur die einzelnen Monate, so sieht das Ergebnis wie folgt aus.

Betrachtung der einzelnen Herbstmonate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember warm 18 % 34 % 29 (52 %)
Sep­tember kalt 18 % 27 % 25 (45 %)
Oktober warm 20 % 30 % 28 (50 %)
Oktober kalt 16 % 32 % 27 (48 %)
No­vember warm 25 % 33 % 32 (58 %)
No­vember kalt 10 % 31 % 23 (41 %)

Die Ableitung: War der Oktober warm, so gab es häufiger einen kühleren Winter, ebenso, wie wenn der November zu warm ausfiel.

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Welche Kombination muss erfüllt sein, dass der Winter zu kalt, bzw. normal ausfällt?

Sicherlich, es ist eine Spielerei, aber warum nicht? Los geht´s.

Winter zu kalt - Welche statistischen Bedingungen müssen die Herbstmonate erfüllen?
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember kalt, Oktober warm 12 % 11 % 13 (23 %)
Sep­tember kalt, November warm 14 % 12 % 15 (26 %)
Oktober warm, November warm 14 % 18 % 18 (32 %)
Oktober kalt, No­vember warm 11 % 12 % 13 (23 %)

Die Auffälligkeit? Immer spielt ein zu warmer November mit. Stellen wir die Frage andersherum.

Welche Kombination muss erfüllt sein, dass der Winter zu warm, bzw. normal ausfällt?

Winter normal bis zu warm - Welche statistischen Bedingungen müssen die Herbstmonate erfüllen?
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Oktober warm, No­vember kalt 5 % 11 % 9 (16 %)
Oktober kalt, No­vember kalt 5 % 18 % 13 (23 %)
Sep­tember kalt, No­vember kalt 4 % 14 % 10 (18 %)
Sep­tember kalt, Oktober kalt 5 % 16 % 12 (21 %)
Sep­tember warm, No­vember kalt 7 % 14 % 12 (21 %)

Was fällt auf? Ist ein zu kalter November im Spiel, so folgt häufiger ein zu warmer Winter nach.

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Statistische Relevanz für den Winter 2019/20?

Wenn man so möchte, lässt sich eine Erkenntnis daraus ziehen. Wer auf eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen zu kalten Winter setzt, sollte den November im Blick haben. Fällt der zu warm aus, so waren die darauffolgenden Winter häufiger kühler. Andersherum waren die Winter wärmer.

Zu warmer Sommer, zu warmer Herbst gleichbedeutend mit einem zu kalten Winter?

Diese Variation fehlt noch. Welche Auswirkungen ergibt sich nach der Statistik, wenn der Sommer und der Herbst zu warm oder zu kalt ausfielen?

Sommer zu warm, Herbst zu warm - Auswirkungen auf das Winterwetter
Sommer und Herbst Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sommer zu warm, Herbst zu warm 16 % 30 % 26 (46 %)
Sommer zu kalt, Herbst zu warm 5 % 5 % 6 (11 %)
Sommer zu kalt, Herbst zu kalt 9 % 9 % 10 (17,8 %)
Sommer zu warm, Herbst zu kalt 4 % 14 % 10 (17,8 %)

Signifikant: war der Sommer und der Herbst zu warm, so folgte häufiger ein zu warmer Winter nach.

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Übersicht

  • Datengrundlage der letzten 57 Jahre, verglichen mit dem langjährigen Mittelwert 1961-1990
  • War der Sommer und der Herbst zu warm, so folgte häufiger ein zu warmer Winter
  • War der Herbst zu warm, so zeigt sich eine ansteigende Tendenz für zu kalte Winter (Winter aber immer noch zu warm)
  • War der September und Oktober zu warm, waren die Winter häufiger zu warm
  • War der Oktober und der November zu warm, so erhöhte sich die Relevanz für kältere Wintermonate
  • Signifikant: ein zu warmer November hatte häufiger einen kalten Winter zur Folge

Auf den Punkt gebracht

Freunde des Winterwetters sollten auf einen zu warmen November. Besonders sticht hervor, dass einem zu warmen November häufiger eine kühlerer Winter nachfolgte. Zumindest nach der Statistik - doch das Wetter hält sich nicht an Statistiken (Siehe bspw. letzten Winter).

Anmerkung: dieser statistische Vergleich beruht ausschließlich auf Temperaturwerten der Vergangenheit (Quelle: Deutscher Wetterdienst, DWD) und berücksichtigt ausschließlich die Sommer- und Herbstmonate. Für die Statistik und die Wahrscheinlichkeit gehören aber auch noch ganz andere Faktoren, wie Niederschlag und Großwetterlagen, so dass dies nur als eine Art von Datenspielerei darstellt und wissenschaftlich keine Relevanz hat. Diesen Anspruch hat diese Auswertung auch gar nicht, sondern geht lediglich auf eine Fragestellung der Leser ein. Haben Sie Anregungen oder Ergänzungen hierzu? Gerne können Sie uns eine E-Mail schreiben.

Welchen Einfluss ein zu warmer Frühling und Sommer auf den Winter haben kann, können im Bericht: Winterstatistik: Warmer Sommer, kalter Winter? nachlesen.

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Das Wetter-Jahr 2019 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2019 +0,6 +1,1 +0,2 80 l/m² - zu nass
Februar 2019 +3,9 +3,5 +2,9 30 l/m² - zu trocken
März 2019 +6,6 +3,1 +2,3 75 l/m² - zu nass
April 2019 +9,6 +2,2 +1,3 30 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2018 +3,8 +3,0 +2,6 105 l/m² - zu nass
Gesamtjahr 2019 +10,87 +1,95 +1,28 675 l/m²

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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