Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 24.09.2019 - Eine wegweisende Wetterentwicklung zeichnet sich ab

Wird die Entwicklung des Polarwirbels frühzeitig gestört? Mit einer gewissen Spannung kann die Wetterentwicklung Anfang Oktober erwartet werden.

Bei einem Wechselspiel aus dichten Wolkenfeldern und sonnigen Lücken kommt es im Verlauf der Woche zu wiederholten Schauern unterschiedlichster Intensität. Örtlich können sich kurze Gewitter mit untermischen. Der Schwerpunkt der Schaueraktivität liegt bis einschließlich Sonntag mit Niederschlagssummen von 15 bis 30 l/m² über dem Westen und Nordwesten, sowie entlang des Alpenrandes. In einem breiten Streifen von Stuttgart und Berlin ist mit 10 bis 20 l/m² mit einer geringeren Anzahl an Schauern zu rechnen.

Der Wind frischt böig auf und kommt aus südwestlichen Richtungen, was mit Tageswerten von +14 bis +18 Grad und regional bis +20 Grad verhältnismäßig warme Luftmassen nach Deutschland führt. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2019.

Wechselhaftes Wetter im Oktober
Wechselhaftes Wetter im Oktober

Tiefdruckdominanz

Der unbeständige und zu Schauern neigende Wettercharakter hat seinen Ursprung in einem Tief über England, welches nur sehr langsam nach Osten vorankommt. Zum Wochenende aber setzt sich das Tief über Skandinavien durch, was in der ersten Oktober-Woche für die eine oder andere Überraschung sorgen könnte.

Die atlantischen Tiefdrucksysteme setzen sich bis zum Sonntag über Skandinavien durch
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Die atlantischen Tiefdrucksysteme setzen sich bis zum Sonntag über Skandinavien durch © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Schlag auf Schlag

Das Tief setzt sich nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells bis zum 1. Oktober über Skandinavien fest. Über Deutschland, der Schweiz und Österreich hat das einen anhaltend unbeständigen Wettercharakter zur Folge. Zeitgleich dreht der Wind auf nördliche Richtungen und führt bis zum 2. Oktober kühlere Luftmassen nach Mitteleuropa.

Meridionale Prägung der Großwetterlage

Das Tief aber ist nicht alleine für den Kaltlufttransport nach Süden verantwortlich. Auf dem Atlantik bekommt es Unterstützung von einem nach Norden aufkeilenden Azorenhoch, was die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zunächst einmal blockiert.

Das Skandinavientief zieht relativ rasch nach Nordosten über die Barentssee ab und so fehlt dem Hoch die Stütze. Zum 3. und 4. Oktober kippt die Hochdruckachse über Mitteleuropa ab und für die Tiefdruckgebiete auf dem Atlantik wird der Weg in Richtung Skandinavien frei. Nach einer kurzen Wetterberuhigung beginnt das Spiel von neuem.

Nach einem stark meridional ausgeprägtes Zirkulationsmuster kippt das Hoch über Mitteleuropa weg
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Nach einem stark meridional ausgeprägtes Zirkulationsmuster kippt das Hoch über Mitteleuropa weg © www.meteociel.fr

Goldener Oktober, oder doch die Überraschung?

Der Kipppunkt ist nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells zum 3. Oktober auzumachen. Das Hoch strebt sehr weit nach Norden auf und sucht über den Polarwirbel den Kontakt zu einem Hoch über Alaska. Gelingt der Brückenschlag, kommt das einer Überraschung gleich, da außerhalb der Wintermonate eine solche Wetterlage eher selten zu bestaunen ist.

Einmal angenommen, es kommt so, was würde das bedeuten? Es kommt auf die Hochdruckposition an. Liegt das Hoch westlich von Europa, gelangen kühle Luftmassen nach Mitteleuropa. Liegt das Hoch aber weiter östlich, so erwärmen sich die Luftmassen mit zunehmenden Sonnenschein und machen einen goldenen Oktober noch in der ersten Dekade möglich. Diese Entwicklung gilt es in den kommenden Tagen genauer zu beobachten.

Gelingt der Brückenschlag zum Hoch über Alaska, so wird der Polarwirbel in seiner frühen Entwicklung gestört
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Gelingt der Brückenschlag zum Hoch über Alaska, so wird der Polarwirbel in seiner frühen Entwicklung gestört © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Die schleichende Zonalisierung

Das Gegenteil der meridional verlaufenden Zirkulation (Nord-Süd, Süd-Nord) ist die zonal strukturierte Großwetterlage, bei der die atlantischen Tiefdrucksysteme eine viel größere Gewichtung bekommen und die Hochdruckeinschübe ausbleiben. Es stellt sich nach und nach eine von West nach Ost verlaufende Grundströmung ein.

Eine solche Wetterentwicklung berechnet die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells in seiner heutigen Ausgabe. Anfang Oktober setzt sich das Tief über Skandinavien fest. Zwar versucht sich das Hoch zum 3. Oktober nach Norden aufzuwölben, doch auf dem Atlantik lauern kräftige Tiefdruckfronten und bügeln das Hoch regelrecht platt.

Das Hoch hat im Zeitraum vom 3. bis 8. Oktober nur noch sekundäre Chancen für die Wetterentwicklung über Mitteleuropa wirksam zu werden. Deutlich zu erkennen ist der Zug der Tiefdrucksysteme in Richtung Skandinavien und die zunehmend abflachende Struktur der Gradienten. Kurzum ist eine Westwetterlage nach der aktuellen Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells im Verlauf der ersten Oktober-Dekade nicht auszuschließen.

Die schleichende, aber durchaus nachhaltige Zonalisierung?
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die schleichende, aber durchaus nachhaltige Zonalisierung? © www.meteociel.fr

Das letzte Aufbäumen oder doch das Betonhoch?

Die letzten Monate waren von einem meridionalen Strömungsmuster dominiert und man erwartet regelrecht den Umbruch in eine zonale Großwetterlage. Doch darauf hat man in diesem Jahr schon häufiger gewartet. Am Ende setzte sich die Erhaltungsneigung mit einem meridionalen Muster weiter fort.

Aus diesem Standpunk heraus ist die kommende Wetterentwicklung von großer Bedeutung. Warum? Setzt sich tatsächlich die Zonalisierung durch, so könnte das mit einem windigen, milden und nassen Wettercharakter für den Herbst und unter bestimmten Voraussetzungen auch Winter 2019/20 wegweisend sein, was im Übrigen von einigen Langfristmodellen gestützt wird. Falls nicht, sind auch kältere Entwicklungen nicht auszuschließen.

Wettertrend der Kontrollläufe: Das Hoch bekommt seine Chance

Zum aktuellen Stand aber hat - zumindest nach den Kontrollläufen - die Zonalisierung die schlechteren Karten. Zwar ist die Niederschlagsprognose bis zum 3./4. Oktober deutlich erhöht, sinkt darüber hinaus aber in den nur noch leicht erhöhten bis schwachen Bereich ab. Anders formuliert deutet das auf eine ab dem 3. Oktober zunehmende Hochdruckentwicklung hin.

Gravierende Unterschiede in der Temperaturentwicklung

Ein weiterer Punkt, der gegen eine nachhaltige Zonalisierung spricht, ist das Temperaturspektrum. Das zeigt bspw. am 6. Oktober eine Spanne von bis zu 20 Grad und bewegt sich in einem Spektrum vom +4 bis +24 Grad. Das ist ordentlich - und wohlgemerkt handelt es sich dabei um die Tageshöchstwerte.

Wie aber ist das möglich? Hervorgerufen wird eine solche breite Streuung durch eine unklare Hochdruckposition und da kalt und warme Werte dicht beieinander sind, spricht das für eine meridionale Ausrichtung der Großwetterlage im Oktober - zumindest zum aktuellen Stand.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
1. Oktober +9 bis
+20 Grad
+14 bis
+15 Grad
5. Oktober +3 bis
+24 Grad
+14 bis
+16 Grad
9. Oktober +8 bis
+22 Grad
+14 bis
+16 Grad
Diagramm Temperaturen Oktober 2019 vom 24.09.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Wetterprognose Herbst und Winter 2019/20 nach dem Langfristmodell

Apropos Langfristmodell - wie sieht die aktuelle Prognose aus?

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  • Der September ist keineswegs abgehakt. Zum aktuellen Stand ist der erste Herbstmonat gegenüber dem vieljährigen Mittelwert (61-90) um +0,64 Grad nur leicht zu warm. Daran wird sich in den kommenden Tagen kaum mehr etwas verändern. Anders formuliert hat der September durchaus noch berechtigte Chancen in der Temperaturentwicklung normal auszufallen (Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad). In der Niederschlagsentwicklung aber ist der September seinem Soll deutlich hinterher. Gerade einmal rund 49 Prozent des Monatssolls sind bisher erreicht worden. Zwar gibt es in den kommenden Tagen hin und wieder Niederschlagsereignisse, doch ob das für die restlichen 50 Prozent ausreichend sein wird, bleibt abzuwarten.
  • Der Oktober 2019 wird erneut mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad etwas zu warm und im Niederschlagstrend normal berechnet. Dieser Wettertrend hält sich in den letzten Wochen hartnäckig und verändert sich nur geringfügig.
  • Eine kleine Veränderung hat sich im Langfristtrend für den November ergeben. Dieser wird mit einer Differenz von -0,5 bis +1 Grad über dem Süden normal bis leicht zu warm simuliert. Weiter nach Norden zeigt sich mit +0,5 bis +2 Grad eine zu warme bis deutlich zu warme Temperaturentwicklung. Die Niederschlagsbilanz über Deutschland ist als neutral (normal) zu bewerten.
  • Der Winter 2019/20 wird heute erneut - wie bereits seit Wochen - mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad und örtlich bis +3 Grad deutlich zu warm simuliert. Der Dezember wird im Trend noch etwas zu trocken simuliert, doch der Januar und Februar 2020 sollen deutlich zu nass ausfallen können.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (CFSv2)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
Oktober 2019 +0,5 bis +1,5 Grad Trend: normal
November 2019 -0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Dezember 2019 +1 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst Winter 2019/2020  vom 24.09.2019
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst und Winter 2019/2020

Auf den Punkt gebracht

Die kommende Wetterentwicklung hat es in sich. Interessant ist die Entwicklung Anfang Oktober. Gelingt es dem Hoch bis weit in den Polarwirbel vorzustoßen und diesen in seiner frühen Entwicklung zu stören und somit das meridionale Zirkulationsmuster weiter zu stützen, oder kippt das Hoch nach Osten ab und macht den Weg für eine schleichende Zonalisierung frei?

Zum aktuellen Stand spricht vieles für einen anhalten unbeständigen Wettercharakter bis zum 4. Oktober mit nachfolgender Stabilisierung und trockenem Charakter. Anders formuliert hat die Zonalisierung - zum aktuellen Stand - nur wenig erfolgreiche Aussichten, sich nahhaltig zu festigen.

Herbst und Winter zu warm

Am Wettertrend zum Herbst und Winter 2019/20 hat sich in den letzten Wochen kaum etwas verändert. Kumuliert man die Monate zu den Jahreszeiten zusammen, so kann der Herbst mit einer Abweichung von +0,7 bis +1,5 Grad etwas zu warm und zu trocken ausfallen. Für den Winter hingegen zeichnet sich mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad eine deutlich zu warme Temperaturentwicklung ab. Der Niederschlagstrend ist normal bis leicht zu nass zu bewerten.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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