Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 20.09.2019 - Schock-Winter? Ein Blick auf die Langfristmodelle!

Wie wird der Winter 2019/20? Einige Medien und Experten kennen scheinbar die Antwort. Von einem Schock-Winter ist die Rede. Was ist da dran?

Reichlich Sonnenschein wird es noch bis zum Sonntag geben und auch die Temperaturen pendeln sich in einen spätsommerlich warmen Bereich ein. Doch am Sonntag trüben aufziehende Wolkenfelder den Sonnenschein immer weiter ein und zum Abend ist über dem Westen mit einsetzendem Niederschlag zu rechnen, der in der Nacht auf Montag weiter nach Osten vorankommt und im Schwerpunkt über Baden-Württemberg und Bayern für länger andauernde Niederschlagsereignisse sorgen kann.

Bis zur Wochenmitte bleibt der Wettercharakter wechselhaft und unbeständig. Bei starker bis wechselnder Bewölkung kommt es immer wieder zu Niederschlägen unterschiedlichster Intensität und Dauer. Dazwischen ist auch immer wieder Zeit für etwas Sonnenschein. Die Temperaturen pendeln sich auf +15 bis +20 Grad ein und können mit Sonnenschein auf bis +23 Grad ansteigen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2019.

Ein Schock-Winter der rekordverdächtigen warmen Sorte?
Ein Schock-Winter der rekordverdächtigen warmen Sorte?

Struktureller Wandel, oder ein Tropfen auf den trockenen Stein?

Eigentlich heißt es ja heißen Stein, aber wenn man sich derzeit um blickt, ist alles trocken. Das Niederschlagssoll wurde erst zu 45 Prozent erfüllt und es bleiben nur noch 10 Tage Zeit um die fehlenden 55 Prozent aufzufüllen. Zudem war das Wetter im September gegenüber dem vieljährigen Mittelwert (61-90) bislang um rund +1 Grad zu warm.

Verantwortlich für die aktuell trockene Witterung ist ein Hochdrucksystem mit Zentrum zwischen England und Deutschland. Bis zum Sonntag verlagert sich das Hoch weiter nach Osten und positioniert sich über der östlichen Mittelmeerregion. Das gibt den atlantischen Tiefdrucksystemen mehr Spielraum, sich in Richtung Mitteleuropa auszudehnen.

Doch anstatt sich das Hoch nun vollständig nach Süden zurückzieht, hält es einen Hochdruckkeil nach Norden aufrecht. Das blockiert die Tiefdruckgebiete und hindert diese am Durch-rauschen. Alles gemäßigt also. Bereits in der gestrigen Wetterprognose für den Oktober 2019 hatten wir darauf hingewiesen, dass die kommende Wetterentwicklung stark von der Position Hochdrucksystems abhängen wird - auch ein Skandinavienhoch ist denkbar.

Das Hoch hält noch dagegen und verhindert ein Durch-rauschen der atlantischen Tiefdrucksysteme
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Hoch hält noch dagegen und verhindert ein Durch-rauschen der atlantischen Tiefdrucksysteme © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Hoch hält dagegen

Gleich zwei kräftige Tiefdruckgebiete entstehen nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells auf dem Atlantik. Das eine liegt am 26. September über dem östlichen Kanada und das zweite positioniert sich zwischen Island und England.

Zwischen diesen Tiefdrucksystemen versucht sich das Azorenhoch mit einem Keil in Richtung Grönland zu behaupten, während über Mitteleuropa ein weiteres Hochdrucksystem zwischen Grönland, Skandinavien, dem westlichen Russland, sowie Ost- und Mitteleuropa versucht die Tiefdrucksysteme zu blockieren. Eine verzwickte Konstellation. Theoretisch kann sich sowohl das Hoch, als auch das Tief durchsetzen.

Südwestwetterlage

Der Königsweg aus dieser verzwickten Lage aber ist die Südwestwetterlage, welche das europäische Wettermodell die letzten Tage häufiger im Programm hatte. Das Tiefdruckzentrum verlagert sich von Island mehr und mehr in Richtung England und Skandinavien und läuft auf den Hochdruckrücken auf.

Unbeständig und mäßig warm

Bei wechselnder bis starker Bewölkung kommt es im Zeitraum vom 24. bis 30. September über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu wiederholten Niederschlagsereignissen und zwischendurch lässt sich immer wieder die Sonne blicken. Die Temperaturen erreichen mit +14 bis +18 Grad und örtlich bis +21 Grad für die Jahreszeit angemessene Werte.

Eine langsame, aber stete Umstellung der Großwetterlage
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Eine langsame, aber stete Umstellung der Großwetterlage © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Der Herbst kommt

Relativ eindeutig ist die Wetterprognose der Amerikaner. Das Hoch blockiert die atlantischen Tiefdrucksysteme noch bis zum 26./27. September bei England, doch schwindet dessen Widerstandskraft und die Tiefdruckgebiete bleiben beharrlich.

Durchbruch der atlantische Frontalzone

Das Hochdrucksystem wölbt sich am 23. September über Europa weit nach Norden bis über den Polarkreis hinauf aus. Zur gleichen Zeit aber toben die Tiefdruckgebiete zwischen einem Bereich von Neufundland, Island und England. Doch noch kann das Hochdrucksystem ein Vordringen der Tiefdrucksysteme blockieren.

Durchbruch der atlantischen Frontalzone

Der Wetterwechsel vollzieht sich bis zum 29. September recht zäh, doch zum Oktober geht es Schlag auf Schlag. Ein winterlicher Kaltluftvorstoß bei Grönland heizt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik kräftig ein und das Hoch zieht sich weit nach Süden zurück.

Bis zum 1. Oktober entsteht eine von Neufundland über Island bis nach Skandinavien reichende Tiefdruckrinne, in deren Einflussbereich auch Deutschland, Österreich und die Schweiz liegt, was einen windigen, unbeständigen und zunächst mäßig warmen Wettercharakter zur Folge hat.

Spürbar wärmer, dann kälter

Doch das Hoch gibt sich nicht so leicht geschlagen und strebt zum 3. Oktober von den Azoren nach Norden auf. Da ist die Tiefdruckmaschinerie auf dem Atlantik aber voll im Gang und führt im Verbund mit dem Hoch warme Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Mitteleuropa. Werte von +17 bis +23 Grad wären nicht auszuschließen, was für die Jahreszeit etwas zu warm ist.

Bis zum 5. Oktober gelingt es dem Hoch sich über England zu positionieren und dort einen Hochdruckkern aufzubauen. Die Tiefdrucksysteme werden um das Hoch herumgeführt und tropfen auf der östlichen Seite nach Süden ab. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in eine zunehmend nördliche - und damit kühlere - Grundströmung, was die Tageswerte auf +10 bis +15 Grad zurückgehen lassen kann.

Beständiges Herbst-Wetter ist vorerst nicht zu erwarten
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Beständiges Herbst-Wetter ist vorerst nicht zu erwarten © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Wechselwetter bleibt die wahrscheinliche Option

Das war so in den vergangenen Tagen berechnet worden und die heutigen Wetterprognosen bestätigen den zunehmend unbeständigeren Wettercharakter.

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Für die Jahreszeit etwas zu warm

Der Zeitraum vom 21. bis 1. Oktober wird von den Kontrollläufen mit einer Abweichung vom langjährigen Mittelwert von etwa +1 bis +2 Grad zu warm berechnet. Erst im Verlauf der ersten Oktober-Dekade nähert sich der Mittelwert dem Normwert.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
27. September +13 bis
+22 Grad
+17 bis
+18 Grad
2. Oktober +10 bis
+22 Grad
+14 bis
+16 Grad
5. Oktober +8 bis
+23 Grad
+13 bis
+15 Grad
Diagramm Temperaturen September 2019 vom 20.09.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Ein Ende der Trockenheit?

Wan endet die trockene Witterung? Das ist eine derzeit häufig gestellte Frage. Geht es nach den Kontrollläufen, so wird das ab dem 23. September der Fall sein. Die Niederschlagsentwicklung wird bis zum 6. Oktober im mäßig hohen Bereich berechnet und da macht es keinen Unterschied, ob man im Norden, Osten, Süden oder Westen von Deutschland wohnt.

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells simuliert bis zum 29. September Niederschlagssummen von verbreitet 20 bis 40 und örtlich bis 80 l/m². Nur über dem Osten sind es mit 5 bis 15 l/m² deutlich geringere Niederschlagssummen.

Das amerikanische Wettermodell berechnet die Niederschlagssummen etwas konservativer. Verbreitet werden bis zum 29. September 15 bis 30 l/m² und örtlich bis 50 l/m² simuliert. Aber auch hier wird der Osten mit Summen von 5 bis 15 l/m² mit weniger Niederschlägen bedacht.

Der Wettertrend für den Herbst und Winter 2019/2020 der Langfristmodelle

Derzeit kursieren in den Medien Schlagzeilen eines Schock-Winters. Alle Jahre wieder möchte man meinen. Doch anstatt eines sehr kalten Jahrhundertwinters wird nun ein rekordverdächtiger warmer Winter ausgerufen. Kann man glauben oder auch nicht.

Für uns ist es mal wieder an der Zeit einen Blick auf die unterschiedlichen Wetterprognosen der Langfristmodelle für den Herbst und Winter 2019/20 zu werfen und den Schock-Winter einmal näher zu verifizieren.

Die Wetterprognose Herbst und Winter nach dem CFSv2 Modell

Das CFSv2 Modell berechnet den Oktober und den November mit einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad und örtlich bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm. Der Oktober ist wärmer als der November einzustufen.

Die Niederschlagsprognose ist durchwachsen und weitgehend normal zu bewerten. Im Trend zeigt sich eine etwas zu trocken verlaufende Witterung. Kurzum: ein zu warmer und zu trockener Herbst 2019.

Für den Winter 2019/20 wird eine Abweichung der Temperaturen von +1 bis +2 Grad und örtlich bis +3 Grad berechnet. Das ist gemessen am vieljährigen Durchschnittswert deutlich zu warm. Der Dezember ist mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad noch der kälteste der Wintermonate.

Die Niederschlagsberechnung ist für den Dezember 2019 noch normal, für den Januar und Februar 2020 aber deutlich positiv zu bewerten. Zusammengefasst: Ein deutlich zu warmer und zu nasser Winter 2019/2020 (Westwetterlage).

Die Wetterprognose Herbst und Winter nach dem europäischen Wettermodell

Der Herbst zeigt sich im Oktober mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad etwas zu warm temperiert. Der November ist mit +0 bis +0,5 Grad schon etwas kühler und könnte normal ausfallen.

Die Niederschlagsprognose für den Oktober ist im Trend etwas zu nass und für den November zu trocken. Im Fazit: Ein zu warmer und zu trockener Herbst 2019.

Für die Wintersaison 2019/2020 wir eine von Dezember bis Februar anhaltende Abweichung von +0,25 bis +1,5 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich simuliert.

Die Niederschlagsprognose fällt im Dezember und Januar tendenziell zu trocken aus, bevor der Februar verhältnismäßig nass ausfallen kann. Das Resümee: Der Winter 2019/20 wird demnach etwas zu warm und tendenziell etwas zu trocken ausfallen können. Ein nachhaltiger Durchbruch der Zonalisierung ist demnach aber infrage zu stellen.

Die Wetterprognose Herbst und Winter nach dem Modell der NASA

Interessant ist die Wetterprognose für den Herbst. Der Oktober soll noch mit einer Differenz von +0,5 bis +1 Grad etwas zu warm ausfallen können, während der November mit -0,5 bis +0,5 Grad normal berechnet wird. Normal ist in Zeiten den Klimawandels schon etwas außergewöhnliches.

Im Niederschlagsverhalten wird der Oktober und der November normal und im Trend etwas zu nass berechnet. Zusammenfassend ein etwas zu warmer Herbst mit einer möglich neutralen (normalen) Niederschlagsentwicklung.

Die Temperaturanomalie beträgt für den Winter nach der Berechnung der NASA +0,5 bis +1 Grad und fällt damit ebenfalls nur etwas zu warm aus.

Die Niederschlagsaktivität wird gegenüber dem vieljährigen Sollwert unauffällig, im Trend jedoch etwas zu nass simuliert. Im Fazit: Ein unbeständiger Winter wäre nach der Wetterprognose der NASA zu erwarten der am Ende etwas zu warm ausfallen kann.

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Auf den Punkt gebracht

Die Großwetterlage stellt sich im Verlauf der kommenden Woche um und Tiefdrucksysteme nehmen mehr Einfluss auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unter bestimmten Voraussetzungen könnte das im September bisher aufgebaute Niederschlagsdefizit abgebaut werden, während bei den Temperaturen nur wenig Spielraum besteht.

Die Meldungen einiger Medien hinsichtlich einer Rekordwärme im Winter 2019/20 kann getrost noch mit vielen Fragezeichen versehen werden. Zwar berechnen die Langfristmodelle durch die Bank einen zu warmen Winter 2019/20, doch sind die Abweichungen keineswegs rekordverdächtig. Und ob das Winterwetter in dieser Saison überhaupt zu warm ausfallen kann, bleibt weiterhin abzuwarten und hängt stark davon ab, ob sich im Herbst nun eine Zonalisierung durchsetzen kann. Dazu aber in den kommenden Wochen mehr.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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