Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 12.09.2019 - Ein nachhaltig zu warmer Spätsommer kann infrage gestellt werden

Warm werden die kommenden Tage, doch zum Beginn der neuen Woche sorgt ein Temperatursturz für eine spürbare Abkühlung. Erholt sich darüber hinaus der Spätsommer, oder setzt sich jetzt der Herbst durch?

Ein spätsommerlich warmer Wettercharakter macht sich in den kommenden Tagen über Deutschland bemerkbar. Verbreitet können über dem Süden die Temperaturen auf +20 bis +25 Grad und ab dem Sonntag auch in Richtung der +30 Grad Marke ansteigen. Über dem Norden bleibt es mit +17 bis +24 Grad etwas kühler. Zum Start in die neue Woche dann folgt von Norden ein Temperaturrückgang.

Doch ganz ungetrübt ist der spätsommerlich warme Wettercharakter nicht. Immer wieder queren Wolkenfelder Deutschland und sorgen für den einen oder andern Regentropfen - viel ist jedoch nicht zu erwarten. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2019.

Spätsommer, oder?
Spätsommer, oder?

Ein kräftiges Tief über dem Norden und ein kräftiges Hoch über dem Süden

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zwischen den Fronten. Beeindruckend ist das Tiefdruckgebiet, welches sich in den kommenden Tagen nach Skandinavien verlagert. Das Hoch hält zunächst noch dagegen, verliert aber zum Start in die neue Woche die Kontrolle über Mitteleuropa und weicht nach Westen aus. Der Hochdruckkern liegt zum 18. September über England und dehnt sich langsam nach Norden in Richtung Grönland aus. Infolge daraus meridionalisiert das Strömungsmuster und aus nördlichen Richtungen gelangen kühlere Luftmassen nach Deutschland. Dem Spätsommer folgt die Herbst-frische.

Das Hoch verliert seinen Einfluss, was den Zustrom kälterer Luftmassen aus nördlichen Richtungen ermöglicht
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Hoch verliert seinen Einfluss, was den Zustrom kälterer Luftmassen aus nördlichen Richtungen ermöglicht © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Eine kurze Störung, oder nachhaltiges Herbst-Wetter?

Die Zufuhr kühlerer Luftmassen ist eine logische Konsequenz der Tiefdruckverlagerung nach Skandinavien und ist keine großartige Überraschung mehr. Doch hat dieser Störimpuls Auswirkungen auf die nachfolgende Wetterentwicklung und seit ein paar Tagen sprechen wir von einem Kippsystem - Hop oder Top. Die Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells zeigt es heute sehr eindrücklich, worauf es ankommen wird.

das Hoch rückt nach

Die Tiefdruckdynamik erreicht am 17./18. September über Skandinavien ihren Höhepunkt. Zudem wird versucht, auf dem Atlantik eine Tiefdruckrinne zu etablieren, doch der nach Norden aufstrebende Hochdruckkeil blockiert das Vorhaben. Man kann eben nicht alles haben. Infolge daraus wird die Dynamik aus der Entwicklung genommen.

Das Skandinavientief zieht zum 20./21. September nach Nordosten über die Barentssee ab und macht über Mitteleuropa Platz für das nachrückende Hochdruckgebiet. Die auf dem Atlantik blockierten Tiefdruckgebiete versuchen krampfhaft nach Osten voranzukommen, werden aber weiterhin von dem Hoch über Mitteleuropa blockiert.

Altweibersommer

Die herbstliche Wetterphase ist nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells nur von kurzer Dauer, denn im Verbund zwischen dem Hoch und der Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik werden ab dem 21. September warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Mitteleuropa geführt, was den Wettercharakter über Deutschland, Österreich und der Schweiz in Richtung Altweibersommer gehen lässt.

Die Hochdruckentwicklung - sollte sie denn so kommen - hätte zudem das Potential, das Wetter bis in den Oktober 2019 hinein zu beeinflussen.

Meridionale Großwetterlage mit Omegastruktur über Mitteleuropa
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Meridionale Großwetterlage mit Omegastruktur über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Kein typisches Herbstwetter

Auch heute ähneln sich die Wetterprognosen der beiden Vorhersage-Modelle. Doch im Gegensatz zu den Europäern verstärkt sich vom 21. bis 23. September der tiefe Luftdruck über Skandinavien erneut.

Herbstlich frisch

Im Verlauf der neuen Woche gehen mit der nördlichen Grundströmung die Werte ordentlich zurück. Der Tiefpunkt ist voraussichtlich am 18. September mit Tageshöchstwerten von +10 bis +15 Grad und örtlich bis +17 Grad erreicht. In den Nächten kann bei Aufklaren auch leichter Nachtfrost, bzw. Bodenfrost nicht ausgeschlossen werden. Kurzum: es wird frisch.

Wenig Niederschlag über dem Süden

Die Niederschlagsneigung aber hält sich in Grenzen. Bis zum 20. September werden über dem Norden mit 15 bis 30 l/m² durchaus nennenswerte Niederschläge erwartet, doch südlich der Linie von Münster und Berlin ist die Ausbeute mit 0 bis 5 l/m² deutlich geringer.

Durchwachsen, aber warm

Doch das Hoch ist mit seinem Latein noch nicht am Ende und strebt ab dem 24. September nach Norden auf und wird von der hohen Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik nach Osten - über das östliche Europa - abgedrängt. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in eine warme und labile Südwestanströmung der Luftmassen, was die Tageswerte auf +17 bis +23 Grad und örtlich bis +25 Grad ansteigen lassen kann. Bedingt aber durch die labile Luftschichtung ist mit einer zunehmenden Niederschlagsaktivität zu rechnen.

Eine für die Jahreszeit zu warme Temperaturentwicklung
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Eine für die Jahreszeit zu warme Temperaturentwicklung © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Amerikanisches Vorhersage-Modell ein Trendsetter?

Gegenüber den Kontrollläufen zeigte sich das amerikanische Vorhersage-Modell in den letzten Tagen als ein - deutlich - zu kalter Ausreißer. Sehr häufig werden solche extremeren Varianten im weiteren Verlauf verworfen, doch manches Mal tun sich die Amerikaner als früher Trendsetter etablieren. Anders formuliert sind solche extremeren Varianten keinesfalls immer nur Spinnereien, sondern müssen eben genauer beobachtet und verifiziert werden.

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Zum aktuellen Stand stützen die Kontrollläufe im Zeitraum vom 17. bis 20. September die Zufuhr kalter Luftmassen, bei der das Spektrum kurzzeitig um bis zu 15 Grad absinken kann. Vom 21. bis 28. September berechnen die Kontrollläufen einen erneuten Anstieg der Temperaturen in einem für die Jahreszeit zu warmen Bereich.

Schwache Niederschlagsleistung über dem Süden

Über dem Norden werden vom 16. bis 20. September brauchbare Niederschlagssignale geliefert, weiter nach Süden gehen diese jedoch rasch zurück. Anders formuliert dehnt sich der tiefe Luftdruck über Skandinavien phasenweise über den Norden von Deutschland aus, während über dem Süden das Hoch die Stellung halten kann.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
18. September +10 bis
+23 Grad
+12 bis
+14 Grad
23. September +12 bis
+25 Grad
+19 bis
+20 Grad
27. September +10 bis
+26 Grad
+17 bis
+19 Grad
Diagramm Temperaturen September 2019 vom 12.09.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Der Wettertrend für den Herbst und Winter 2019/2020 des Langfristmodells

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  • Der September 2019 wird nach der aktuellen Prognose gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad normal und im Trend etwas zu warm simuliert. Die Niederschlagsprognose ist über dem Süden und der Mitte deutlich negativ (zu trocken) zu bewerten und normalisiert sich in Richtung der Küstenregionen.
  • Der Oktober 2019 soll mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad etwas zu warm und im Trend normal bis leicht zu nass ausfallen können.
  • Für den November wird mit einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad eine ebenfalls zu warme Temperaturentwicklung berechnet. Die Niederschlagsprognose ist neutral bis leicht negativ (etwas zu trocken).
  • Sowohl der Dezember 2019, als auch der Januar und Februar 2020 werden nach der Langfristprognose mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert deutlich zu warm simuliert. Phasenweise kann die Abweichung bis zu +3 Grad betragen. Zugleich ist die Niederschlagsneigung über alle Winter-Monate hinweg leicht positiv (zu nass). Kurzum: ein zu warmer und nasser Winter 2019/20
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (CFSv2)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Oktober 2019 +0,5 bis +1,5 Grad Trend: normal bis leicht zu nass
November 2019 +0,5 bis +1,5 Grad Trend: normal bis etwas zu trocken
Dezember 2019 +1 bis +3 Grad Trend: leicht zu nass
Januar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: leicht zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst Winter 2019/2020  vom 12.09.2019
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst und Winter 2019/2020

Auf den Punkt gebracht

Hop oder Top? Das bleibt auch heute so. Zwar hat eine spätsommerlich warme Temperaturentwicklung die besseren Karten, doch zeigt sich mit dem Kaltluftvorstoß, dass diese Hochdruckdominanz nicht ganz so unumstößlich ist. Zwar erholt sich das Hoch in der letzten September-Dekade wieder - was eine durchaus plausible Wetterentwicklung ist - doch könnte sich das Tief über Skandinavien weiter intensivieren, sodass das Hoch auf dem Atlantik verbleibt und dadurch der Herbst Einzug halten kann.

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Herbst und Winter zu warm?

Die Langfristprognosen sind ernüchternd für alle, die sich eine normale, oder gar kühlere Wetterphase wünschen. Am besten gleich noch mit viel Schnee obendrauf. Zu warm werden sowohl der Herbst, als auch der Winter berechnet, was in Zeiten des Klimawandels auch nicht weiter überraschen sollte.

Das Ablaufmuster gleicht dabei dem vom letzten Jahr. Dem gestörten Zirkulationsmuster folgt zum Winter eine Zonalisierung, bei der ein Tief nach dem anderen über Mitteleuropa hinwegfegen und damit für einen windigen, nassen und milden Wettercharakter sorgen kann.

Was aber, wenn die Zonalisierung nicht kommt, was, wenn das meridionale Muster anhält? Das ist nach unseren Einschätzung eine durchaus wahrscheinliche Variante. Der Winter wird im Vergleich zum langjährigen Mittelwert zwar etwas zu warm ausfallen können, doch mehren sich Kaltluftphasen und auch der Schneefall wird sich wieder in die Flachlandregionen vor wagen können. Die Weichen für die Zonalisierung, oder für einen Beibehalt des gestörten Verlaufsmusters werden im Verlauf des Herbstes gestellt.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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