Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 27.08.2019 - Strukturelle Veränderungen - Mehr Herbst, weniger Spätsommer

Temperatursturz zum Herbstbeginn. Der Herbst streckt so langsam seine Fühler in Richtung Mitteleuropa aus und lässt die Temperaturen spürbar zurückgehen. Der Spätsommer hat so kaum mehr Chancen sich durchzusetzen.

Schauer und Gewitter sorgen in den kommenden Tagen für Abwechslung und können am Donnerstag verbreitet in Erscheinung treten. Mancherorts fallen die Gewitter kräftiger aus und da diese sich kaum von der Stelle bewegen, sind binnen kürzester Zeit erhebliche Niederschlagssummen möglich (Gewitterradar).

Die Temperaturen erreichen meist +27 bis +32 Grad und können im Verlauf der Woche kurzzeitig etwas zurückgehen. Ende August aber sind erneut Werte um die +30 Grad Marke herum zu erwarten. Im Vergleich zum langjährigen Mittelwert sind die Temperaturen um etwa +6 bis +9 Grad zu warm. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter August 2019.

Macht sich im September der Herbst bemerkbar?
Macht sich im September der Herbst bemerkbar?

Zwischen einem Hoch und einem Tief gelangen sehr warme Luftmassen nach Deutschland

Verantwortlich für die außergewöhnlich warmen Temperaturwerte ist die Kombination aus einem Hoch über dem östlichen Europa und einem Tief, welches sich zwischen Island, England und Skandinavien weiter intensiviert. Tiefdrucksysteme drehen sich gegen und Hochdruckgebiete im Uhrzeigersinn und so gelangen aus südlichen Richtungen die warmen Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Die warmen Luftmassen gelangen aus südlichen Richtungen nach Deutschland
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Die warmen Luftmassen gelangen aus südlichen Richtungen nach Deutschland © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Ein frühherbstlicher Start in den September

Das Tiefdruckzentrum bei Island greift zum meteorologischen Herbstanfang am 1. September nach der Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells auf Skandinavien über und zieht an der norwegischen Küste nach Norden ab. Weder dem Azorenhoch, noch dem osteuropäischen gelingt es über Mitteleuropa eine Hochdruckbrücke zu etablieren. Stattdessen haut das Tief einen Keil zwischen diese beiden Hochdrucksysteme - und das direkt über Mitteleuropa.

Kühles Nordwestwetter

Die Tiefdruckgebiete füllen die entstehende Lücke und stoßen aus nordwestlichen Richtungen vom 1. bis 6. September immer wieder in Richtung Mitteleuropa vor. Das hat Konsequenzen - auch für die Wetterentwicklung über Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Temperaturen gehen auf Werte zwischen +16 bis +21 Grad zurück und können - je nach Niederschlagssituation - darüber, bzw. auch darunter liegen. Eine Fortführung der heißen Werte aus dem August ist in den ersten Herbst-Tagen nach den Wettervorhersage des europäischen Vorhersage-Modells nicht zu erwarten.

Strukturelle Veränderungen - Mehr Herbst, weniger Spätsommer
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Strukturelle Veränderungen - Mehr Herbst, weniger Spätsommer © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Die Tiefdruckdominanz nimmt zu

Der Ablauf der Wetterentwicklung ist bis zum meteorologischen Herbst-Beginn nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modell ganz ähnlich der der Europäer. Das Tiefdruckzentrum verlagert sich weiter in Richtung Skandinavien und festigt dort seine Position.

Kurz Nordwestwetter

Dabei dreht die Grundströmung vom 2. bis 4. September auf nordwestliche Richtungen und führt mit einem unbeständigen und regnerischen Wettercharakter frischere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz, was die Tageswerte auf +15 bis +20 Grad zurückgehen lassen kann.

Etwas wärmer

Die Tiefdruckaktivität bleibt im Zeitraum vom 4. bis 11. September über Mitteleuropa erhalten - meist in einem gradientenschwachen Umfeld. Nichtsdestotrotz ist dadurch immer wieder mit Niederschlägen zu rechnen. Anders formuliert hat ein stabiler und spätsommerlicher Wettercharakter kaum Chancen sich in der ersten September-Dekade durchzusetzen.

Das steuernde Tiefdruckzentrum über Skandinavien liegt etwas westlicher und sorgt über Mitteleuropa für eine überwiegend südwestliche Grundströmung, was die Temperaturen mit +17 bis +21 Grad in einem für die Jahreszeit typischen Umfeld bewegen lässt.

Tiefdruckdominiertes, aber schwachgradientiges Wetterumfeld
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Tiefdruckdominiertes, aber schwachgradientiges Wetterumfeld © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Der Spätsommer hat schlechte Karten

Schaut man sich den Mittelwert aller Kontrollläufe an, so zeigt sich im Schwerpunkt westlich von Europa das Azorenhoch. Der Rest ist relativ einfach erklärt. Die Tiefdruckgebiete nehmen Kurs auf Skandinavien und rutschen am östlichen Hochdruckgradienten nach Süden ab. Eine meridional geprägte Nordwestwetterlage hat gute Chancen sich im Verlauf der ersten September-Dekade durchzusetzen.

Und so verwundert es auch nicht, dass das Temperaturspektrum in der ersten September-Dekade nach den Kontrollläufen im Vergleich zum langjährigen Mittelwert zu kühl berechnet wird. Zudem ist die Niederschlagsprognose leicht erhöht zu bewerten. Anders formuliert: Ein frühherbstlicher Wettercharakter.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
2. September +13 bis
+24 Grad
+18 bis
+19 Grad
7. September +11 bis
+24 Grad
+15 bis
+17 Grad
11. September +9 bis
+25 Grad
+16 bis
+18 Grad
Diagramm Temperaturen September 2019 vom 27.08.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Gedankenspiele

Was aber wenn sich das Hoch auf dem Atlantik abflacht und einen Hochdruckkeil in Richtung der Mittelmeerregion, oder Mitteleuropa entsendet? Das würde die Grundkonstellation nachhaltig verändern und dem Spätsommer seine Chance bieten können. Entweder es bleibt bei einem Hochdruckkeil, dann würden warme und feuchte Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland geführt werden können, oder aber es bildet sich mit der zunehmenden Tiefdruckdynamik ein Hoch über Europa aus, welches der Struktur der aktuellen Großwetterlage sehr nahe kommt.

Dies sind nur theoretische Ansätze und spiegeln sich nicht wirklich in den aktuellen Wetterprognosen der Wettermodelle oder der Kontrollläufe wieder, doch sollte das Tiefdruckzentrum über Skandinavien nicht Fuß fassen können, wäre eine solche Veränderung schnell umsetzbar.

Der Wettertrend für den Herbst und Winter 2019/2020 des Langfristmodells

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  • Der September hat im Vergleich zu den letzten Tagen eine leichte Korrektur erfahren. Die Abweichung der Werte liegt mit -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im normalen Bereich und hat im Trend mit einer Differenz von +1 Grad eine leicht positive Abweichung. Die Niederschlagsprognose fällt gegenüber dem langjährigen Sollwert unauffällig aus.
  • Der Oktober 2019 wird mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert weiterhin etwas zu warm interpretiert. Im Niederschlagstrend gibt es kaum Auffälligkeiten gegenüber dem vieljährigen Sollwert, wenn man aber so will, tendiert der zweite Herbstmonat in die leicht positive Richtung (etwas zu nass).
  • Eine Korrektur hat auch der November 2019 erfahren. Anstatt mit einer Differenz von +1 bis +2, wird er mit +0,5 bis +1,5 Grad nur noch etwas zu warm simuliert. Die Niederschlagsprognose ist zudem als erhöht zu bewerten.
  • Der Winter 2019/20 wird stattdessen zunehmend wärmer berechnet. Auch der Dezember 2019 wurde zwischenzeitlich auf eine zu warme Abweichung von +1 bis +2 Grad korrigiert die Wintermonate Januar und Februar 2020 stehen da in nichts nach. Die Niederschlagsprognose für den Winter fällt zudem deutlich positiv aus (zu nass).
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (CFSv2)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Oktober 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu nass
November 2019 +0,5 bis +1,5 Grad Trend: normal bis etwas zu nass
Dezember 2019 +1 bis +2 Grad Trend: normal bis etwas zu nass
Januar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst Winter 2019/2020  vom 27.08.2019
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst und Winter 2019/2020

Auf den Punkt gebracht

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Derzeit deutet vieles darauf hin, dass der Spätsommer im August sein Finale geben wird. Anschließend drängen Tiefdrucksysteme in Richtung Nordeuropa vor und beeinflussen in zunehmenden Maße auch das Wetter über Mitteleuropa. Das Temperaturspektrum geht über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf ein für die Jahreszeit leicht zu kühles Niveau zurück und die Niederschlagsaktivität steigt in den leicht erhöhten Bereich an.

Der Spätsommer hat zum aktuellen Stand nur noch theoretischen Chancen sich durchzusetzen.

Langfristprognose Winter 2019/20

Ganz so wie es das Langfristmodell berechnet sehen wir die Winterprognose 2019/20 nicht. Das Jahr 2019 hatte seine Kälte- und Niederschlagsphasen und war bestimmt durch ein meridionales Strömungsmuster. Warum sollte sich das im Winter ändern?

Denn das was das Langfristmodell momentan simuliert ist eine astreine Zonalisierung der Großwetterlage über die Wintersaison, was einem windigen, nassen und unbeständigen, sowie milden Wettercharakter gleichkommt. Der Herbst wird zeigen, wohin die Reise gehen wird.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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