Milde Temperaturen und Tauwetter. Wie stark und für wie lange beeinflusst das Hoch das Wetter über Mitteleuropa und wie sieht es mit dem Schnee über den Skiregionen der Alpen aus?

Die letzten Schneefälle gibt es heute noch am Alpenrand und über den östlichen Landesteilen. Von Westen setzt sich ein Hochdrucksystem durch und bestimmt das Wettergeschehen bis zum Wochenende mit einem ruhigen und trockenen Wettercharakter. Die Temperaturen steigen bis zum kommenden Sonntag auf +7 bis +13 Grad an und können örtlich vorfrühlingshafte +15 Grad erreichen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Februar 2019.

Die dazugehörige Großwetterlage ist einfach gestrickt. Über dem östlichen Kanada gelangen kalte Luftmassen auf dem Atlantik, welche bei Neufundland für eine rege Tiefdruckentwicklung sorgen. Diese Tiefdrucksysteme bauen im Bereich von Neufundland, Island und dem nördlichen Skandinavien eine gut funktionierende Tiefdruckrinne auf. Dem Hochdrucksystem bleibt somit gar nichts anders übrig, als sich über Mitteleuropa zu positionieren. Die Frage für die letzten - meteorologischen - Wintertage lautet: Bleibt das Betonhoch in der letzten Februar-Dekade erhalten, oder gibt es einen Spielraum für andere - vielleicht auch spätwinterliche - Wetterentwicklungen?

Bleibt das Hoch?
Bleibt das Hoch bis zum Ende des Winters wetterbestimmend?

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Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Hochdruck ohne Ende

Die Tiefdruckrinne von Neufundland bis nach Skandinavien bleibt nach der aktuellen Wettervorhersage des amerikanischen Prognose-Modells bis zum 26. Februar intakt. Zwar versucht sich die atlantische Frontalzone auch über Mitteleuropa durchzusetzen, doch scheitern diese an dem kräftigen Hochdrucksystem, welches immer wieder von den Azoren und der Mittelmeerregion gespeist wird.

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Zudem baut sich im Zeitraum vom 12. bis 26. Februar ein Niederschlagsdefizit auf, was den Februar gegenüber seinem langjährigen Mittelwert zu trocken ausfallen lassen könnte. Die Temperaturen pendeln sich auf +7 bis +13 Grad ein und können phasenweise mal darüber und mal darunter liegen. Leichter Nachtfrost ist in diesem Zeitraum nicht auszuschließen, doch bleiben die Nächte meist frei von Frost.

Das Hoch blockiert jede aktive Wetterentwicklung
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Das Hoch blockiert jede aktive Wetterentwicklung © www.meteociel.fr

Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells: Variationen sind möglich

Bei einer entsprechenden Tiefdruckaktivität kann so ein Hoch zu einer stabilen und länger andauernden Angelegenheit werden. Das stützen die aktuellen Wetterprognosen des europäischen Vorhersage-Modells. Doch die Veränderungen der Details liegen in der Position des Hochdrucksystems begründet.

Omegastruktur

Die atlantischen Tiefdrucksysteme bauen sich auf dem Atlantik auf und prallen über Mitteleuropa regelrecht gegen eine Wand. Die Tiefdrucksysteme müssen nun über das europäische Nordmeer und Skandinavien nach Osten abziehen um über dem westlichen Russland nach Süden abzutropfen. Liegt das Hochdruckzentrum nun etwas westlicher, so gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz ab der letzten Februar-Dekade in eine gemäßigt kalte Nordströmung. Bleibt das Hoch aber über Mitteleuropa positioniert, so sind ähnlich milde Werte wie nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells zu erwarten. Die Struktur aber ist omegaähnlich.

Omegaähnlicher Strukturaufbau des Hochdrucksystems
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Omegaähnlicher Strukturaufbau des Hochdrucksystems © www.meteociel.fr

Tauwetter bis in höher Lagen - Wie sieht es mit dem Schnee über den Skigebieten aus?

Eine in den letzten Tagen häufig gestellte Frage, welche mit den bevorstehenden Winterferien nicht weiter verwundert. Sorgt das milde Wetter für Tauwetter in den Skigebieten der Alpen?

Ja, das wird es - doch wird sich das Tauwetter oberhalb etwa 1.200 Meter in Grenzen halten. Warum? Die Tageswerte steigen in einer Höhe von 1.500 Meter in einem Bereich von +1 bis +4 Grad an, da aber der Niederschlag und der Wind fehlt, fällt das Tauwetter gemäßigt aus. Zudem ist der Taupunkt über den höheren Lagen meist im negativen Bereich und mit den wechselnden Temperaturverhältnissen (tagsüber mild und in den Nächten Frost) schmilzt die Schneedecke unterhalb etwa 1.600 Meter nur langsam dahin.

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Der Februar deutlich zu warm

Man braucht kein Wetterexperte oder Prophet zu sein, um zu diesem frühen Zeitpunkt schon zu erkennen, dass der Februar als 11. Monat in Folge zu warm ausfallen wird. Dabei spielt es kaum mehr eine Rolle, wie die letzte Februar-Dekade ausfallen wird. Nach den aktuellen Berechnungen könnte im zweiten Februar-Drittel die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert auf bis 4 Grad ausgebaut werden. Der Februar auf Rekordkurs? Möglich, wenngleich zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich. Die wärmsten Februarmonate wurden 1990 und 2002 mit einer Abweichung von +5,7 Grad, bzw. +5,1 Grad registriert. Da fehlt noch etwas.

Die Kontrollläufe stützen jedenfalls die für die Jahreszeit zu warme Temperaturentwicklung. Das Temperaturspektrum liegt am 19. Februar zwischen +2 bis +12 Grad (Mittelwert: +7 bis +9 Grad) und am 26. Februar zwischen -4 und +15 Grad (Mittelwert: +5 bis +8 Grad).

Kaum Niederschlag

So gut wie keine Niederschläge sind nach den Kontrollläufen im Zeitraum vom 14. bis 19. Februar zu erwarten. Darüber hinaus ist bis zum 28. Februar die Niederschlagsneigung sehr schwach ausgeprägt. Das spricht für eine längere Verweildauer des Hochdrucksystems.

Diagramm Temperaturen Februar 2019 vom 12.02.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Ob sich im Tagesverlauf ein Ausweg aus dieser Dauerhochdruckwetterlage ergeben hat, erläutern wir heute Abend an dieser Stelle gegen 20:45 Uhr in einer kurzen Aktualisierung.

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Update der Wetterprognose von 20:57 Uhr
Das amerikanische Vorhersage-Modell berechnete heute Nachmittag kurzzeitig mal eine kühlere Variante für die letzte Februar-Dekade, heute Abend jedoch wieder der Schritt in Richtung Hochdruckdominanz. Bei Tageswerten von meist +5 bis +10 Grad ist für den Winter im Zeitraum vom 13. bis 27. Februar nicht mehr allzu viel zu holen. Entscheidend aber, ob der Ausbruch arktischer Kaltluftmassen vonstattengehen kann, ist die Hochdruckposition, welche im Tagesverlauf etwas westlicher berechnet wurde.

Das Hochdrucksystem dominiert in der zweiten Februar-Dekade das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Das Hochdrucksystem dominiert in der zweiten Februar-Dekade das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz © www.meteociel.fr


Hochdruckbollwerk
Wie aussichtlos teilweise die kommende Wetterentwicklung für den Winter ist, zeigt die Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells von heute Abend. Egal was die Tiefdrucksysteme versuchen - das Hoch bleibt an Ort und Stelle und blockt alles weg. Nach dieser Variante wären die Temperaturen in der letzten Februar-Dekade dem Frühling näher als dem Winter.

Omegawetterlage
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Omegawetterlage © www.meteociel.fr


Die Hochdruckdominanz bestätigen im Zeitraum vom 13. bis 27. Februar die Kontrollläufe. Zwar steigt die Niederschlagsneigung im den 20. Februar kurzzeitig in den leicht erhöhten Bereich an, doch als wirklich nachhaltigen Wetterwechsel kann man das nicht bewerten. Der Temperaturmittelwert der Kontrollläufe schwankt zwischen +6 bis +8 Grad in einem für die Jahreszeit zu warmen Bereich.

NAO-Index mit negativem Entwicklungstrend
Dass die Berechnungen der Wettermodelle in den nächsten Tagen anders ausfallen können, zeigt der Trend von einem neutralen bis leicht negativen NAO-Index. Was das bedeutet? Für das Hochdrucksystem ist eine westlichere Position auf dem Atlantik nicht auszuschließen.

Ein negativer NAO-Index mit Blockadehoch auf dem Atlantik - erst wenn das geschieht, hat der Spätwinter seine Chance
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Ein negativer NAO-Index mit Blockadehoch auf dem Atlantik - erst wenn das geschieht, hat der Spätwinter seine Chance © www.meteociel.fr


Fazit: Warmes Hochdruckwetter in der zweiten Februar-Dekade. Dieser Wettertrend ist auch für die letzte Dekade von höherer Wahrscheinlichkeit. Abwandlungen sind aber (noch) möglich.

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