Ein für die Jahreszeit deutlich zu warmer Wettercharakter kündigt sich in der zweiten Februar-Dekade an und so rennt dem Winter die Zeit davon.

Nach dem Sturm zeigt sich für kurze Zeit ein nasskalter Wettercharakter, welcher örtlich für ein paar Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab sorgen kann. Doch ist die Wetterentwicklung weit von einer winterlichen entfernt. Eher das Gegenteil ist im Verlauf der Woche zu erwarten. Ein Hochdrucksystem positioniert sich direkt über Deutschland und sorgen für einen zunehmend ruhigen, trockenen und auch milder werdenden Wettercharakter. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Februar 2019.

Nach dem Sturm setzt sich ruhiges Hochdruckwetter durch
Nach dem Sturm setzt sich ruhiges Hochdruckwetter durch © Martin Bloch

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Hochdruckdominanz in der zweiten Februar-Dekade

Daran hat sich in den letzten Stunden nichts verändert. Das Hochdrucksystem setzt sich nach der Wetterprognose beider Wettermodelle bis zum 12. Februar über Deutschland durch und dominiert das Wettergeschehen voraussichtlich bis zum 19. Februar. Niederschlagserwartung ist als äußerst gering zu bewerten.

In den Nächten ist mit leichtem Frost zu rechnen und tagsüber erreichen die Werte +8 bis +13 Grad - örtlich sind mit entsprechender Sonnenscheindauer bis zu +15 Grad möglich. Vorfrühlingshaft mild - jedenfalls ist man dem Frühling näher als dem Winter.

Das Hochdrucksystem blockiert
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Hochdrucksystem blockiert und sorgt für einen ruhigen Verlauf der zweiten Februar-Dekade © www.meteociel.fr

Für die Jahreszeit deutlich zu warm

Fraglich war in den letzten Tagen, wie und wo sich das Hochdrucksystem wird positionieren können. Diese Frage ist nun weitgehend geklärt - in einer für Freunde des Winterwetters ungünstigen Position über Mitteleuropa. Somit werden Kaltluftzuströme links und rechts an Mitteleuropa abgelenkt.

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Zudem kann sich auf dem Atlantik bis zum 20. Februar kein Hochdruckkeil durchsetzen. Stattdessen sieht man in den Berechnungen der Druckanomalien das über Mitteleuropa stärker werdende Hochdrucksystem, was die Wetteraktivität weit über das nördliche Europa verlagert. Der Winter - oder zumindest ein Hauch von Winter - hat in der zweiten Februar-Dekade keinerlei Chancen.

Druckanomalie bis 20. Februar
Druckanomalie bis 20. Februar - Das Hoch sorgt für einen ruhigen Wettercharakter und blockiert dynamische Wetterentwicklungen © climatereanalyzer.org

Deutlich zu warmer Temperaturtrend

Die Kontrollläufe bestätigen eine gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warme Temperaturentwicklung. Der Mittelwert liegt mit einer Temperatur von +3 bis +7 Grad im jahreszeitlichen Vergleich um 4 bis 7 Grad im deutlich zu warmen Bereich. Die Niederschlagsneigung ist vom 12. bis 20. Februar nahezu zu vernachlässigen.

Wetterumschwung in der letzten Februar-Dekade?

Turbulenter wird das Wetter nach den Berechnungen der Vorhersage-Modelle in der letzten Februar-Dekade zugehen können. Die atlantischen Tiefdrucksysteme gewinnen an Kraft und setzen dem Hochdrucksystem ordentlich zu.

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Grundsätzlich lassen sich daraus zwei wesentliche Wetterentwicklungen für die letzte Februar-Dekade ableiten. Eine nasskalte und windige Nordwestwetterlage, oder eine milde und phasenweise stürmische West-, bis Südwestwetterlage. Die Niederschlagsaktivität steigt nach den Kontrollläufen an und der Temperaturmittelwert sinkt ab. Bleibt in letzter Konsequenz aber zu mild für winterliche Wetterverhältnisse.

Der 11. zu warme Monat in Folge

Somit ist jetzt schon klar. Der Februar 2019 wird der 11. Monat und die Wintersaison 2018/19 die 8. in Folge sein, welche zu warm ausfallen. Daran würde selbst eine kalte Phase in der letzten Februar-Dekade nichts mehr verändern können.
Warum? Die erste Februar-Dekade war mit einer Abweichung von +1,35 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. Gleiches gilt für die zweite Dekade, welche wohl noch eins oben drauf setzen kann. Ein Temperaturüberschuss von 3 bis 5 Grad wäre am 20. Februar durchaus möglich und so müsste die letzte Dekade um 8 Grad zu kalt ausfallen - ist zwar aus Wettersicht möglich - doch aufgrund der Vorgeschichte äußerst unwahrscheinlich.

Chancen für den Winter?

Die gibt es - wenn auch nur mit geringer Eintreffwahrscheinlichkeit. Das ist aber nur dann möglich, wenn die strukturellen Veränderungen des Polarwirbels nicht mehr blockiert werden und das Hoch auf den Atlantik ausweicht. Erst dann haben die Tiefdrucksysteme die Möglichkeit sich über Skandinavien und der Barentssee zu positionieren und den Kaltluftzustrom arktischer Luftmassen anzuzapfen.

Eine verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit hat der Winter noch
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Eine verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit hat der Winter noch © www.meteociel.fr

Die Wetterprognose des Langfristmodells reagiert auf die aktuelle Entwicklung

Eine weitere Korrektur hat das Langfristmodell gegenüber den letzten Tagen vorgenommen. Weite Teile Deutschland werden mit einer Abweichung vom langjährigen Mittelwert von +1 bis +2 Grad deutlich zu mild berechnet. Somit fällt das Langfristmodell in eine seiner ursprünglichen Berechnungen zurück.

Die Niederschlagsprognose wird negativ (zu trocken) berechnet, wobei über dem Westen mehr Niederschläge als über dem Osten simuliert werden.

Abweichungen der Temperaturen im Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Dezember 2018 +3 Grad Viel zu nass
Januar 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 10.02.2019
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Ob sich im Tagesverlauf Veränderungen ergeben haben, erläutern wir heute Abend an dieser Stelle gegen 20:00 Uhr.

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Update der Wetterprognose von 19:56 Uhr
Ein kurzes Update der Wetterprognose heute Abend. Beide Wettermodelle haben ihre Wettervorhersagen im Tagesverlauf nicht verändert. Das Hochdrucksystem bleibt - bis auf weiteres - über Deutschland dominierend und sorgt bis in die letzte Februar-Dekade hinein für einen milden, ruhigen und trockenen Wettercharakter.

Das Hochdrucksystem dominiert das Wetter über Mitteleuropa und blockiert jede weitere Wetterentwicklung
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Das Hochdrucksystem dominiert das Wetter über Mitteleuropa und blockiert jede weitere Wetterentwicklung © www.meteociel.fr


Größerer Entwicklungsspielraum ab dem 19. Februar
Das Hochdrucksystem dominiert das Wettergeschehen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bis zum 19. Februar. Das stützen nicht nur die aktuellen Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle, sondern auch die Kontrollläufe. Ab dem 20. Februar aber nimmt das Variantenreichtum und auch kühlere Varianten zu, was das Temperaturspektrum im Verlauf der letzten Februar-Dekade - zumindest - normalisieren lassen könnte. Bis es aber soweit ist, ist man dem Frühling deutlich näher als dem Winter.

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