Blockadehoch, Polarwirbelsplit, Arctic Outbreak? Deutschland liegt in der zweiten Februar-Dekade überwiegend im Einflussbereich eines milden Hochdrucksystems. Doch dessen Position wird entscheidend für die Wetterentwicklung in der letzten Dekade sein.

Der Sturm sorgt für unwetterartige Wetterverhältnisse, welche noch bis zum Start in die neue Woche anhalten können. Mit einer aus südwestlichen Richtungen kommenden Vorderseitenanströmung werden zunächst milde Luftmassen nach Deutschland geführt. Ab Sonntag zieht das Tief nach Osten ab und Deutschland gelangt in eine nördliche - kälter werdende - Grundströmung. Die Schauer gehen ab Sonntagabend in Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer über und örtlich sind kurze Gewitter nicht auszuschließen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Februar 2019.

Ruhiges Hochdruckwetter
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Ein Hochdrucksystem dehnt sich über Deutschland aus

Ab dem 12. Februar verlagert sich ein Hochdrucksystem nach Deutschland und sorgt für einen deutlich ruhigeren, sonnigeren und auch milder werdenden Wettercharakter. Bis zum Donnerstag können die Tageswerte über dem Westen bis +10 Grad erreichen.

Hochdruckdominanz

Beide Vorhersage-Modelle simulieren das Hochdrucksystem in einer stabilen Position über Deutschland, sodass dessen Dominanz bis zum 18. Februar anhalten kann. Ein trockener Wettercharakter mit viel Sonnenschein ist zu erwarten. Die Temperaturwerte bleiben mit +7 bis +13 Grad für die Jahreszeit viel zu warm und in den Nächten ist - im Schwerpunkt über dem Süden und Osten - mit leichtem Nachtfrost zu rechnen.

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Wetterumschwung

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in einer ruhigen und gradientenschwachen Großwetterlage, bei der die Ausbreitung von nächtlichen Nebelgebieten möglich ist. Doch tatsächlich brodelt die Wetterküche um Mitteleuropa herum und es gibt in den Wettermodellen vermehrte Hinweise, dass sich die Großwetterlage ab dem 18. Februar verändert.

Das kann in zwei Richtungen gehen. Entweder das Hoch setzt sich weiterhin durch und positioniert sich zwischen Skandinavien und Deutschland und weicht im weiteren Verlauf nach Westen in Richtung Island und Grönland aus, oder aber die atlantischen Tiefdrucksysteme setzen sich bis über Skandinavien durch. In beiden Fällen ist mit einem aktiv-dynamischen Wetter zu rechnen. Anders formuliert ist ein Wetterwechsel zum Beginn der letzten Februar-Dekade sehr wahrscheinlich.

Die Hochdruckposition entscheidet in der letzten Februar-Dekade über eine zu kalte oder zu warme Wetterentwicklung
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die Hochdruckposition entscheidet in der letzten Februar-Dekade über eine zu kalte oder zu warme Wetterentwicklung © www.meteociel.fr

Das Hoch und der Polarwirbel sind die Taktgeber der kommenden Wetterentwicklung

Für die Freunde des Winterwetters wird es nun darauf ankommen, ob diese beiden Systeme zusammen, oder gegeneinander arbeiten. Die strukturellen Veränderungen des Polarwirbels bestätigen sich in den heutigen Berechnungen erneut. Das Strömungsmuster innerhalb des Wirbels dreht und führt die kalten Luftmassen in Richtung Europa.

Das Hochdrucksystem blockiert die Zufuhr arktisch kalter Luftmassen
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Hochdrucksystem blockiert die Zufuhr arktisch kalter Luftmassen © www.meteociel.fr

Hochdruckblockade

Nach den Berechnungen des europäischen Vorhersage-Modells bleibt das Hochdrucksystem bis zum 19. Februar an Ort und Stelle und blockiert somit den Ausbruch arktischer Kaltluftmassen nach Mitteleuropa. Statt Schneefall und Dauerfrost wäre bei Tageswerten um die +10 Grad weiterhin mit einem ruhigen und sonnigen Wettercharakter zu rechnen.

Polarwirbel mit erheblichen Stabilitätsproblemen

Weicht das Hoch aber etwas nach Westen aus, so besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass das Hoch sich weit in den Polarwirbel hinein zwängt und für eine erhebliche Schwächung des Polarwirbel sorgt. Das kann unter Umständen auch zu einem Polarwirbelsplit führen, was im auslaufenden Februarmonat- statistisch gesehen - häufiger vorkommt.

Gestützt werden diese Entwicklungen von den Kontrollläufen. Mal mit einem Hoch über Skandinavien bis über Sibirien und mal mit einem Hochdruckkeil von den Azoren, Grönland bis nach Alaska reichend. Für Deutschland bedeutet das nach dem 18. Februar entweder eine milde, oder aber auch sehr kalte Wetterentwicklung.

Das Hochdrucksystem kann die Entwicklung des Polarwirbels massiv beeinträchtigen
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Das Hochdrucksystem kann die Entwicklung des Polarwirbels massiv beeinträchtigen © www.meteociel.fr

Umwälzungen

Deutlicher zeigt sich die unsichere Wetterentwicklung anhand der Druckanomalien. Die Hochdruckbrücke zwischen Alaska und Sibirien existiert nicht mehr. Stattdessen schließen sich die Tiefdruckwirbel zusammen und sorgen für eine um 90 Grad verschobene Grundstruktur. Ob Deutschland, Österreich und die Schweiz nun aber im milden Sektor der westlichen Grundströmung verbleibt, hängt davon ab, ob auf dem Atlantik der Sack zugemacht wird.

Druckanomalie bis 19. Februar
Druckanomalie bis 19. Februar - Westliche Grundströmung über Deutschland - strukturelle Veränderungen im Polarwirbel © climatereanalyzer.org

Kontrollläufe zu warm

Wenn es aber um die Wahrscheinlichkeiten geht, so sind die Kontrollläufe ein guter Ratgeber. Diese berechnen im Zeitraum vom 13. bis 19. Februar einen Temperaturtrend, welcher gegenüber dem langjährigen Mittelwert um 2 bis 5 Grad zu warm ist. In der letzten Februardekade ist eine leicht negative Temperaturentwicklung auszumachen, bleibt jedoch mit ihrem Mittelwert noch im leicht zu milden Bereich. Zum aktuellen Stand ist der Februar 2019 mit einer Abweichung von +0,8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwas zu mild und daran wird sich bis zum 18. Februar auch nichts verändern. Das wäre dann nicht nur der 11. zu warme Monat in Folge, sondern auch der 8. zu warme Winter - an diesem Umstand eines zu warmen Winters würde auch ein sog. Arctic Outbreak nichts mehr verändern können.

Diagramm Temperaturen Februar 2019 vom 09.02.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Ob sich im Tagesverlauf Veränderungen ergeben haben, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle.

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Update der Wetterprognose von 19:55 Uhr
Nach den Wetterprognosen vom amerikanischen Vorhersage-Modell tut sich nicht allzu viel. Das Hochdrucksystem bleibt in der Nähe von Mitteleuropa. Dabei dehnt es sich mal weiter nach Osten und mal nach Westen aus. Es blockiert aber so ziemliche jede Wetterentwicklung. Ein milder, trockener und über weite Strecken auch sonniger Wettercharakter wäre nach diesen Berechnungen im Zeitraum vom 15. bis 25. Februar zu erwarten.

Dieses Hochdrucksystem blockiert  so ziemlich jede Wetterentwicklung über Mitteleuropa
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Dieses Hochdrucksystem blockiert so ziemlich jede Wetterentwicklung über Mitteleuropa © www.meteociel.fr


Europäisches Prognose-Modell - Hochdrucksystem blockiert
Das bleibt unverändert und so stimmen die Berechnungen beider Wettermodelle weitgehend überein, was die Eintreffwahrscheinlichkeit erhöht. Das Hochdrucksystem liegt mit seinem Kern direkt über Mitteleuropa, was im Zeitraum vom 12. bis 18. Februar für einen ruhigen, trockenen und für die Jahreszeit zu milden Wettercharakter führt.

Das Wetter dümpelt vor sich hin
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Das Wetter dümpelt vor sich hin © www.meteociel.fr


Kontrollläufe bleiben für die Jahreszeit zu mild
Zwar gibt es einige Varianten, welche eine zu kalte Wetterentwicklung in der letzten Februar-Dekade zulassen würden, doch wahrscheinlicher ist eine normaler bis etwas zu milder Temperaturtrend in den letzten Tagen des Winters. Der Mittelwert der Kontrollläufe liegt im Zeitraum vom 12. bis 18. Februar mit einer Abweichung von 2 bis 5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich und vom 18. bis 24. Februar mit 1 bis 3 Grad im zu warmen Bereich.

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