Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 04.02.2019 - Der Winter kann sich nicht durchsetzen

Es wird spürbar milder und das Tauwetter setzt sich bis in die höheren Lagen durch. Doch wie lange hält dieses an und hat der Winter im Februar überhaupt noch seine Chancen?

Die Temperaturen steigen im Verlauf der Woche an und können am Wochenende örtlich die +10 Grad Marke überschreiten. Der Wettercharakter zeigt sich über dem Norden unbeständig und phasenweise auch windig. Nach Süden lässt die Niederschlagsneigung insgesamt nach und häufiger kann dort die Sonne zum Vorschein kommen.

Der Grund für die milden Temperaturen mit Tauwetter bis in die höheren Lagen ist auf dem Atlantik zu finden. Dort entstehen kräftige Tiefdrucksysteme, welche sich über Island positionieren und mit ihren Ausläufern immer wieder das Wetter über Deutschland beeinflussen. Die Grundströmung dreht auf südwestliche Richtungen und so gelangen mildere Luftmassen nach Deutschland.

Zum Wochenende kommen die Tiefdrucksysteme weiter nach Osten voran und sorgen für einen stürmischen und unbeständigen Wettercharakter. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Februar 2019.

Im Verlauf der Woche wird es zunehmend milder mit Tauwetter bis in höhere Lagen
Im Verlauf der Woche wird es zunehmend milder mit Tauwetter bis in höhere Lagen © Martin Bloch

Tiefdruckdynamik nimmt zu

Die Wettervorhersage beider Wettermodelle stimmt darüber überein, dass sich im Zeitraum vom 9. bis 12. Februar die Tiefdruckaktivität weiter nach Osten verlagert und über Deutschland, Österreich und der Schweiz für einen unbeständigen Wettercharakter sorgt. Die Tiefdruckdynamik ist als hoch zu bewerten, was das Potential für Starkwindereignisse ansteigen lässt. Ab dem 12. Februar aber gehen die Prognosen der Vorhersage-Modelle auseinander und berechnen eine unterschiedliche Wetterentwicklung.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Mild, nasskalt, mild

Ein Hochdrucksystem versucht sich im Zeitraum vom 11. bis 16. Februar über Mitteleuropa durchzusetzen, doch das Vorhaben scheitert zunächst an der hohen Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik.

Überwiegend mild

Im steten Wechsel setzt sich bis zum 16. Februar mal der hohe Luftdruck und mal die Tiefdrucksysteme durch. Starkwindereignisse sind am 11., 14. und 15. Februar nicht auszuschließen. Da der Wind die meiste Zeit über aus westlichen bis südwestlichen Richtungen kommt, pendeln sich die Werte auf +6 bis +11 Grad ein, was für die Jahreszeit viel zu warm ist.

Strömungsmuster meridionalisiert

Im Zeitraum vom 15. bis 20. Februar verlagert sich die Hochdruckaktivität nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modell weiter raus auf den Atlantik. Zum 16. Februar keilt das Hochdrucksystem nach Norden auf und meridionalisiert das Strömungsmuster bis zum 20. Februar. Infolge dieser Wetterentwicklung können kältere Luftmassen aus nördlichen Richtungen nach Deutschland gelangen, was die Tageswerte auf +0 bis +5 Grad absinken lassen kann. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer wären bis in tiefere Lagen herab wieder möglich.

Nach einem milden und unbeständigen Westwindwetter meridionalisiert das Strömungsmuster
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Nach einem milden und unbeständigen Westwindwetter meridionalisiert das Strömungsmuster © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Prognose-Modell: Skandinavienhoch

Der Hochdruckkeil bildet sich nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells bereits zum 11. Februar nach Norden aus und positioniert sich zwischen den Azoren und Island. Da die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik aber entsprechend hoch ist, kann sich der Hochdruckkeil nicht behaupten und kippt bis zum 13. Februar über Mitteleuropa weg und positioniert sich über Skandinavien.

Anzeige

Mildes Winterwetter

Das Hochdrucksystem blockiert die atlantischen Tiefdrucksysteme nahezu vollständig und die Grundströmung dreht über Mitteleuropa auf östliche Richtungen. Da das Kaltluftdepot durch die Tiefdruckaktivität ausgeräumt wurde, kann auch keine kalte Luft nach Deutschland, Österreich und die Schweiz transportiert werden. Anders formuliert pendeln sich die Werte auf +3 bis +7 Grad ein und können kurzzeitig die +10 Grad Marke übersteigen.

Ein Skandinavienhoch blockiert so ziemlich jede Wetteraktivität
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Ein Skandinavienhoch blockiert so ziemlich jede Wetteraktivität © www.meteociel.fr

Kontrollläufe mild bis nasskalt

Die milden bis allenfalls nasskalten Wettervorhersagen der Wettermodelle werden im Zeitraum vom 8. bi 20. Februar von den Kontrollläufen gestützt. Das Temperaturspektrum liegt am 13. Februar zwischen -2 und +13 Grad (Mittelwert: +4 bis +6 Grad) und am 19. Februar zwischen -6 und +13 Grad (Mittelwert: +3 bis +6 Grad). Der Hauptlauf des amerikanischen Vorhersage-Modells gehört bis zum 13. Februar zu den wärmeren Varianten und passt sich darüber hinaus dem Mittelwert an. Gegenüber dem vieljährigen Durchschnittswert ist diese Wetterentwicklung um +1 bis +3 Grad zu warm.

Diagramm Temperaturen Februar 2019 vom 04.02.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Strukturelle Veränderungen

Noch etwas bestätigt sich heute. Der Polarwirbel erfährt bis zur Monatsmitte eine Veränderung. Die Hochdruckbrücke zwischen Sibirien und Alaska wird unterbunden und die Tiefdruckgebiete über dem Aleuten und Island schließen sich zusammen, bzw. wagen den Brückenschlag. Das ist zugleich die Begründung, warum sich die Prognosen der Wettermodelle ab dem 12. Februar differenzieren. Nichtdestotrotz ist bis dahin eine milde Westwetterlage über Deutschland eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung.

Druckanomalie bis 14. Februar
Druckanomalie bis 14. Februar - Westwindwetter © climatereanalyzer.org

Winterliche Wetterentwicklungen möglich?

Bis zum 14. Februar ist die Wahrscheinlichkeit für winterliche Wetterverhältnisse als sehr gering einzustufen. Zu stark ist der Westdrift. Ab der Monatsmitte verstärken sich zunehmend die Tendenzen für die Verlagerung des Hochdrucksystems raus auf dem Atlantik, welches unter bestimmten Voraussetzungen sich steil nach Norden aufwölben und die atlantische Tiefdruckrinne blockieren kann. In diesem Fall wären ab dem 15. Februar auch winterliche Wetterverhältnisse zu diskutieren. Das bleibt in den kommenden Tagen zu verifizieren.

Strebt das Hoch nach Norden auf, hat der Winter seine Chancen, wenn nicht, bleibt es mild
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Strebt das Hoch nach Norden auf, hat der Winter seine Chancen, wenn nicht, bleibt es mild © www.meteociel.fr

Wetterprognose des Langfristmodells: Ein normaler bis leicht zu milder Wintermonat

Daran hat sich in den letzten Tagen nichts verändert. Das Langfristmodell simuliert im Februar 2019 eine Abweichung von -0,5 bis +1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Der Norden leicht zu kühl, der Süden leicht zu mild - verbreitet normal.

In der Niederschlagsbewertung hat es Veränderungen gegeben. Demnach wird der Februar zu trocken - teils deutlich zu trocken - simuliert.

Schaut man auf Europa, so wird über den Gebieten südlich der Alpen eine deutlich erhöhte Niederschlagsneigung berechnet. Weiter nach Norden nimmt die Niederschlagsneigung ab. In der Interpretation herrscht von Grönland über Island bis über das westliche Russland hoher Luftdruck vor. Die atlantischen Tiefdrucksysteme werden auf eine südlichere Bahn gedrückt, was über Mitteleuropa zu einem wechselhaften und mal milden und kühleren Wetter führen kann.

Trotz der Milderung normal bis leicht zu mild - ist das realistisch? Das kommt auf die Ausgestaltung an. Das Langfristmodell geht von einem deutlich zu trockenen Norden von Europa aus. Das gelingt nur mit einem Hochdrucksystem und je nach Position - bzw. Achsverlauf - sind auch kältere Varianten über Mitteleuropa möglich, welche den bis dahin aufgebauten Temperaturüberschuss auch wieder abbauen kann.

Abweichungen der Temperaturen im Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Dezember 2018 +3 Grad Viel zu nass
Januar 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 04.02.2019
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 20:08 Uhr
Das amerikanische Vorhersage-Modell blieb im Laufe des Tages seiner Wettervorhersage treu. Im Zeitraum vom 5. bis 8. Februar liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz in einer gemäßigt milden Südwestströmung. Hin und wieder ist mit etwas Niederschlag zu rechnen. Im Zeitraum vom 9. bis 10. Februar dominieren mit Wind, Sturm und einem unbeständigen Charakter atlantische Tiefdrucksysteme das Wetter über Deutschland.

In der zweiten Februar-Dekade wird eine Hochdruckvariante ins Spiel gebracht, dessen Position entscheidend über kalte oder sehr milde Temperaturen sein kann. Zum aktuellen Stand wird das Hochdruckgebiet im Bereich zwischen England, Skandinavien und Deutschland simuliert, was die Tageswerte zwischen +6 bis +11 Grad einpendeln lassen kann. Der Winter hätte nur dann eine Chance, wenn sich das Hoch weiter nach Westen auf dem Atlantik positioniert.
Der Winter macht einen großen Bogen um Mitteleuropa
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Der Winter macht einen großen Bogen um Mitteleuropa © www.meteociel.fr


Das europäische Vorhersage-Modell: Hoher Luftdruck über Mitteleuropa
Auch die Berechnungen des europäischen Vorhersage-Modells haben im Zeitraum vom 10 bis 14. Februar die Tendenz zum Aufbau eines Hochdrucksystems über Mitteleuropa. Bei einem sonnigen und trockenen Wettercharakter wären Tageshöchstwerte jenseits der +10 Grad Marke zu erwarten.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen auf der östlichen Seite des Hochdrucksystems, was kältere Luftmassen nach Mitteleuropa führen kann. Statt +13 Grad wäre man der 0 Grad Grenze wesentlich näher.

Hoch Mitteleuropa
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Hoch Mitteleuropa © www.meteociel.fr


Der Winter bleibt vorerst Chancenlos
Zuerst lässt die Tiefdruckaktivität und anschließend die Hochdruckposition kein Winterwetter zu. Die optionalen Entwicklungen - wie bspw. ein Hochdrucksystem über Skandinavien oder ein Blockadehoch auf dem Atlantik - werden zwar auch hin und wieder simuliert, doch haben diese bis zum 14. Februar eine nur geringe Relevanz.

Das spiegelt sich auch in den Kontrollläufen wider. Drei Wellenbewegungen sind mit dem 7., 10. und 13. Februar auszumachen. In diesen Zeiträumen ist mit mildem Vorderseitenwetter und einer regen Niederschlagsneigung zu rechnen. Der Mittelwert der Kontrollläufe liegt vom 5. bis 17. Februar um 2 bis 4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im viel zu warmen Bereich. Der Februar ist - zum aktuellen Stand - auf einem guten Weg, deutlich zu warm auszufallen.

NAO-Index mit vorsichtigem Negativtrend
In den letzten Tagen haben wir es immer wieder einmal erwähnt, dass ein Blockadehoch auf dem Atlantik im Zeitraum vom 14. bis 17. Februar mit der "Verschiebung" der Welle entlang der Polarfront durchaus in Betracht gezogen werden kann. Interessant ist nun, dass der NAO-Index seit langer Zeit einmal wieder eine leicht negative Tendenz aufweist. Das bleibt in den kommenden Tagen genauer zu verifizieren.

Anzeige

 

Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

Unterstützen Sie uns!

Ihnen gefallen unsere Wettervorhersagen? Dann unterstützen Sie uns mit einem freiwilligen Geldbetrag in einer von Ihnen gewünschten Höhe.

Betrag auswählen
Weitere Informationen

Mach mit!

Wetter ist Ihre Leidenschaft und Sie schreiben gerne? Für unsere Rubrik der Wettermeldungen aus aller Welt suchen wir Verstärkung. Falls Sie Lust haben, ein Teil des Teams von Wetterprognose-wettervorhersage.de zu werden, melden Sie sich einfach und unverbindlich über das Kontaktformular.

Kontakt zu uns