Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 02.02.2019 - Der Winter ohne Chance?

Nach den winterlichen Wetterverhältnissen wird es wieder milder. Der Kaltluftvorstoß von Kanada in Richtung der USA wird auch für Mitteleuropa nicht ohne Folgen bleiben.

Zwar sind in den kommenden Stunden wieder kältere Temperaturen und auch Schneefälle zu erwarten, welche verbreitet auch zur Ausbildung einer Schneedecke führen, doch bei Tageswerten von -2 bis +3 Grad fühlt sich das in tieferen Lagen nicht wirklich winterlich an. Anders die Situation ab den mittleren Lagen und entlang der Alpen, wo bis Montag einiges an Neuschnee hinzukommen kann (Schneeprognose) .

Zum Start in die neue Woche setzt sich hoher Luftdruck über Deutschland durch, die Niederschlagsneigung lässt nach und bei nasskalten Werten ist mit einem ruhigen Wettercharakter zu rechnen. Ab der Wochenmitte greifen weitere atlantische Tiefdruckausläufer auf Deutschland über und sorgen für eine Milderung und Tauwetter bis in die höheren Lagen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Februar 2019.

Es wird milder - Tauwetter bis in die höheren Lagen
Es wird milder - Tauwetter bis in die höheren Lagen © Martin Bloch

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Der Atlantik tobt

Anders lassen sich die Wetterprognosen des amerikanischen Vorhersage-Modells nicht zusammenfassen. Der imposante Vorstoß arktischer Kaltluftmassen über Kanada nach Süden bewirkt bei Neufundland eine explosionsartige Ausbildung von Tiefdrucksystemen, welche sich bis zum 6. Februar über Island positionieren.

Die Würfel sind vorerst gefallen

So werden Fakten geschaffen. Das Azorenhoch hat nun keinerlei Möglichkeit mehr nach Norden aufzustreben um die atlantische Frontalzone zu blockieren. Auch ein Skandinavienhoch hat dieser Wucht kaum etwas entgegenzusetzen und so gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz im Zeitraum vom 6. bis 14. Februar in eine zunehmend milder werdende Südwestströmung.

Am 8. Februar werden die Tageshöchstwerte zwischen +4 bis +8 Grad und am 13. Februar zwischen +10 bis +15 Grad simuliert. Das wäre dann als vorfrühlingshaft mild zu bewerten und die Werte liegen mit einer Abweichung von 8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im viel zu warmen Bereich.

Doch Vorsicht mit dem Ausrufen des Frühlings: 8 bis 14 Tage!

Der Polarwirbel neigt derzeit zu starken Wellenbewegungen und diese Wellen wandern von West nach Ost. Der Kaltluftvorstoß über den USA hat ein hohes Impulspotential. Vereinfacht ausgedrückt sorgt der Vorstoß arktischer Kaltluftmassen für eine zunehmende Meridionalisierung des Strömungsmusters. Was das bedeutet? In den kommenden 8 bis 14 Tage liegt Deutschland entweder auf der warmen Seite oder der kalten Seite eines Troges. Bis es soweit ist, haben milde Wetterentwicklungen eine höhere Durchsetzungskraft.

Erst nachdem sich die atlantischen Tiefdrucksysteme ausgetobt haben, kann sich das Zirkulationsmuster meridionalisieren
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Erst nachdem sich die atlantischen Tiefdrucksysteme ausgetobt haben, kann sich das Zirkulationsmuster meridionalisieren © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Ein Blockadehoch ist möglich

Die Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells lässt eine Hochdruckblockade über Mitteleuropa zu. Auch hier ist die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik enorm und konzentriert sich bis zum 12. Februar über Island. In diesem Prozess werden arktische Kaltluftmassen weit raus auf den Atlantik gezogen.

Das ist bildlich gesprochen eine außerordentliche Provokation und endet damit, dass sich die Tiefdruckwirbel enorm kräftigen, aber um das Gefüge zusammenzuhalten einen kleineren, aber dafür aggressiveren Wirkungskreis haben.

Das Azorenhoch wird verdrängt und legt sich quer über Mitteleuropa und geht bis zum 12. Februar eine Hochdruckverbindung mit dem Kontinentalhoch ein. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben im Zeitraum vom 6. bis 12. Februar in einem strukturlosen und gradientenschwachen Wettersumpf. Die Temperaturen pendeln sich mit +2 bis +6 Grad in einen nasskalten und für die Jahreszeit leicht zu milden Bereich ein.

Der Winter hätte nur dann eine Chance, wenn sich der Hochdruckkeil weiter nach Norden zwischen den Azoren, England und Skandinavien verlaufend positioniert. Das weiß aber zum aktuellen Stand die hohe Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik zu verhindern.

Schwachgradientiger Wettersumpf
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Schwachgradientiger Wettersumpf © www.meteociel.fr

Wenig winterlich - nasskalter bis milder Wettertrend

Das amerikanische Vorhersage-Modell bildet momentan die wärmsten Varianten der Kontrollläufe ab und wird sich in den kommenden Stunden sicherlich noch verändern können, doch es stützt einen Trend, welcher in den letzten Tagen zunehmend an Struktur gewinnt. Das Atlantikwetter lebt auf und beeinflusst zunehmend das Wetter über Deutschland.

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Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt am 10. Februar zwischen -2 und +12 Grad (Mittelwert: +5 bis +6 Grad über dem Westen und Norden und +3 Grad über dem Osten und Süden) und am 16. Februar zwischen -8 bis +14 Grad (Mittelwert: +5 bis +7 Grad über dem Norden und Westen und +2 bis +4 Grad über dem Süden und Osten). Das amerikanische Vorhersage-Modell ist gegenüber dem Mittelwert der Kontrollläufe um 8 Grad zu warm. Der Mittelwert selbst liegt im Vergleich zum vieljährigen Durchschnittswert um 1 bis 3 Grad im zu warmen Bereich.

Diagramm Temperaturen Februar 2019 vom 02.02.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

NAO-Index positiv

Grundsätzlich ist beim Wetter immer alles möglich, doch die Wahrscheinlichkeiten sprechen eine eindeutige - milder werdende - Sprache. Deutlicher zeigt sich das am positiven NAO-Index, welcher tiefen Luftdruck über Island repräsentiert. Somit hat ein Blockadehoch auf dem Atlantik keine Chancen sich durchzusetzen. Aber selbst mit einem positiven NAO-Index wäre Winterwetter über Mitteleuropa möglich, doch schaut man sich die nachfolgenden Druckanomalien bis zum 12. Februar an so zeigt sich, wie schwer es der Winter hat überhaupt mal einen Fuß in die Türe zu bekommen.

Druckanomalie bis 12. Februar
Druckanomalie bis 12. Februar - Durchbruch der atlantischen Frontalzone © climatereanalyzer.org

Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 20:04 Uhr
Keine Veränderung in den Berechnungen des amerikanischen Vorhersage-Modells. Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist als bemerkenswert zu bewerten und führt ab den 6. Februar über kurz oder lang zu einer milden Südwestströmung über Mitteleuropa.

Sollte sich die Tiefdruckrinne weiter nach Süden verlagern, so wären über Mitteleuropa im Zeitraum vom 7. bis 15. Februar sog. Randtiefentwicklungen möglich. Nicht nur das Potential für eine Milderung bis in höhere Lagen steigt an, sondern auch das Potential für unwetterartige Starkwindereignisse. Ganz gemäß dem Motto "Actio gleich Reactio". Ein kräftiger Kaltluftvorstoß über Kanada mit entsprechenden Auswirkungen über Mitteleuropa.

Nicht nur mild und nass, sondern auch stürmisch
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Nicht nur mild und nass, sondern auch stürmisch © www.meteociel.fr


Das europäische Vorhersage-Modell: Das Hoch kann nicht dagegen halten
Heute Morgen berechnete das europäische Vorhersage-Modell eine Hochdruckblockade quer über Mitteleuropa verlaufend. Heute Abend nun ist die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik so stark, dass sich bis zum 9. Februar die atlantische Frontalzone bis über Skandinavien durchsetzen kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen im Zeitraum vom 3. bis 11. Februar weitgehend im Einflussbereich von nasskalten Luftmassen, doch mit Winterwetter hat das weniger was gemeinsam. "Siffwetter" ist treffender.

Langsam setzt sich eine milder werdende Südwestströmung durch
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Langsam setzt sich eine milder werdende Südwestströmung durch © www.meteociel.fr


Gibt es noch Spielraum für Veränderungen?
Den gibt es, doch passen sich die Kontrollläufe von Lauf zu Lauf den Prognose-Modellen an. Zwar gehört das amerikanische Vorhersage-Modell weiterhin zu den wärmsten Varianten, doch der Durchschnittswert der Kontrollläufe liegt im Zeitraum vom 13. bis 16. Februar mit einem Mittelwert von +6 bis +8 Grad weit - sehr weit - von winterlichen Wetterverhältnissen entfernt. Zum Vergleich: Das amerikanische Vorhersage-Modell berechnet +11 bis +14 Grad und bildet mit Abstand die wärmste Variante ab. Mit Veränderungen ist zu rechnen, wenngleich der Winter sehr schlechte Karten hat.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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