Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 22.01.2019 - Polarwirbel: Der Dreh am großen Rad?

Die Großwetterlage ist als winterlich einzustufen. Ob sich der Winter mit Dauerfrost und Schnee bis in tiefere Lagen durchsetzen kann, hängt von mehreren Faktoren ab - die Chancen stehen jedenfalls nicht schlecht.

Das mit einem instabilen Polarwirbel, bzw. einem Polarwirbelsplit mit zunehmenden Unsicherheiten in den Berechnungen der Wettermodelle zu rechnen ist, darauf haben wir schon häufiger hingewiesen. Wie schnell das aber gehen kann, zeigte das amerikanische Vorhersage-Modell heute Nachmittag. Die Milderung vom Wochenende wurde weg gerechnet. Es bleibt über Deutschland meist bei dauerfrostigen Temperaturen und zum Sonntag ist von Westen mit aufkommenden Schneefall zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Januar 2019.

Flachlandwinter im Februar?
Flachlandwinter im Februar?

Auf die Details kommt es an

Damit diese Schwankungen verstanden werden können ist es wichtig zu wissen, dass die kommende Großwetterlage für ein Temperaturgefüge sorgt, bei der es um -/+ 0,5 Grad ankommt. Das kann entscheidend sein, ob sich der Flachlandwinter durchsetzen wird - oder eben auch nicht. Sehr wahrscheinlich bleibt indes die winterliche Wetterentwicklung ab Höhenlagen von 200 bis 500 Meter.

Deutlicher wird das, wenn man die Kontrollläufe genauer betrachtet. Die Temperaturen in ca. 1.400 Meter Höhe schwanken im gesamten Zeitraum vom 23. Januar bis 7. Februar zwischen -4 und -7 Grad. Damit Dauerfrost auch in den westdeutschen Ballungsgebieten (Köln, Düsseldorf, Bochum etc.), sollten die Höhentemperaturen bei rund -7 Grad liegen. Damit erklärt sich auch, warum die kommende Großwetterlage zwischen nasskalt und winterlich schwankt. Milde Varianten haben heute Abend keine Relevanz.

Am großen Winterrad drehen

Ist der Polarwirbel intakt, so gibt es über Mitteleuropa einen gut ausgebildeten Jetstream, welcher von West nach Ost verläuft und häufig für ein gemäßigt kaltes Westwindwetter sorgt.

Wird der Polarwirbel instabil, so kommt es entlang seiner Polarfront zu sog. Wellenbewegungen. Mitteleuropa liegt dann sehr häufig im Einfluss eines Troges. Es gibt eine warme und eine kalte Seite des Troges. Momentan befindet sich Deutschland auf der kalten Seite des Troges.

Instabiler Polarwirbel mit starken Wellenbewegungen entlang der Polarfront
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Instabiler Polarwirbel mit starken Wellenbewegungen entlang der Polarfront © www.meteociel.fr

Kommt es zu einem Polarwirbelsplit, so verändern sich innerhalb des Polarwirbel die Strukturen, was weiter südlich - über Mitteleuropa - erhebliche Auswirkungen haben kann. Sowohl in die zu warme, als auch zu kalte Richtung! Ein solcher Polarwirbelsplit zeichnet sich momentan in den ersten Februar-Tagen ab. Entscheidend ist der Achsverlauf des Hochdrucksystems, welches sich durch den Polarwirbel schiebt.

Verläuft der Split zwischen Sibirien und Alaska, so bleibt der für Mitteleuropa bestimmende Teils des Polarwirbels aktiv. Mildes bis nasskaltes Wetter ist wahrscheinlicher, da der Kältepol über Kanada befeuert wird. Eine rege Tiefdruckentwicklung über dem Atlantik wäre die Folge.

Anders die Situation, wenn der Split von den Aleuten bis nach Grönland verläuft. Bei dieser Variante ist ein Blockadehoch auf den Atlantik wahrscheinlicher, welcher die Tiefdrucksysteme blockiert. Zudem entsteht über der Barent- und Karasee ein Tiefdruckwirbel, welcher im Verbund mit der Hochdruckachse für einen sog. Arctic Outbreak sorgen kann.

Polarwirbelsplit: Das große Rad beginnt zu eiern
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Polarwirbelsplit: Das große Rad beginnt zu eiern © www.meteociel.fr

Zwischen Winter und nasskaltem Wettercharakter

Und genau in diesem Spektrum bewegt sich die aktuelle Wetterentwicklung. Zwei Faktoren, mehrere Einflüsse und letztlich kommt es auch noch auf die Details an. Die Würfel sind noch nicht gefallen. Aus diesem Grund bringt eine Analyse der aktuellen Wetterprognosen der Modelle heute Abend nicht allzu viel, da diese sich in den kommenden Stunden erneut verändern werden. Nur so viel sei verraten: Das amerikanische Vorhersage-Modell berechnete heute Nachmittag und heute Abend Varianten, welche gute Voraussetzungen für den Flachlandwinter bieten. Richtig milde Varianten haben kaum Relevanz.

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Die Indikatoren: Der NAO- und AO-Index

Der AO-Index wird heute deutlich negativ bewertet, was die Berechnungen eines instabilen Polarwirbels, bzw. einen Polarwirbelsplit stützt. Der NAO-Index wird weiterhin neutral simuliert. Auch das kann als Indiz für die unsichere Wetterentwicklung gewertet werden. Häufiger stellen sich bei einem neutralen NAO-Index sog. Nordwestwetterlagen ein. Nasskalt über dem Flachland, winterlich ab den mittleren Lagen.

Druckanomalie bis 1. Februar
Druckanomalie bis 11 . Februar - Nasskalt Nordwest ist eine gute Option © climatereanalyzer.org

Wetterprognose der Langfristmodelle: Januar zu warm - Februar normal; Winter zu warm?

Der Dezember war mit einer Abweichung von +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm. Der Januar 2019 hat bislang eine Abweichung von +2 Grad. Sollte alles so laufen wir berechnet, so könnte der Januar am Ende um 0,8 bis 1,5 Grad zu warm ausfallen.

Damit der Winter überhaupt noch normal ausfallen kann, müsste der Februar 2019 um rund 4 Grad zu kalt ausfallen. Das ist grundsätzlich möglich - und erst recht mit einem Arctic Outbreak - doch zum aktuellen Stand - und aufgrund der Vorgeschichte - weniger wahrscheinlich.

  • Das CFSv2 Modell berechnet den Februar 2019 mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad normal. Im Trend ist mit einer Abweichung von bis +1 Grad von einem leicht zu milden Februarwetter auszugehen. In der Niederschlagsprognose wird der Februar unauffällig gegenüber dem Sollwert berechnet.
  • Die NASA berechnet den Februar mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad normal und in der Niederschlagsbilanz zu nass.
  • Das europäische Langfristmodell simuliert das Februarwetter mit einer Differenz zum langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +0,5 Grad normal und in der Niederschlagsbilanz positiv (zu nass).
Abweichungen der Temperaturen im Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Dezember 2018 +3 Grad Viel zu nass
Januar 2019 +0,5 bis +1,5 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 -1 bis +1 Grad Trend: normal
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 22.01.2019
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Nach einer ganzen Reihe von viel zu warmen Monaten zeigt sich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf einen normal verlaufenden Monat - wäre ja schön. Man darf gespannt sein, ob es so kommt und sich der Winter in dieser Saison auch noch im Flachland zeigen wird. Klar ist nach diesen Berechnungen aber auch, dass der Winter wohl der 8. in Folge sein wird, welcher zu warm ausfallen wird.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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