Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 21.01.2019 - Zwischen nasskalten und winterlichen Wetterverhältnissen

Welche Richtung schlägt der Winter ein? Eine hochwinterliche Wetterphase ist zunächst einmal vom Tisch, doch was folgt nach? Die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle differenzieren sich stark von den Kontrollläufen.

Ein Tiefdrucksystem tropft bis zum Donnerstag über die Mittelmeerregion ab und sorgt am Dienstag über dem Westen und am Mittwoch und Donnerstag über dem Süden von Deutschland für leichten Schneefall. Sonst kommt bei wechselnder Bewölkung häufiger die Sonne zum Vorschein und es bleibt trocken. Zum kommenden Wochenende setzt sich über Skandinavien ein Tiefdrucksystem durch und beeinflusst das Wetter über Deutschland. Die Bewölkung und die Niederschlagsneigung nimmt zu. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Januar 2019.

Für hochwinterliche Wetterverhältnisse fehlen die Voraussetzungen
Für hochwinterliche Wetterverhältnisse fehlen die Voraussetzungen

Wetterprognose amerikanisches Vorhersage-Modell: Nasskaltes Wetter mit Option auf Schnee ab den mittleren Lagen

Der Wettertrend einer Milderung festigte sich in den Prognosen des amerikanischen Vorhersage-Modells in den letzten Stunden und wir heute erneut bestätigt. Der Grund ist die nicht enden wollende Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, welche über dem östlichen Kanada und Neufundland immer wieder von neuem angeheizt wird. Dem Hoch auf dem Atlantik bleibt somit nur wenig Spielraum sich zu einem Blockadehoch weiterzuentwickeln.

Trog Mitteleuropa - winterlich ab den mittleren Lagen

Das Tiefdrucksystem vom Wochenende tropft im Zeitraum vom 27. bis 31. Januar von Skandinavien über Deutschland bis über die Mittelmeerregion nach Süden ab und beeinflusst mit einem unbeständigen Wettercharakter das Wetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich. Mit einer nördlichen Grundströmung gehen die Temperaturen auf -2 bis +3 Grad zurück und die Schneefallgrenze schwankt zwischen 200 bis 500 Meter. Anders formuliert ist in diesem Zeitraum mit einem nasskalten Wetter in tieferen und einem winterlichen Charakter ab den mittleren Lagen zu rechnen.

Die Wetterentwicklung wiederholt sich

Im Zeitraum vom 1. bis 5. Februar wiederholt sich die Wetterentwicklung. Ein Tiefdrucksystem verlagert sich von Island nach Skandinavien und sorgt Anfang Februar kurzzeitig für eine Milderung. Zum 2. Februar keilt das Azorenhoch nach Norden auf und über Mitteleuropa ergibt sich eine neuerliche Trogwetterlage. Die Schneefallgrenze steigt kurzzeitig auf 600 bis 900 Meter an, sinkt aber relativ rasch auf 400 bis 700 Meter ab. In tieferen Lagen bleibt der Wettercharakter - auch im Februar - nasskalt.

Nasskaltes Wetter in tieferen Lagen - doch zum Flachlandwinter fehlt nicht viel
Berechnung Großwetterlage des amerikanischen Vorhersage-Modells: Nasskaltes Wetter in tieferen Lagen - doch zum Flachlandwinter fehlt nicht viel © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Winterlich ab den mittleren Lagen

Die Milderung zum kommenden Wochenende berechnet auch das europäische Vorhersage-Modell - doch mit dem Sonntag etwas zeitversetzt und zum Montag erreichen bereits wieder kältere Luftmassen Deutschland, was die Schneefallgrenze kurzzeitig auf 500 bis 800 Meter ansteigen und nachfolgend auf 300 bis 600 Meter absinken lassen kann.

Gemäßigt kalt

Im Zeitraum vom 28. bis 31. Januar strebt der Hochdruckkeil des Azorenhochs zunächst steil in Richtung Neufundland auf und verlagert sich zum 31. Januar weiter nach Osten und liegt zwischen den Azoren, Island und Grönland. Gleichzeitig dehnt sich das Kontinentalhoch über dem westlichen Russland in Richtung Skandinavien aus und so bleibt den Tiefdrucksystemen gar keine andere Möglichkeit, als über Mitteleuropa nach Süden abzutropfen.

Die richtig kalten Luftmassen sind nicht vorhanden, was die Tageswerte in den tieferen Lagen in den leicht positiven Bereich wird ansteigen lassen und für einen nasskalten Wettercharakter sorgen können. Ab etwa 400 bis 600 Meter ist Dauerfrost und gelegentliche Schneefälle möglich.

Für Winterwetter in ganz Deutschland fehlt nicht viel
Berechnung Großwetterlage des europäischen Vorhersage-Modells: Für Winterwetter in ganz Deutschland fehlt nicht viel © www.meteociel.fr

Nasskalt … oder doch winterlich?

Der Wettertrend beider Wettermodelle ist einheitlich. Beide Prognosen sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für Trogwetterlagen über Mitteleuropa. Entscheidend aber für den Winter über Deutschland wird sein, wie und wo der Trog niedergeht. Da können wenige hundert Kilometer entscheidend sein. Bei solch knappen Berechnungen - wo +/-1 Grad entscheidend sind - ist abwarten angesagt. Zudem ist mit Veränderungen zu rechnen.

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Kontrollläufe: Der Flachlandwinter hat seine Chancen

Der Hauptlauf des amerikanischen Vorhersage-Modells gehört nach den Kontrollläufen zu den wärmsten Varianten. Der Mittelwert der Kontrollläufe steigt im Zeitraum vom 25. bis 28. Januar nur kurzzeitig in den positiven Bereich an und sinkt darüber hinaus - auch über dem Westen und Nordwesten - auf die 0 Grad Grenze ab.

Das Temperaturspektrum liegt am 28. Januar zwischen -7 und +4 Grad (Mittelwert: +1 Grad über dem Westen, 0 Grad über dem Norden und Osten und -2 Grad über dem Süden), am 31. Januar zwischen -7 und +3 Grad (Mittelwert: -1 bis 0 Grad) und am 5. Februar zwischen -8 und +7 Grad (Mittelwert: +1 Grad über dem Westen, sonst zwischen -1 und 0 Grad). Deutlich zu warme Varianten haben keine Relevanz.

Diagramm Temperaturen Februar 2019 vom 21.01.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

NAO- und AO-Index

Der AO-Index wird deutlich negativ berechnet, was einen Rückschluss auf einen desolaten Zustand des Polarwirbels zulässt. Das bestätigt sich auch in den oben gezeigten Wetterkarten. In den meisten Varianten kommt es zu einer starken Wellenbewegung entlang der Polarfront und in nicht wenigen Berechnungen reicht es auch zu einem Polarwirbelsplit.

Der NAO-Index allerdings wird neutral bis leicht positiv berechnet. Das stützt die These von einer regen Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik mit einem für tiefere Lagen nasskalten Wettercharakter über Mitteleuropa. Erst wenn der NAO-Index in die negative Richtung kippt, hat das Azorenhoch seine Chance - sich als Blockadehoch auf dem Atlantik zu positionieren - genutzt.

Druckanomalie bis 31. Januar
Druckanomalie bis 31 . Januar - Trogwetterlage © climatereanalyzer.org

Auf den Polarwirbel kommt es an

Das Dilemma für alle Freunde des Winterwetters liegt momentan in der Berechnung des Polarwirbels. In den gängigsten Varianten der Kontrollläufe zeichnet sich eine Hochdruckkeil von Sibirien bis nach Alaska ab. Das befeuert die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik und macht einen nachhaltigen Flachlandwinter über Deutschland wenig wahrscheinlich.

Ein entscheidender Impuls kann vom Azorenhoch ausgehen. Gelingt der Hochdruckeinschub in Richtung Grönland, so verändert sich das Strömungsmuster im Polarwirbel. Gelingt es nicht, so stehen die Zeichen auf nasskaltes und unbeständiges Winterwetter

Für Winterwetter ungünstig verlaufende Hochdruckachse
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Für Winterwetter ungünstig verlaufende Hochdruckachse © www.meteociel.fr

Januar bislang deutlich zu warm

Der Dezember hatte eine Abweichung von +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert vorzuweisen und der Januar 2019 ist bis jetzt um +2,2 Grad zu warm. Sollte die letzte Januar-Dekade normal ausfallen, so wäre mit einem +1,5 Grad zu warmen Wintermonat zu rechnen. Damit der Januar noch normal ausfallen kann, müsste die letzte Dekade um -4,3 Grad zu kalt ausfallen. Eine solche Entwicklung zeichnet sich im Moment nicht ab.

Ein Gedankenspiel: Nimmt man an, dass der Januar 2019 um 1,5 Grad zu warm ausfallen wird, so müsste der Februar 2019 um -4,5 Grad zu kalt ausfallen, damit der Winter normal werden kann. Rein theoretisch ist das möglich, doch in der Realität wenig wahrscheinlich und so wird der Winter 2018/19 mit hoher Wahrscheinlichkeit als 8. zu warmer Winter in Folge in die Wettergeschichte eingehen.

Winterliches oder nasskaltes Wetter? Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Was sich im Tagesverlauf alles verändert hat, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einem kurzen Update der Winterprognose.

Update der Wetterprognose von 20:04 Uhr
Heute Nachmittag hatten wir erläutert, dass eine Trogwetterlage Ende Januar und Anfang Februar eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung ist. Im Detail wird entscheidend sein, auf welcher Seite des Troges sich Deutschland, Österreich und die Schweiz befinden werden.

Das amerikanische Vorhersage-Modell berechnet heute Abend im Zeitraum vom 25. bis 27. Januar eine kurze Milderung. Anschließend sinken die Tageswerte auf einen Bereich ab, welcher über dem Westen knapp über, sonst um die 0 Grad Marke herum schwanken kann. Anders formuliert wird eine nasskalte Wetterentwicklung zunehmend konkreter.

Verantwortlich für den nasskalten Witterungscharakter ist ein Zentraltief, welches sich über Skandinavien positioniert und entlang seiner südlichen Gradienten weitere Tiefdrucksysteme in Richtung Mitteleuropa entsendet. Das Azorenhoch liegt weit draußen auf dem Atlantik und versucht sich nach Norden aufzuwölben, was letztlich nicht gelingen mag. Und so kommt es bei einem neutralen NAO-Index zu dieser nasskalten Nordwestwetterlage. So ist im Zeitraum vom 27. Januar bis 4. Februar mit Schneefall bis in tiefere Lagen herab zu rechnen, doch winterlich wird es wohl erst oberhalb etwa 200 bis 500 Meter werden können. Heute Abend wird der Trog einen Tick weiter östlicher berechnet, als dass heute Nachmittag noch der Fall war.

Der Trog wird etwas östlicher berechnet
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Der Trog wird etwas östlicher berechnet © www.meteociel.fr


Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells: Nasskalt und Anfang Februar milder
Die Wetterprognose des europäischen Modells ist ähnlich. Schnee- und Schneeregen bis in tiefere Lagen mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen ist bis zum 30. Januar zu erwarten. Anfang Februar dehnt sich das Kontinentalhoch weiter in Richtung Skandinavien aus und sorgt dafür, dass sich die Tiefdruckaktivität westlich von Mitteleuropa befindet. Statt winterlich kalt kann es auf der Tiefdruckvorderseite milder werden.

Mit Hilfe der Tiefdruckvorderseite kann es Anfang Februar milder werden
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Mit Hilfe der Tiefdruckvorderseite kann es Anfang Februar milder werden © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: Nasskalt bis winterlich
Die Kontrollläufe bleiben ihrem Wettertrend treu. Der Mittelwert des Temperaturspektrums schwankt über dem Westen knapp über 0 Grad. Im restlichen Land liegt der Mittelwert knapp unter 0 Grad. Hinsichtlich der Schneefallgrenze eine sehr spannende Entwicklung. +/- 0,5 Grad können bei den Winterfreuden zwischen "Freud und Leid" unterschieden.

Skandinavienhoch, gestörter Polarwirbel, Polarwirbelsplit? Auffällig war in den Berechnungen heute zu beobachten, wie sich das Kontinentalhoch langsam über das westliche Russland schiebt und zum Ende Januar/Anfang Februar seine Fühler langsam in Richtung Skandinavien ausstreckt. Das bleibt hinsichtlich einer kalten Witterung in den kommenden Tagen genauer zu beobachten. Bestätigt werden mehrheitlich die Varianten eines gestörten Polarwirbels, sodass in den kommenden Stunden mit weiteren Veränderungen zu rechnen ist.

Polarwirbelsplit mit Skandinavienhoch
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Polarwirbelsplit mit Skandinavienhoch © www.meteociel.fr


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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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