Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 15.01.2019 - Sorgt ein Polarwirbelsplit für die Kehrtwende?

Ein Polarwirbelsplit wird zunehmend wahrscheinlicher und so nimmt auch die Sprunghaftigkeit in den Berechnungen der Wettermodelle zu. Bringt ein Polarwirbelsplit den Flachlandwinter nach Deutschland?

Die kommenden Tage werden über dem Norden recht stürmisch ausfallen. Ab Donnerstag verlagert sich das Sturmtief mehr über die Ostsee und sorgt auch über den südlichen Landesteilen für kräftige Windböen und einen Temperaturrückgang. Die Niederschläge gehen bis in tiefere Lagen in Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer über. Am Wochenende ist mit einem ruhigen und kalten Wettercharakter zu rechnen - in manchen Regionen ist Dauerfrost möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Januar 2019.

Die Großwetterlage verändert sich, doch in welche Richtung ist noch nicht abzusehen. Denn bereits für das Wochenende gehen die Wetterprognosen der Wettermodelle in unterschiedliche Richtungen. Die Ursache lässt sich in einem Polarwirbelsplit finden.

Hop oder Top: Der Winter steht vor einer entscheidenden Veränderung
Hop oder Top: Der Winter steht vor einer entscheidenden Veränderung

Der Winter war bislang viel zu warm

Der Dezember 2018 hatte gegenüber dem langjährigen Mittelwert eine Temperaturabweichung von +3 Grad. Der Januar ist bisweilen mit einer Abweichung von +2,8 Grad ähnlich warm. Der 15. Januar ist zugleich die meteorologische Winterhalbzeit und bis jetzt war der Winter um rund +2,9 Grad zu warm. Damit der Winter überhaupt noch normal ausfallen kann, sollte die zweite Hälfte um rund 3 Grad zu kalt ausfallen. Ist möglich, doch zum aktuellen Stand wenig wahrscheinlich. Zudem war die Wintersaison 2018/19 bis jetzt deutlich zu nass.

Man erinnere sich noch an die Prognosen des Langfristmodells aus dem Sommer und Herbst, als der Winter deutlich zu warm und zu nass berechnet wurde. Das ist nach einer so lange andauernden Dürreperiode nur mit einem Ausgleichsverhalten möglich, was sich - pünktlich zum Start des meteorologischen Winters - auch einstellte. Tiefdrucksysteme mit Wind, Wolken und Niederschlag kommen im Winter meist aus westlichen Richtungen, was eben zu diesen milden Temperaturen führte. Damit sich das in der zweiten Winter-Hälfte ändern kann, muss ein anderes Strömungsmuster her. Und ein solcher Prozess zeichnet sich zum aktuellen Stand ab.

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Wetterprognose amerikanisches Vorhersage-Modell: Nasskalt mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen

Die Berechnungen des amerikanischen Vorhersage-Modells schwanken stark zwischen milderen und winterlichen Varianten hin und her. Daran wird sich in den kommenden Stunden kaum etwas verändern, denn der Grund hierfür ist eine sehr labile Entwicklung des Polarwirbels mit einer erhöhten Wellenbewegung entlang der Polarfront.

Abwechslungsreiches Wetter

Nach den winterlichen Temperaturen vom Wochenende nähern sich im Zeitraum vom 20. bis 24. Januar vom Atlantik weitere Tiefdrucksysteme und stoßen bis nach Skandinavien vor. Der richtige Durchbruch der atlantischen Frontalzone gelingt nicht und Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen mit Tageshöchstwerten von -2 bis +3 Grad in einem nasskalten Bereich. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind bis in tiefere Lagen möglich, doch winterlich kann es nach dieser Wetterprognose erst ab den mittleren Lagen werden (300 bis 600 Meter).

Veränderung des Zirkulationsmusters

Vom 25. bis 27. Januar ergeben sich nach dieser Berechnung grundlegende Veränderungen in der Entwicklung der Großwetterlage. Über dem europäischen Nordmeer macht sich ein Hochdruckkeil des Polarhochs bemerkbar. Durch dieses veränderte Strömungsmuster im Wirbel selbst, endet der Zustrom der sehr kalten Luftmassen in Richtung Kanada und das Azorenhoch zeigt Ambitionen, sich mit dem Hochdruckkeil zu verbinden. Infolge dieser Entwicklung entsteht vom 26. bis 31. Januar ein meridionales Strömungsmuster und auch in tieferen Lagen wäre mit winterlichen Wetterverhältnissen zu rechnen.

Zwischen nasskalten und kalten Winterwetter
Berechnung Großwetterlage des amerikanischen Vorhersage-Modells: Zwischen nasskalten und kalten Winterwetter © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Polarwirbelsplit mit Islandhoch

Das europäische Wettermodell beginnt ebenfalls zu schwanken und auch hier liegt die Ursache in einem instabilen Polarwirbel, bzw. einem Polarwirbelsplit. Im Zeitraum vom 18. bis 22. Januar liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz im Einflussbereich einer gradientenschwachen Großwetterlage. Sonne, Wolken und Nebel wechseln sich bei Tageswerten um die 0 Grad ab.

Gravierende und weitrechende Veränderungen?

Ab dem 22. Januar beginnt sich das Azorenhoch nach Norden auszudehnen und baut zum 23. Januar einen Hochdruckkeil bis nach Island und Grönland auf. Somit wird die atlantische Tiefdruckaktivität unterbunden und über Mitteleuropa tropfen die Tiefdrucksysteme nach Süden ab. Teils ist mit kräftigen und länger andauernden Niederschlägen zu rechnen. Ob durchweg als Schnee, oder mit Regen durchmischt, muss im Detail abgewartet werden.

Plötzlicher und rascher Wetterwechsel

Wie schnell ein Wetterwechsel bei einem instabilen Polarwirbel vonstattengehen kann, zeiget die Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells heute eindrücklich. Das Blockadehoch auf dem Atlantik bekommt zum 24. Januar Unterstützung eines Keils vom Kontinentalhoch ausgehend. Beide festigen sich zum 25. Januar in Form eines Hochdrucksystems über Island. Daraus resultiert ein vollständig gestörtes Zirkulationsmuster mit winterlichen Ambitionen über Mitteleuropa. Der Kaltluftwirbel über Kanada wird nahezu komplett ausgeräumt.

Komplett gestörtes Zirkulationsmuster
Berechnung Großwetterlage des europäischen Vorhersage-Modells: Komplett gestörtes Zirkulationsmuster © www.meteociel.fr

Amerikanisches Vorhersage-Modell zu warm

Zu warm, zu kalt, zu warm und aktuell erneut zu warm. So waren die Berechnungen des amerikanischen Vorhersage-Modells der letzten Stunden gegenüber den Kontrollläufen. Mit weiteren Veränderungen ist zu rechnen. Aber auch beim europäischen Vorhersage-Modell sind weitere Anpassungen anzunehmen. Solange die Veränderungen des Strömungsmuster vom Polarwirbel ausgehen und dessen Struktur sich nicht klar abzeichnet, kommt es zwangsläufig zu größeren Verwerfungen in den Simulationen.

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Kontrollläufe mit winterlichen Wetterverhältnissen ab den mittleren Lagen

Eine klare Sprache zeigt sich in den letzten Tagen in den Berechnungen der Kontrollläufe. Ab dem 18. Januar geht das Temperaturniveau in den für die Jahreszeit zu kalten Bereich und sorgt mit einem Mittelwert von -1 bis +0 Grad über dem Süden und Osten bis zum 30. Januar verbreitet für winterliche Temperaturverhältnisse. Über dem Norden steigt der Mittelwert auf 0 bis +1 Grad an und kann über dem äußersten Westen +0 bis +2 Grad erreichen. Anders formuliert festigt sich - zum aktuellen Stand - ein Trend zu nasskalten Wetter in tieferen Lagen mit Optionen auf winterliche Wetterverhältnisse ab 300 bis 500 Meter. Für die Jahreszeit zu warme Varianten haben wenig Chancen sich durchzusetzen.

Diagramm Temperaturen Januar 2019 vom 15.01.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Sehr langsame Erholung des stratosphärischen Wirbels

Mit ein Kriterium eines Major-Warming ist es, dass sich der stratosphärische Wirbel wieder erholt. Tut er es nicht, handelt es sich um ein Final-Warming, welches spätestens zum Ende des Winters zu erwarten ist. Aktuell betragen die Windgeschwindigkeiten in Stratosphärenhöhe entlang des 65. Breitengrades -36 km/h und steigen mit ihrem Mittelwert bis zum 31. Januar auf +7 km/h an. Eine langsame Erholung, welche noch weit weg von den normalen Zuständen ist (+100 km/h).

Kontrollläufe: Stark beeinträchtigter Polarwirbel

Das die in oberen Luftschichten anders verlaufende Windrichtung nicht ohne Folgen für die unteren Luftschichten bleiben wird, haben wir bereits über Weihnachten ausführlich erläutert. Warum sich die Auswirkungen auf die Troposphäre dieses Mal so lange hingezogen haben, muss noch geklärt werden. Fakt aber ist, dass es sich um ein kräftiges Major-Warming handelt(e) mit einer ungewöhnlich lang anhaltenden negativen Drehrichtung (Ost-West) in Stratosphärenhöhe.

Die Kontrollläufe reagieren in den letzten Tagen vermehrt darauf in Form von völlig gestörten Zirkulationsmuster innerhalb des Polarwirbels bis hin zur kompletten Zerstörung dessen Struktur. Das kann zu winterlichen Verhältnissen über Deutschland, Österreich und der Schweiz führen - muss es aber nicht zwangsläufig - auch milde Varianten sind möglich.

Polarwirbelsplit
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Polarwirbelsplit © www.meteociel.fr

Wetterprognose Langfristmodell: Februar leicht zu kalt

Das Langfristmodell hat in den letzten Tagen seine Wettervorhersagen für den Januar und Februar angepasst, was die These einer kompletten Veränderung des Zirkulationsmusters stützt.

  • Der Januar 2019 wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich simuliert. Damit das überhaupt noch möglich ist, müsste die zweite Januar-Hälfte um 2,5 Grad zu kalt ausfallen, was mit einem gestörten Polarwirbel machbar ist - zumindest in der Theorie. In der Niederschlagsprognose zeigt sich das Januarwetter gegenüber seinem Sollwert deutlich zu nass.
  • Der Februar 2019 wurde mit einer Abweichung von -1 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert auf die aktuelle Wetterentwicklung angepasst. Der Niederschlagstrend ist über dem Süden deutlich erhöht und über dem Norden leicht zu trocken.
Abweichungen der Temperaturen im Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Dezember 2018 +3 Grad Viel zu nass
Januar 2019 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 -1 bis +0,5 Grad Trend: normal, über dem Süden zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 15.01.2019
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Interpretiert man die Wetterprognose des Langfristmodells, so ist im letzten Januar-Drittel und weite Teile vom Februar mit einem gestörten Zirkulationsmuster zu rechnen. Sehr wahrscheinlich in Form eines Hochdrucksystems über Skandinavien. Was sich im Tagesverlauf alles verändert hat, erläutern wir heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle in einer kurzen Aktualisierung der Winterprognose.

Update der Wetterprognose von 20:54 Uhr
Das amerikanische Vorhersage-Modell berechnete heute Abend eine ab dem 18. Januar winterliche Großwetterlage ab den mittleren Lagen. Für tiefere Lagen fehlt die große Kälte, was die Temperaturen über dem west- und nordwestdeutschen Flachland knapp über die 0 Grad Grenze ansteigen lassen kann. Größtenteils ist aber eine feste Niederschlagsform in der letzten Januar-Dekade zu erwarten.

Schaut man sich die Großwetterlage an, so schwenkt das amerikanische Vorhersage-Modell auf eine gestörte Zirkulation um und nähert sich mehr den Berechnungen des europäischen Prognose-Modells an.

Islandhoch, Azorentief - negativer NAO-Index mit Polarwirbelsplit
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Islandhoch, Azorentief - negativer NAO-Index mit Polarwirbelsplit © www.meteociel.fr


Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells: Islandhoch
Das europäische Vorhersage-Modell hält an seiner Variante mit einem Hochdrucksystem über Island fest und so zeichnet sich langsam ein Muster ab. Gestörte Zirkulation mit Hochdrucksystem westlich von Mitteleuropa. Die Wettermodelle werden sich in den kommenden Stunden sicherlich noch verändern können, doch sollte sich dieses Muster behaupten können, so wäre von einer winterlichen letzten Januar-Dekade auszugehen.

Ebenfalls ein negativer NAO-Index mit erhöhten Wahrscheinlichkeiten für Winterwetter bis in tiefere Lagen
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Ebenfalls ein negativer NAO-Index mit erhöhten Wahrscheinlichkeiten für Winterwetter bis in tiefere Lagen © www.meteociel.fr


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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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