Wird es milder, kommt der Winter oder bleibt es nasskalt? Für die Jahreszeit zu warme Temperaturen haben in den Wetterprognose der Wettermodelle wenig Wahrscheinlichkeiten sich durchzusetzen. Es geht also um die Frage ob sich der Winter bis über das Flachland durchsetzt.

Ein Sturmtief sorgt am Wochenende für einen ungemütlichen und kurzzeitig auch milderen Wettercharakter. Die Schneefallgrenze steigt bis in die höheren Lagen an und sinkt zum Start in die neue Woche auf die mittleren Lagen ab. Nicht winterlich, aber auch nicht sonderlich warm, sondern ein nasskalter Wettercharakter ist zu erwarten. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Januar 2019 und der Schneeprognose.

Betrachtet man die Großwetterlage so zeigt sich über das Wochenende bis zum 15. Januar eine aktive Tiefdruckrinne von Neufundland bis nach Skandinavien reichend. Das Hoch auf dem Atlantik verhält sich passiv, lenkt die Tiefdruckrinne aber so, dass Deutschland, Österreich und die Schweiz größtenteils in den Genuss einer nasskalten Nordwestwetterlage kommen.

Reicht es im Januar noch für Winterwetter bis ins Flachland?
Reicht es im Januar noch für Winterwetter bis ins Flachland?

Wetterprognose amerikanisches Vorhersage-Modell: Wetterumschwung in Richtung Winter

Diesen Wettertrend verfolgt das amerikanische Vorhersage-Modell schon seit ein paar Tagen und diese Wetterprognose wird heute erneut bestätigt. Die Tiefdruckrinne bleibt bis zum 18. Januar aktiv, verliert aber an Dynamik und verläuft südlicher. So sind Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer vom 14. bis 18. Januar zu erwarten, welche ab den mittleren Lagen ab ca. 600 bis 800 Meter für die Ausbildung einer Schneedecke sorgen können.

Ein Hoch auf dem Atlantik als Störfaktor

Ab dem 19. Januar berechnet das amerikanische Vorhersage-Modell ein nach Norden aufstrebendes Azorenhoch, welches sich in kugelrunder Formation über dem Atlantik positioniert. Das zwingt die Tiefdruckrinne auf eine nördlicher Zugbahn und da über der Mittelmeerregion kein stützendes Hochdrucksystem vorhanden ist, stellt sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine meridionale Grundströmung ein. Nicht knackig kalt, aber größtenteils mit winterlichen Wetterverhältnissen wäre nach dieser Wettervorhersage im Zeitraum vom 20. bis 26. Januar zu rechnen.

Es verändert sich etwas im Setup und der Winter hat seine Chancen
Berechnung Großwetterlage des amerikanischen Vorhersage-Modells: Es verändert sich etwas im Setup und der Winter hat seine Chancen © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Kurz milder, dann zeigt sich der Winter bis auf die mittleren Lagen herab

Im Zeitraum vom 13. bis 17. Januar dominieren atlantische Tiefdrucksysteme das Wetter über Deutschland mit einem nasskalten Wettercharakter. Die Niederschläge sind in tieferen Lagen als Regen und ab den mittleren Lagen teilweise als Schnee zu erwarten. Von einem winterlichen Wettercharakter ist in diesem Zeitraum aber nicht auszugehen.

Aufstrebendes Azorenhoch

Im Zeitraum vom 18. bis 20. Januar dehnt sich das Azorenhoch nach Norden aus und sorgt für einen Impuls, welcher das Strömungsmuster meridionalisieren lässt. So gelangen gemäßigt kalte Luftmassen nach Deutschland, was auch in tieferen Lagen wieder zu Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sorgen kann, doch mit der Ausbildung einer Schneedecke ist wohl erst ab 400 bis 600 Meter zu rechnen.

Ein zum letzten Januar-Drittel zunehmend meridionales Strömungsmuster
Berechnung Großwetterlage des europäischen Vorhersage-Modells: Ein zum letzten Januar-Drittel zunehmend meridionales Strömungsmuster © www.meteociel.fr

Welche Chance hat der Winter?

Die Frage ist zu differenzieren. Zum einen versinkt der Süden im Schnee, doch richtig winterlich war es in dieser Wintersaison über den Niederungen und über dem Norden und Westen noch nicht. Und uns erreichen viele E-Mails mit der Frage - wann kommt er denn nun - der Flachlandwinter?

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Winterlich ab den mittleren Lagen

Geht es rein nach den Kontrollläufen, so schwanken die Höhentemperaturen in einem Bereich, der im Zeitraum vom 18. bis 26. Januar ab ca. 400 Meter für winterliche Wetterverhältnisse sorgen kann. In tieferen Lagen sind zwar auch Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer zu erwarten, doch Winterwetter sieht anders aus.

Das Temperaturspektrum liegt am 17. Januar zwischen -1 und +7 Grad (Mittelwert: +2 Grad über dem Osten und bis +5 Grad über dem Westen) und am 25. Januar zwischen -8 und +6 Grad (Mittelwert: -3 Grad über dem Osten, -2 Grad über dem Süden, -1 Grad über dem Norden und 0 Grad über dem Westen). Der negative Temperaturtrend in Richtung winterliche Wetterverhältnisse wird erneut bestätigt.

Hohe Niederschlagserwartung

Die Niederschlagsberechnungen sind im Zeitraum vom 13. und 14. Januar sehr hoch und darüber hinaus mäßig hoch zu bewerten. An Niederschlag wird es also nicht mangeln.

Diagramm Temperaturen Januar 2019 vom 10.01.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Major-Warming

Die Windumkehr in Stratosphärenhöhe entlang des 65. Breitengrades bleibt bis zum 25. Januar mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von -25 km/h negativ auf Ost-West ausgerichtet. Der Tiefpunkt wird mit -54 km/h heute und morgen erreicht werden.

Was macht der Polarwirbel?

Das ist ebenfalls sehr differenziert zu bewerten und hängt ganz einfach davon ab, ob das Warming die unteren Luftschichten entsprechend beeinflussen kann, oder nicht. Etwa dreiviertel aller Kontrollläufe berechnet eine mäßige bis starke Beeinflussung des Polarwirbels in der letzten Januar-Dekade, welche im Extremfall auch zu einem Polarwirbelsplit führen kann. Der geringere Teil der Simulationen befasst sich mit einem stabilen Polarwirbel. Ein gestörter Polarwirbel oder gar ein Polarwirbelsplit sind keine Garanten für winterliche Wetterverhältnisse über Deutschland, Österreich und der Schweiz - sie verbessern lediglich die Voraussetzungen hierfür.

Die Beeinträchtigungen des Polarwirbels sind teils erheblich
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Die Beeinträchtigungen des Polarwirbels sind teils erheblich © www.meteociel.fr

Was sich im Tagesverlauf alles verändert hat, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einer kurzen Aktualisierung der Winterprognose.

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Update der Wetterprognose von 20:00 Uhr
Die Berechnungen des amerikanischen Vorhersage-Modells bleiben differenziert. Heute Nachmittag war es eine mildere, heute Abend eine winterliche Entwicklung der Großwetterlage. Zunächst überquert ein Sturmtief am Wochenende Deutschland und leitet zum Start in die neue Woche die Zufuhr kälterer Luftmassen ein, was die Schneefallgrenze am Montag und Dienstag wieder bis auf tiefere Lagen absinken und ab den mittleren Lagen für die Ausbildung einer Schneedecke sorgen kann.

Im Zeitraum vom 14. bis 19. Januar zieht ein Tiefdrucksystem nach dem anderen über Deutschland hinweg. Mal auf einer südlicheren und mal auf einer nördlicheren Zugbahn. Je nach Zugbahn ist auch mit Schneefall bis auf tiefere Lagen herab zu rechnen. Insgesamt ist der Zeitraum aber als nasskalt zu bewerten.

Ab dem 19. Januar kippt das Strömungsmuster. Ein Hochdruckkeil des Polarhochs dehnt sich bis über das europäische Nordmeer aus und versucht den Brückenschlag zu Azorenhoch. Gelingt zwar in letzter Konsequenz nicht, doch im Verbund mit einem Tiefdruckwirbel von der Barentssee bis über die östliche Mittelmeerregion meridionalisiert das Strömungsmuster über Deutschland, Österreich und der Schweiz, was kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Mitteleuropa führt. Anders formuliert bleibt das amerikanische Vorhersage-Modell dabei - der Flachlandwinter soll ab dem 17./19. Januar seine Chancen bekommen.

Das sich im Polarwirbel verändernde Setup wird erneut berechnet und beinhaltet auch den Flachlandwinter
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Das sich im Polarwirbel verändernde Setup wird erneut berechnet und beinhaltet auch den Flachlandwinter © www.meteociel.fr


Das europäische Vorhersage-Modell: Zunächst nasskalt, dann winterlich
Die Berechnungen des europäischen Vorhersage-Modells sind heute Abend ganz ähnlich. Im Zeitraum vom 16. bis 20. Januar meridionalisiert das Strömungsmuster über Mitteleuropa und die Temperaturen sinken bei Schneefall auch in tiefere Lagen in den Dauerfrostbereich ab. Der Flachlandwinter ist möglich.

Das Strömungsmuster meridionalisiert und der Flachlandwinter hat seine Chancen
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Das Strömungsmuster meridionalisiert und der Flachlandwinter hat seine Chancen © www.meteociel.fr


Kontrollläufe berechnen eine zunehmend winterliche Wetterentwicklung
Nicht nur heute Nachmittag, auch heute Abend sind die Wetterprognosen der Kontrollläufe jeweils einen Tick kälter geworden. Der Mittelwert schwankt im Zeitraum vom 11. bis 16. Januar in einem nasskalten Bereich, welcher kurzeitig auch mal winterlich werden kann. Ab dem 16. Januar aber neigt sich der Temperaturtrend weiter in die negative Richtung und erreicht im Mittel Höhentemperaturen von -6 bis -8 Grad. Für den Flachlandwinter sollten die Höhentemperaturen etwa -7 Grad betragen.

Das Temperaturspektrum selbst sinkt ab dem 18. Januar mit seinem Mittelwert über dem Osten und Süden unter die 0 Grad Marke in den Dauerfrostbereich ab. Über dem Norden und Westen könnte das ab dem 20. Januar der Fall sein. Die Niederschlagsneigung bleibt nach den Kontrollläufen als mäßig hoch zu bewerten.

Der Polarwirbel wird entscheiden
Die Wetterentwicklung über dem Atlantik und Mitteleuropa spielt momentan eine weniger gewichtige Rolle. Das Hauptaugenmerk gilt dem Zustand des Polarwirbels, welcher in einer Vielzahl der Kontrollläufe und auch in manchen Hauptläufen zu einem sehr instabilen Verhalten neigt. Einige der Varianten berechnen einen Polarwirbelsplit. Das kann dafür sorgen, dass die Prognosen der Vorhersage-Modelle in den kommenden Tagen mal mildere und mal sehr kalte Varianten berechnen. Es kommt ganz darauf an, auf welcher "Welle" der Polarfront Deutschland liegt.

Eine extremere Variante: Polarwirbelsplit mit winterlichen Wetterverhältnissen über Deutschland
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Eine extremere Variante: Polarwirbelsplit mit winterlichen Wetterverhältnissen über Deutschland © www.meteociel.fr


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