Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 31.12.2018 - Der Wettertrend wird kälter

Der Winter 2019 startet mit Dauerfrost und etwas Schnee über dem Süden und Osten und über dem Norden und Westen ist mit nasskalten Temperaturen vorlieb zu nehmen. Ab den mittleren Lagen ist mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen. Wie nachhaltig ist dieser winterliche Vorstoß?

Man kann sicherlich unterschiedlicher Meinung sein, was richtiges Winterwetter angeht. Nein, das wäre bei Tageswerten von -2 bis +2 Grad über dem Osten und Süden und bis +5 Grad über dem Westen und Norden auch zu weit gegriffen - aber als winterlichen Vorstoß kann die Zufuhr kalter Luftmassen Anfang Januar bewertet werden, zumal die Temperaturen in den Nächten bis zum 4. Januar auf bis -8 bis -1 Grad absinken kann. Mild ist das nicht und ab den mittleren Lagen ist vor allem südlich der Linie von Köln und Dresden mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Januar 2019.

Verantwortlich für den winterlichen Vorstoß ist ein Orkantief über Skandinavien, welches am 1. und 2. Januar für unwetterartige Starkwindereignisse über dem Norden und Osten von Deutschland sorgen kann. Das Tief liegt am 2. Januar über der Ostsee und leitet mit einem Hochdrucksystem über England den Zustrom kalter Luftmassen arktischen Ursprungs ein. Bis zum 5. Januar verliert das Tief seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Von Westen rückt das Hochdrucksystem nach und sorgt für eine langsame Milderung.

Teils winterlicher Start in Jahr 2019
Teils winterlicher Start in Jahr 2019

Wetterprognose amerikanisches Vorhersage-Modell: Der Winter versucht es und scheitert

Die Hochdruckposition zwischen England und Island klingt vielversprechend. Doch nach der aktuellen Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells tobt auf dem Atlantik die atlantische Frontalzone und möchte unbedingt ihren Einfluss auf Mitteleuropa ausdehnen.

Das Hoch hält zunächst dagegen

Im Zeitraum vom 5. bis 8. Januar bleibt das Hochdrucksystem über England bestehen und sorgt über Deutschland, Österreich und der Schweiz für einen nasskalten Wettercharakter.

Der nächste Vorstoß des Winters

Bedingt durch die Hochdruckposition müssen die Tiefdrucksysteme einen Umweg über das europäische Nordmeer nehmen und organisieren sich schließlich in einem Zentraltief über der Barentssee. Das leitet im Zeitraum vom 8. bis 10. Januar den nächsten Kaltluftvorstoß nach Süden ein, doch das Hochdrucksystem liegt aber zu nah an Deutschland, sodass der Kaltluftzustrom über das östliche Europa - an Deutschland vorbei - nach Süden abgelenkt werden kann.

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Zonalisierung

Im Zeitraum vom 13. bis 16. Januar berechnet das amerikanische Vorhersage-Modell eine rasche Abschwächung des Hochdrucksystems, welches sich passiv nach Süden zurückzieht und somit der atlantischen Frontalzone dir Türen nach Mitteleuropa öffnet. Mit einer milden Westströmung wäre demnach mit einem windigen und unbeständigen Wettercharakter zu rechnen.

Ob dem Winter ein zweiter Vorstoß gelingt, hängt stark von der Hochdruckposition ab
Berechnung Großwetterlage des amerikanischen Vorhersage-Modells: Ob dem Winter ein zweiter Vorstoß gelingt, hängt stark von der Hochdruckposition ab © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Zwischen den Fronten

Wie sehr es auf die Hochdruckposition ankommen wird, zeigt sich in der Wettervorhersage des europäischen Prognose-Modells. Das Hoch nimmt am 5. Januar eine Hochdruckachse von Spanien bis nach Island reichend ein. Über Skandinavien tropfen immer wieder Tiefdrucksysteme nach Süden ab, doch liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen den Fronten im meist nasskalten Bereich. Verschieben sich die Positionen und wenige hundert Kilometer zueinander, können sich die Parameter zwischen winterlichen und milden Temperaturen noch verändern.

Ab dem 6. Januar berechnet das europäische Prognose-Modell das Hoch quer über Mitteleuropa, während die atlantische Frontalzone über dem Norden hinwegfegt. Ab dem 8. Januar beginnt das Hoch sich über England wieder nach Norden auszudehnen. Deutschland, die Schweiz und auch Österreich liegen im gesamten Zeitraum zwischen den Fronten - zwischen Winter und milden Temperaturen. Oder anders formuliert: Weder Fisch noch Fleisch.

Zwischen den Fronten
Berechnung Großwetterlage des europäischen Vorhersage-Modells: Zwischen den Fronten - nicht winterlich, aber auch nicht mild © www.meteociel.fr

Zonalwindumkehr

Dieses nichts Halbes und nichts Ganze passt ganz gut zum Schema des Major-Warming, welches in den kommenden Tagen seinen Höhepunkt erreichen wird. Normalerweise betragen die Windgeschwindigkeiten in Stratosphärenhöhe zum Jahreswechsel +147 km/h. In der Silvesternacht aber sinken die Windgeschwindigkeiten auf 0 km/h ab und verändern zum neuen Jahr ihre Drehrichtung von West-Ost auf Ost West. Bis zum 3. Januar ist mit -80 km/h der vorläufige Höhepunkt des Major-Warming erreicht.

Mit Veränderungen ist zu rechnen

So ziemlich alles, was die Kontrollläufe und die Wettermodelle derzeit berechnen, deutet auf eine nasskalte Wetterphase in der ersten Januar-Dekade hin, welche dem Jahreszeit-typischen Werten entsprechen kann. Doch dieses Major-Warming beeinflusst mit seiner veränderten Drehrichtung in Stratosphärenhöhe den Polarjet von oben herab. Das kann bis zur vollständigen und frühzeitigen Zerstörung des Polarwirbels führen.

Wie sich das im Detail aber verhalten wird, lässt sich zum aktuellen Stand nur in der Theorie mit einer starken Veränderung entlang der Polarfront beschreiben. Somit kann es im Zeitraum vom 31. Dezember bis zum 5. Januar in den Prognose-Modellen zu stärkeren Veränderungen in den Simulationen kommen.

Schaut man sich den Zustand des stratosphärischen Polarwirbels genauer an, so ist bis zum 15. Januar nicht mit einer Erholung zu rechnen.

Derzeit deutet wenig darauf hin, dass sich der stratosphärische Wirbel bis zum 15. Januar stabilisieren kann
Berechnung Polarwirbel in Stratosphärenhöhe: Derzeit deutet wenig darauf hin, dass sich der stratosphärische Wirbel bis zum 15. Januar stabilisieren kann © www.meteociel.fr

Polarwirbel zeigt Veränderungen

In 70 Prozent der Kontrollläufe zeigt sich in den kommenden Tagen ein zunehmend gestörter Polarwirbel. Das sah vor ein paar Tagen noch ganz anders aus. Somit sind Veränderungen in den Prognosen der Wettermodelle sehr wahrscheinlich. Ein gestörter Polarwirbel oder gar ein Polarwirbelsplit hat aber nicht zwangsläufig winterliche Wetterverhältnisse über Mitteleuropa zur Folge. Auf der Seite über das Major-Warming finden Sie eine tabellarische Auflistung, was ein Major-Warming für Auswirkungen auf den Winter in Deutschland haben kann. Häufig zeigt sich eine deutliche Abkühlung, aber manchmal eben auch nicht.

Polarwirbelsplit mit milden Wetter über Deutschland
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Polarwirbelsplit mit milden Wetter über Deutschland © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Leicht zu kalt

Dieser Wettertrend festigt sich in den letzten Tagen. Das neue Jahr beginnt mit einer Abweichung von 4 bis 8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt. Anschließend normalisieren sich die Werte bis zum 8. Januar und sinken darüber hinaus in einen leicht zu kühlen Bereich ab. Der Mittelwert der Höhentemperaturen schwankt um die -5 Grad, was Schneefall und Dauerfrost ab den mittleren Lagen möglich machen kann (400 bis 800 Meter). Darunter zeigt sich zumeist ein nasskalter Wettercharakter.

Das Temperaturspektrum liegt am 8. Januar zwischen -3 und +5 Grad (Mittelwert: +0 Grad über dem Osten und +3 Grad über dem Westen) und am 15. Januar zwischen -11 bis +8 Grad (Mittelwert: -1 Grad über dem Osten und +3 Grad über dem Westen). Allein am Spektrum erkennt man schon, welche Veränderungen noch möglich sind. Abwarten ist angesagt. Doch ein Trend in die kältere Richtung ist unverkennbar.

Diagramm Temperaturen Januar 2019 vom 31.12.2018
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Zusammenfassung

Von Tag zu Tag berechnen die Wettermodelle kühlere Varianten, aber so richtig will sich ein Wintereinbruch nicht zeigen. Zu viel hängt von dem Major-Warming und der nachfolgenden Beeinflussung des Polarwirbels ab. Sollte sich im Tagesverlauf noch etwas gravierendes Verändern, erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr ein kurzes Update an dieser Stelle. Und so bleibt uns nichts mehr anderes übrig, als Ihnen an dieser Stelle ein gutes und vor allem gesundes Jahr 2019 zu wünschen!

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Update der Wetterprognose von 20:04 Uhr
Ein kurzes Update heute Abend. Das amerikanische Vorhersage-Modell berechnet nach einer kurzen winterlichen Variante im nachfolgenden Zeitraum eine nasskalte Wetterentwicklung.

Das europäische Vorhersage-Modell berechnet das Hoch westlicher, was über Mitteleuropa in tieferen Lagen zu einer nasskalten und ab den mittleren Lagen phasenweise zu einer winterlichen Großwetterlage führen kann.

Kontrollläufe sind über dem Süden und Osten leicht zu kalt und über dem Norden und Westen leicht zu mild bis normal.

Polarwirbel weiterhin mit erheblichen Schwankungen.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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