Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 26.12.2018 - Mildes oder winterliches Wetter?

Milder oder kalter Start in das neue Jahr. Die Vorhersage-Modelle lassen diesen Spielraum zu. Mit entscheidend wird sein, welche Auswirkungen ein mögliches Major-Warming in Stratosphärenhöhe auf die unteren Luftschichten haben wird.

Ruhiges und zu Nebel und Hochnebel neigendes Wetter ist in den kommenden Tagen zu erwarten. Im Schwerpunkt über Bayern und Baden-Württemberg kann sich häufiger mal die Sonne zeigen und nach Norden ist mit dem einen oder anderen Regenspritzer zu rechnen. Das Wetter dümpelt so vor sich hin, bevor sich kurz vor Silvester das Setup sich verändern kann.

Tiefdrucksysteme erreichen Skandinavien und beeinflussen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Wetter über Deutschland. Ob stürmische Winde dabei sein können, hängt von der Zugbahn des Tiefdrucksystems ab. Die Wettervorhersagen der Wettermodelle sind noch nicht einheitlich und lassen noch einen Interpretationsspielraum zu. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Silvester 2018.

Wetterwechsel in Richtung Winter?
Wetterwechsel in Richtung Winter?

Zwischen Winter und mildem Westwetter

Die Unsicherheiten zeigen sich nicht nur zu Silvester, sondern beginnen mit dem Jahreswechsel. Mit entscheidend ob winterliche Wetterverhältnisse vorherrschend sein können, wird sein, wie sich das Tief über Skandinavien und das momentan wetterbestimmende Hoch zueinander positionieren werden.

Wetterprognose amerikanisches Vorhersage-Modell: Stürmisch, turbulent und dynamisch

Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik fängt nach der Wettervorhersage des amerikanischen Prognose-Modells zum Jahreswechsel regelrecht Feuer. Das Tief über Skandinavien tropft am 2. Januar nach Süden ab und zieht das Hoch mit sich mit. Bis zum 4. Januar ist von der Hochdruckachse nicht mehr allzu viel übrig und die atlantische Frontalzone rauscht in Richtung Mitteleuropa.

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Wenig winterlich

Zum 5. Januar erreicht die atlantische Frontalzone Mitteleuropa und sorgt im Zeitraum vom 5. bis 10. Januar für einen abwechslungsreichen, windigen - teils stürmischen - und sehr nassen Wettercharakter. Ab dem 10. Januar dehnt sich das nach Süden ausgewichene Azorenhoch nach Norden aus und das zentral steuernde Tiefdrucksystem über Skandinavien trogt nach Süden aus.

Das führt kältere Luftmassen nach Deutschland, was die Tageswerte von +4 bis +8 Grad auf +1 bis +5 Grad absinken lassen kann. Der Winter hätte demnach frühestens in der zweiten Januar-Dekade die Möglichkeit sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz bemerkbar zu machen.

Volle Westdröhnung - Vom Winter keine Spur
Berechnung Großwetterlage des amerikanischen Vorhersage-Modells: Volle Westdröhnung - Vom Winter keine Spur © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Der Winter hat seine Chancen zum Jahresbeginn

Die Unterschiede der Wettervorhersage des europäischen Prognose-Modells sind schnell erklärt. Das Hoch weicht nicht nach Süden aus, sondern stellt sich im Zeitraum vom 31. Dezember bis 1. Januar auf dem Atlantik steil nach Norden auf und blockiert die atlantische Frontalzone.

Winterliche Wetterverhältnisse

Somit ergibt sich für das Tief über Skandinavien ein größerer Spielraum sich nach Süden zu entwickeln und im Verbund mit dem Hoch kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden zu führen. Am 3. Januar können die Temperaturen bis auf die 0 Grad Grenze absinken und ab dem 4. Januar wäre verbreitet Dauerfrost und Schneefall möglich. Winterliche Wetterverhältnisse.

Das Hoch hat eine entscheiden andere Position eingenommen, was winterliche Wetterverhältnisse ermöglichen kann
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modells: Das Hoch hat eine entscheiden andere Position eingenommen, was winterliche Wetterverhältnisse ermöglichen kann © www.meteociel.fr

Major-Warming!

Auch heute bleibt das Ausrufezeichen stehen. Die aktuellen Windgeschwindigkeiten betragen in Stratosphärenhöhe +72 km/h, sinken zum 29. Dezember auf 10 km/h ab und erreichen zum 3. Januar mit -50 km/h den vorläufigen Höhenpunkt. Somit sind die beiden entscheidenden Kriterien (Temperatursprung um mehr als 50 Grad und Windumkehr) für ein Major-Warming - zumindest in der Simulation - erfüllt.

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Mal angenommen, das Major-Warming setzt sich wie simuliert durch, so beginnt sich der Polarwirbel ab dem 28./29. Dezember von oben herab abzuschwächen. Ein bis sieben Tage später zeigen sich die Auswirkungen in den darunterliegenden Luftschichten, was dem Zeitraum 29. Dezember bis 5. Januar entspricht. Das kann sich in einem geschwächten Polarwirbel bis hin zu einem totalen Zusammenbruch des Polarwirbels zeigen. Mit entscheidend wird sein, ob sich der Polarwirbel nachfolgend wieder stabilisieren kann. Zum aktuellen Stand sieht es nicht danach aus. Die gängigsten Vorhersage-Modelle (GEOS5,GEFS, CMC, FNMOC) simulieren negative Windgeschwindigkeiten bis zum 10. Januar.

Major-Warming in Stratosphärenhöhe
Berechnung Polarwirbel in Stratosphärenhöhe: Major-Warming - keine Erholung des Wirbels bis zum 10. Januar © www.meteociel.fr

Ob Winter oder nicht hängt davon ab, wie sich der Polarwirbel verhält

Wer nun denkt, dass die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells ein völliger Blödsinn ist, der irrt. Denn sollte sich das Major-Warming in Stratosphärenhöhe durchsetzen und den Polarwirbel derart beeinflussen, dass es zum Split kommt, so ist die Achsverteilung von enormer Bedeutung.

Nach der Wetterprognose einiger Varianten der Kontrollläufe verläuft die Hochdruckachse zwischen Sibirien und Alaska, was den Kaltluftwirbel abkoppelt und durch die Rotation kalte Luftmassen nach Kanada transferiert. Das wiederum regt die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik an und Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in eine milde Westströmung. Vollwetter - aber mit winterlichen Wetterverhältnissen wäre trotz Major-Warming und Polarwirbelsplit nicht zu rechnen.

Mildes Westwetter trotz Major-Warming und Polarwirbelsplit
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Mildes Westwetter trotz Major-Warming und Polarwirbelsplit © www.meteociel.fr

Kontrollläufe zu mild

Fast linear verlaufen die Wetterprognosen der Kontrollläufe in den letzten Tagen. Der Mittelwert liegt mit +2 bis +4 Grad gegenüber dem langjährigen Referenzwert im leicht zu milden Bereich. Die Niederschlagsneigung ist im Zeitraum vom 1. bis 10. Januar leicht erhöht.

Veränderungen sind zu erwarten

Das Major-Warming ist ein Phänomen, was die kommende Entwicklung der Großwetterlage völlig aus dem Tritt bringen kann. Kommt es nicht, bleibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Jahreszeit zu mild. Kommt es, so sind winterliche Varianten wahrscheinlicher. Ob sich in den Wetterprognosen von heute Nachmittag verändert hat, klären wir gegen 17 Uhr in einer neuen Wetterprognose zum Wetter Januar 2019.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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