Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 20.12.2018 - Die Schwankungen nehmen zu

Ein erneut zu warmer Winter? Einiges deutet darauf hin und der bislang viel zu warme Dezember festigt diese Vermutung. Doch mit entsprechenden Phänomenen ließe sich so etwas schnell verändern.

Ob es an Weihnachten 2018 noch zu Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauern kommen kann, hängt davon ab, wie sich zwei Wettersysteme zueinander positionieren werden. Im Zeitraum darüber hinaus ändert sich bis zum Januar 2019 wenig. Die atlantische Tiefdruckaktivität bleibt hoch und schiebt das Hochdrucksystem vor sich her. In Folge daraus verleiben Deutschland, Österreich und die Schweiz im Zustrom milder Luftmassen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Januar 2019.

Der Winter ohne Chance?

Wir bekommen derzeit viele Anfragen, ob der Winter 2108/19 genauso warm verlaufen wird, wie die letzten Winter. Verständlich sind die Fragen und durchaus auch berechtigt, denn über Kanada sammeln sich derzeit sehr kalte Luftmassen an und strömen in Richtung Neufundland südwärts. Dieses gleiche Muster gab es in den letzten zu warmen Wintern auch zu beobachten.

Bedingt durch die hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik verhält sich das Hoch passiv und zieht sich über die Mittelmeerregion und dem östlichen Europa zurück. Daraus entsteht eine wechselhafte, unbeständige und vor allem milde Südwestwetterlage. Das Langfristmodell propagiert eine solche Entwicklung schon seit Wochen - ist damit alles klar? Wenn es denn nur so einfach wäre!

Wintereinbruch im Januar?
Wintereinbruch im Januar?

Der Winter wäre erledigt wenn…

Wäre der Polarwirbel stabil, gäbe es kein QBO-Ost, kein Major-Warming und auch nicht die Vorgeschichte aus dem Jahr 2018 mit einer Häufung von gestörten Zirkulationen, so könnte man den Winter beinahe abhaken.

Unsicherheiten nehmen zu

Vor rund 10 Tagen haben wir damit begonnen auf ein kräftiges Minor-Warming in Stratosphärenhöhe hinzuweisen, welches ernstzunehmende Ansätze zeigt, sich zu einem Major-Warming weiterzuentwickeln. In den letzten Stunden festigen sich die Simulationen, was eine Windumkehr in Stratosphärenhöhe entlang des 65. Breitengrades möglich machen kann. Beide Rahmenbedingungen für ein Major-Warming wären somit - zumindest in der Simulation - erfüllt. Die Windumkehr und der Temperaturanstieg, welcher heute mit bis 90 Grad nochmals kräftiger simuliert wurde.

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Mit Schwankungen ist zu rechnen

Das Minor-Warming ist zwischenzeitlich in vollem Gang und erreicht sein Maximum zum 23. Dezember. Anschließend gehen die Temperaturen wieder langsam zurück, doch der Impuls zur Störung des Polarwirbels könnte bis dahin gesetzt sein. Ab diesen Zeitpunkt kann sich der Polarjet abschwächen und somit den gesamten Polarwirbel beeinflussen. Im extremen Fall wäre mit einem kompletten Zusammenbruch des Polarwirbels zu rechnen. Und das zu einem Zeitpunkt, welcher noch dem Frühwinter zuzuschreiben ist. Der gesamte Ablauf des Winters 2018/19 könnte von solch einem Ereignis beeinflusst werden.

Ein Major-Warming und ein kompletter Zusammenbruch des Polarwirbels ist aber noch immer kein Garant für winterliche Wetterverhältnisse über Deutschland, Österreich und die Schweiz, es verbessert lediglich die Voraussetzungen hierfür.

Die Veränderungen erfolgen aber über dem Polarwirbel und man kann sich das wie bei einem Pendel vorstellen. Kleinste Veränderungen im Ursprung führen am Rande zu massiven Veränderungen. In den letzten Jahren konnte man das in den Wetterprognosen der Wettermodelle ganz gut beobachten. Fast von Lauf zu Lauf wurden veränderte Prognose berechnet. Mal deutlich zu warme, mal richtig kalte. Ein Hin und Her und daran ließe sich auch dieses Mal ein sich anbahnendes Major Warming erkennen.

Kräftiges Minor-Warming mit beginnendem Major-Warming - Höhepunkt am 23. Dezember
Berechnung Polarwirbel in der Stratosphäre: Kräftiges Minor-Warming mit beginnendem Major-Warming - Höhepunkt am 23. Dezember © www.meteociel.fr

Der Polarwirbelsplit

Diese Schlagzeilen machen gerade in div. Medien die Runde und der Bibber-Winter wird aus den Schubladen geholt. Doch dieses Ereignis ist schlichtweg zu unsicher und auch noch in zu weiter Zukunft, um daraus ein sicher eintretendes Wetterereignis zu machen.

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Schaut man sich die Kontrollläufe an, so ergeben sich heute Abend sichtbare Veränderungen. Statt linear verlaufen die Kontrollläufe seit heute Nachmittag mehr und mehr chaotisch. Die Differenz der Temperaturen in ca. 1.400 Meter Höhe beträgt am 3. Januar bis zu 19 Grad. Zum Vergleich: für eine Wettervorhersage ist eine Differenz von bis 4 Grad und für eine Wetterprognose von bis 6 Grad wünschenswert. Man ist also weit davon entfernt um von einer gesicherten Wetterentwicklung zu sprechen.

Veränderung des Polarwirbels

Das eigentliche Interessante aber in den letzten Stunden ist der Umstand, dass die Berechnungen des Polarwirbels eine beachtliche Schwankungsbreite aufweist. Möglich, dass dies die ersten Reaktionen auf ein Major-Warming sind - die nächsten Tage werden da für Gewissheit sorgen - für heute ist es noch zu früh.

Blockadehoch Atlantik oder Skandinavienhoch?

Nicht selten entstehen bei einem Major-Warming Hochdrucksysteme über Skandinavien oder zwischen den Azoren und Grönland in Form eines Blockadehochs. Beide Positionen würden einer gestörten Zirkulation entsprechen. Die Kontrollläufe berechnen heute Abend eine zunehmende Anzahl an diesen Entwicklungen.

Kältepol über Kanada wird abgebaut?

In den meisten Berechnungen der Kontrollläufe wird der Kältepol über Kanada abgebaut und entweder über die Barentssee oder die Karasee transferiert. Alles kein Garant für den Winter, aber grundsätzlich bessere Voraussetzungen als mit einem unentwegten Kaltluftvorstoß in Richtung Neufundland. Die nachfolgende Karte ist zu extrem, dass diese eintreffen würde sie zeigt aber sehr gut, wie schnell der Kältepol über Kanada abtransportiert werden könnte.

Extreme Berechnung eines Kontrolllaufs - der Kältepol über Kanada ist nicht mehr vorhanden
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Extreme Berechnung eines Kontrolllaufs - der Kältepol über Kanada ist nicht mehr vorhanden © www.meteociel.fr

Wetterprognose amerikanisches Vorhersage-Modell: Wintereinbruch Anfang Januar

Wie gesagt, die Schwankungen werden zunehmen und so ist es auch wenig verwunderlich, wenn das amerikanische Vorhersage-Modell heute Abend eine winterliche Variante für Anfang Januar 2019 berechnet. Gut möglich, dass diese heute Nacht und morgen weiter konkretisiert wird, genauso gut ist es aber möglich, dass diese durch eine deutlich zu warme Varianten ersetzt wird.

Eine deutlich kältere Entwicklung Anfang Januar 2019
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modells: Eine deutlich kältere Entwicklung Anfang Januar 2019 © www.meteociel.fr

Langfristprognose

Wettertrend Winter 2018/19: Deutlich zu warm

Das ist so und wird vorerst auch so bleiben. So lange sich in den Strukturen nichts verändert, werden sich die Wetterprognosen des Langfristmodells nicht verändern.

  • Der Dezember 2018 hat aktuell eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +2,8 Grad vorzuweisen und die Abweichung wird in den kommenden Tagen weiter ansteigen können. Der Dezember 2018 wird definitiv der 10. Monat im Jahr 2018 sein, der zu warm ausfällt.
    Das Langfristmodell berechnete den Dezember mit einer Abweichung von +2 bis +4 Grad zu warm und deutlich zu nass. Klingt plausibel.
  • Der Januar 2019 wird mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm simuliert. Die Niederschlagsbilanz fällt gegenüber dem Sollwert positiv aus (zu nass).
  • Der Februar 2019 wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad fast normal simuliert. Der Süden hat noch eine Abweichung von bis +1 Grad im zu milden Bereich vorzuweisen. Die Niederschlagsbilanz ist leicht positiv.
Abweichungen der Temperaturen im Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Dezember 2018 +2 bis +4 Grad Trend: viel zu nass
Januar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 20.12.2018
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Zusammenfassung

Momentan bleibt nichts anderes übrig, als Thesen aufzustellen und auf das mögliche Ereignis hinzuweisen. Kommt es nicht, macht der Winter mit hoher Wahrscheinlichkeit so weiter wie bisher: mild und nass. Abwarten ist angesagt.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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