Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wettervorhersage vom 2.12.2018 - Kommt nach dem Spätherbst der Winter?

Zu mild, zu nass, zu windig. Der Winter hat vorerst keine Chancen sich durchzusetzen. Doch ab dem 7. Dezember verändert sich auf dem Atlantik das Strömungsmuster, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu winterlichen Wetterverhältnissen führen kann, aber nicht muss. Vieles hängt von einer Hochdruckposition ab.

Ein Tiefdrucksystem nach dem anderen rauscht im Verlauf der Woche über Deutschland hinweg und sorgt zeitweilig auch für unwetterartige Wetterereignisse, meist in Form von Wind, doch am Montag könnten auch Starkregen und Gewitter über Bayern und Baden-Württemberg eine Rolle spielen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Dezember.

Für die Jahreszeit zu mild und zu viel Regen

Keine Frage: Temperaturen jenseits der +10 Grad Marke sind für einen Dezember viel zu warm und örtlich können die Werte auf bis +15 Grad ansteigen. An Winter ist dabei nicht zu denken. Beachtlich sind aber auch die Niederschlagsmengen, welche bis zum 8. Dezember simuliert werden. Verbreitet können 20 bis 50 l/m² erwartet werden und über Bayern und Baden-Württemberg sind zwischen 40 bis 80 l/m² und über dem Alpen sind über 100 l/m² möglich. Weniger wird mit 10 bis 20 l/m² über Teile von Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg simuliert. Zum Vergleich: der Sollwert für den gesamten Dezember-Monat liegt bei rund 70 l/m². Mehr dazu in der Niederschlagsprognose.

Folgt nach dem Durchzug der Tiefdrucksysteme der Winter?
Folgt nach dem Durchzug der Tiefdrucksysteme der Winter?

Wettertrend 14 Tage

Amerikanischen Vorhersage-Modell: Der Höhepunkt ist am 8. Dezember erreicht

Das Tiefdruckzentrum verlagert sich nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells bis zum 8. Dezember über Skandinavien und sorgt über Deutschland, Österreich und der Schweiz für weitere kräftige Niederschläge und für viel Wind. Starkwindereignisse sind dabei nicht auszuschließen. Das eigentlich spannende aber findet auf dem Atlantik statt. Das Hochdrucksystem über den Azoren fühlt sich dazu berufen, nach Norden in Richtung England und Island auf zustreben. Gelingt das, so ist mit einem raschen Wetterwechsel in Richtung Winter zu rechnen.

Viel Kaltluft über dem östlichen Kanada

Doch ganz so einfach wird es wohl nicht werden. Über dem östlichen Kanada werden sehr kalte Luftmassen in Richtung Neufundland auf den Atlantik geführt, was dort die Tiefdruckproduktion anregt. Sollte sich das Hoch also aufwölben können, so wird es kräftig unter Druck geraten können. Das amerikanische Prognose-Modell simuliert heute eine Variante, bei der sich das Hoch im Zeitraum vom 9. bis 10. Dezember über England bis nach Island aufkeilen lässt. Gleichzeitig tropfen die Tiefdrucksysteme von Skandinavien aus nach Süden in Richtung Mitteleuropa ab und sorgen für einen nasskalten Witterungscharakter, bei dem Schneefall bis auf mittlere Lagen herab (400 bis 800 Meter) möglich sind.

Die kurze winterliche Phase

Das Hochdrucksystem lässt sich bis zum 12. Dezember nach Osten wegdrücken und so gelingt kurzzeitig der Zustrom kalter Luftmassen, was im Zeitraum vom 11. bis 12. Dezember über dem Süden und Osten zu Dauerfrost führen kann. Im weiteren Verlauf strebt das Hoch in Richtung Skandinavien auf und geht in eine Hochdruckzone des Kontinentalhochs über. In Folge daraus macht sich auch die kontinentale Kaltluft auf den Weg in Richtung Mitteleuropa. Winterwetter ist möglich.

Da nun aber das blockierende Hoch auf dem Atlantik fehlt, dringt die atlantische Frontalzone weiter in Richtung Mitteleuropa vor. Im Ergebnis können daraus milde, wie auch winterliche Großwetterlagen entstehen. Häufiger aber endet das in sog. Grenzwetterlagen. Ob der Winter also für längere Zeit Fuß fassen kann, hängt von der Hochdruckposition ab.

Drückt sich die atlantische Frontalzone durch, oder erreicht der Kaltlufttropfen Mitteleuropa?
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Drückt sich die atlantische Frontalzone durch, oder erreicht der Kaltlufttropfen Mitteleuropa? © www.meteociel.fr

Europäisches Prognose-Modell: Ein Hoch mit winterlichen Ambitionen

Auch nach der Wettervorhersage des europäischen Prognose-Modells findet die Zonalisierung am 8. Dezember mit viel Regen und einem erhöhten Potential für Starkwindereignisse ihren vorläufigen Höhepunkt. Denn auch nach dieser Vorhersage bremst der nach Norden aufstrebende Keil des Azorenhochs die Dynamik aus. Nachfolgend kippt das Strömungsmuster auf nördliche Richtungen und sorgt über Deutschland für ein zunehmend nasskalten und ab den mittleren Lagen für einen winterlichen Wettercharakter.

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Das Hoch bekommt Druck

Im Zeitraum vom 9. bis 11. Dezember sind Nachtfröste sehr wahrscheinlich und tagsüber sinken die Werte auf die 0 Grad Marke ab. Doch bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik außerordentlich hoch und sorgen dafür, dass das Hoch nach Osten ausweicht. Doch im Gegensatz zum amerikanischen Vorhersage-Modell legt sich das Hochdrucksystem quer über Mitteleuropa und erstreckt sich vom westlichen Russland bis zu den Azoren hinunter.

Die Tiefdruckdynamik wird über das europäische Nordmeer abgeleitet. Viel Dynamik, viel Action, doch da das Hoch über Mitteleuropa liegt, ist über Deutschland, der Schweiz und Österreich mit einem eher ruhigen und zu Nebel neigenden Wettercharakter zu rechnen. Die Tageswerte liegen südlich der Linie von Köln und Dresden unter und nördlich davon über der 0 Grad Marke.

Die Tiefdruckrinne ist beachtlich, aber auch die Hochdruckzone ist nicht zu unterschätzen
Berechnung der Großwetterlage nach europäischen Prognose-Modell: Die Tiefdruckrinne ist beachtlich, aber auch die Hochdruckzone ist nicht zu unterschätzen © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Ein winterlicher Wetterabschnitt ist wahrscheinlich

Zwar gilt es Details weiterhin abzuwarten, doch auch die Kontrollläufe berechnen in ihrer Wetterprognose eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein aufkeilen des Azorenhochs auf dem Atlantik, was die Temperaturen über Mitteleuropa im Zeitraum vom 8. bis 14. Dezember in einen für die Jahreszeit zu kalten Bereich absinken lassen kann.

Im Schnitt liegt der Mittelwert in diesem Zeitraum etwa um 3 bis 5 Grad unter dem langjährigen Mittelwert, was den Temperaturüberschuss aus den ersten Dezember-Tagen ausgleichen könnte. Das Temperaturspektrum liegt am 11. Dezember zwischen -3 bis +8 Grad (Mittelwert: +2 bis +3 Grad über dem Norden und Westen und 0 bis +1 Grad über dem Osten und Süden) und am 17. Dezember zwischen -10 und +10 Grad (Mittelwert: -1 bis 0 Grad über dem Süden und Osten und +1 Grad über dem Westen und Norden). Somit dreht sich das Muster mit höherer Wahrscheinlichkeit von Spätherbst in Richtung winterliche Temperaturverhältnisse.

Niederschlagsneigung zunächst hoch, dann schwächer

Bis zum 11. Dezember ist die Niederschlagsprognose der Kontrollläufe als sehr hoch zu bewerten. Gut möglich, dass in der ersten Dezember-Dekade verbreitet der Sollwert für den gesamten Dezember erreicht, bzw. überschritten werden kann. Ab dem 11. Dezember nimmt die Niederschlagsneigung ab. Das spricht für eine hochdruckdominierte Wetterlage in der zweiten Dezember-Dekade.

Diagramm Temperaturen Dezember 2018 vom 2.12.2018
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2018 von zu kalt, normal, zu warm

70 Prozent

Das ist zum aktuellen Stand die Wahrscheinlichkeit der Kontrollläufe für ein Hoch im Bereich zwischen England, Island und Skandinavien. Anders formuliert erfolgt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nach der Zonalisierung die Meridionalisierung des Zirkulationsmusters.

Langfristprognose

Wettertrend Winter 2018/19: Der Winter bleibt zu warm

  • Nach den gängigsten Wetterprognosen der Wettermodelle zeichnet sich bis zum 7. Dezember ein deutlich zu warmer Wetterabschnitt ab. Vom 8. bis 17. Dezember könnte der Überschuss aber wieder abgebaut werden. Entscheidend, ob das Wetter im Dezember dann zu warm, normal oder zu kalt ausfallen kann, wird wohl demnach das letzte Drittel sein können. Das Langfristmodell geht davon aus, dass das Wetter im Dezember 2018 gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um +1 bis +2 Grad zu warm ausfallen wird. Die Niederschlagsprognose wurde mittlerweile in den positiven Bereich (zu nass) angehoben.
  • Aber auch der Januar 2019 glänzt mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad nicht gerade mit hoch winterlichen Großwetterlagen. Zudem soll der zweite Wintermonat deutlich zu nass ausfallen.
  • Der dritte und letzte Wintermonat soll - wen überrascht es - mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad ebenfalls deutlich zu warm ausfallen können. Die Niederschlagsneigung ist etwas erhöht.
Abweichungen der Temperaturen im Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Dezember 2018 +1 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu nass
Januar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 2.12.2018
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Ist die Langfristprognose auf Abwegen? Nein, denn strukturell ist vieles möglich. Nur setzt man von Seiten des Langfristmodells scheinbar auf das Ausgleichsverhalten, was vermehrte Niederschläge und mildere Temperaturen zur Folge haben kann. Sollte sich aber die Erhaltungsneigung aus dem Jahre 2018 über den Winter 2018/19 fortsetzen, so kann man in den kommenden Wochen weitere Korrekturen vom Langfristmodell erwarten. Was sich im Tagesverlauf so alles verändert hat und ob sich der Trend in Richtung Winter festigen kann, klären wir heute Abend an dieser Stelle gegen 20:00 Uhr in einem Update der Winterprognose.

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Update der Wetterprognose von 20:10 Uhr
Kaum Veränderungen hat es in der Modellwelt im Verlauf des Tages gegeben. Bis zum 7./8. Dezember bleibt der Wettercharakter windig, regnerisch und für die Jahreszeit zu mild - örtlich auch mit Potential für unwetterartige Wetterereignisse.

Der Impuls zur Veränderung erfolgt am 7. Dezember
Der entscheidende Impuls wird am 7. Dezember gesetzt. Die atlantische Frontalzone gibt alles und fährt mit Starkwindereignissen und kräftigen Niederschlägen nochmals alles auf, was der Westdrift so zu bieten hat. So entsteht bei Skandinavien ein steuerndes Tiefdruckzentrum.

Auf dem Atlantik aber reißt die Tiefdruckrinne ab und das Azorenhoch strebt nach Norden auf. Ob der Winter aber nach dem 8. Dezember über Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Einzug halten können, hängt maßgeblich von der Positionierung und der Konfiguration des Hochdrucksystems ab. Zum aktuellen Stand wird das Hoch nach den Berechnungen des amerikanischen Vorhersage-Modells vom 8. bis 15. Dezember im Bereich von Island, Skandinavien, England und den Azoren berechnet. In Folge daraus wären mit einer nördlichen Grundströmung winterliche Wetterverhältnisse über Deutschland zu erwarten.

Das Hoch liegt weit im Westen und schaltet den Westdrift vollkommen aus
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Das Hoch liegt weit im Westen und schaltet den Westdrift vollkommen aus © www.meteociel.fr


Wie kalt kann es werden?
Simuliert werden bspw. für den 11. Dezember Tageshöchstwerte von -4 bis +3 Grad und am 17. Dezember von -1 bis +4 Grad. Für mittlere Lagen wären das winterliche Wetteraussichten. Für tiefere Lagen müsste man die Details abwarten.

Europäisches Vorhersage-Modell: Winterliche Temperaturverhältnisse
Auch die Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells simuliert heute Abend eine ganz ähnliche Wetterentwicklung. Das hoch liegt zum 11. Dezember zwischen England und Skandinavien und leitet an seinem östlichen Gradienten kalte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Winterliche Wetteraussichten
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Winterliche Wetteraussichten © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: Ein kälterer Wetterabschnitt wird gestützt
Die Kontrollläufe zogen heute Nachmittag und heute Abend mit und bestätigten im Zeitraum vom 8. bis 14. Dezember einen nasskalten bis winterlichen Wetterabschnitt. Man muss aber auch erwähnen, dass der Hauptlauf des amerikanischen Vorhersage-Modells zu den kälteren Varianten zählt.

Fazit
Eine winterliche Wetterentwicklung ist auf einem guten Weg, doch zum aktuellen Stand keineswegs gesichert. Es kommt auf das Hochdrucksystem zum 7./8. Dezember und dessen Ausgestaltung an.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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