Langweilig wird das Wetter im Dezember mit Sicherheit nicht. Die Dürreperiode wird mit reichlich Niederschlag beendet, das hat aber zur Folge, dass der Winter zunächst chancenlos ist. Das kann sich aber nach dem 6. Dezember ändern.

Atlantische Tiefdrucksysteme erreichen Anfang Dezember Deutschland und sorgen für reichlich Niederschlag, kräftigen Wind und milde Temperaturen. Der Höhepunkt könnte am kommenden Dienstag mit Werten von +11 bis +16 Grad erreicht werden. Somit ist das Wetter dem Frühling näher als dem Winter. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Dezember.

Warme Westwetterlagen nicht ungewöhnlich

Besonders in der ersten Dezember-Dekade tobt sich gerne einmal die atlantische Frontalzone über Mitteleuropa aus. Kommt es doch nun wegen des sich verstärkenden Polarwirbels und den Temperaturgegensätzen zu einer höheren Wetterdynamik. Die höchste in Deutschland gemessene Temperatur stammte mit +24 Grad aus Mühlheim in Baden und wurde am vom 16.12.1989 erreicht. Erst wenn die Tiefdrucksysteme durchgezogen sind, beruhigt sich der Wettercharakter und es ergeben sich Chancen auf neue Konstellationen. Eine dynamische Westwetterlage hat meist eine Dauer von 4 bis 7 Tage.

Viel Regen und wenig Sonnenschein - An Winterwetter ist zunächst nicht zu denken
Viel Regen und wenig Sonnenschein - An Winterwetter ist zunächst nicht zu denken

Wettertrend 14 Tage

Amerikanischen Vorhersage-Modell: Der Umschwung auf winterliche Wetterverhältnisse

Gleich vorweg - das amerikanische Prognose-Modell schwankt in den letzten Tagen häufiger zwischen milden und kühleren Wetterlagen. Das unterstreicht, dass die Entwicklung der Großwetterlage nach dem 6. Dezember - zum aktuellen Stand - alles andere als gesichert ist.

Tiefdruckeinfluss überwiegt Anfang Dezember

Im Zeitraum vom 1. bis 5. Dezember positioniert sich die atlantische Frontalzone im Bereich zwischen Island und Skandinavien und verlagert sich langsam nach Osten. Am südlichen Gradienten entstehen weitere Tiefdruckgebiete und beeinflussen mit dem Wind, Regen und milden Temperaturen das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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Großwetterlage kippt

Ab dem 5. Dezember festigt sich das zentral steuernde Tief über Skandinavien und rückt noch etwas weiter nach Osten vor. Deutschland verbleibt bis zum 6. Dezember voll im Einflussbereich der Tiefdrucksysteme. In Folge daraus ist mit kräftigen Niederschlägen zu rechnen - Starkwindereignisse sind nicht auszuschließen.

Ab dem 7. Dezember aber sorgt die Zentralisierung des Tiefdrucksystems über Europa dafür, dass sich auf dem Atlantik ein Hochdruckkeil von den Azoren in Richtung Grönland ausbilden kann. Nachfolgend meridionalisiert das Strömungsmuster und könnte die zonale Westwetterlage unterbinden. Das Ergebnis daraus ist eine sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz einstellende Nordströmung mit der Zufuhr gemäßigter Kaltluftmassen. Die Temperaturen erreichen am 7. Dezember noch +5 bis +10 Grad, gehen bis zum 10. Dezember auf nasskalte Werte zurück und ab der zweiten Dezember-Dekade wird für manche Regionen Dauerfrost berechnet.

Meridionales Strömungsmuster mit Hoch Skandinavien und Kaltlufttropfen über Osteuropa
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Meridionales Strömungsmuster mit Hoch Skandinavien und Kaltlufttropfen über Osteuropa © www.meteociel.fr

Europäisches Prognose-Modell: Zentrale Tiefdruckaktivität Skandinavien

Die Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modell zeigt eine ganz ähnliche Entwicklung der Großwetterlage, jedoch mit einem zeitlichen Versatz.

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Viel, Wind und Regen

Ein Tiefdrucksystem nach dem anderen zieht in den ersten Dezember-Tagen über Deutschland hinweg. Der Höhepunkt könnte mit einem kräftigen Sturmtief am 7. Dezember erreicht werden. Anschließend zentralisiert sich die Tiefdruckaktivität über Skandinavien und zum 8. Dezember strebt das Azorenhoch nach Norden auf. Gleichzeitig aber tropfen die Tiefdruckgebiete über dem skandinavischen Raum bis über die östliche Mittelmeerregion ab. Auch nach dieser Wettervorhersage meridionalisiert sich das Strömungsmuster und führt nasskalte Temperaturwerte nach Deutschland.

Das Strömungsmuster meridionalisiert und lässt die Temperaturen in den nasskalten Bereich absinken
Berechnung der Großwetterlage nach europäischen Prognose-Modell: Das Strömungsmuster meridionalisiert und lässt die Temperaturen in den nasskalten Bereich absinken © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Vorhersage-Modelle zu kalt

Der Blick auf die Kontrollläufe überrascht nicht. Beide Prognose-Modelle zählen gegenüber den Kontrollläufen im Zeitraum nach dem 5. Dezember zu den kälteren Varianten und sind somit als kalte Ausreißer zu bewerten. Veränderungen sind in den kommenden Stunden zu erwarten.

Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt bis zum 5. Dezember mit einer Abweichung von 4 bis 7 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Nachfolgend schwankt das Spektrum am 8. Dezember zwischen -1 bis +13 Grad (Mittelwert: +5 bis +7 Grad) und am 14. Dezember zwischen -6 und +9 Grad (Mittelwert: +2 bis +4 Grad). Anders wie die Vorhersage-Modell tendieren die Kontrollläufe eher in die nasskalte Richtung.

Viel Niederschlag

Die erste Dezember-Dekade kann deutlich zu nass ausfallen. Im gesamten Zeitraum werden deutlich erhöhte Niederschlagssignale ausgegeben. Zum Beginn der zweiten Dekade nimmt die Niederschlagsprognose ab. Das spricht für eine Wetterberuhigung unter zunehmenden Hochdruckeinfluss.

Diagramm Temperaturen Dezember 2018 vom 29.11.2018
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2018 von zu kalt, normal, zu warm

Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle eine Aktualisierung der Winterprognose. Dann u.a. mit einem Blick auf die unterschiedlichen Langfristprognosen der Wettermodelle und einer Zusammenfassung vom Tage.

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Update der Wetterprognose von 20:00 Uhr
Kaum Veränderungen gab es heute Tagsüber in den Berechnungen des amerikanischen Vorhersage-Modells. Zunächst dominieren bis zum 6. Dezember die atlantischen Tiefdrucksysteme mit viel Wind und Regen das Wetter über Deutschland.

Kurz nasskalt
Vom 6. bis 11. Dezember strebt auf dem Atlantik ein Hochdruckkeil nach Norden und blockiert den Nachschub der Tiefdruckgebiete. Gleichzeitig aber zentralisiert sich das Tief über Skandinavien, so dass aus nordwestlichen Richtungen nasskalte Luftmassen nach Deutschland geführt werden können. Die Tageswerte können sich zwischen +2 bis +7 Grad einpendeln.

Auf die Position kommt es an
Heute Abend wurde eine mildere Variante berechnet, bei der nach dem 11. Dezember erneut die atlantischen Tiefdrucksysteme bis nach Mitteleuropa vordringen und bis zum 15. Dezember für den Winter kaum Chancen bereitstellen. Heute Nachmittag wurde ein mäandrierendes Zirkulationsmuster berechnet, bei der kalte Luftmassen arktischen Ursprungs in der zweiten Dezember-Dekade bis nach Deutschland geführt werden konnten. Das Wechselspiel aus milden und winterlich kalten Varianten geht somit weiter. Entscheidend wird sein, wie sich das Hochdrucksystem am 6. Dezember auf dem Atlantik wird positionieren können.

So ein Tief hat man schon lange nicht mehr gesehen
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: So ein Tief hat man schon lange nicht mehr gesehen - vom Winter keine Spur © www.meteociel.fr


Europäisches Vorhersage-Modell: Westwindwetter
Im Zeitraum vom 2. bis 8. Dezember simuliert das europäische Vorhersage-Modell heute Abend ein Durchgreifen der atlantischen Frontalzone mit viel Regen und Wind. Mal sind die Temperaturen milder und phasenweise nasskalt. Winterliche Wetterbedingungen haben kaum Chancen sich durchzusetzen.

Mal mildes, mal nasskaltes Tiefdruckwetter
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Mal mildes, mal nasskaltes Tiefdruckwetter © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: Zu warm, zu kalt? Normal!
Heute Morgen und heute Nachmittag war das amerikanische Vorhersage-Modell eine der kältesten Varianten in den Kontrollläufen. Heute Abend nun eine der wärmsten. Somit sind die Prognosen des Modells momentan weniger gehaltvoll. Es zeigt aber auch, dass ab dem 6. Dezember eine Hop oder Top Entwicklung stattfinden kann. Das bestätigen auch die Kontrollläufe mit einem breiten Entwicklungsspektrum, dessen Mittelwert sich fast exakt um den langjährigen Mittelwert im normalen Bereich einpendelt. Daran hat sich in den letzten Tagen und Stunden nichts verändert.

Was bedeutet normal? Tageswerte zwischen +2 bis +4 Grad sind bis zum 15. Dezember nicht unüblich.

NAO- & AO-Index
Der NAO-Index wird Anfang Dezember positiv bewertet und sinkt zum Ende der ersten Dezember-Dekade in den neutralen bis leicht negativen Bereich ab. Der AO-index bleibt überwiegend negativ. Somit ist der Westdrift Anfang Dezember gesetzt und erst nach dem 6. Dezember gibt es wieder Spielraum für andere Varianten.

Wetter Winter 2018/19: Wetterprognose der Langfristmodelle
Das CFSv2 Prognose-Modell berechnet den Dezember, Januar und Februar mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm. Der Dezember und Februar sollen in der Niederschlagsprognose weitgehend normal und der Januar Deutlich zu nass ausfallen. Ein zu warmer Winter 2018/19.

Das europäische Vorhersage-Modell berechnet den Dezember 2018 mit einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad etwas zu warm, den Januar 2019 mit -0,25 bis +1 Grad normal bis leicht zu mild und den Februar 2019 mit -0,5 bis +0,25 Grad normal. In der Niederschlagsprognose wird der Dezember normal, der Januar leicht zu trocken und der Februar etwas zu nass simuliert. Ein durchwachsener und tendenziell leicht zu milder Winter.

Der Deutsche Wetterdienst simuliert den Winter mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad etwas zu mild und im Niederschlagsverhalten leicht zu nass.

Die NASA berechnet den Dezember 2018 mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad zu warm. Der Januar ist mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad ähnlich warm simuliert, während der Februar mit -0,25 bis +1 Grad noch der "kälteste" Wintermonat sein könnte. In der Niederschlagsprognose soll der Dezember und Januar normal und der Februar etwas zu trocken ausfallen können.

Das IRI-Modell simuliert die Wintermonate mit einer höheren Wahrscheinlichkeit normal mit einer leicht zu kühlen Tendenz. Im Niederschlagsverhalten sind kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert auszumachen.

Das METOffice berechnet eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 60 Prozent für einen zu warmen, von 20 bis 40 Prozent für einen normalen und 0 bis 40 Prozent für einen zu kalten Winter 2018/19. Tendenziell soll die Wintersaison leicht zu nass ausfallen können.

Fazit
Unterschiedlicher könnten die Langfristprognosen für den Winter 2018/19 nicht sein. Die Gemeinsamkeiten liegen aber mit einer erhöhten bis normalen Niederschlagswahrscheinlichkeit in einem Ende der Dürreperiode. Möchte man das Interpretieren, so könnte es im Winter zu einem Ausgleichsverhalten kommen, an dessen Anfang wir momentan - möglichweise - stehen. Entscheidend wird sein, was nach dem 6. Dezember passiert.

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