Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 28.11.2018 - Vom Polarwirbelsplit bis zur vollen Westdröhnung

Turbulent werden die ersten Tage des meteorologischen Winterbeginns. Doch vom Winter fehlt bislang jede Spur. Kommt der Winter darüber hinaus, oder gibt es erst einmal eine volle Westdröhnung mit Wind, Regen und milden Temperaturen?

Die atlantische Frontalzone setzt sich Anfang Dezember über Deutschland durch und sorgt für einen windigen, regnerischen und auch milden Wettercharakter. Örtlich sind auch stürmische Windböen zu erwarten, vor allem in den höher gelegenen Regionen und entlang der Küsten. Die Temperaturen pendeln sich auf +6 bis +11 Grad ein und können unter bestimmten Voraussetzungen am Montag auf bis +15 Grad ansteigen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Dezember.

Islandtief, Ausgleichsverhalten und die atlantische Frontalzone

Lange Zeit haben wir darüber berichtet, dass sich nach den Berechnungen des Langfristmodells im Dezember das sog. Ausgleichsverhalten durchsetzen und die Dürreperiode beenden könnte. Die Entwicklungen bleiben im Detail noch abzuwarten, doch es gibt Berechnungen der Vorhersage-Modell, welche zu einem nachhaltigen Wetterwechsel im Dezember - und damit zum Ausgleichsverhalten - führen können.

Die Chancen auf Winterwetter stehen mit einer Westwetterlage schlecht
Die Chancen auf Winterwetter stehen mit einer Westwetterlage schlecht

Wettertrend 14 Tage

Amerikanischen Vorhersage-Modell: Teils winterliche Variationen

Die Schwankungen setzen sich beim amerikanischen Wettermodell weiter fort, knüpfen aber im Großen und Ganzen an eine Variante an, welche in den letzten Tagen häufiger einmal berechnet wurde.

Tiefdruckeinfluss überwiegt

Bis zum 5. Dezember liegt nach der aktuellen Wetterprognose ein Tiefdrucksystem über Skandinavien und steuert von Neufundland in Richtung Island. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen somit am südlichen Gradienten der atlantischen Tiefdruckrinne, was - unter bestimmten Voraussetzungen - auch zu Starkwindereignissen führen kann. Der 5. Dezember gilt momentan auch noch als entscheidendes Datum für den weiteren Wetterverlauf.

Über Kanada werden sehr kalte Luftmassen bis weit über die USA nach Süden geführt. Das regt die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik an und unter normalen Umständen wäre über Deutschland mit einer milden, windigen und unbeständigen Westwindzirkulation zu rechnen. Ist die Tiefdruckaktivität aber entsprechend stark und gelingt es einem Hoch von der Mittelmeerregion nach Norden aufzustreben, so werden die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik blockiert und über Mitteleuropa wird der Weg frei für die Zufuhr winterlicher Kaltluftmassen. Soweit die Theorie.

Bleibt aber die Tiefdruckrinne zwischen Neufundland und Skandinavien intakt, so stellt sich eine Großwetterlage ein, welche den Winterfans den Schweiß aus die Stirn treiben wird. Bis auf weiteres wäre ein Wintereinbruch wenig wahrscheinlich. Somit wird verständlich, warum das amerikanische Wettermodell in den letzten Tagen zwischen diesen Varianten hin und her schwankt.

Zwischen den Fronten und den Jahreszeiten - über dem Osten der Winter, über dem Westen der Spätherbst
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Zwischen den Fronten und den Jahreszeiten - über dem Osten der Winter, über dem Westen der Spätherbst © www.meteociel.fr

Europäisches Prognose-Modell: Volle Westdröhnung

Das europäische Vorhersage-Modell macht in seiner Wettervorhersage heute kurzen Prozess. Die atlantische Frontalzone ist sehr gut strukturiert und wird mit dem Kaltluftvorstoß über Kanada und Neufundland regelrecht angeheizt.

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Viel Niederschlag, viel Wind und ein ansteigenden Potential für Unwetter

Die Tiefdrucksysteme rauschen bis zum 4. Dezember über Deutschland hinweg, bevor zum 5./6. Dezember ein Zwischenhoch für eine kurze Wetterberuhigung sorgen kann. Doch wie bei einer Zonalisierung (Westwetter) üblich, stehen die nächsten Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik bereit und erreichen Mitteleuropa im Zeitraum von 7. und 8. Dezember. Das Ganze endet damit, dass sich ein Zentraltief zwischen Island, England, Skandinavien und Deutschland positionieren kann. Winterliche Wetterverhältnisse hätten nach dieser Wetterprognose keinerlei Chancen, vielmehr steigt die Wahrscheinlichkeit für Starkwindereignisse mit einem erhöhten Potential für Unwetter an.

Die atlantische Tiefdruckrinne läuft auf Hochtouren
Berechnung der Großwetterlage nach europäischen Prognose-Modell: Die atlantische Tiefdruckrinne läuft auf Hochtouren © www.meteociel.fr

Die Sache mit dem Polarwirbelsplit

Das europäische Vorhersage-Modell berechnete in den letzten Tagen immer wieder einen Hochdruckvorstoß von Sibirien quer durch den Wirbel bis nach Alaska. Da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, wird der gesamte aktive Teil des Polarwirbels mitsamt seiner Kaltluftmassen nach Kanada befördert. Eisige Zeiten stehen dort bevor, doch die Chancen auf Winterwetter würden über Deutschland, Österreich und die Schweiz nach diese Konstellation gen Null sinken können.

Schiebt sich das sibirische Hoch so weit in den Polarwirbel hinein, wird der Kältepol nach Kanada befördert
Berechnung der Großwetterlage nach europäischen Prognose-Modell: Schiebt sich das sibirische Hoch so weit in den Polarwirbel hinein, wird der Kältepol nach Kanada befördert © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Westwindwetter gehört zu einem normalen Dezember

Die Kontrollläufe stützen zwei Spitzen in der Temperaturentwicklung. Die eine Ende November, die zweite Anfang Dezember. In diesen Zeiträumen können die Temperaturen mit einer Abweichung von 4 bis 7 Grad über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich liegen. Ab dem 5. Dezember aber berechnen die Kontrollläufe weiterhin eine Normalisierung des Temperaturtrends.

So liegt das Temperaturspektrum am 6. Dezember zwischen +2 bis +11 Grad (Mittelwert: +5 bis +7 Grad) und am 12. Dezember zwischen -5 und +12 Grad (Mittelwert: +3 bis +5 Grad).

Viel Niederschlag

Auch das bleibt gegenüber den letzten Tagen unverändert. Im Zeitraum vom 2. bis 4. Dezember ist in ganz Deutschland mit einer erhöhten Niederschlagswahrscheinlichkeit zu rechnen, welche darüber hinaus in den schwachen bis mäßig erhöhten Bereich zurückgeht. Trockene Abschnitte werden in der ersten Dezember-Dekade seltener sein.

Diagramm Temperaturen Dezember 2018 vom 28.11.2018
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2018 von zu kalt, normal, zu warm

Langfristprognose

Wettertrend Winter 2018/19: Der Januar könnte richtig warm werden

  • Der Dezember 2018 wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert weiterhin leicht zu mild berechnet. Die Niederschlagsberechnung ist über dem Norden positiv und über dem Süden leicht negativ zu bewerten. Verbreitet aber sind keine Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert auszumachen.
  • Die Temperaturentwicklung für den Januar 2019 wurde von der Wetterprognose des Langfristmodells in den letzten Tagen auf eine Abweichung von +1 bis +2 Grad in den zu warmen Bereich korrigiert. Im Niederschlagsverhalten bleibt der zweite Wintermonat deutlich zu nass.
  • Der Februar 2019 wird mit einer Differenz von -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu milden Bereich simuliert. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich ein gegenüber dem langjährigen Sollwert unauffälliger Februar - im Trend leicht zu trocken.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1,8 Grad zu trocken
Oktober 2018 +1,7 Grad zu trocken
November 2018 +1,4 bis +1,8 Grad Trend: extrem zu trocken
Dezember 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 28.11.2018
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung der Wetterprognose zum Wetter Winter 2018/19.

Update der Wetterprognose von 20:00 Uhr
Sowohl heute Nachmittag, wie auch heute Abend berechnen die Prognose-Modelle den Durchbruch der atlantischen Frontalzone über Mitteleuropa bis zum 4. Dezember. In Folge daraus sind kräftige und teils auch länger andauernde Niederschläge zu erwarten. Der Wind kommt aus westlichen Richtungen und kann phasenweise stark böig bis stürmisch auffrischen. Die Temperaturen werden mit bis zu +15 Grad fast schon frühlingshaft mild und sind für die Jahreszeit viel zu warm.

Kurzer Rückblick:
Heute Nachmittag berechnete das amerikanische Vorhersage-Modell eine fast identische Variante zu dem Europäern. Die Zonalisierung ist voll im Gange und hätte sich zum 6. Dezember nur kurz von einem aufkeilenden Hochdrucksystem aus dem Takt bringen lassen. Winterwetter wäre bis zum 15. Dezember wenig wahrscheinlich gewesen.

Der Hochdruckkeil ist entscheidend
Heute Abend wieder eine Abwandlung der Variante. Der Hochdruckkeil bekommt mehr Spielraum, sich nach Norden auszudehnen und erstreckt sich am 6. Dezember von der Mittelmeerregion bis über Island. So können im Zeitraum vom 6. bis 10. Dezember gemäßigt kalte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden, was die Tageswerte auf +0 bis +5 Grad in den nasskalten Bereich absinken lassen kann. Winterliche Wetterverhältnisse bis in tiefere Lagen wären nicht zu erwarten, Schneefall aber bis auf mittlere Lagen herab wäre nicht auszuschließen.

Im weiteren Verlauf dehnen sich die atlantischen Tiefdrucksysteme wieder weiter in Richtung Mitteleuropa aus und sorgen für einen unbeständigen und auch milderen Wettercharakter. Interessant bleibt aber ein Hoch über dem europäischen Nordmeer und ein Tief über der Barentssee.

Wirklich winterlich ist das nicht
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Wirklich winterlich ist das nicht © www.meteociel.fr


Europäisches Vorhersage-Modell: nasskalt
Nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells positionieren sich die Tiefdrucksysteme bis zum 7. Dezember im Bereich von Skandinavien, Mitteleuropa und Island. Der Dezember beginnt auch nach dieser Wetterprognose windig, unbeständig und mild, doch ab dem 4. Dezember gehen die Temperaturen langsam in den nasskalten Bereich zurück. Die Tiefdruckrinne selbst liegt zu weit südlich, als dass auf der Vorderseite großartige Warmluftmassen advehiert werden können.

Nasskalte Nordwestwetterlage
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Nasskalte Nordwestwetterlage © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: Die Konstante
Auch wenn die Vorhersage-Modelle in den letzten Tagen hin und her springen, so sind und bleiben die Kontrollläufe ab dem 4. Dezember im Konstanten und für die Jahreszeit normalen Bereich. Der Durchschnittswert geht von +7 Grad am 5. Dezember bis zum 12. Dezember auf +2 Grad zurück, was auch dem langjährigen Durchschnittswert entspricht. Anders formuliert beginnt der Dezember 2018 zu warm, doch es zeigt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für normale Temperaturbedingungen. Rund 45 Prozent der Kontrollläufe sind am 13. Dezember als leicht zu kühl einzustufen.

NAO-Index wird positiv, AO-Index bleibt negativ
Der Westdrift kommt in Gang, dass zeigt der positiv werdende NAO-Index. Ob der Polarwirbel aber auch in Gang kommt, darf zum aktuellen Stand noch bezweifelt werden. Die Werte sind bis weit in den Dezember hinein - teils deutlich - negativ.

75:25 für einen gestörten Polarwirbel
Ob mit oder ohne Split, der Polarwirbel weist nach den Kontrollläufen nur in den wenigsten Fällen eine ordentliche Stabilität aus. Sollte dies tatsächlich so beibehalten werden, so kann es in den kommenden Tagen zu "Überraschungen" kommen. Denn gesichert ist eine nachhaltige Westwetterlage noch lange nicht - lediglich wahrscheinlicher.

Die Kontrollläufe berechnen in der Mehrzahl einen instabilen Polarwirbel, welcher ab dem 7./8. Dezember weit mehr Wetterentwicklungen als eine nachhaltige Zonalisierung zulässt
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Die Kontrollläufe berechnen in der Mehrzahl einen instabilen Polarwirbel, welcher ab dem 7./8. Dezember weit mehr Wetterentwicklungen als eine nachhaltige Zonalisierung zulässt © www.meteociel.fr


Fazit: Vieles spricht bis Mitte Dezember für eine Westwetterlage. Doch gibt es eine Reihe an Faktoren, die dagegen sprechen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn man in den kommenden Tagen wieder vermehrt auch winterliche Wetterprognosen zu sehen bekommt. Abwarten.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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