Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 27.11.2018 - Trend zur nachhaltigen Milderung?

Mit Wind, Sturm und reichlich Niederschlag erreicht die atlantische Frontalzone in zwei Etappen Deutschland und sorgt für einen Wetterumschwung. Der Winter hat vorerst wenig zu melden - doch bleibt das so?

Tiefdrucksysteme erreichen vom Atlantik kommend Deutschland und sorgen mit viel Wind und zunächst nur gelegentlichen Niederschlag für einen Wetterwechsel. Anfang Dezember erreicht die zweite Welle Deutschland und die Niederschlagsneigung steigt merklich an. So werden bis zum 4. Dezember Niederschlagssummen von 20 bis 60 l/m² über dem südlichen Baden-Württemberg und Bayern, sonst 6 bis 15 l/m² simuliert. Da die erste Welle den Osten kaum erreicht, ist dort mit Summen von 3 bis 10 l/m² mit etwas weniger Niederschlag zu rechnen. Die Temperaturen steigen mit einem kräftigen Wind aus südwestlichen Richtungen an und können bis zum 4. Dezember mit Werten von +10 bis +16 Grad fast frühlingshaft milde Werte erreichen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Dezember 2018.

Für den Winter sind zwei Entwicklungen maßgebend

Die kommenden Tage bleiben spannend. Sollte sich die atlantische Frontalzone weiter nach Osten durchsetzen können, so hat ein winterlicher Wettercharakter seine Chancen. Gelingt das nicht, so wird ein Hochdrucksystem das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz dominieren können.

Zwischen Winter und Spätherbst - Das Entwicklungsspektrum bleibt hoch
Zwischen Winter und Spätherbst - Das Entwicklungsspektrum bleibt hoch

Wettertrend 14 Tage

Amerikanischen Vorhersage-Modell: Mal winterlich kalt, mal spätherbstlich mild

Gleich vorweg - das Hin und Her der Wetterprognosen des amerikanischen Wettermodells geht auch heute weiter. Entscheidend ob Winter oder spätherbstlich mildes Wetter sind die Details des Setups der atlantischen Frontalzone und eines Hochdrucksystems über der Mittelmeerregion.

Die Winter Variante

Diese wurde in den Vorhersagen von gestern Nachmittag bis heute Nacht simuliert. Die Frontalzone teilt sich zum 5. Dezember in zwei Bereiche auf. Der eine liegt über dem Atlantik und trogt nach Süden in Richtung der Azoren aus und der zweite Teil liegt über Skandinavien. Bis zum 7. Dezember strebt ein Hochdruckkeil von der Mittelmeerregion nach Norden auf und teilt die Frontalzone auf. Somit kann der östliche Teil nach Süden abtropfen und der westliche warme Luftmassen nach Island und Grönland pumpen. Deutschland würde bei dieser Variante zum 8. Dezember in eine zunehmend winterliche Nordströmung gelangen können. Tageshöchstwerte von -3 bis +1 Grad wären bei dieser Variante möglich.

Der Winter hätte bei dieser Wetterentwicklung seine Chancen
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell von heute Nacht: Der Winter hätte bei dieser Wetterentwicklung seine Chancen © www.meteociel.fr

Der milde Spätherbst

Heute nun die Umkehr. Die atlantische Frontalzone formiert sich in Form einer stabilen Tiefdruckrinne von Neufundland bis nach Skandinavien. Somit fehlt dem Mittelmeerhoch der Raum und auch die Zeit, sich nach Norden auszudehnen. Stattdessen prallen die Tiefdrucksysteme gegen das Hoch und es entsteht eine über Mitteleuropa südwestliche Grundströmung, welche bis in die zweite Dekade hinein wirken kann. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz wäre bei Tageswerten von +5 bis +10 Grad und einem böigen Südwestwind immer wieder mit Niederschlägen zu rechnen.

So unterschiedlich können die Wetterprognosen ausfallen. Bei dieser Variante wäre bei gemäßigt milden Temperaturen immer wieder mit Niederschlägen zu rechnen. Mehr Herbst als Winter
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: So unterschiedlich können die Wetterprognosen ausfallen. Bei dieser Variante wäre bei gemäßigt milden Temperaturen immer wieder mit Niederschlägen zu rechnen. Mehr Herbst als Winter. © www.meteociel.fr

Europäisches Prognose-Modell: Mild Süd- bis Südwest

Man kennt unseren Spruch: Im Zweifel gewinnt Mild. So auch das Motto der heutigen Wetterprognose des europäischen Wettermodells. Das Setup ist ganz ähnlich. Das Hoch strebt ab dem 5. Dezember nach Norden auf, lässt sich jedoch relativ zügig nach Osten wegdrücken.

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Somit gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine milde Vorderseitenanströmung der Tiefdrucksysteme, was die Tageswerte bis zum 6. Dezember auf +4 bis +8 Grad und örtlich bis +11 Grad ansteigen lassen kann. Mit Winter hat das weniger etwas gemeinsam.

Aufkeilendes Hoch - direkt über Deutschland. Der Winter hätte keine Chancen.
Berechnung der Großwetterlage nach europäischen Prognose-Modell: Aufkeilendes Hoch - direkt über Deutschland. Der Winter hätte keine Chancen. © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Die Normalität, oder die Ruhe vor dem Sturm?

Interessant sind die Berechnungen der Kontrollläufe im Vergleich zu der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells. Der Hauptlauf ist entweder deutlich zu warm, oder viel zu kalt. Ein Mittelmaß kennt er derzeit nicht - Hop oder Top also. Die Kontrollläufe bestätigen ab dem 5./6. Dezember ein breites Entwicklungsspektrum. Die Differenz der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe liegt bei rund 19 Grad und erstreckt sich in einem Spektrum vom -10 bis +9 Grad. Grundsätzlich ist also jede Entwicklung noch möglich.

In tieferen Lagen hätte das am 6. Dezember ein Temperaturspektrum von 0 bis +12 Grad (Mittelwert: +5 bis +7 Grad) und am 12. Dezember von -5 bis +10 Grad (Mittelwert: +1 bis +2 Grad über dem Süden und Osten und +3 bis +4 Grad über dem Norden und Osten) zur Folge. Der Mittelwert entspricht fast exakt dem langjährigen Mittelwert und liegt im normalen Bereich.

Viel Niederschlag

Die Niederschlagsneigung ist in den ersten Dezember-Tagen deutlich erhöht und sinkt nach dem 7./8. Dezember in den schwach bis mäßig erhöhten Bereich ab. Die Zeit der Trockenheit ist beendet, wobei die Dürre lediglich abgemildert und nicht ausgeglichen wird.

Diagramm Temperaturen Dezember 2018 vom 27.11.2018
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2018 von zu kalt, normal, zu warm

Langfristprognose

Wettertrend Winter 2018/19: Die Winteraussichten bleiben zu warm

  • Leichte Korrekturen hat es im heutigen Wettertrend des Langfristmodells für den Dezember 2018 gegeben. Dieser wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal bis leicht zu mild simuliert. War der Trend der letzten Tage noch weitgehend normal, so neigt sich die Tendenz in Richtung leicht zu mild. In der Niederschlagsprognose wird der Dezember normal und im Trend etwas zu trocken berechnet.
  • Die Abweichung im Januar 2019 liegt mit +1 bis +2 Grad wieder im zu warmen Bereich. Kurzzeitig wurde in den letzten Tagen der zweite Wintermonat normal simuliert, nun scheint das Langfristmodell seine Prognose wieder zu ändern. Die Niederschlagssimulation bleibt für den Januar positiv (zu nass) zu bewerten.
  • Aber auch der Februar 2019 hat eine Veränderung in den letzten Tagen erfahren. Lag die Abweichung mit +1 bis +2 Grad und teils bis +3 Grad in den letzten Wochen noch im viel zu warmen Bereich, so liegt diese aktuell mit -0,5 bis +1 Grad nur noch im normalen bis leicht zu milden Spektrum. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich ein gegenüber dem langjährigen Sollwert unauffälliger Februar - im Trend leicht zu trocken.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1,8 Grad zu trocken
Oktober 2018 +1,7 Grad zu trocken
November 2018 +1,4 bis +1,8 Grad Trend: extrem zu trocken
Dezember 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 27.11.2018
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Welchen Kurs werden die Wettermodelle einschlagen und wie wird sich der Polarwirbel weiter entwickeln können. Die Wetterentwicklung hängt maßgeblich davon ab und die Weichen für das Weihnachtswetter können schon früh gestellt werden. Mehr dazu gegen 17:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose zum Wetter Weihnachten 2018 und gegen 20:00 Uhr erfolgt an dieser Stelle eine Aktualisierung der Winterprognose.

Update der Wetterprognose von 20:00 Uhr
Nach den aktuellen Wetterprognose der Vorhersage-Modelle bricht die atlantische Frontalzone bis nach Mitteleuropa durch und sorgt bis zum 5. Dezember für einen abwechslungsreichen Wettercharakter mit Niederschlägen, Wind und milden Temperaturen. Von "König Winter" ist nichts zu sehen.

Ein Hoch macht sich nach Norden auf
Die Wettervorhersagen vom Tage wurden auch heute Abend bestätigt. Im Zeitraum nach dem 5. Dezember wölbt sich von der Mittelmeerregion ausgehend ein Hochdrucksystem nach Norden auf. Dieser Prozess kann entscheidend sein, ob der Wettercharakter nach dem 6. Dezember zunehmend winterlich werden, oder mild bleiben kann.

Das amerikanischen Wettermodell übernimmt heute Abend die Variante des europäischen Vorhersage-Modells. Das Hoch strebt nach Norden auf, wird aber im weiteren Verlauf von der atlantischen Frontalzone nach Osten gedrückt. In Folge dessen gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine gemäßigt milde und schwachgradientige Hochdruckzone. Bei Tageswerten von +4 bis +8 Grad (was dem langjährigen Durchschnitt entspricht) ist im Zeitraum vom 6. bis 12. Dezember hin und wieder mit etwas Niederschlag zu rechnen.

Das Hoch liegt zu weit östlich. Der Winter hätte bis in die zweite Dezember-Dekade keine Chance
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Das Hoch liegt zu weit östlich. Der Winter hätte bis in die zweite Dezember-Dekade keine Chance © www.meteociel.fr


Kaltlufttropfen über dem westlichen Russland
Auch wenn es ganz danach aussieht, dass der Winter bis in die zweite Dezember-Dekade hinein keine Chancen hätte - so einfach ist das nicht. Das Strömungsmuster ist und bleibt als labil zu bewerten. Nimmt man an, dass das Hoch nach Norden in Richtung Skandinavien strebt und die atlantische Frontalzone blockiert, gleichzeitig aber der Kaltlufttropfen über dem westlichen Russland weiter nach Westen geführt werden kann, so hält in Folge daraus rasch der Winter Einzug. Kurzum: die Unsicherheiten bleiben bestehen.
Das Hoch liegt etwas westlicher und blockiert die atlantische Frontalzone. Gleichzeitig wird der Kaltlufttropfen nach Westen geführt.
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Das Hoch liegt etwas westlicher und blockiert die atlantische Frontalzone. Gleichzeitig wird der Kaltlufttropfen nach Westen geführt. © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: neutral bis leicht negativ
Auch dieser Wettertrend setzt sich fort. Nach anfänglich zu milden Beginn des Dezembers normalisieren sich die Temperaturwerte nach den Kontrollläufen zum 5./6. Dezember. Ab dem 8. Dezember sinkt der Wert in den für die Jahreszeit leicht zu kalten Bereich.

60:40 für die gestörte Zirkulation
Schaut man sich die Kontrollvarianten genauer an, so berechnen etwa 60 Prozent ein Hoch im Bereich vom westlichen Russland, Skandinavien, Island und Grönland und 40 Prozent berechnen einen stabilen Polarwirbel mit einer Zonalisierung über Mitteleuropa (Westwetter). Der Spielraum für den Winter bleibt erhalten.

AO- und NAO-Index:
Der AO-Index strebt Anfang Dezember in Richtung neutralen Zustand, kann den Trend aber nicht fortsetzen und wird im weiteren Verlauf negativ berechnet. Aber auch hier zeigt sich ein breiter Spread - teils sind die Entwicklung recht heftig. Der NAO-Index aber ist Anfang Dezember positiv (Durchbruch des Westwindwetters) und zeigt sich darüber hinaus neutral bis leicht positiv. Beide Randfaktoren sind wenig Richtungsweisend.

Fazit: Abwarten

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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