Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 22.11.2018 - Durchbruch der atlantischen Frontalzone mit vielen Fragezeichen

Der November endet kalt, verbreitet mit Dauerfrost. Für Dezember stehen die Zeichen auf Sturm, doch so ganz festlegen können sich die Prognose-Modelle noch immer nicht.

Ein Hochdrucksystem verlagert sich im Zeitraum vom 24. bis 28. November von Island nach Skandinavien und führt im Verbund mit einem Tiefdruckkomplex über der Barentssee bis über die Mittelmeerregion reichend kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden, welche am 28. November auch Deutschland, Österreich und die Schweiz erreichen kann. Die Tageswerte können am 29. Februar verbreitet im Dauerfrostbereich liegen. In den Nächten ist mit -2 bis -8 Grad mit mäßigen Frost zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter November 2018.

Die Großwetterlage Anfang Dezember ist klar strukturiert, bleibt aber dennoch komplex. Fraglich ist weiterhin, welchen Einfluss die arktischen Kaltluftmassen auf das Hoch haben werden und welche Position es letztlich einnehmen wird. Das kann für die gesamte erste Dezember-Dekade von entscheidender Bedeutung sein und den Wettercharakter nachhaltig prägen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2018.

Der Dezember 2018 zwischen nasskalten Hochdruck-, oder windigem Westwindwetter
Der Dezember 2018 zwischen nasskalten Hochdruck-, oder windigem Westwindwetter

Wettertrend 14 Tage

Stürmisches Dezemberwetter: Der Vorstoß der atlantischen Frontalzone ist sehr wahrscheinlich

Die Prognose des amerikanischen Vorhersage-Modells lies heute Nachmittag und auch heute Abend keinen Zweifel am Durchbruch der atlantischen Frontalzone zum Start in den Dezember. Die Tiefdruckrinne erstreckt sich vom 30. November bis 4. Dezember von Neufundland, England und Skandinavien und verlagert sich im weiteren Verlauf weiter nach Norden in Richtung Island. Somit ist die gestörte Zirkulation beendet und der Westdrift kann sich durchsetzen.

Ruppiges Wetter

In rascher Abfolge erreichen die Tiefdrucksysteme Deutschland, Österreich und die Schweiz und sorgen neben stürmischen Windböen für reichlich Niederschlag. Wie mild kann es werden? Simuliert werden in der aktuellen Vorhersage Tageswerte von +5 bis +10 Grad und unter bestimmten Voraussetzungen sind auch bis +13 Grad möglich. Das ist für die Jahreszeit zu warm.

Das Hoch gibt nicht auf

Wie so oft übertreibt es aber die atlantische Frontalzone mit ihrer Wucht und dringt weit nach Osten - bis über das westliche Russland - vor. So reißt der Nachschub an Tiefdrucksystemen ab und das Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion strebt nach Norden in Richtung Skandinavien auf. Das Strömungsmuster beginnt zu meridionalisieren und erneut können kalte Luftmassen arktischen Ursprungs angezapft werden. Bis zum 7. Dezember werden nur noch Tageswerte von -1 bis +5 Grad im nasskalten Bereich simuliert.

Nach einer kurzen Westwindphase ist es wieder da, das Skandinavienhoch
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Nach einer kurzen Westwindphase ist es wieder da, das Skandinavienhoch © www.meteociel.fr

Europäisches Prognose-Modell: Auflebende Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik

Spannender aber noch die Frage: Hat das europäische Prognose-Modell die Berechnungen von einem Kaltlufttropfen aufrecht erhalten?Ja und nein. Der Kaltlufttropfen ist weiterhin vorhanden, doch das gesamte System ist zu weit weg, um das Wetter über Mitteleuropa beeinflussen zu können. Aber der Durchbruch der atlantischen Frontalzone mag auch nicht so recht gelingen.

Blockadehoch auf dem Atlantik mit Kaltluftzufuhr über Mitteleuropa
Berechnung der Großwetterlage nach europäischen Prognose-Modell: Blockadehoch auf dem Atlantik mit Kaltluftzufuhr über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Kaltes Novemberende, gemäßigter Start in den Dezember

Die Konstante in der Wetterprognose bleiben die Kontrollläufe - auch heute Abend. Der Temperaturrückgang Ende November ist signifikant und liegt mit seinem Mittelwert etwa um 2 bis 4 Grad unter dem langjährigen Mittelwert im zu kalten Bereich. Da dieser Vorgang aber überwiegend hochdruckdominiert ist, ist nur mit wenig Niederschlag zu rechnen. Wenn aber welcher fällt, dann in Form von Schnee. Aber dem 29. November wird es rasch wärmer und das Spektrum pendelt sich Anfang Dezember mit einem Mittelwert von +3 bis +6 Grad auf ein Jahreszeit-typisches Niveau ein. Die Berechnungen des amerikanischen Prognose-Modells gehören Anfang Dezember zu den wärmeren Varianten. Ob also Werte von über +10 Grad erreicht werden können, bleibt in Frage zu stellen.

Temperaturniveau sinkt langsam ab

Typisch für den Dezember ist ein nasskalter Start, welcher zum Beginn der zweiten Dekade langsam in winterliche Wetterverhältnisse umschwenken kann, bevor kurz vor Weihnachten das Tauwetter einsetzen kann. Diesem Trend folgen die Kontrollläufe. Das Temperaturspektrum sinkt langsam aber stetig ab und liegt am 8. Dezember zwischen -3 bis +10 Grad bei einem Mittelwert von +2 bis +4 Grad. Für Winterwetter ist das noch zu warm, doch reichen diese Werte aus um oberhalb etwa 1.200 Meter für weiteren Schneezuwachs zu sorgen

AO und NAO Index zum Start in den meteorologischen Winter neutral

Beide Werte sind momentan deutlich negativ und steigen Anfang Dezember in den neutralen Bereich an. Das ist für uns momentan der wichtigste Faktor, welcher gegen eine stringente Westwetterlage spricht. Vielleicht kurz, aber nach einer nachhaltigen Umstellung sieht das nicht aus.

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Der Polarwirbel könnte noch vor anderen Herausforderungen stehen

Die zonalen Winde in der 10 hPa Fläche (Stratosphäre) entlang des 65 Breitengrades schwächen sich von aktuell 144 km/h zum Dezember auf 54 Km/h ab. Sollte das so kommen, so ist das als Dämpfer zu bewerten. Diese Berechnungen sind aber sehr volatil und können sich in den kommenden Tagen mehrfach verändern. Es zeigt aber, dass sich der Polarwirbel in 2018 schwer tut in die Gänge zu kommen. Das werden wir in den kommenden Tagen näher betrachten und beobachten.

Der Polarwirbel könnte sich in seiner Entwicklung richtig schwer tun
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Der Polarwirbel könnte sich in seiner Entwicklung richtig schwer tun © www.meteociel.fr

Langfristprognose

Wettertrend Winter 2018/19: Leicht zu mildes Winterwetter

Kaum Veränderungen gegenüber den letzten Tagen

  • Der Dezember 2018 wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad als der kälteste Wintermonat berechnet. Im Trend wir die Abweichung mit bis +1 Grad etwas zu mild simuliert. In der Niederschlagsbewertung sind keine Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert auszumachen. Im Trend etwas zu trocken.
  • Der Januar 2019 wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad etwas milder simuliert. In der Niederschlagsbilanz soll er zum aktuellen Stand deutlich zu nass ausfallen.
  • Der Februar 2019 bleibt mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad ebenfalls leicht zu mild. Im Niederschlagstrend leicht zu trocken.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1,8 Grad zu trocken
Oktober 2018 +1,7 Grad zu trocken
November 2018 +1,4 bis +1,8 Grad Trend: extrem zu trocken
Dezember 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 22.11.2018
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Zusammenfassung

Stürmisch? Ja! Milder? Ja! Nachhaltiger Durchbruch der Westwindzone? Vielleicht! Eins bleibt gewiss: die weitere Wetterentwicklung bleibt unsicher und die kommenden Tage können richtig spannend werden.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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