Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 19.11.2018 - Wie wird der Winter Anfang Dezember?

Es ist spürbar kälter geworden und die ersten Schneeflocken waren schon zu bestaunen. Doch der Frühwinter bleibt nicht. Wie aber sieht es mit winterlichen Wetterverhältnissen im Dezember aus? Wann kommt der Winter?

Die Temperaturen sind deutlich zurückgegangen und mit Hilfe des böigen - teils stürmischen Windes - werden die Temperaturen noch kälter empfunden, als sie in Wirklichkeit sind (Windchill). Vergleicht man die aktuellen Temperaturen, so sind diese recht nah am langjährigen Mittelwert. Der November hat bislang eine Abweichung von +3,5 Grad gegenüber dem vieljährigen Durchschnittswert vorzuweisen. Ist also viel zu warm. Der Überschuss wird zwar noch weiter abgebaut werden können, doch am Ende wird der November im Bereich von +1 bis +1,5 Grad dann der neunte Monat im Jahr 2018 sein, welcher deutlich zu warm ausfiel. Denn bis in den Dezember hinein ist vorerst keine großartige Kältewelle auszumachen - vielmehr spricht vieles für eine normale - nasskalte - Temperaturentwicklung. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2018.

Welche Chancen hat der Winter im Dezember?
Welche Chancen hat der Winter im Dezember?

Wettertrend 14 Tage

Das ewige hin und her - gestörte Zirkulation

Betrachtet man die Wetterprognosen des amerikanischen Vorhersage-Modells, so zeigt sich in den letzten Tagen eine hohe Schwankungsbreite. Mal sind es sehr kalte, dann wieder sehr warme Varianten. Woher kommt das - ist das Wettermodell so schlecht?

Im Vergleich zum europäischen Vorhersage-Modell könnte man das durchaus annehmen, denn dessen Prognose war deutlich klarer und beständiger strukturiert. Mit ein Grund für die Ungenauigkeiten ist die gestörte Zirkulation in Form eines Hochdrucksystems im Bereich zwischen Skandinavien, Island und Grönland. Erfahrungsgemäß sind die Europäer besser darin, die daraus resultierenden Großwetterlagen zu berechnen. Die Amerikaner sind hingegen besser, wenn es um West-Ost Wetterlagen geht. Diese Erfahrung ist aber eine persönliche und somit subjektiv geprägt.

Zwischen Winter und mildem Herbstwetter

Und genau in diesem Spektrum bewegt sich die Wetterprognose der letzten Tage. Nun sind solche gestörten Zirkulationen keine alltäglichen Wettererscheinungen und solange die Positionen nicht klar sind, gibt es unterschiedliche Wetterentwicklungen, welche weit bis in den Dezember hineinwirken und zwischen winterlich kalten und milden Temperaturen entscheiden können.

Milde Südwestwetterlage

Die Südwestwetterlage gehört zu einem normalen Strömungsmuster und kann aus der gestörten Zirkulation heraus entstehen. Dabei werden die Tiefdrucksysteme - bedingt durch das Hoch bei Island - weit nach Süden gedrückt und streben zwischen Spanien, Frankreich, England und Skandinavien nach Norden. Gleichzeitig aber liegt von den Azoren bis über die Mittelmeerregion noch das Azorenhoch, was im Verbund der Wettersysteme über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer milden und Abwechslungsreichen Südwestwetterlage führen kann.

Wie warm könnte es werden? Temperaturen von +8 bis +13 Grad wären Anfang Dezember nicht auszuschließen. Das Problem bei Südwestwetterlagen ist, dass diese Strömungsmuster länger andauernd sein können und somit weite Teile der ersten Dezember-Dekade beeinflussen können. Der Winter hätte vorerst keine Chancen sich durchzusetzen.

Eine Südwestwetterlage könnte mehr Einfluss auf Wetter in Deutschland nehmen - Der Winter hätte dabei schlechte Karten
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell von heute Nachmittag: Eine Südwestwetterlage könnte mehr Einfluss auf Wetter in Deutschland nehmen - Der Winter hätte dabei schlechte Karten © www.meteociel.fr

Die winterliche Wetterlage

Das Hoch sorgt entlang der Polarfront für eine starke Wellenbewegung und je nachdem, ob es sich verstärken, oder weiter ausdehnen kann, sind auch tiefwinterliche Varianten Anfang Dezember möglich. Warum? Das Hochdrucksystem dreht sich im und Tiefdrucksysteme entsprechend gegen den Uhrzeigersinn. Da sich das Hoch nun aber zwischen Island und Grönland sehr weit nördlich - und damit in der Nähe des Polarwirbels - befindet, wird dieser entsprechend beeinflusst. Teilweise so stark, dass von einem intakten Polarwirbel nicht mehr auszugehen ist.

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Winterliche Kaltluftmassen würden direkt nach Deutschland, Österreich und die Schweiz transportiert werden können. Eine entsprechende Tiefdruckaktivität könnte dann für den gewünschten Schneefall sorgen.

Kaltluftzufuhr polaren Ursprungs. Die Folge: Wintereinbruch über Mitteleuropa
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Kaltluftzufuhr polaren Ursprungs. Die Folge: Wintereinbruch über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Das nasskalte Winterwetter

Das Hochdrucksystem verlagert sich bei dieser Wetterentwicklung weit nach Osten und beeinflusst größtenteils das Wetter über Kanada und den USA. Das gibt den Polarwirbel die Gelegenheit sich zu stabilisieren und entlang seiner Polarfront für Ordnung zu sorgen. In Folge daraus entsteht eine im Dezember oftmals windige und nasskalte West- bis Nordwestwetterlage mit reichlich Niederschlag.

Mit entsprechendem Rückseitenwetter wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen möglich und das nächste Tief lässt mit seiner Vorderseite die Temperaturen wieder ansteigen. Abwechslungsreiches und nur in Teilen winterliches Spätherbstwetter.

Polarwirbel stabilisiert sich langsam und lässt das normale Zirkulationsmuster in Gang kommen
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Polarwirbel stabilisiert sich langsam und lässt das normale Zirkulationsmuster in Gang kommen © www.meteociel.fr

Welche der Wetterentwicklungen ist wahrscheinlicher?

Die Kontrollläufe weisen ein sehr breites Entwicklungsspektrum auf und bewegt sich Anfang Dezember in einer Höhe von 1.500 Meter im Bereich von -9 bis +11 Grad. Die Differenz beträgt bis zu 20 Grad. Ein großen Anteil der Kontrollläufe ist zu kalt und ein ebenso großer ist zu warm. Der Mittelwert pendelt sich im Bereich des langjährigen Mittelwertes ein.

Warm oder kalt

Nur weil der Mittelwert sich aber im Jahreszeit-typischen Umfeld bewegt, bedeutet das noch lange nicht, dass auch die Temperaturen normal ausfallen werden. Vielmehr deutet vieles darauf hin, dass der Start in den Dezember entweder deutlich zu warm oder eben zu kalt ausfallen wird. Was jedoch wahrscheinlicher ist, lässt sich zum aktuellen Stand nicht sagen.

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AO-Index deutlich negativ, NAO-Index neutral

Einen Hinweis auf zu kalte oder zu warme Wetterentwicklungen können der AO- und NAO-Index liefern. Sind beide negativ, so ist ein Island/Grönlandhoch sehr wahrscheinlich mit nachfolgendem meridionalen und zu Trogwetterlagen neigenden Strömungsmuster (kühles bis kaltes Winterwetter).

Ist der AO-Index negativ und der NAO-Positiv, so deutet das auf einen langsam beginnenden Normalisierungsprozess hin, bei der sich die Tiefdrucksysteme versuchen, sich über Island zu positionieren. Ein neutraler NAO-Index ist aber ein Zwischending, bei der über Mitteleuropa sowohl nasskalte, als auch milde Wettervarianten entstehen können.

Der negative AO-Index aber zeigt, dass der Polarwirbel noch weit von seiner Stabilitätsphase entfernt ist. Eine stringent Verlaufende West-Ostwetterlage hat zum aktuellen Stand deutlich geringere Wahrscheinlichkeiten sich durchzusetzen.

Langfristprognose

Wettertrend Winter 2018/19: Korrekturen für die Wintermonate

Lange Zeit berechnete das Langfristmodell die Wintermonate von Dezember bis Februar zu warm - deutlich zu warm. In Spitzenzeiten lag die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Bereich von +2 bis +4 Grad, meist jedoch in einem Spektrum von +1 bis +2 Grad. Zudem wurden die Wintermonate als zu nass berechnet.

Das hat sich in den letzten Tagen geändert. Tag für Tag gab es kleine Korrekturen nach unten. Man darf gespannt sein, wie die weiteren Langfrostprognosen ausfallen werden.

  • Der erste Wintermonat Dezember 2018 wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad weitgehend normal berechnet. In der Niederschlagsprognose zeigen sich ebenfalls kaum Abweichungen gegenüber dem vieljährigen Sollwert. Mit einem normalen Dezember wären zum Wetter Weihnachten 2018 Schneefälle grundsätzlich nicht auszuschließen.
  • Eine Korrektur gab es auch für den Januar 2019. Dieser wird aktuell mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad im Trend nur noch leicht zu mild berechnet. In der Niederschlagsprognose soll der zweite Wintermonat deutlich zu nass ausfallen.
  • Aber auch im Februar 2019 kommt Bewegung ins Spiel. Die Abweichung liegt mit +0,5 bis +2 Grad im zu warmen Bereich, doch zeigt sich im Trend auch hier eine Korrektur nach unten. In der Niederschlagsbewertung könnte der letzte Wintermonat normal und im Trend leicht zu trocken ausfallen.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1,8 Grad zu trocken
Oktober 2018 +1,7 Grad zu trocken
November 2018 +1 bis +1,8 Grad Trend: extrem zu trocken
Dezember 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 +0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 19.11.2018
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Zusammenfassung

Die kommende Entwicklung der Großwetterlage weist noch einen großen Spielraum auf und ermöglicht sowohl winterliche, wie auch deutlich zu warme Großwetterlagen. Die Würfel sind aktuell noch nicht gefallen und sehr viel hängt davon ab, wie sich das Hochdrucksystem bei Grönland und Island wird entwickeln und positionieren können. Das Langfristmodell berechnet einen in Summe leicht zu warmen Winter 2018/19, kommt aber von seiner Ursprünglich deutlich zu warmen Winterprognose ab und passt sich anderen Langfristmodellen an.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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