Ist der November auf einem guten Weg der dritte Rekordmonat im Jahr 2018 zu werden? In den aktuellen Wetterprognose der Vorhersage-Modelle lassen sich Hinweise darauf finden.

Ein kräftiger Tiefdruckwirbel positioniert sich im Verlauf der Woche zwischen Island und England und beeinflusst zunehmend auch das Wetter über Deutschland. Die Niederschlags- und Windaktivität steigt zum kommenden Wochenende hin an, doch bleiben die Temperaturen mit einer Vorderseitenanströmung auf einem für die Jahreszeit viel zu warmen Niveau. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage November 2018.

Novemberregen am Wochenende
Novemberregen am Wochenende

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Amerikanisches Wettermodell: Zweite November-Dekade zu trocken

Der Regen vom Wochenende ist nach der aktuellen Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells nur von kurzer Dauer, denn zum 12. November verhärten sich bereist die Fronten zwischen hohem Luftdruck über dem Osten und den Tiefdrucksystemen über dem Westen erneut. Dabei gelingt es der Hochdruckzone das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz vermehrt zu beeinflussen.

Das Ergebnis daraus ist eine südliche - und damit für die Jahreszeit zu warme - Wetterentwicklung. Zudem ist die Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 12. bis 19. November als schwach zu bewerten.

Veränderung der Großwetterlage

Die Prognosen des amerikanischen Wettermodell berechnen seit ein paar Tagen zwischen dem 17. bis 21. November eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Veränderung des Zirkulationsmusters. Das Hochdruckbollwerk bleibt bestehen, kann jedoch am südlichen Gradienten unterwandert werden, was über der Mittelmeerregion für eine erhöhte Tiefdruckaktivität sorgen kann. In Folge wäre auch über Deutschland, der Schweiz und Österreich wieder mit einer ansteigenden Niederschlagsaktivität zu rechnen. Ob es so kommen mag, bleibt abzuwarten, die simulierten Temperaturen aber sind mit +14 bis +18 Grad für die Jahreszeit weiterhin viel zu warm.

Gelingt es den Tiefdrucksystemen den Hochdruckgürtel zu durchbrechen?

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Gelingt es den Tiefdrucksystemen den Hochdruckgürtel zu durchbrechen? © www.meteociel.fr

Europäisches Prognose-Modell: Das Hoch hat ein Ass im Ärmel

Imposant liegt der Tiefdruckwirbel nach der Wettervorhersage des europäischen Prognose-Modells am 10. November zwischen Island und England. Der Kerndruck liegt bei rund 965 hPa und es sieht ganz danach aus, als ob dieser Tiefdruckwirbel den Sprung nach Osten schafft und über Mitteleuropa für eine andere Großwetterlage sorgen könnte.

Und dann kommt das Hoch

Wie beim Fußball aber grätscht über der Barentssee liegend ein Hochdrucksystem dazwischen und sorgt mit einem Kerndruck von bis zu 1050 hPa dafür, dass die Frontalzone auf dem Atlantik verbleibt. Zum 12. November hat sich das Hoch dann über dem westlichen Russland positioniert und über Deutschland, Österreich und der Schweiz stellt sich eine neuerliche - für die Jahreszeit viel zu warme - Südanströmung der Luftmassen ein. Simuliert werden bspw. für den 15. November Tageswerte von +11 bis +16 Grad.

Regen über dem Westen, Dürre über dem Osten

Dass das Regengebiet durch das Hoch blockiert wird, zeigt sich auch in der Niederschlagsprognose. Etwa westlich einer Linie von Hamburg und Stuttgart werden Niederschlagssummen von 10 bis 30 l/m² berechnet, während es östlich davon mit 0 bis 8l/² bedeutend weniger Regentropfen sind.

Das Sturmtief würde ja gerne, doch wird im entscheidenden Moment blockiert, nachfolgend wieder gemäßigt ruhiges und über weite Teile trockenes Novemberwetter

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Das Sturmtief würde ja gerne, doch wird im entscheidenden Moment blockiert, nachfolgend wieder gemäßigt ruhiges und über weite Teile trockenes Novemberwetter © www.meteociel.fr

Beständiges Novemberhoch?

Schaut man sich die Prognose des europäischen Vorhersagemodells noch etwas genauer an, so driften zum 16. November Tiefdrucksysteme westlich und auch östlich von Mitteleuropa nach Süden ab. Dazwischen strebt eine hochdruckdominierte Wärmeblase in einer omegaähnlichen Struktur nach Norden. Sollte sich dieses Muster festigen können, so wäre von einer noch länger andauernden trockenen und warmen Wetterperiode im November auszugehen.

Außergewöhnliche Hochdruckaktivität

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Außergewöhnliche Hochdruckaktivität © www.meteociel.fr

Wettertrend: Erhöhte Niederschlagsaktivität von kurzer Dauer

Geht es nach der aktuellen Wetterprognose der Kontrollläufe, so zeigt sich im Zeitraum vom 9. bis 13. November eine über dem Westen, Süden und Norden erhöhte Niederschlagsaktivität, welche sich nach Osten abschwächen kann. Darüber hinaus wird im Zeitraum vom 13. bis 22. November eine nur sehr schwache Niederschlagsleistung simuliert.

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Deutlich zu warme Temperaturen

Das die Wetterlage außergewöhnlich sein kann, zeigt sich auch in der Temperaturprognose der Kontrollläufe. Zwar gehört das amerikanische Vorhersage-Modell zu den wärmsten Varianten, doch die Kontrollläufe selbst liegen mit ihrem Mittelwert um 5 bis 9 Grad über dem langjährigen Mittelwert im viel zu warmen Bereich. Rückblickend waren die ersten November-Tage um etwa +3,9 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm. Der wärmste November seit Beginn der Aufzeichnungen stammte mit einer Abweichung von +3,5 Grad aus dem Jahre 2015. Der November 2018 ist also auf einem guten Weg, den Rekord möglicherweise einzustellen. Sollte das gelingen, so wäre der November der dritte Rekordmonat in diesem Jahr!

Diagramm Temperaturen November 2018 vom 6.11.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Hop oder Top?

Stark vereinfacht kann man es so auf den Punkt bringen. Entweder der atlantischen Frontalzone gelingt im Zeitraum vom 10. bis 13. November der nachhaltige Durchbruch über Mitteleuropa, oder es stellt sich eine neuerliche hochdruckdominierte Großwetterlage ein. Zum aktuellen Stand ist nach kurzer Unterbrechung eine weitere Hochdruckdominanz wahrscheinlicher als regnerisches und nasskaltes Herbstwetter.

Langfristprognose: Der gesamte November zu warm und extrem zu trocken

Ein Spiegelbild der aktuellen Wetterentwicklung ist der Wettertrend des Langfristmodells, welche weite Teile von Deutschland - zum aktuellen Stand - so trocken berechnet, dass die Skala im Vergleich zum Sollwert das untere Ende erreicht hat. Zudem soll der November 2018 mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert um 2 bis 4 Grad zu warm ausfallen.

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Wettertrend Winter 2018/19: Veränderung der Großwetterlage

Kaum Veränderungen in der Winterprognose. In Summe soll der Winter 2018/19 zu nass und zu warm ausfallen. Das Langfristmodell geht in seinem Wettertrend weiterhin von einem Ausgleichsverhalten - beginnend ab Dezember - aus.

  • Der Dezember 2018 wird zum aktuellen Stand mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert zu warm simuliert. Im Niederschlagverhalten zeigt sich eine nur leicht zu trockene Tendenz.
  • Der Januar 2019 wird mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad ebenfalls zu warm berechnet. Die Niederschlagserwartung aber ist deutlich erhöht.
  • Ebenfalls gegenüber dem langjährigen Sollwert zu nass wird der Februar 2019 prognostiziert. Die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert liegt zum aktuellen Stand mit +1 bis +3 Grad im deutlich zu warmen Bereich.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1,8 Grad zu trocken
Oktober 2018 +1,7 Grad zu trocken
November 2018 +1 bis +4 Grad Trend: extrem zu trocken
Dezember 2018 +1 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 +0,5 bis +2 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 6.11.2018

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