Hoch gegen Tief, herbstlicher November oder trockenes und mildes Herbstwetter? Die aktuellen Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle lassen nur wenig Zweifel über die kommende Wetterentwicklung aufkommen.

Der Frühwinter hat in den letzten Tagen seine Fühler in Richtung Deutschland ausgestreckt und heute sind über dem Westen kurzzeitig zwischen 200 bis 500 Meter noch Schneefälle möglich. Rasch aber steigt die Schneefallgrenze im Tagesverlauf wieder weit über die 1.000 Meter Grenze hinaus an. Apropos Temperaturen. Diese sind heute außergewöhnlich: +4 bis +8 Grad über dem Westen und bis +23 Grad über dem Osten. Das erklärt auch den stürmischen Wind, welcher heute Abend über den Küstenregionen auch orkanartig ausfallen kann.

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Ruhiger Start in den November 2018

Verantwortlich für das ereignisreiche Wetter ist ein Tiefdrucksystem, welches heute nach Nordwesten abzieht und anschließend in die atlantische Frontalzone bei Island übergeht. So verliert das Tiefdrucksystem seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland. Der Novemberstart wird dann weniger spektakulär ausfallen. Sonne, Wolken und etwas Niederschlag über dem Nordwesten bei für die Jahreszeit zu warmen Temperaturen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose November 2018.

Zum Start in den letzten Herbstmonat: Sonne und Wolken im Wechsel
Zum Start in den letzten Herbstmonat: Sonne und Wolken im Wechsel

Amerikanisches Vorhersage-Modell: Hoch gegen Tief - wer gewinnt wohl?

Die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells lässt nur wenig Spielraum für die kommende Entwicklung der Großwetterlage. Seit ein paar Tagen wird mehr oder minder die gleiche Variante simuliert.

Zum warmes und trockenes Wetter in der ersten November-Hälfte

Die atlantische Frontalzone setzt alles daran, um weiter nach Osten voranzukommen, doch liegt dort im Zeitraum vom 3. bis 15. November ein Hochdrucksystem, welches sich phasenweise quer über Mitteleuropa bis zu den Azoren herunter ausdehnen kann. Die Tiefdrucksysteme werden blockiert, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer relativ trockenen und auch für die Jahreszeit zu warmen ersten Novemberhälfte führen kann.

Wie warm kann es werden?

Simuliert werden im gesamten Zeitraum Tageshöchstwerte von +12 bis +17 Grad. Teils knapp darunter, teils auch knapp darüber - je nach Nebelsituation und Sonnenscheindauer. Das ist im Vergleich zum langjährigen Mittelwert etwa um 7 bis 11 Grad zu warm!

Niederschläge sind in dieser Konstellation kaum zu erwarten.

Hochdruckdominanz in der ersten November-Hälfte? Die Tiefdrucksysteme geben alles, scheitern aber letzten Endes

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Hochdruckdominanz in der ersten November-Hälfte? Die Tiefdrucksysteme geben alles, scheitern aber letzten Endes © www.meteociel.fr

Europäisches Prognose-Modell: Warmer Novemberstart

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells ist sehr ähnlich. Tiefer Luftdruck auf dem Atlantik steht einem Hochdruckgebiet über dem östlichen Europa gegenüber. Die Folge hieraus ist ein relativ trockener und auch warmer Wettercharakter über Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Das Kontinentalhoch hat einen größeren Einfluss auf das Wetter über Deutschland

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Das Kontinentalhoch hat einen größeren Einfluss auf das Wetter über Deutschland © www.meteociel.fr

Wettertrend: Erste November-Hälfte zu warm?

Gestern gab es in den Kontrollläufe noch so etwas wie einen Lichtblick, der aber noch mit vielen Fragezeichen zu versehen war. Heute aber der zu erwartende Umschwung in die deutlich zu warme Richtung.

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Das Temperaturspektrum liegt am 6. November zwischen +9 bis +17 Grad (Mittelwert: +13 Grad über dem Norden und +16 Grad über dem Süden) und am 14. November zwischen +6 bis +15 Grad (Mittelwert: +9 bis +10 Grad). Der Mittelwert passt sich nur sehr langsam seinem Normwert an und bleibt über weite Strecken um 4 bis 8 Grad für die Jahreszeit viel zu warm. Es zeigt aber auch, dass die Wettervorhersage des amerikanischen Modells zu den wärmeren Varianten gehört.

Vereinzelt ein paar Niederschlagssignale

Im Zeitraum vom 2./3. November und vom 7. bis 10. November sind leicht erhöhte Niederschlagssignale auszumachen. Der Wettercharakter aber zeigt sich in der ersten Hälfte vom November 2018 für die Jahreszeit zu trocken.

Diagramm Temperaturen November 2018 vom 30.10.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Gibt es noch andere Varianten?

Geht es nach den Wetterprognosen der Wettermodelle, so scheint die Großwetterlage bis zum 9. November eingefahren zu sein. Doch ganz so einfach ist es - zum derzeitigen Stand - nicht. Ein kritischer Zeitpunkt zeigt sich zum 6./7. November. Die atlantische Frontalzone versucht in diesem Zeitraum das Hochdrucksystem über Mitteleuropa und die Mittelmeerregion zu unterwandern. Sollte das gelingen, so wäre mit einem frischen und unbeständigen Herbstwetter zu rechnen. Doch sind die Wahrscheinlichkeiten hierfür derzeit gering.

Langfristmodell: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/19

Und mit einen wahrscheinlich viel zu warmen Start in den November verwundert es auch nicht, dass das Langfristmodell derzeit seinen Wettertrend von Tag zu Tag etwas anpasst. Die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert liegt aktuell bei +1 bis +2 Grad und über den Alpenregionen zeigt sich eine Abweichung von bis +3 Grad im deutlich zu warmen Bereich. Ebenso ernüchternd die Niederschlagsprognose im Langfristtrend. Der November 2018 soll deutlich zu trocken ausfallen.

Die Winterprognose 2018/19 ist und bleibt zu warm.

  • Schaut man auf Europa, so wird das Wetter im Dezember 2018 über weite Teile mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm simuliert. Normal bis etwas zu kühl zeigt sich das südliche Europa. Die Grenze verläuft in etwa zwischen Spanien, Italien und der Türkei. Ähnlich die Niederschlagsprognose: Über dem Norden von Europa etwas mehr, als über dem Süden. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz sind im Dezember kaum Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Sollwert auszumachen.
  • Der zweite Wintermonat Januar 2019 wird über Europa ganz ähnlich berechnet. Zu warmer Norden, leicht zu milder Süden. Auffällig aber ist die Temperaturabweichung von +2 bis +4 Grad über dem östlichen Europa und Russland. Hochwinter? Nein, das müsste ganz anders aussehen! Die Niederschlagsberechnung ist nördlich der Linie Spanien, Italien und der Türkei deutlich erhöht und südlich davon etwas zu trocken. Das riecht nach einem Durchbruch der atlantischen Frontalzone mit reichlich Niederschlag und milden Temperaturen.
  • Der Februar 2019 wird über dem Norden von Europa mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad weitgehend normal simuliert. Über Mitteleuropa aber mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad dann doch zu warm. Die viel zu warmen Temperaturen mit einer Abweichung von +2 bis +4 Grad über dem Osten von Europa bleibt erhalten. Die Niederschlagsneigung ist gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwas und über Portugal, Spanien, Frankreich, England und Deutschland deutlich erhöht. Das Resümee hieraus wäre eine sich im Januar und Februar einstellendes Ausgleichsverhalten.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1,8 Grad zu trocken
Oktober 2018 +2 Grad zu trocken
November 2018 +1 bis +3 Grad Trend: zu trocken
Dezember 2018 +1 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +0,5 bis +2 Grad Trend: etwas zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 30.10.2018

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